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Test zu World of Warships: Schiffe versenken für Landratten

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Test zu World of Warships | Actionspiel | PC, PS4, Xbox One  

Schiffe versenken für Landratten

12.10.2015, 15:19 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu World of Warships: Schiffe versenken für Landratten. Actionspiel von Wargaming.net Actionspiel von Wargaming.net (Quelle: Wargaming net)

World of Warships (Quelle: Wargaming net)

"World of Tanks" ist ein weltweites Phänomen: Über 110 Millionen Accounts weltweit zählt Entwickler Wargaming.net auf seinen Servern. Die Free-to-Play-Panzerschlachtplatte ist für das Entwicklerstudio die Lizenz zum Gelddrucken. Der Nachfolger "World of Warplanes" floppte hingegen. Das bereits seit einigen Wochen spielbare "World of Warships" markiert für Wargaming nun einen Neuanfang, der mit Salutschüssen aus schweren Schlachtschiffen gefeiert wird. T-Online Spiele war beim Launch-Event im britischen Chatham dabei und hat das Spiel getestet. 

Willkommen an Bord, Matrose

Firmenchef Victor Kislyi gibt sich beim Launch-Event in England nüchtern: "Ich glaube, unsere Spieler kamen mit dem dreidimensionalen Gameplay von 'World of Warplanes' nicht klar. Vielleicht ist das normale menschliche Gehirn einfach nicht gemacht dafür. Bei 'World of Warships' machen wir uns da keine Sorgen." Tatsächlich erinnert "World of Warships" wieder mehr an das erfolgreiche Erstlingswerk "World of Tanks". Angesiedelt im Zweiten Weltkrieg, bekämpfen sich Online-Generäle auf riesigen Ozeanlandschaften mit gigantischen Schlachtschiffen. Die Steuerung erweist sich als einsteigerfreundlich und erinnert eher an einen extrem langsamen Ego-Shooter als an eine Simulation. 

Mit der Größe richtig umgehen 

Man kontrolliert das Tempo des eigenen Kahns und lenkt mit den üblichen Tastenbefehlen. Allerdings sollten Einsteiger stets den Wendekreis der Giganten einberechnen. Wer auf Land läuft, ist leichte Beute für alle anderen Kapitäne. Gleiches gilt für das Abfeuern der Kanonen: Hier helfen Zielmarkierungen dabei, die Distanz der sich bewegenden Schiffe zu berechnen. Wenn der Feind mehrere Kilometer von einem entfernt ist, braucht es Taktik und ein gutes Auge. Ansonsten landen Artillerieschläge im Meer und Torpedos verfehlen ihr Ziel. 

Alles abräumen 

In World of Warships treten es bis zu zwölf Schiffen starke Teams gegeneinander an. Ob man dabei um Flaggenpunkte oder ums nackte Überleben kämpft, ist eigentlich egal. Am Ende läuft es meist ohnehin darauf hinaus, welche Partei noch am meisten schwimmende Schiffe zur Verfügung hat. So ist World of Warships zwar vergleichsweise simpel, erweist sich aber auch als abwechslungsarm. Auf lange Sicht spielen sich die Schlachten nämlich stets sehr ähnlich. 

Treffer und versenkt?

Dennoch vergehen gerade die ersten Stunden wie im Flug. Schnell kämpft man sich durch die ersten Gefechte und lernt dabei die Eigenheiten der vier Schiffsklassen kennen. Zerstörer sind vergleichsweise schnell, aber auch empfindlich gegen Feindbeschuss. Kriegsschiffe sind das genaue Gegenstück und wirken wie lahme Zerstörungsmaschinen. Kreuzer rangieren irgendwo dazwischen. 

Die erst ab Stufe vier spielbaren Flugzeugträger sind eine Klasse für sich. Mit ihnen wird das eigentlich sehr actionlastige Spiel zum Echtzeitstrategie-Titel. Aus der Vogelperspektive setzt man dann seine Bomber und Jäger auf Ziele an und sollte sich zugleich selbst tunlichst aus direkten Konfrontationen heraushalten. 

Kein Schiff ist wie das andere 

Jedes Schiff besitzt seine Eigenheiten und spielt sich einen Tick anders. Besonders die Bewaffnung, die Positionierung und die mögliche Ausrichtung der Kanonen ist von entscheidender Wichtigkeit. Farbige Fadenkreuze zeigen an, wann die Geschütze auf die Position des Mauszeigers ausgerichtet sind. Experten kennen sowohl die Nachladezeit ihrer Wummen als auch deren Reichweite und Besonderheiten. 

Schade: Ein Tutorial zum Erlernen dieser Aspekte gibt es in World of Warships leider nicht. Sergey Filippov, Leiter der Qualitätssicherung, erklärt, warum das so ist: "Wir arbeiten an einem solchen System. Aber aktuell ist es so, dass Spieler sich zunächst gegen Computergegner austoben können, ehe sie die zweite Erfahrungsstufe erreicht haben." 

Eine Frage des Geldes

World of Warships ist ein Free-to-Play-Spiel und somit von Beginn an kostenlos. Hobby-Generäle können problemlos ohne den Einsatz von echtem Geld auskommen. Allerdings ist dafür eine Menge Ausdauer gefragt, da man sich durch die verschiedenen Entwicklungsstufen der Nationen arbeiten muss. Auch nützliche Upgrades wie etwa stärkere Kanonen oder leistungsfähigere Motoren kosten nämlich Entwicklungspunkte, die man sich mühsam erspielen muss. 

Wer echtes Geld einsetzt, kann seinen Account in eine Premium-Mitgliedschaft verwandeln und hat damit die Möglichkeit, mit einem bestimmten Schiff gesammelte Entwicklungspunkte in freie Entwicklungspunkte umzuwandeln. Das bringt zwar keine direkten Vorteile, erlaubt aber schnellere Fortschritte. 

Sergey Filippov bestätigt diesen Eindruck: "Wir wollen nicht, dass sich Spieler den Sieg erkaufen. Wer Zeit sparen will, kann mit dem Einsatz von Echtgeld den Fortschritt beschleunigen." Nichtsdestotrotz fühlt sich World of Warships auf Dauer ohne den Einsatz von Geld sehr zäh an und verliert dadurch schnell das Gefühl des Fortschritts, das gerade die ersten Stunden noch auszeichnet. 

Das bringt die Zukunft  

Mit dem nächsten Update lässt World of Warships bereits angekündigte deutsche und sowjetische Kreuzer vom Stapel laufen. In Zukunft folgen auch prestigeträchtige Schlachtschiffe wie die Bismarck oder die Hindenburg. Für die Entwickler bedeutete die Implementierung der deutschen Schiffe viel Recherchearbeit. In der Konsequenz mussten sogar historische Blaupausen der Kriegsgeräte gewälzt werden, um diese realistisch ins Spiel umzusetzen. 

Allerdings wird es auch in Zukunft keine U-Boote in World of Warships geben. Victor Kislyi dazu im Interview: "Vielleicht machen wir irgendwann einmal ein Spiel mit U-Booten. Für den Moment aber wollen wir klare Fronten. Willst du Panzer, spielst du 'World of Tanks'. Möchtest du fliegen, nimmst du 'World of Warplanes'. Und hast du Lust auf Seeschlachten, dann haben wir jetzt 'World of Warships'." 

Durch dieses Trio an Kriegsspielen mit ihren eigenen Ingame-Währungen kommt Wargaming mittlerweile aber in Probleme: Die Spieler fordern übergreifende Währungen für alle Spiele. Victor Kislyi kommentiert das diplomatisch: "Ich bin dafür, dass wir die verschiedenen Zahlungsmittel zusammenlegen. Allerdings ist das eine komplizierte Angelegenheit - als würden Banken Währungen miteinander fusionieren. Ich gebe hier keine klare Antwort. Aber gebt uns Zeit. Wir sind uns dieser Wünsche bewusst. Für den Moment wird sich aber nichts daran ändern." 

Was uns gefällt

Die Schlachten mit den historischen Schiffen sind eindeutig das Highlight von World of Warships. Die Steuerung erweist sich dabei als fordernd, aber über weite Strecken dennoch handlich. Die Inszenierung ist für ein Gratis-Spiel durchaus sehenswert. Mit der Zeit nimmt dann auch die Taktik eine immer größere Rolle ein und verwandelt die anfänglichen Duelle in ein spannendes Hochsee-Schachspiel. Die verschiedenen Möglichkeiten zum Aufrüsten des eigenen Arsenals motivieren trotz scheinbarer Monotonie im Spielablauf. 

Was uns nicht gefällt

Besonders im späteren Spielverlauf zeigt World of Warships dann doch seine Free-to-Play-Fratze. Bis man die hohen Stufen erreicht hat, ist viel Arbeit und ein noch längerer Atem nötig. Abwechslung ist dabei leider nicht die Stärke des Spiels. Trotz hübsch in Szene gesetzter Karten und verschiedener Schiffe spielt sich World of Warships auf Dauer sehr repetitiv. Das nagt an der Motivation und verlockt natürlich dazu, doch den Geldbeutel zu zücken. 

Fazit 

Nach dem verpatzten World of Warplanes findet Wargaming wieder in die Spur zurück: World of Warships bietet einem eine stimmungsvoll inszenierte Free-to-Play-Action, die den Spieler auch taktisch fordert. Allerdings fehlt es den Schiffsschlachten langfristig etwas an Abwechslung. 

Infos zum Spiel 

Titel: World of Warships
Genre: Actionspiel
Publisher: Wargaming.net 
Hersteller: Wargaming / Lesta Studios
Release-Termin: Im Handel
Preis: Free-to-Play  
System: PC (PS4 und Xbox One möglich)
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren 
Wertung: Gut

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