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Destiny: König der Besessenen im Test: Science-Fiction-Shooter 2.0

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Destiny: König der Besessenen | MMO-Ego-Shooter | PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Science-Fiction-Shooter 2.0

22.09.2015, 18:46 Uhr | Benedikt Plass-Fleßenkämper (ams/), Medienagentur plassma

Destiny: König der Besessenen im Test: Science-Fiction-Shooter 2.0. Destiny-Erweiterung "König der Besessenen" von Activision (Quelle: Activision)

Destiny-Erweiterung "König der Besessenen" von Activision (Quelle: Activision)

"Destiny" enttäuschte bei seiner Veröffentlichung vor einem Jahr viele Spieler mit zu wenigen und repetitiven Inhalten. Nun ist vergangene Woche die dritte Erweiterung "König der Besessenen" erschienen – und verwandelt den Science-Fiction Shooter endlich in das ausgereifte Online-Game, das es von Anfang an hätte sein sollen. Wir haben die neue Story-Kampagne durchgespielt, die Zusatzinhalte für den Mehrspieler-Part ausprobiert und verraten, was Space-Helden in den Weiten der Galaxie erwartet.

Spiel der Superlative

Für "Destiny" zeichnet Bungie verantwortlich, der Erfinder der legendären "Halo"-Reihe. Das für Playstation- und Xbox-Konsolen erhältliche Baller-Epos gilt mit Entwicklungs- und Marketingkosten in Höhe von einer halben Milliarde US-Dollar als teuerstes Videospiel aller Zeiten. Doch obwohl "Destiny" seit seiner Veröffentlichung im September 2014 täglich von Millionen Menschen gespielt wird und bereits zwei Erweiterungen vorweisen kann, polarisiert es wie kein zweiter Titel. Viele Kritiker erkennen zwar das starke Gunplay der zahlreichen futuristischen Waffen an. Sie werfen dem Spiel aber vor, dass hinter der pompösen Hochglanzfassade und dem unter anderem von Ex-Beatle Paul McCartney komponierten Soundtrack zu wenige Inhalte stecken.

Alles im Fokus

Mit "König der Besessenen" nimmt Bungie den Nörglern den Wind aus den Segeln, denn die neue Erweiterung krempelt die "Destiny"-Welt gehörig um: Die Entwickler schnüren ein dickes Inhaltspaket und führen zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen ein, die die Spieler monatelang beschäftigen werden. Allen voran bekommen die drei Charakterklassen jeweils einen neuen Fokus spendiert: Während Warlocks jetzt als "Sturmbeschwörer" Arkus-Energie manipulieren, um Blitze zu kanalisieren und Gewitterstürme auf ihre Gegner niederprasseln zu lassen, schlagen Titanen als "Sonnenbezwinger" per Feuerhammer zu und durchbrechen mit ihren Solar-Flammen jede Verteidigungslinie. Auch Jäger freuen sich über eine neue Unterklasse: Als "Nachtpirscher" greifen Spieler auf einen Bogen aus Gravitations-Leere-Energie zurück, der Gegnergruppen an sich bindet, sie verlangsamt und schwächt sowie ihre Fähigkeiten unterdrückt.

Eine neue Bedrohung

Die neue, gut vierstündige Story-Kampagne fügt sich prima in den bestehenden – bis dato leider ziemlich dünnen – "Destiny"-Plot ein und führt einen neuen Bösewicht ins Spiel ein: Oryx, den Vater des im ersten Add-on "Dunkelheit lauert" vom Spieler getöteten Crota. Der will mit seiner Besessenen-Armee Rache für den Mord an seinem Sohn nehmen und die Menschheit ausrotten – was man selbstredend verhindern muss. Klasse: Die Kampagne glänzt nicht nur mit cineastischen Zwischensequenzen nebst Raumschiffschlachten und "Star Wars"-Momenten, sie überzeugt auch mit zahlreichen Überraschungen. Neben reinen Ballersequenzen kommen in "König der Besessenen" nämlich erstmals kleinere Rätselelemente, anspruchsvollere Sprungpassagen und sogar ein Schleichabschnitt vor. Zudem lässt Bungie den im Spiel vorkommenden Figuren mehr Raum, bezieht sie in die Story ein und und erzählt auf unterhaltsame Art und Weise, wie die Hüter der Galaxie sich Oryx und dessen Schergen entgegenstellen. Im Zusammenspiel mit der großartigen Atmosphäre und der bombastischen Präsentation lässt das – trotz gelegentlichem Recycling bereits bekannter Schauplätze – keinen Science-Fiction-Liebhaber kalt.

Charakter-Boost und neues Levelsystem

Löblich: Neu- und Wiedereinsteiger finden leicht ins Spiel. Jeder Käufer von "König der Besessenen" erhält einen Lichtfunken, mit dem er einen beliebigen Charakter direkt auf Level 25 befördern darf. So gerüstet ist man schnell durch die Geschichte des klassischen "Destiny" und der ersten beiden Erweiterungen durch und kann in die neue Story eintauchen.

Apropos Levelsystem: Dieses hat Bungie kräftig überarbeitet, es orientiert sich jetzt an klassischen Online-Rollenspielen à la "World of Warcraft". Das bedeutet konkret: Für jeden Gegner-Kill und jede abgeschlossene Mission wird man mit Erfahrungspunkten belohnt, mit deren Hilfe man sukzessive die neue Helden-Maximalstufe 40 erreichen kann. Danach kommen dann wieder die aus dem ersten "Destiny"-Jahr bekannten Lichtpunkte ins Spiel: Das Licht-Level ist nun der Durchschnitt der Angriffs- und Verteidigungswerte der aktuell eingesetzten Ausrüstung – je mehr Sie davon besitzen, desto mächtiger ist Ihr Alter Ego.

Nach der Kampagne ist vor dem Endgame

Wer "Destiny" kennt, der weiß, dass das Spiel erst dann richtig beginnt, wenn man die Story beendet hat. Im anschließenden Endgame geht alles darum, Waffen und Ausrüstung seines Hüters zu verbessern und sein Licht-Level zu erhöhen, um Zugang zu neuen Spielmodi zu erhalten, die schließlich noch fettere Beute bereithalten. Zu diesem Zweck warten nach Abschluss der Kampagne zahlreiche weitere neue Abenteuer auf einen: Darunter verschiedenste Solo-Quests (die sogenannten "Suchen"), die einen in die entlegensten Winkel der "Destiny"-Planeten schicken und dort zahlreiche Gefahren bestehen lassen, die stets im Zusammenhang mit Oryx und seinen finsteren Plänen stehen.

Des Weiteren locken neue Beutezüge, Planeten-Patrouillen, spezielle Waffen-Herausforderungen, öffentliche Events wie der "Hof von Oryx" (eine Art Mini-Arena für Dreier-Gruppen), zahlreiche neue PvE- und PvP-Inhalte und vieles mehr. Insgesamt drei neue und drei überarbeitete Strikes für Drei-Spieler-Fireteams (plus ein weiterer exklusiver Strike in der Playstation-Version), drei neue kompetitive Modi und acht frische Spielkarten (eine davon nur auf Playstation-Konsolen) sowie der bisher größte Sechs-Spieler-Raid "Königsfall" eröffnen jede Menge Möglichkeiten, um die 13 neuen exotischen Waffen beziehungsweise 18 neuen Exo-Rüstungen sowie die unzähligen neuen legendären Ausrüstungsteile und Wummen zu ergattern. Und der neue Schauplatz Grabschiff, Festung von Oryx und ein gigantisches Raumschiff, ist ein herrlich klaustrophobischer Ort, der voller Geheimnisse steckt und auch den "Alien"-Filmen gut zu Gesicht stünde.

Im Detail verbessert

Neben den neuen Inhalten liefert Bungie etliche Detailverbesserungen und Optimierungen, die das Spielerlebnis deutlich runder als zuvor gestalten. So kann man Zwischensequenzen ab sofort endlich abbrechen – eine kleine, aber wichtige Neuerung, die gerade beim "Aufleveln" des zweiten oder dritten Charakters positiv zum Tragen kommt, da man hier die bereits bekannten Storymissionen noch einmal absolvieren muss. Nicht minder angenehm: der vergrößerte Helden-Tresor, der neuerdings Platz für 72 Waffen und Rüstungen bietet (36 Slots verbleiben für sonstige Gegenstände). Außerdem kann man nun bis zu 16 Beutezüge gleichzeitig annehmen und diese von überall abschließen. Bislang war dazu der Umweg zum Turm – dem sozialen Treffpunkt von "Destiny", der Quest-Geber und Ausrüstungshändler beherbergt – nötig.

Weiterhin hält mit dem sogenannten "Infundieren" ein neues, flexibles Upgrade-System für Waffen und Rüstungsteile Einzug ins Spiel. Dieses ermöglicht "Destiny"-Jüngern, ein bestehendes Ausrüstungsteil mit den Angriffswerten eines anderen, besseren Gegenstandes zu veredeln, welches dafür jedoch zerlegt werden muss. Das kostet allerdings neben der Spielwährung Glimmer, Licht-Partikeln (bekommt man für viele Endgame-Aktivitäten) und Waffenteilen (erhält man durchs Zerlegen nicht benötigter Knarren) auch die neuen legendären Marken.

Und täglich grüßt der Grind

Diese erspielt man sich unter anderem in der täglichen heroischen Story-Mission sowie einem Daily-PvP-Match, in den heroischen Versionen der Strikes sowie in speziellen Endgame-Missionen. Aber Achtung, das Markensammeln und das Erhöhen des eigenen Licht-Levels kann durchaus in das berüchtigte "Grinding" – dem Wiederholen der ständig gleichen Ingame-Aktivitäten – ausarten. Obwohl "Destiny" mit "König der Besessenen" nun wesentlich abwechslungsreicheren und vielfältigeren Content bietet als bisher, darf man hier kein komplett neues Spiel erwarten. Noch immer macht die Suche nach immer besseren Items, die eben auch das wiederholte Absolvieren bestimmter Missionstypen oder Spielmodi beinhaltet, den Hauptreiz des Spiels aus. Wen das nicht packt, für den ist "Destiny" auch mit "König der Besessenen" das falsche Spiel.

Was uns gefällt

Bungie hat die Kritik der riesigen "Destiny"-Community ernst genommen und bessert seinen MMO-Shooter an allen Ecken und Enden aus. Eine gelungene Story-Kampagne mit filmischem Anstrich, deutlich mehr PvE- und PvP-Inhalte, Detailverbesserungen in Hülle und Fülle und reichlich Abwechslung machen diese Erweiterung zur bislang besten; sie wertet das Gesamterlebnis "Destiny" spürbar auf. Schön auch, dass man für die englische Sprachspur (Tipp: Konsole vor dem Spielstart im Systemmenü auf Englisch stellen) den US-Schauspieler und -Synchronsprecher Nolan North engagiert und sämtliche Sprachspuren der Gefährten-Drohne "Geist" neu aufgezeichnet hat. Zuvor war "Game of Thrones"-Star Peter Dinklage zu hören – der hatte seinen Job jedoch weitaus weniger enthusiastisch gemacht. Die Stärken des Ur-"Destiny", darunter das famose Gameplay, der starke SciFi-Soundtrack, das riesige und abwechslungsreiche Waffenarsenal und die ruckelfreie Prachtgrafik, bereiten nach wie vor viel Freude.

Was uns nicht gefällt

Noch immer zelebriert "Destiny" die typische Redundanz eines MMOs, daran ändert auch "König der Besessen" nichts. Wer also ausschließlich auf die Story Wert legt und keine Lust hat, sich dem Verbessern der Charakterausrüstung zu widmen, der wird hier lediglich in der guten, mit rund vier Stunden aber eben auch knappen Kampagne auf seine Kosten kommen – und muss dafür mit 40 Euro (nur Add-on) beziehungsweise ab 70 Euro (Hauptspiel plus alle Erweiterungen) tief in die Tasche greifen. Weiterhin nervt, dass Bungie immer noch kein Matchmaking für die Sechs-Spieler-Raids implementiert hat. Ohne Clan oder eine prall gefüllte Online-Freundesliste wird man auf diesen herausfordernden Spielinhalt und die beste Beute in "König der Besessenen" zwangsläufig verzichten müssen.

Ebenfalls noch auf der Wunschliste für die "Destiny"-Zukunft: Eine aufrufbare Übersichtskarte für die Planeten, Housing (wie wäre es mit betretbaren Spieler-Raumschiffen?), ein globaler Textchat sowie die Möglichkeit, Körpermerkmale, Gesichter und Frisuren der eigenen Spielfigur nachträglich anpassen zu können.

Fazit

Mit "König der Besessenen" packt Entwickler Bungie zahleiche neue Inhalte ins Spiel, die Fans des MMO-Shooters für lange Zeit bestens unterhalten. Darüber hinaus hat man sich den wichtigsten Baustellen angenommen, weshalb sich das Gesamt-Gameplay nun flüssiger, komfortabler und insgesamt runder anfühlt. Es hat über ein Jahr gedauert, doch endlich ist "Destiny" das Spiel, das sich viele von ihm schon zum Start erhofft hatten. Konnten Sie mit dem Zukunftsszenario und dem Shooter-Gameplay bisher nichts anfangen, dürfte Sie auch "König der Besessenen" nicht bekehren. Für interessierte Neueinsteiger und Rückkehrer gab es bisher allerdings keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, sich ins "Destiny"-Universum zu stürzen.

Infos zum Spiel

Titel: Destiny: König der Besessenen
Genre: MMO-Ego-Shooter
Publisher: Activision
Hersteller: Bungie
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro
System: PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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