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Fifa 16 im Test: Knappe Niederlage gegen PES 2016

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Test zu Fifa 16 | Fußball-Simulation | PC, PS4, Xbox One  

Dribbelkönige sind nicht zu bremsen

28.09.2015, 09:50 Uhr | Olaf Bleich (ams), Medienagentur plassma

Fifa 16 im Test: Knappe Niederlage gegen PES 2016. Fifa 16 Fußball-Simulation von EA Sports für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Electronic Arts)

Fifa 16 Fußball-Simulation von EA Sports für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Electronic Arts)

Schnittige Fernschüsse, clevere Verteidigung und eine nahezu perfekte Präsentation: EA Sports kontert mit "FIFA 16" und bietet dem wiedererstarkten "Pro Evolution Soccer 2016" die Stirn. Die Fußball-Simulation von EA Sports schafft den hektischen Action-Kick der Vorjahre ab und fordert mehr Übersicht und taktisches Vorgehen vom Spieler. Und erstmals sind auch Frauenmannschaften mit von der Partie. Aber reicht dieser neu gewonnene Anspruch auch für die Titelverteidigung?

Das Stadion bebt!

Die größte Stärke der "FIFA"-Reihe bleibt ihr fettes Lizenzpaket und die damit verbundene unschlagbare Authentizität. Das macht auch das diesjährige Update für Fußball-Liebhaber so attraktiv. Wenn der FC Schalke und Borussia Dortmund unter dem johlenden Applaus der Fans zum Ruhrpott-Derby in die Arena einmarschieren, dann ist das für Bundesliga-Fans ein echter Gänsehautmoment. EA Sports spielt die Lizenzkarte perfekt aus und baut mit Funktionen wie dem "Match of the Day" das aktuelle Geschehen in den Spielbetrieb ein. Dazu liefern regelmäßige, kostenfreie Updates aktualisierte Daten – zum Beispiel bei Transfers, Verletzungen oder auch Formschwächen einzelner Kicker.

In puncto Präsentation erfindet "FIFA 16" das Rad zwar nicht neu, wirkt aber deutlich stimmiger und moderner als das biedere "Pro Evolution Soccer". Die Spieldarstellung profitiert enorm von Charakter einer TV-Liveübertragung und den äußerst detailliert modellierten Spielern. Auch die Kommentare von Neu-Sprecher Wolff-Christoph Fuss und seinem Kollege Frank Buschmann sind insgesamt ordentlich. Zwar liegen sie nicht immer richtig mit ihren Analysen, dafür werden die Moderatoren aber ausgezeichnet in die Spielmodi eingebettet und gehen in der Karriere beispielsweise auf Spielerwechsel ein.

Mehr Strategie, mehr Probleme

Doch entscheidend ist auch beim virtuellen Fußball stets, was auf dem Platz passiert. "FIFA 16" spielt sich unterm Strich langsamer und taktischer als sein Vorgänger. Die Abwehrreihen stehen dichter, was wiederum das Durchbrechen mit normalen Pässen erschwert. Besonders die übermächtigen Lupfer in den Raum wurden dadurch spürbar entschärft. Einzig der neue, tödliche Pass mithilfe der rechten Schultertaste schafft Räume, in die flinke Flügelspieler wie Arjen Robben stoßen können. Allerdings ist diese Passfunktion riskanter und erfordert mehr Fingerspitzengefühl von Ihnen. Normale Pässe haben dagegen zu wenig Wucht, und die Spieler gehen ihnen obendrein nicht vernünftig entgegen. Fehlpässe sind gerade in den ersten Stunden an der Tagesordnung.

Obendrein erschwert "FIFA 16" die Ballannahme: Unsaubere oder zu stark gespielte Pässe verspringen den Stars immer wieder, was zu unnötigen Ballverlusten führen kann. Dadurch kommt besonders bei auf dem Papier schwächeren Teams wie dem 1. FC Köln oder dem SV Darmstadt 98 häufig Sand ins Getriebe. Doch selbst Fußball-Helden wie Ronaldo oder Messi rutscht das Leder immer wieder mal vom Fuß, was zu gelegentlichen Frustmomenten führen kann.

Ballkünstler sind im Vorteil

Daraus resultiert letztlich, dass die Dribblings wieder an Bedeutung hinzugewinnen. Flinke Spieler wie Bale oder Robben ziehen problemlos an ihren Gegenspielern vorbei, wodurch gerade das Schneiden in den Strafraum zu einfach wird. Gleichzeitig können findige Dribbler den Ball nun vom Fuß lösen und anschließend ihren Manndecker mit Körpertäuschungen aufs Glatteis führen.

Aus dem neuen Dribbel-Fokus ergibt sich ein Ungleichgewicht zwischen Defensive und Offensive. Grundsätzlich mangelt es den Zweikämpfen an der Physis, die "Pro Evolution Soccer 2016" auszeichnet. Die Tacklings geben dem Spieler zu wenig Feedback, was den Zweikämpfen die Spannung nimmt. Ebenfalls nervig: Der Schiedsrichter präsentiert sich arg pingelig und pfeift gerne kleine Rempeleien ab oder gibt häufig Elfmeter.

Der virtuelle Trainer

Damit der Einstieg in die neue Welt von "FIFA 16" nicht allzu schwerfällt, führt EA Sports den sogenannten FIFA-Trainer ein. Mit einem Klick auf den rechten Analog-Stick aktivieren Einsteiger und Fortgeschrittene diese Hilfefunktion. Ein kleiner Text schlägt Ihnen dann direkt im laufenden Spiel Aktionen vor. Das System lernt sogar mit und zeigt Ihnen immer fortgeschrittenere Manöver an. Auch wenn die Texte anfangs ein wenig vom Geschen auf dem Rasen ablenken, so führen sie einen doch in die Details der Steuerung ein und sind somit eine sehr gute Ergänzung.

Im Torrausch

"FIFA 16" zelebriert nur bedingt den schönen Fußball, den Cover-Star Lionel Messi auf der Spielverpackung vermuten lässt. Es dauert zweifellos seine Zeit, bis man sich an die neuen Funktionen und die veränderten Anforderungen gewöhnt hat. Wenn man dann aber zum Torerfolg kommt, ist das umso befriedigender. Zumal die Tore in "FIFA 16" eine wahre Augenweide sind. Das Leder ist eine Spur schwerer als noch in der Vorjahresversion "FIFA 15", flattert aber auch mehr. Dadurch bekommen Fernschüsse mehr Wucht und schlagen krachend im Netz ein. Leider leisten sich die Torhüter noch einige Schwächen, und auch Eigenheiten wie etwa der Offensivdrang von Bayern-Keeper Manuel Neuer wurden nicht berücksichtigt.

Spielmodi satt

Wie schon in den vergangenen Jahren fährt auch "FIFA 16" eine Fülle unterschiedlicher Spielvarianten auf – von erstellbaren Turnieren und Ligen bis hin zu Be-A-Pro und dem Karrieremodus. Hier binden die Entwickler erstmals die Skill-Games stimmig in den Trainer-Alltag ein. Zwischen den Spieltagen drillen Sie fünf Ihrer Balltreter entweder selbst oder lassen die Aufgaben vom Computer simulieren. Motivierend: Die Karriere bietet die gewohnt gute Spielbarkeit und gewinnt durch die Lizenzen an Atmosphäre. Schließlich führen Fans hier ihren Lieblingsclub an die Spitze des europäischen Fußballs.

Kostspieliger Draft-Modus

EA Sports’ Sammelkartenmodus Ultimate Team wartet dagegen mit einer neuen Gemeinheit auf, die Nutzern künftig die Euros aus der Tasche ziehen soll. Im Draft-Modus erhält man ein zufälliges Team von Star-Spielern und muss damit eine Match-Serie bestreiten. Je häufiger man hier gewinnt, desto besser sind die Kartenpacks, die man als Belohnung erhält. Einziger Haken: Nach dem ersten, kostenlosen Draft bittet EA Sports Sie zur Kasse. Jeder weitere Start schlägt mit 15.000 FIFA-Münzen oder 300 FIFA-Points (knapp drei Euro) zu Buche. So verhindert EA Sports zwar, dass sich Spieler starke Teams sofort erkaufen. Allerdings kratzt man auch weiterhin überdeutlich am Pay-to-Win-Prinzip. Denn wer bereit ist Geld auszugeben, wird es in Ultimate Team leichter haben.

Endlich Frauenfußball

Eine wichtige Neuerung: In "FIFA 16" kicken erstmals auch Frauen mit. Ihr Turniermodus ist versteckt, entpuppt sich aber als prima Alternative zu den Herren. Der Spielablauf wirkt bei den Damenmannschaften eine Spur langsamer, wodurch sich aber mehr Lücken und ein etwas unkomplizierterer Fußball mit mehr Betonung auf Kombinationsspiel ergibt. Die Damen fühlen sich zum Glück komplett anders an als die Herren der Schöpfung – und deshalb bleibt zu hoffen, dass EA Sports zukünftig weiterhin zweigleisig fährt.

Was uns gefällt

"FIFA 16" punktet mit seinem großen Lizenzpaket und der starken Präsentation. Und auf dem Polygon-Platz entwickelt sich die Serie spürbar weiter: Der neuste Ableger fordert mehr Übersicht und Verständnis und überzeugt mit spielerischen Möglichkeiten und einem langsameren Spielablauf. Speziell die Dribblings machen hier eine Menge Laune, und die verbesserte Ballphysik erlaubt wunderbare Fernschusstreffer. Sein solides Grundgerüst untermauert "FIFA 16" mit einer Reihe von gelungenen Spielmodi und den erstmals implementierten Damennationalmannschaften, die sich deutlich anders spielen als die Herren.

Was uns nicht gefällt

Leider rumpelt es beim neuen "FIFA" gelegentlich auf dem Platz. Speziell die Mitspieler-KI bleibt eine Baustelle: Die Sportler gehen normalen Pässen nicht vernünftig entgegen und bewegen sich häufig nicht genug. Zudem sind Dribblings und der neue, tödliche Pass übermächtig und dem Zweikampfsystem mangelt es an Feedback. Bei den Spielmodi stören weiterhin die Bezahloptionen von Ultimate Team. Speziell beim Draft übertreibt es Electronic Arts einfach mit der Preisschraube. Und: Wie wäre es nächstes Jahr mit einem Hallenfußball-Modus?

Fazit

Mit "FIFA 16" macht Entwickler EA Sports einen Schritt nach vorne, bleibt dieses Jahr aber knapp hinter Konamis spielstarkem "Pro Evolution Soccer 2016" zurück. Nichtsdestotrotz ist die Fußball-Simulation eine sichere Bank für alle Bundesliga-Fans und all jene, die über kleinere Gameplay-Schwächen zugunsten hoher Authentizität und Originallizenzen hinwegsehen können.

Infos zum Spiel

Titel: Fifa 16
Genre: Fußball-Simulation
Publisher: Electronic Arts
Hersteller: EA Sports
Release: Im Handel
Preis: zirka 70 Euro (Konsole), zirka 60 Euro (PC)
System: PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One, PC
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Sehr gut

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