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Minecraft: Story Mode im Test: Kindliches Klötzchen-Abenteuer

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Test zu Minecraft: Story Mode | Adventure | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Kindliches Klötzchen-Abenteuer

03.11.2015, 15:30 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Minecraft: Story Mode im Test: Kindliches Klötzchen-Abenteuer. Telltale Games bereitet die Minecraft-Lizenz mit viel Liebe und frischen Spielelementen geschickt auf. (Quelle: Telltale Games)

Minecraft: Story Mode bietet humorvolle, unkomplizierte Unterhaltung für die junge Gefolgschaft des bunten Klötzchenspiels. (Quelle: Telltale Games)

Das kalifornische Studio Telltale Games hat sich mit großen Geschichten einen guten Namen bei Spielern gemacht: "The Walking Dead", "Game of Thrones" oder "Tales from the Borderlands" sind allesamt spannende, interaktive Abenteuer mit Entscheidungsfreiheiten. Nun wagt sich der Erfolgsentwickler an den Aufbauspiel-Hit "Minecraft" und versucht die bewährte Erzählstruktur mit den Eigenheiten der Kult-Klötzchen zu verbinden. "Minecraft: Story Mode" ist anders als alle bisherigen Telltale-Spiele - und genau das wird nicht jedem Fan gefallen. 

Alles auf einmal

Mit Minecraft: Story Mode lässt Telltale Games überraschenderweise sein altes Vermarktungsmodell hinter sich. So ist das Adventure zwar wie schon "The Walking Dead" oder "Tales from the Borderlands" weiterhin in fünf Episoden aufgeteilt, das komplette Spiel erschien aber diesmal bereits am 30. Oktober 2015 für PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One und PC und damit nur wenige Wochen nach der Pilotfolge. 

Das dürfte besonders Fans des Minecraft-Szenarios freuen, schließlich müssen sie jetzt nicht Monate auf neue Episoden warten, sondern können das Abenteuer bequem an einem langen Herbstwochenende durchspielen. Jeder Teil hat einen Umfang von etwa 90 bis 120 Spielminuten. 

Pixel-Loser und ihr Schweinchen

Bevor es mit dem Abenteuer losgeht, wählt man zunächst Geschlecht und Hautfarbe der Hauptfigur aus. Erstmals gönnt Telltale Games einem somit bereits vor dem Start des Spiels gewisse Freiheiten. Ob Hauptcharakter Jesse nun ein Junge oder ein Mädchen ist, macht zwar spielerisch keinen Unterschied, verändert aber die subjektive Wahrnehmung der Geschichte leicht. 

Die Story in aller Kürze: Jesse, das Hausschweinchen Reuben und seine (oder ihre) sympathische Bande von Verlierern haben nur ein Ziel - sie wollen den Bauwettbewerb "EnderCon" gewinnen. Doch alles kommt natürlich ganz anders. Schnell findet sich Jesse an der Seite der quirligen Petra wieder und muss die heraufbeschworenen Wither bekämpfen. 

Telltale Games präsentiert Minecraft: Story Mode weitaus kindlicher als frühere Werke und richtet sich in seinem Humor und in seinen Motiven an eine jüngere Zielgruppe. Das Geschehen erinnert eher an Abenteuerfilme wie "Die Goonies". Die Darstellung von Gewalt ist harmlos, selbst die Pixel-Zombies und Creepers verbreiten keinerlei Angst und Schrecken. Minecraft: Story Mode verkauft seine Spielwelt mit einem braven Augenzwinkern. Erwachsene vermissen dagegen die Ecken und Kanten, die die übrigen Telltale-Adventures so auszeichnen. 

Bewährte Telltale-Formel

Spielerisch beschränkt sich aber auch Minecraft: Story Mode auf die bisherigen Tugenden der Telltale-Historie. Niemand darf hier große Rätsel oder anspruchsvolle Kämpfe erwarten. In dem Abenteuer dreht sich letztlich alles nur um das Erleben einer Geschichte und um das Treffen von wichtigen Entscheidungen, die sich über den Spielverlauf auf die Handlung auswirken.

Wenn man einmal die Kontrolle über Jesse übernimmt, dann streunt man durch relativ kleine Areale und sucht schematisch alle markierten Punkte ab. Gefundene Gegenstände landen im Inventar, werden aber meist erst später an allzu offensichtlichen Stellen benötigt. Von Rätseln zu sprechen, wäre daher sicher auch übertrieben.

Wie in anderen Telltale-Spielen zeigt auch Minecraft: Story Mode mit Einblendungen an, welche Taten sich auf zukünftige Geschehnisse oder die Beziehung zu bestimmten Charakteren auswirken. 

Ein große Portion Minecraft

Seinen Charme bezieht das Spiel überraschenderweise aus der erstklassigen Umsetzung der Minecraft-Lizenz. Allein die klotzigen Figuren sehen einfach liebenswert aus und wurden erstklassig synchronisiert. Deutsche Texte gibt es allerdings nur in Form von Untertiteln, die Sprachausgabe ist - wie in allen Telltale-Spielen - ausschließlich auf Englisch verfügbar. 

Doch die Minecraft-Einflüsse hören längst nicht bei der Grafik auf, Telltale hat die typischen Elemente des kreativen Aufbauspiels integriert und entlockt Fans damit immer wieder ein Lächeln. Als sich Jesse zum Beispiel auf die EnderCon vorbereitet, fällt man mit schnellem Knopfdrücken Bäume, ein anderes Mal schwingt man in hakeligen Kampfsequenzen das Pixelschwert oder baut an einer Werkbank Gegenstände zusammen. 

Zudem tauchen später bekannte Gegnertypen wie Zombies oder Creeper im Spiel auf. All diese Elemente flechtet Telltale Games geschickt in den Zusammenhang ein, sodass ein hoher Wiedererkennungswert entsteht. Minecraft-Anhänger fühlen sich hier ernst genommen und gut abgeholt. 

Was uns gefällt

Telltale Games bereitet die Minecraft-Lizenz mit viel Liebe zum Detail neu auf. Man beschränkt sich dabei nicht allein auf die charakteristische Klötzchengrafik, sondern versucht auch Spielelemente wie das Abbauen von Ressourcen, das Craften von Gegenständen und Kämpfe zu übernehmen.

Die Geschichte rund um die sympathischen Außenseiter passt mit ihrem harmlosen Humor und netten Anspielungen perfekt zur Minecraft-Klientel. Doch davon abgesehen, greift auch die typische Telltale-Formel und macht mit dem Fokus auf die Charaktere und deren Entscheidungen durchaus Freude. 

Was uns nicht gefällt

Eingesessene Spieler von Telltale-Titeln wie The Walking Dead oder Game of Thrones werden die Schwere und Dramatik vermissen. Minecraft: Story Mode ist leichte und kindgerechte Unterhaltung mit vergleichsweise einfachen Motiven und Charakteren. Dieser Mangel an Tiefe wirkt sich auf die Motivation aus. Denn auf lange Sicht ist Minecraft: Story Mode erneut nur ein weiterer spielbarer Film, dessen Spannungsbogen allerdings nicht so straff gespannt ist wie in anderen Telltale-Spielen. 

Fazit 

Minecraft: Story Mode ist humorvolle, anspruchslose Unterhaltung für die junge Gefolgschaft des bunten Klötzchenspiels. Wer Blut, Mord und Tränen sucht, der bekommt in anderen Telltale-Abenteuern geeigneter Kost geboten. Minecraft-Fans fühlen sich dagegen in diesem Abenteuer-Universum pudelwohl. 

Infos zum Spiel 

Titel: Minecraft: Story Mode
Genre: Adventure
Publisher/  Hersteller: Telltale Games
Release-Termin: Im Handel 
Preis: zirka 25 Euro (Vollversion) / zirka 6 Euro (Einzelepisode)
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Gut 

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