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Fantastische Welt aus Faltpapier

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Test zu Tearaway Unfolded | Jump'n'Run-Abenteuer| PS4  

Fantastische Welt aus Faltpapier

02.09.2015, 17:04 Uhr | (jr / ta), Richard Löwenstein

Fantastische Welt aus Faltpapier. Tearaway Unfolded Action-Adventure für PS4 von Media Molecule (Quelle: Sony)

Tearaway Unfolded Action-Adventure für PS4 von Media Molecule (Quelle: Sony)

Zur Abwechslung mal ein Game, das den Spieler mit Farben, Spielwitz und Liebe unterhalten möchte, statt mit Krieg und Ballerei: Media Molecules Jump'n'Run-Abenteuer "Tearaway Unfolded" bietet eine herzerwärmende Welt aus Faltpapier und einen enormen Reichtum an Ideen. Die PS4-Exklusivproduktion nutzt den Dualshock-4-Controller auf so intensive Art und Weise wie bisher kein anderes Game für die Sony-Konsole.

Zu Spielbeginn bleibt der Bildschirm dunkel. Eine Stimme meldet sich zu Wort. Sie fordert den Betrachter vor dem TV-Gerät auf, er möge das "Licht" aktivieren und so die Welt ausleuchten. Also tut man wie geheißen, tippt die R2-Taste auf dem Controller an. Und siehe da: Das Spiel tut so, als wäre die Lichtleiste des Controllers eine Taschenlampe, und leuchtet in das TV-Gerät hinein. Durch Schwenken des Controllers lenkt der Spieler den Lichtkegel der Taschenlampe und lernt so eine Welt kennen, die wie aus Papier gemacht ist. Mit Wänden aus Pappe und Blumen und Brücken die sich bei Kontakt entfalten. Ein wundervoller Origami-Kosmos.

Ein Held aus Papier

Gleich danach hüpfen Held oder Heldin - der Spieler hat die Wahl - ins Bild und stellen sich vor. Gestatten: Atoi. Aufgabe? Das Licht und die Farbe zurückbringen, und die Musik zurückholen! All das ist nämlich verschwunden, seit sich ein großes Loch am Himmel aufgetan hat und viele fiese kleine Kreaturen namens "Schnippsel" in die Welt stürzten. So beginnt ein einfallsreiches Jump'n'Run-Abenteuer, das wegen seiner bunten Machart, des zurückhaltenden Tempos und der Verzahnung von Reaktionstest und physikbasierten Puzzles an Nintendo-Werke aus den Mario- und Zelda-Reihen erinnert. Besitzer einer PS Vita-Konsole kennen das schon: Tearaway Unfolded ist die für PS4 adaptierte Variante des 2013 erschienenen Originalspiels "Tearaway".

Das Gameplay entfaltet sich

Unter Kontrolle des Spielers bewegt sich Atoi in Tearaway Unfolded durch die Welt, weicht Angreifern aus, passt mobile Treppenstufen ab und lässt sich per Federkraft von A nach B katapultieren - was Jump'n'Run-Helden eben tun, um ihr Ziel zu erreichen. Dass Atoi in den ersten beiden Kapiteln nicht springen kann und also nur mit Hilfe von Brücken, Trampolinen und Katapulten tödliche Schluchten überwindet, daraus ergeben sich einige charmante Puzzle-Herausforderungen für den Spieler. Die meisten davon sind physikbasiert.

PS4-Controller am Limit

Dadurch, dass Atoi beispielsweise einen Apfel in einen Wunschbrunnen wirft, entfaltet sich eine Brücke über ein Tal. Doch woher das Obst nehmen? Im Hintergrund der Kulisse ist etwas Fallobst zu erkennen, das auf einem sogenannten Trommelfell zu liegen gekommen ist - de facto handelt es sich um ein Trampolin, das bei Berühren des Touchpads am Controller zu vibrieren beginnt. Und siehe da, auf dem bebenden Trommelfell können sich die Äpfel nicht halten. Sie purzeln herab und geraten so in Atois Reichweite.

Geradliniges Gameplay

Jump'n'Run-Prüfungen und Puzzles dominieren das Gameplay von Tearaway Unfolded. Kampfsituationen kommen zwar vor, sind aber in der Minderzahl und werden eher auf defensivem Weg durch den Einsatz von Köpfchen gelöst. Besagtes Trommelfell zum Beispiel lässt sich nutzen, um angriffslustige Schnipsel aus dem Bild zu schleudern oder um Atoi aus einer Gefahrenzone zu katapultieren. Die Kapitel tragen Namen wie "Singsang-Garten" oder "Maibaum-Felder". Jede Welt punktet mit anderem Farbschema und eigenen Herausforderungen.

Sogar die Kamera wird sinnvoll genutzt

Atois Welt ist grundsätzlich frei begehbar, aber doch geradlinig und ohne allzu viel Bewegungsspielraum nach links oder rechts strukturiert. Die Route ist durch Wegweiser und bunte Markierungen klar erkennbar und vorgegeben. Wie das alles funktioniert und miteinander zusammenhängt, das lehrt ein Tutorial in der ersten halben Spielstunde auf anschauliche Art und Weise. Einsteiger fühlen sich sofort pudelwohl, Kenner genießen die unbeschwerte Stimmung zwischen Fröhlichkeit und Melancholie.

Eine Welt voller Farben und Ideen

Die Welt füllt sich mit jedem freigespielten Kapitel sicht- und hörbar mit Farben und Musik. Trotz ihrer Geradlinigkeit enthalten die papierenen Kulissen ausreichend Ecken und Winkel voller Überraschungen. Einige davon nutzen Playstation-Equipment, das sonst brachliegt. Eine Playstation-Kamera beispielsweise projiziert Schnappschüsse als Tapete ins Game. Ohne zu viel zu verraten: Das eigene Zimmer wird auf interessante Art Teil des Gesamterlebnis. Wer sich gern dem Sammelfieber hingibt, durchsucht Talfalte - so heißt Atois Welt nach Dutzenden charmant verpackter Geschenke. Sie bergen Bonusobjekte, die Spiel und Realität auf witzige Art und Weise verknüpfen: Auf der Community-Website "tearaway.me" liegen Bastelbögen der im Game freigespielten Bonusobjekte bereit. Ausdrucken, ausschneiden, falten - und schon hält man jenen Indianerschmuck in Händen, den Held oder Heldin auf dem Kopf tragen.

Keine Ladepausen

Der herrliche Spielfluss tut ein übrigens dazu, dass man mit diesem Spiel gerne Zeit verbringt. Ladepausen sind geschickt kaschiert, eigentlich kaum wahrnehmbar. Und sollte Atoi in einen Abgrund hüpfen, wird er binnen eines Fingerschnipps am letzten sicheren Geländepunkt wiederbelebt. Weder lästige Gedenksekunden noch Ladebildschirme reißen den Betrachter aus der wundervoll inszenierten Origamiwelt heraus.

Was uns gefällt

Das Touchpad als Trommeltaste und der Bewegungssensor als Balancestange: Toll, wie das Game den PS4-Controller nutzt. Volle Bildwiederholrate von 60 Frames, knackscharfe Grafik, präzise Steuerung und flüssiger Spielablauf ohne lästige Unterbrechungen bilden eine gute technische Basis für ein stimmungsvolles Spielerlebnis. Die Lokalisierung verdient ebenfalls ein Kompliment. Alle Sprechrollen, Schilder und Bildtexte sind sehr liebevoll ins Deutsche übersetzt. Gleiches gilt für die Community-Website mit den Freischalt-Bastelbögen.

Was uns nicht gefällt

Der Umfang verdient Kritik: Eben mal durchrennen, das ist nach zwei bis drei Abenden erledigt. Wegen der versteckten Extras lohnt sich ein zweiter Durchgang zwar, aber wenn dann alles entdeckt ist, verliert das Game an Reiz. Da wären Mehrspieler-Modi eine gute Abhilfe gewesen, die gibt es aber nicht. Zu beachten ist außerdem, dass einige Lösungstipps und Hinweise nur als Bildtext ausgeführt oder mit Fantasiesprache unterlegt sind. Jüngere Kinder, die des Lesen noch nicht mächtig sind, werden an solchen Stellen zum Herumprobieren gezwungen.

Fazit

Die Bilder suggerieren ein Jump'n'Run-Abenteuer für Kinder, aber das täuscht: Das einzigartige Design und die intelligente Mischung aus Reaktionstests und Physikpuzzles in Tearaway Unfolded spricht alle Könnens- und Altersklassen an. Nach leichtem Einstieg steigt in späteren Etappen der Schwierigkeitsgrad, so dass auch Kenner eine Herausforderung finden. Insgesamt ein herzerwärmendes Erlebnis für Genießer, die gerne eine außerordentlich charmante Fantasiewelt entdecken mögen.

Infos zum Spiel 

Titel: Tearaway Unfolded
Genre: Jump'n'Run-Abenteuer
Hersteller: Media Molecule
Publisher: Sony
Release: 9. September 2015
Preis: zirka 60 Euro
System: PS4
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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