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Hands-on-Preview zu Assassin’s Creed Syndicate | Action-Adventure | PC, PS4, Xbox One  

Abenteuer für Einzelkämpfer

07.09.2015, 15:11 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Abenteuer für Einzelkämpfer. Assassin's Creed: Syndicate Action-Adventure von Ubisoft für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Ubisoft)

Assassin's Creed: Syndicate Action-Adventure von Ubisoft für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Ubisoft)

Kein Mehrspieler-Modus, keine Koop-Missionen, keine Begleit-App - im Gegensatz zum letztjährigen "Unity" besinnt sich der nunmehr neunte Teil der Meuchelmörder-Serie "Assassin´s Creed" voll und ganz auf eine packende Einzelspieler-Kampagne. Eine Formel, die größtenteils aufgehen könnte, wie ein erstes Anspiel-Intermezzo des neuen Action-Adventures anhand der Gamescom-Fassung beweist.

An der Türschwelle zur Moderne

Wir schreiben das Jahr 1868. Angetrieben von den Errungenschaften der industriellen Revolution steht das viktorianische London auf dem Höhepunkt seiner Macht. Immer mehr Menschen strömen in die Themsemetropole, in der Hoffnung dort eine bessere Zukunft zu finden. Doch für viele sieht die Realität anders aus. Für einen Hungerlohn und unter teils erbärmlichen Bedingungen schuften sie sich für die Oberschicht den Buckel krumm. Scharfe Zungen würden gar von legalisierter Sklaverei sprechen. Kein Wunder also, dass sich verbitterte Arbeiter immer öfter in kriminellen Banden zusammenschließen, um ihr Auskommen zu sichern und ihrem Frust Gehör zu verschaffen.

Das Problem: Viele dieser Banden stehen mittlerweile auf der Gehaltsliste der berüchtigten Templer - einem mächtigen Geheimbund, der alle politischen und gesellschaftlichen Schichten Londons unterwandert hat und im Hintergrund die Strippen zieht. Kommt es also doch mal zu nennenswerten Arbeiterprotesten, werden diese von Templer-Gangs meist im Keim erstickt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gegenspieler des Geheimbunds sind serientypisch die Assassinen, hier repräsentiert von den Geschwistern Jacob und Evie Frye. Angewidert von der Raffgier der Plutokraten und allen, die das System der Ausbeutung am Leben erhalten, gründen sie gemeinsam die sogenannte Rooks-Gang. Ihr Ziel? London aus dem Würgegriff der Templer befreien und ein Gleichgewicht der Kräfte wiederherstellen - koste es, was es wolle.

Im Hinblick auf die Spielstruktur vollzieht sich dieser Prozess auf zwei Ebenen. Zum einen durch das Absolvieren von Nebenmissionen, die man mit jedem der beiden Helden angehen darf. Hier rückt die Eroberung der Stadtteile Westminster, The Strand, City of London, Whitechapel, Southwark und Lambeth in den Mittelpunkt. Bandenkriege anzetteln, Kinderarbeiter aus den Klauen rücksichtsloser Vorarbeiter befreien, sein Faustkampftalent in Fight Clubs unter Beweis stellen, Züge, Boote und Kutschen überfallen - all das und mehr ist nötig, um den Einfluss der Rooks-Gang in einzelnen Stadtteilen zu mehren.

Viele Wege führen zur Zielperson

Dem gegenüber steht eine Vielzahl von Hauptmissionen, bei denen nicht selten ein ranghoher Templer mit einer ganz bestimmten Spielfigur eliminiert werden muss. In der Gamescom-Demo soll beispielsweise eine gewisse Lucy Thorne über die Klinge springen. Das Schöne an "Syndicate": Mehr als in jedem anderem Assassin’s Creed-Spiel zuvor hat man als Spieler die Wahl, wie man vorgehen möchten.

Alleine die im Tower of London stattfindende Thorne-Mission bietet drei völlig verschiedene Lösungsansätze. Variante eins: Dem Kapitän der Royal Guards in einer dunklen Ecke auflauern und den Generalschlüssel entwenden. Damit ist es anschließend ein Leichtes, die verriegelte Tür im höchsten Turm der Burganlage zu öffnen. Jetzt noch eine Wendeltreppe hinab schleichen, einigen Wachen ausweichen und Thorne mit einer gewagten Sprungattacke die Lebenslichter ausblasen - und schon ist der Auftrag erfüllt.

Praktische Helfer

Etwas rabiater geht’s beim "assistierten Ansatz" zur Sache. Unter Zuhilfenahme eines neuen Gadgets namens "Galvanik-Bombe" betäubt Evie eine Handvoll Wachen, befreit einen von Thorne zu Unrecht festgehaltenen Wachtmeister und stürmt dann mit dessen Gefolge die Gemächer der rothaarigen Templerin - Exitus.

Besonders raffiniert und fast schon maßgeschneidert auf Evies ausgeprägte Schleichtalente ist jedoch Lösungsweg Numero drei. Evie aktiviert ihre Chamäleon-Fähigkeit, verschmilzt mit der Umgebung und bahnt sich einen Weg mitten durch den schwer bewachten Garten des Towers. Am Zielpunkt angekommen startet eine kurze Unterredung mit einem als Palastwache verkleideten Verbündeten. Er gelobt, Evie in die Gemächer von Thorne zu schleusen, sofern sie vorher zwei Templer aus dem Weg räumt, die sein Gesicht bereits kennen.

Seilwerfer und Umgebungsattacken

Gesagt, getan - mit dem brandneuen Seilwerfer erklimmt die Meuchelmörderin in Sekundenschnelle eine Aussichtsplattform im dritten Stockwerk und schaltet Wache A mit dem Wurfmesseraus. Templerwache B wird dagegen mit einer der zahlreichen taufrischen Umgebungsattacken unschädlich gemacht. In der Demo durchtrennt die Protagonistin im richtigen Moment das Seil einer Hebebühne, woraufhin berstende Fässer und schwere Baumaterialien die Patrouille unter sich begraben - fies, aber effektiv.

Der Rest der Mission ist ein Kinderspiel. Der verbündete Beefeater tut so, als hätte er Evie gefangen genommen und eskortiert sie direkt hinein in die Höhle des Löwen. Der Spieler muss lediglich darauf achten, einen gewissen Abstand zu Thornes Leibgardisten zu wahren, da der Schwindel sonst auffliegt. Auge in Auge mit der Zielperson zückt die Kuttenträgerin schließlich ihren Stockdolch, schlägt eine Wache zu Boden und schaltet die rothaarigen Lady aus - wieder ein Templer weniger.

Jacob: Der Mann fürs Grobe

Mit Jacob Frye hätten Sie diese Story-Mission übrigens nicht absolvieren dürfen. Hintergrund: Aufgrund seiner ausgeprägten Nahkampf-Begabung und einer wesentlich höheren Treffer-Resistenz kommt Evies Bruderherz eher bei Haudrauf-Aufträgen zum Einsatz. Die Kunst des Schleichens beherrscht er natürlich trotzdem, mangels Chamäleon-Fähigkeit und weniger effektiven Lautlos-Waffen jedoch bei weitem nicht so gut wie seine Schwester. Heißt für den Spieler: Zumindest während der Hauptstory halten sich Schleich- und Action-Missionen in etwa die Waage.

Was uns gefällt

Egal ob Big Ben oder Buckingham Palace, Victoria Station oder Charing Cross, Covent Garden oder Westminster Abbey, British Museum oder St Thomas’ Hospital: Mit London als Szenario trifft Ubisoft Quebec voll in Schwarze. Hier jagt ein architektonisches Meisterwerk das nächste. Nicht zu vergessen die Vielzahl an malerischen Grünanlagen wie St James’ Park oder Green Park. Schön zudem, dass die erkundbare Spielwelt im Direktvergleich mit AC: Unity noch einmal knapp 30 Prozent größer ausfällt und Züge, Boote und Kutschen jederzeit als Transportmittel zur Verfügung stehen.

Was uns nicht gefällt

Assassin’s Creed: Unity hatte in den ersten Wochen mit einer Vielzahl von Programmfehlern zu kämpfen. Waren diese aber erst einmal aus der Welt geschafft, offenbarte sich in sehr unterhaltsamer Titel, der speziell im 4-Spieler-Koop-Modus neue Akzente setzte. Umso mehr werden Fans nun enttäuscht sein, dass AC: Syndicate überhaupt keinen Mehrspieler-Modus anbietet - weder online noch offline. Und auch nach Spielveröffentlichung hegt Ubisoft keine Online-Ambitionen. In Sachen Langzeitmotivation dürfte das hier somit spätestens nach Veröffentlichung aller Season-Pass-Inhalte in Vergessenheit geraten.

Fazit

Bisher greifen die meisten Zahnräder in Syndicate ordnungsgemäßg ineinander. Das Leveldesign gefällt, die Story macht neugierig, die Präsentation überzeugt, das Setting begeistert und das neue Assassinen-Duo wächst einem schnell ans Herz. Dass Ubisoft auf jedwede Mehrspieler-Optionen verzichtet, kann dagegen getrost als Rückschritt gewertet werden. Skepsis ist außerdem angesichts der bisher wenig fordernden KI und der Spielbalance angebracht. Vor allem Evies übermächtige Chamäleon-Fähigkeit sollte Ubisoft noch einmal ganz genau unter die Lupe nehmen.

Infos zum Spiel

Titel: Assassin’s Creed Syndicate
Genre: Action-Abenteuer
Hersteller: Ubisoft Quebec
Publisher: Ubisoft
Release-Termin: 23. Oktober 2015 (PS4, Xbox One) / PC-Fassung Ende 2015
Preis: zirka ab 55 Euro (PC) / ab 65 Euro (Konsole) / Rooks Edition ab 80 Euro
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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