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Zehn Jahre Vollgas-Action auf der Piste

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Test zu Forza Motorsport 6 | Rennspiel | Xbox One  

Zehn Jahre Vollgas-Action auf der Piste

09.09.2015, 16:03 Uhr | (jr / ta), Richard Löwenstein

Zehn Jahre Vollgas-Action auf der Piste. Forza Motorsport 6 Rennspiel für Xbox One von Turn 10 (Quelle: Microsoft)

Forza Motorsport 6 Rennspiel für Xbox One von Turn 10 (Quelle: Microsoft)

Alles Gute zum Geburtstag, Forza Motorsport! Seit dem Debüt vor ziemlich genau zehn Jahren haben sich die Motorsport-Simulationen des Microsoft-Studios Turn 10 stetig weiterentwickelt. Dass der brandneue Teil sechs exklusiv auf der Xbox One startet, ist keine Überraschung. Ebenso wenig, dass er kaum Neues mitbringt. Aber der High-End-Racer kombiniert jede Menge Ausstattung mit top Fahrbarkeit, brisanten Positionskämpfen und Regenrennen von selten gekannter Intensität. Da werden auch Simulationskennern die Hände feucht.

Zwei Jahre sind seit Forza Motorsport 5 vergangen. Das Entwicklungsstudio Turn 10 nutzte die Zeit vorrangig für Feintuning am bestehenden Gameplay. Teil sechs versteht sich also nach wie vor als Motorsport-Simulation mit einem umfangreichen Arsenal an Traumautos und Rennstrecken in aller Welt. Wer einen giftigen Rennwagen bändigen und ebenso verbissen wie fair kämpfende Computergegner in packenden Positionskämpfen niederkämpfen mag, fährt hier vollkommen richtig. Das breite Portfolio an gut ausbalancierten Zuschalt-Fahrhilfen lädt gleichzeitig Einsteiger zum Gasgeben ein. Fahrfehler lassen sich per Rückspulfunktion ungeschehen machen, auf Wunsch bremst das Auto selbständig. Man muss dann fast nur noch das Auto auf der einblendbaren Ideallinie halten.

Vertraute Ausstattung

In Sachen Ausstattung dreht Forza Motorsport 6 auf. 26 Rennstrecken, meistens Repliken existierender Strecken, stehen in verschiedenen Varianten für spannende Positionskämpfe zur Verfügung. Darunter finden sich Nachbildungen von bekannten Rundkursen wie Monza oder Spa plus frei erfundene Natur- und Stadtrennen in den Berner Alpen, am Mount Panorama oder in Prag. Wem die Bezeichnungen vertraut vorkommen: Ja, die meisten Pisten sind aus alten Forza-Games recycelt und nicht nennenswert modifiziert. Aus deutscher Sicht belässt es das Game wie gehabt bei Hockenheimring und Nordschleife nebst Nürburgring-Grand-Prix-Strecke. Neu ist zum Beispiel das Stadtrennen in Rio de Janeiro. Die Streckenführung am Meer entlang erinnert an Monaco.

Elektroautos: Die stille Erfahrung

Der Fuhrpark sucht seinesgleichen. 450 weitgehend originalgetreue Nachbauten von Sportwagen der Kompakt-, Sport- und Supersportklasse summieren sich zur konkurrenzlosen Fahrzeugauswahl. Von Audi bis Volvo sind Fahrzeuge aller Rassen und Klassen versammelt - auch Formel E und Tesla S, also Elektroautos. Das Fahren ohne den Sound eines Verbrennungsmotors, wenn nur ein Surren ans Ohr dringt: interessante Erfahrung. Aber man wünscht sich manchmal umschaltbare Radiostationen an Bord.

Vielfältige Fahrzeugauswahl

Prickelnder sind da schon Fahrten in verschiedenen Oldtimern oder reinrassigen Formel- und Tourenwagen-Rennwagen, Exoten vom Kaliber KTM X-Bow. Die ungelenken SUV-Schwergewichte dagegen passen gar nicht ins schnelle Umfeld. In Sachen Umfang bieten nur die ältere Produktion Forza Motorsport 4 und Microsofts direkte Konkurrenz Gran Turismo mehr. Erneut beeindrucken die Details. Man kann Hauben und Türen öffnen und einen Blick ins Fahrzeuginnere werfen, erkennt bei näherer Betrachtung sogar Orangenhaut auf dem Lack.

Absturz von der Karriereleiter

Die Karriere folgt der mittlerweile gewohnten Struktur. Soll heißen: Auf ein einziges lustmachendes Einstiegsrennen folgt der Absturz in die Kompaktklasse. Zu Beginn darf man einen nagelneuen Ford GT über den neu asphaltierten Stadtkurs von Rio de Janeiro scheuchen. Der Sieg im Wettkampf mit Mercedes SLS AMG, Ferrari 599 GTO und Nissan GTR fällt leicht - ab Werk sind alle Fahrhilfen aktiviert. Die erste Siegprämie reicht zum Kauf eines Honda S2000, Subaru Imprezza 22B STi, VW Golf R 2014, Mazda RX-7 oder Toyota GT86. Damit nimmt man an verschiedenen Rennen gegen Gegner aus derselben Preisklasse teil.

Konventionelle Karrierestruktur

Mit jedem Rennen summieren sich die hier Credits getauften Teilnahme- und Siegprämien. Sie dienen dem Erwerb schnellerer Fahrzeuge. Parallel dazu schaltet das Game höhere Leistungsklassen frei. Der Karrieremodus setzt sich letzten Endes aus fünf Kapiteln zusammen, die sich in 15 Unterkapitel splitten. Die Wahl des nächsten Rennens obliegt dem Spieler, jedenfalls soweit das bereits freigespielte Elemente zulassen. Im Rahmen der Super-Straßenrennen soll man beispielsweise auf vier unterschiedlichen Strecken Herausforderer mit seinem Straßensportwagen besiegen oder im Rahmen der sogenannten USA-Tour mit wechselnden Fahrzeugen auf US-Strecken brillieren.

Temporausch mit 60 Sachen

Für Spannungsspitzen sorgen eingestreute Schnupperrennen in Klassen, die im Rahmen der Karriere eigentlich noch gesperrt sind. Nach einer Handvoll Wettbewerbe jagt man zum Beispiel einen Indycar-Boliden durch die Steilkurven des historischen Ovalkurs von Indianapolis – großer Spaß! Wenn die Fuhre im Windschatten eines Konkurrenten auf 380 Sachen beschleunigt, dann löst das Rauschzustände aus. Die hohe Bildwiederholrate von 60 Frames pro Sekunde bringt das enorme Tempo irrwitzig gut rüber. Später folgen Überholchallenges, Sprintprüfungen, Aussdauerrennen, Autocrosswettbewerbe und historisch angehauchte "Momente des Motorsports". Viel Abwechslung für ein Rennspiel.

Hurra, es regnet!

Eine groß angekündigte Neuerung bei Forza Motorsport 6 ist die Integration von Regenrennen. Keine grundsätzlich neue Idee im Genre - andere Rennspiele befeuchten die Straße seit Jahren. Allerdings beschränkt sich der Erlebniswert im Genre bisher häufig auf visuelle Effekte, die die Steuerung nicht maßgeblich beeinflussen. Das ist hier anders. Wenn es regnet, bilden sich Pfützen in Senken und an Bordsteinkanten. Auf ihnen schwimmt das Auto auf und folgt nicht mehr dem Lenkkommando. Das ist besonders kritisch, wenn nur die linke oder rechte Fahrzeughälfte auf eine Pfütze gerät und dadurch die komplette Fuhre außer Balance gerät.

Die Bodenhaftung kann sich also mehrmals pro Runde ändern. Das bedingt prickelnde Momente: Wer im Zweikampf mit einem Gegner den Weg über eine Pfütze riskiert, könnte ein paar Meter an Vorsprung herausholen - oder aber abfliegen, weil das Auto wegen einer etwas zu nervösen Lenkbewegung unrettbar auskeilt. Freilich gilt: Wer nie etwas riskiert, verliert - der ritt auf der Rasierklinge lässt sich also nicht ganz vermeiden.

Eingeschränkte Wettersimulation

Allerdings ist weit und breit nichts von der dynamischen Simulation zu sehen, die erste Spielankündigungen suggeriert haben. Wenn die Sonne in Forza Motorsport 6 zu Rennbeginn scheint, dann bleibt sie wie angenagelt am Himmel stehen. Regnet es am Start, ändert sich das bis zur Zieldurchfahrt nicht mehr. Die Simulation beherrscht keine Veränderung von Wetter und Tageszeiten. Das damit einhergehende Plus an Spannung beispielsweise durch taktische Reifenwechsel bei aufkommenden Schauern fehlt.

Das wäre leichter hinzunehmen, würde der Regen zumindest auf allen Rennstrecken die Spannung steigern. Tut er aber nicht. Wählt der Spieler beispielsweise im Freifahrt-Modus den Hockenheimring, folgen keine Optionen zur Umschaltung auf Nacht- oder Regenrennen. Auf der Nordschleife schon. Wir haben nachgezählt: Auf zwei Dritteln der 26 Strecken herrscht immer eitel Sonnenschein.

Was uns gefällt

Bravo dafür, dass Turn 10 bei der "Forza Motorsport"-Reihe konsequent auf eine Bildaufbaurate von 60 Frames pro Sekunde setzt. Der schnelle Bildaufbau ist Basis für rasiermesserscharfe Lenkpräzision und einen tollen Temporausch besonders in Top-Autos aus den Indycar-, Formel-1- und Le-Mans-Serien. Gut auch, dass das vielfach kritisierte Ingame-Kaufsystem aus Forza 5 Geschichte ist. Man kann ein begehrtes, aber gesperrtes Autos nun nicht mehr gegen teils absurd hohe Extrazahlungen in barer Münze vorzeitig freischalten, sondern darf es stattdessen im "Freien Modus" auf einer beliebigen Strecke gratis Probe fahren. Per Splitscreen ist dann sogar der direkte Vergleich mit dem Lieblingsauto eines Kumpels möglich.

Was uns nicht gefällt

Im Intro und bei Freischaltung neuer Karrierestationen schildern emotional aufgeladene Videos die Bedeutung einiger Motorsportklassen. Leider geschieht das in englischer Sprache. Menü und Game sind dagegen prima eingedeutscht - eine etwas irritierende Mischung. Außerdem fallen Rechtschreibfehler und schlampige Übersetzungen auf. Etwas frech finden wir die Routenführung der neuen Rio-Strecke: Teile davon sind exakte Kopien der Route durch die Berner Alpen. Schade für Porsche-Fans: 911er und Co. fehlen, ebenso Tuningmodelle von RUF-Porsche. Ähnlich wie bei Forza Horizon 2 werden die Zuffenhausener Pretiosen erst 2016 per DLC nachgeliefert.

Fazit

Die sechste Rennsimulation aus der Forza-Reihe bleibt ihrer Linie treu. Sie kombiniert herrliche Optik, mitreißenden Motorsound und überwältigende Ausstattung mit einer Steuerung, bei der sich Einsteiger und Kenner gut aufgehoben fühlen. Größter Schwachpunkt der momentan klar besten Rennsimulation für Konsole: Es gibt kaum neue Rennstrecken, nicht allzu viele neue Autos - und die Startfreigabe für die neuen, hochspannenden Regenrennen wird bloß auf ausgewählten Rundkursen erteilt.

Infos zum Spiel 

Titel: Forza Motorsport 6
Genre: Rennspiel
Hersteller: Turn 10
Publisher: Microsoft
Release: 18. September 2015
Preis: zirka 65 Euro
System: Xbox One
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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