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Rainbow Six Siege: Wer stirbt, ist raus

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Hands-on-Preview zu Rainbow Six Siege | Taktik-Shooter | PC, PS4, Xbox One  

Wer stirbt ist raus

18.09.2015, 09:29 Uhr | Sönke Siemens (jr / ta), Richard Löwenstein

Rainbow Six Siege: Wer stirbt, ist raus. Rainbow Six Siege Taktik-Shooter von Ubisoft für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Ubisoft)

Rainbow Six Siege Taktik-Shooter von Ubisoft für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Ubisoft)

Auf PS4 und Xbox One wollte Ubisoft seine traditionsreiche Taktik-Shooter-Reihe eigentlich mit dem storylastigen "Rainbow Six Patriots“ fortsetzen. Doch das erfüllte die firmeninternen Qualitätsstandards nicht und wurde 2014 eingestampft. Die gute Nachricht: Im Rahmen der letztjährigen Spiele-Messe E3 kündigten die Franzosen mit "Rainbow Six Siege" einen vielversprechenden Ersatzkandidaten an. Heute, 13 Monate später, ist der Titel fast fertig und auf dem besten Weg, die Mehrspieler-Szene ordentlich aufzumischen.

Zurück zu den Wurzeln

Während die zuletzt veröffentlichten Serienteile "Vegas" und "Vegas 2" vor allem eine dramatische Story und den Kampf Mensch gegen Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt rückten, kehrt Entwickler Ubisoft Montreal mit "Siege" zu dem zurück, was die Serie eigentlich groß machte: hoch spannende Mehrspieler-Schlachten mit menschlichen Mitstreitern auf beiden Seiten. Insbesondere im primären Spielmodus "Geiselrettung" wird dies mehr als deutlich. Denn ähnlich wie im Online-Dauerbrenner "Counter-Strike“ verfügen die fünf Mitglieder eines jeden Teams hier nur jeweils über ein Bildschirmleben. Wer während der knapp 5-minütigen Partien das Zeitliche segnet, ist raus und darf erst in der nächsten Runde wieder ran. Adrenalin pur.

Die Magie der Asymmetrie

Doch nicht nur die 1-Leben-Regelung sorgt bei "Geiselrettung" für wohlige Nervenkitzel. Auch die Asymmetrie im Spieldesign übt einen unglaublichen Reiz aus. Auf der einen Seite stehen die Kidnapper. Sie müssen ihren Standort mit allen Mittel verteidigen und möglichst lange am Leben bleiben. Damit dieses Kunststück gelingt, können sie ihre Position innerhalb der meist 1-minütigen Vorbereitungsphase nach allen Regeln der Kunst verbarrikadieren. Also zum Beispiel Wände mit Metallgittern verstärken, Minen und Stacheldraht auslegen, mobile Schutzschilde in Position bringen usw.

Die Vorbereitungsphase gilt natürlich auch für Team Rainbow, die ihrerseits primär mit Feldaufklärung und Planung ihres "chirurgischen Eingriffs" beschäftigt sind. Heißt aufs Gameplay übertragen: Mit Hilfe von winzig kleinen, fahrenden Drohnen - welche mühelos durch jeden Türschlitz passen - darf die Anti-Terror-Einheit die Festung des Gegners ausspähen. Das hilft, die Geisel möglichst flott zu lokalisieren und verrät gleichzeitig eine Menge über die Taktik des Feinds. Doch Vorsicht: Die Drohnen sind keineswegs unsichtbar, können von aufmerksamen Kidnappern also im Handumdrehen entdeckt und zerstört werden. Bestes Gegenmittel? Die Drohne gar nicht erst ins Sichtfeld der Widersacher manövrieren und wann immer möglich unter Schränken und anderen Möbelstücken Schutz suchen.

Gut geplant ist halb gewonnen

Um den taktischen Aspekt des Ganzen weiter untermauern, dürfen die Angreifer zudem aus verschiedenen "Einstiegespunkten" auf der Karte wählen. Stürme ich die belagerte Villa durch die Garage kommend? Seile ich mich vom Dach ab und steige durch eines der Fenster im oberen Stockwerk ein? Oder infiltriere ich das Anwesen im Schutz der Gartenanlage? Die Möglichkeiten sind je nach Karte angenehm vielfältig.

Nach Ablauf der Planungsphase macht "Siege“ seinem Namen schließlich alle Ehre - die Belagerung in klassischer Ego-Shooter-Manier beginnt. Spätestens jetzt zeigt sich, wer bei den Vorbereitungen den richtigen Riecher hatte. Und wer mit unvorhergesehenen Umständen am besten umgeht. Stellt sich zum Beispiel heraus, dass sich die Geiselnehmer in den Kellerräumen eines Hauses verschanzt haben, besteht eine probate Konterstrategie darin, mit C4-Ladungen ein Loch in die Decke zu sprengen. Das vermeidet risikoreiche Schusswechsel in engen Korridoren, könnte bei falscher Positionierung des Sprengstoffs aber auch das Leben der Geisel massiv gefährden oder gar ganz auslöschen. 

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Der sogenannten Realblast-Technologie sei Dank können übrigens nicht nur Decken und Böden zerstört werden, sondern viele weitere Elemente der Level-Architektur, darunter Türen, Fenster und Wände aller Art. Poröse Betonwände zum Beispiel lassen sich ratzfatz mit einer geschickt platzierten Granate neutralisieren. Oder Sie zücken die Shotgun und perforieren die aus Holz bestehende Wohnzimmertür, bis ein handliches Guckloch für Heckenschützen entsteht. Interessant in diesem Zusammenhang: Weil die Engine weiß, aus welchem Material eine Oberfläche besteht, macht es einen gigantischen Unterschied ob eine Kugel nun Glas, Pappmaschee oder Kunststoff durchdringt.

Spezialisten für jede Lebenslage

Die eingangs erwähnte Asymmetrie äußert sich darüber hinaus bei der Wahl der eigenen Spielfigur, hier Operator genannt. Da wäre zum Beispiel Slegde vom britischen SAS. Der 1,92-Meter-Hüne mit dem richtigen Namen Seamus Cowden schwört auf drei Dinge: seine Gasmaske, seine Schrotflinte und einen Vorschlaghammer, den er liebevoll "The Caber" nennt. Alles in Kombination macht ihn zum gefürchteten Angreifer - vor allem wenn er im Rekordtempo und ohne allzu hohen Geräuschpegel Wände durchbricht. Ganz anders Twitch von der französischen Spezialeinheit GIGN. Das Fräulein aus Nancy kämpft im Gegensatz zu Sledge lieber aus der zweiten Reihe und nutzt eine kleine Fernlenkdrohne, um Bösewichten mit Stromstößen eines auszuwischen. Montagne wiederum setzt voll und ganz auf sein Ganzkörper-Schild, während Doc mit seiner Stimulationspistole sogar Schwerstverwundete zurück ins Leben holt. Prima: Im fertigen Spiel soll es letztlich insgesamt 20 solcher Helden geben - jeder mit seinen ganz einen Vor- und Nachteilen.

Showdown mit der Künstlichen Intelligenz

Um langjährige Kenner der Serie nicht zu vergraulen, bietet Rainbow Six Siege aber noch mehr als nur nervenaufreibendes Geiselrettungs-Gameplay auf einer Vielzahl von Karten. Den Anfang macht "Missions", eine Aneinanderreihung vorgegebener Szenarien, die wahlweise allein oder kooperativ angegangen werden können und unterm Strich einer klassischen Story-Kampagne wohl am nächsten kommen.

Noch viel mehr dürften sich Serien-Kenner allerdings auf den Modus "Terrorhunt“ freuen. Je nach Match-Setup gilt es hier mit bis zu vier Freunden, Gegnerwellen abzuwehren, Bomben zu entschärfen sowie Geiseln zu befreien oder vor Angreifern zu schützen. Klingt zunächst nicht sonderlich spektakulär, ist aufgrund einer zufallsgenerierten Gegner- und Objekt-Positionierung sowie der verblüffend cleveren KI aber jedes Mal eine echte Herausforderung.

Was uns gefällt

Kenner erinnern sich: Als Ubisoft Montreal Ende 2014 "Assassin’s Creed: Unity" veröffentlichte, gab es ein ein Aufheulen wegen einiger Bugs und Detailprobleme. Um ähnliches Bashing im Fall von Siege zu vermeiden, scheint man nun weitaus vorsichtiger zu agieren. Das zeigt sich zum Beispiel anhand der jüngst verkündeten Terminverschiebung von Mitte Oktober auf Anfang Dezember. Ergänzt man nun noch den ab dem 24. September startenden Closed-Beta-Test für Vorbesteller und Online-Bewerber, bleibt eine gewisse Zuversicht, dass „Siege“ bereits zum Start eine ziemlich runde Sache wird.

Was uns nicht gefällt

An sich sind vielseitig zerstörbare Umgebungen eine Wonne fürs Gameplay. Geht’s nach Mehrspieler-Eindrücken aus der Alpha-Version, macht "Siege“ Spielern jedoch bisher nur unzureichend klar, welche Flächen denn nun tatsächlich zerstörbar sind und welche nicht. Hier sollten die Entwickler unbedingt noch nachbessern - beispielsweise mit zusätzlichen visuellen Indikatoren. Gleiches gilt für die Soundkulisse - die klang bisweilen noch recht blechern und drucklos.

Fazit

Taktik, Teamgeist, tolle Modi: Die Spielspaß-DNA von Rainbow Six Siege stimmt, und die flotte Grafikdarstellung mit konstanten 60 Bilder pro Sekunde begeistert. Damit es zu einem "Sehr gut" in der Endnote reicht, müssen die Kanadier allerdings noch den Beweis erbringen, dass sie das Nutzer-Feedback der in Kürze startenden Beta-Phase sinnvoll nutzen und die Multiplayer-Technik - siehe Assassin’s Creed: Unity - auf letzten Metern nicht doch noch verrückt spielt. Gelingt dieses Kunststück, steht einem echten Taktik-Blockbuster nichts mehr im Wege.

Infos zum Spiel

Titel: Rainbow Six Siege
Genre: Taktik-Shooter
Hersteller: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Release-Termin: 1. Dezember 2015
Preis: zirka 60 Euro (Art of Siege Edition: zirka 80 Euro)
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Gut

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