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Halo 5: Eine Legende geht in Rente

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Test zu Halo 5: Guardians | Ego-Shooter | Xbox One  

Legende in Rente

27.10.2015, 15:51 Uhr | Sönke Siemens (jr / tz), Richard Löwenstein

Halo 5: Eine Legende geht in Rente. Nach drei Jahren Wartezeit steht Halo 5 am Start und möchte die Herzen der Fans futuristischer Ego-Shooter erobern. (Quelle: Microsoft)

Dass Fans auch in Wochen und Monaten noch Halo 5 spielen werden, liegt vor allem am rasanten Mehrspieler-Modus. (Quelle: Microsoft)

Drei lange Jahre mussten Fans auf den ersten echten Halo-Ableger für Microsofts Xbox One warten. Jetzt steht "Halo 5: Guardians" endlich in den Startlöchern und soll die Herzen der Fans futuristischer Ego-Shooter erobern. Erneut stürzt sich darin die Menschheit in den verzweifelten Kampf gegen fiese Aliens. Doch hat ein Halo-Spiel, bei dem Serien-Ikone Masterchief den Großteil der Zeit auf der Ersatzbank sitzt, überhaupt seinen Titel verdient? 

Eine Legende auf dem Abstellgleis

Mit Halo 5 entschied sich Entwickler 343 Industries für eine komplett neue Erzählstruktur. Statt vorrangig in die Hightech-Rüstung des Supersoldaten Master Chief zu schlüpfen, erlebt man die Geschichte zu großen Teilen aus der Sicht eines komplett neuen Helden: Captain Jameson Locke. Fans der Reihe kennen ihn bereits aus dem Film „Halo: Nightfall“. Der tapfere Marine wurde mittlerweile zum Spartan befördert und ist nun Anführer einer 4-köpfigen Spezialeinheit namens Fireteam Osiris. Sein Auftrag in Halo 5 ist es, den abtrünnigen Master Chief zu finden und ihn zurück zum UNSC-Flottenkommando zu geleiten, wo er sich wegen Fahnenflucht und anderer Verbrechen verantworten muss.

Heißt konkret: Von insgesamt 15 Storymissionen erleben Sie zwölf aus der Sicht von Locke und seiner Truppe. In den übrigen drei Missionen spielen der Chief und sein Blue Team die erste Geige. Wer nun befürchtet, das typische Shooter-Feeling der Serie geht durch diesen neuen Helden-Fokus den Bach runter, kann beruhigt sein. Da Locke genau wie der Chief in einer mächtigen Spartan-Rüstung steckt und auch sonst an der bewährten Mixtur aus Zu-Fuß- und Fahrzeug-Action kaum etwas verändert wurde, fühlt sich das Gameplay fast genauso an, wie man es von einem Halo erwartet. 

Spiele-Videos 
Halo 5 Guardians: Swords of Sanghelios Trailer

Trailer zeigt über vier Minuten lang Szenen aus dem Spiel. Video

Immer schön die Schubdüsen ölen

Die Betonung liegt auf fast, denn kleinere Änderungen gibt es natürlich schon. Konnte man in Halo 4 noch zwischen Panzerungsfähigkeiten wählen, rücken diesmal die sogenannten Spartan-Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Beispielsweise können die Helden nun mühelos Felsvorsprünge erklimmen, was Überraschungsangriffe in zerklüftetem Terrain spürbar erleichtert.

Gute Dienste leisten darüber hinaus die rückseitig montierten Schubdüsen. Sehen Sie sich etwa mit anfliegenden Granaten konfrontiert, reicht ein kurzer Tipper auf die B-Taste, und der Protagonist weicht mithilfe des Thruster-Packs in die angegebene Richtung aus. Rennt die Spielfigur hingegen geradeaus auf einen Widersacher zu, während man die RB-Taste betätigt, ist eine wuchtige Rammattacke die Folge. Nicht minder praktisch: Beim Absprung von erhöhten Positionen lässt sich durch Gedrückthalten der RB-Taste eine tödliche Stampfattacke einleiten. 

Zu Befehl, Sir!

Egal, ob Sie die Kampagne nun allein oder im Koop-Modus mit Online-Freunden angehen - in Halo 5 sind Sie stets als Teil eines 4-Mann-Trupps unterwegs. Damit dieses Team-Gefühl auch im Zusammenspiel mit KI-Kameraden optimal rüberkommt, implementiert 343 Industries im Solo-Modus ein leicht zu handhabendes Befehlssystem. Sie wollen das MG-Feuer ihrer Kollegen auf einen hartnäckigen Gegner konzentrieren? Einfach auf dem Digital-Steuerkreuz nach oben drücken, schon rücken die Waffenbrüder dem Bösewicht im Fadenkreuz mit vereinten Kräften auf die Alien-Pelle. 

Die Aktionen selbst erfolgen situationsabhängig. Hat man also keinen Feind, sondern schlichtweg einen Punkt in der Umgebung anvisiert, sichern die Kollegen diesen Bereich. Schön: Das System funktioniert auch bei umher liegenden Waffen und leer stehenden Fahrzeugen ziemlich zuverlässig. Problematisch wird’s nur, wenn Zielorte hinter Schluchten oder Barrieren liegen. Dann kann es mitunter vorkommen, dass die KI-Kollegen den Befehl mit einem hochmotivierten "Sind auf dem Weg“ quittieren, jedoch bereits nach wenigen Metern kommentarlos zum Stehen kommen. 

Aufbruch zu neuen Welten

Als Ganzes betrachtet bleibt Halo 5 der Erfolgsformel der Serie treu. In schöner Regelmäßigkeit wechseln sich Zu-Fuß- und Fahrzeug-Passagen ab, während Sie nebenbei immer neue Szenarien kennenlernen. Anfangs noch auf dem verschneiten Blutsväter-Gestirn Kamchatka unterwegs, folgen schon bald die verwinkelte UNSC-Forschungsstation Argent Moon, der mysteriöse Bergbau-Mond Meridian sowie der von prächtigen Sandstein-Formationen und malerischen Ozeanen geprägte Himmelskörper Sanghelios. Nicht zu vergessen Genesis, ein von atemberaubender Fauna und Flora bevölkerter Blutsväter-Planet. 

Recycling-Maschine?

Viel Spektakuläres gibt im Verlauf der gut 8- bis 9-stündigen Kampagne also allemal zu sehen. Kritik muss sich 343 Industries trotzdem für die Tatsache gefallen lassen, dass man speziell im Hinblick auf neue Feindtypen kaum Risiken eingeht. Zugegeben, die in Halo 4 eingeführten Prometheaner schicken stärkere Springer-Einheiten sowie einen neuen Fußsoldat-Typ mit Teleport-Fähigkeiten. Und ja, auch die gut drei Stockwerke hohen KI-Krieger mit der Feuerpeitsche sind neu und eine echte Augenweide.Darüber hinaus trifft man allerdings ständig auf alte Bekannte.

Gleiches gilt für den Fuhrpark und die Waffenkammer. Bis auf das windschnittige Ein-Mann-Fluggefährt Phaeton und einige neue Schießeisen wie den HYDRA-Raketenwerfer setzt das Studio vor allem auf optisch angepasste Varianten etablierter Waffensysteme. 

Grünschnäbel verstehen nur Bahnhof

Schwächen leistet sich die Kampagne ferner im Hinblick auf die Verständlichkeit. Fans können die Zusammenhänge sofort einordnen. Neueinsteiger hingegen tun sich mitunter verdammt schwer und wünschen sich schon bald eine Art "Was bisher geschah"-Video. Trotzdem: Nicht zuletzt aufgrund des fetzigen Koop-Modus’, der je nach Schwierigkeitsgrad prima skalierenden Feind-KI und der vielen Wow-Momente bleibt einem die Kampagne letztlich in guter Erinnerung. 

Die wahren Säulen den Glücks

Doch seien wir ehrlich: Dass Fans auch in Wochen und Monaten noch Halo 5 spielen werden, liegt vor allem am rasanten Mehrspieler-Modus. Diesen unterteilen die Macher in zwei Säulen: Arena bezeichnet zackige 4-gegen-4-Duelle auf kompakten, sehr überschaubaren Karten. Gespielt wird alles, was Shooter-Enthusiasten Laune macht: "Deathmatch", "Capture the Flag", "Territorien erobern" und so weiter.

Neuer Modus 

Ganz neu ist die Spielvariante "Breakout" - streng genommen ein Counterstrike-inspiriertes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem jeder Spieler pro Runde nur über ein Bildschirmleben verfügt - Spannung pur.Wer sich hingegen an Bord von Warthog und anderen Vehikeln am wohlsten fühlt, dem dürfte die Variante "Kriegsgebiete" gefallen. Hier nämlich steigert sich die Spielerzahl auf 24 Teilnehmer, sprich zwölf pro Team. Die haben anschließend die Aufgabe, durch das Absolvieren verschiedener Herausforderungen insgesamt 1000 Punkte für ihre Mannschaft zu akkumulieren. Hauptsächlich geht es darum, riesige Basen zu erobern und Spieler des gegnerischen Teams auszuknipsen. Zwischendurch allerdings tauchen immer wieder auch KI-gesteuerte Gegner auf, was dem Ganzen zusätzliche Nervenkitzel einimpft. 

Was uns gefällt

Im Gegensatz zu den bisherigen Halo-Ablegern auf Xbox und Xbox 360 stemmt das neue Technikgerüst das Geschehen bei butterweichen 60 Bildern pro Sekunde. Der Vorteil liegt auf der Hand: Pixelgenaues Zielen wird zum Kinderspiel. Kompliment außerdem für die Tatsache, dass man alle zukünftigen Mehrspieler-Karten kostenfrei anbietet und der Forge-Karteneditor im Dezember gratis nachgereicht wird. Geheimes Highlight des Gesamtpakets bleibt gleichwohl der Soundtrack aus der Feder von Kazuma Jinnouchi. Einfach irre, was der Japaner hier für ein vielseitiges Potpourri an Musikstücken abliefert. 

Was uns nicht gefällt

Anders als alle vorherigen Teile der Reihe bietet Halo 5 keinen Mehrspieler-Modus am geteilten Bildschirm – weder in der Kampagne noch im Mehrspieler-Komplex. Wer also gehofft hatte, mit nur einer Spiel-Disk an nur einem Bildschirm ganz gemütlich „Halo 5“ mit einem Freund zu daddeln, schaut in die Röhre. Auch kaum zu verzeihen: Klassische Mehrspieler-Schlachten über das lokale Heimnetzwerk (LAN) sind nicht vorgesehen.

Fazit

Kaum ein Spiel zeigt deutlicher, was die Xbox One derzeit technisch zu leisten vermag. Dass dabei echte spielerische Innovation und liebgewonnene Funktionen - allen voran der Splitscreen-Modus - auf der Strecke bleiben, müssen Fans allerdings in Kauf nehmen. Wer mit solchen Unzulänglichkeiten leben kann, erlebt ein audiovisuelles Shooter-Feuerwerk, dessen Mehrspieler-Modus die Community noch über Monate hinweg begeistern wird. 

Infos zum Spiel:

Titel: Halo 5 Guardians
Genre: Ego-Shooter
Hersteller: 343 Industries
Publisher: Microsoft
Release-Termin: 27. Oktober 2015
Preis: zirka 65 (Standard) / zirka 100 Euro (Limited Edition) / zirka 250 Euro (Limited Collector’s Edition)
System: Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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