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Test zu Anno 2025: Ein großer Schritt

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Test zu Anno 2205 | Aufbau-Strategiespiel | PC  

Ein großer Schritt für Anno

04.11.2015, 17:42 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Anno 2025: Ein großer Schritt. In der neuen Generation des Aufbau-Strategiespiels von Entwickler Blue Byte wird der Mond erobert. (Quelle: Blue Byte)

Anno 2205 verbindet Erdstützpunkte mit Mondkolonien und schafft damit das größte Wirtschaftssystem der gesamten Serie. (Quelle: Blue Byte)

Deutschlands beliebteste Aufbausimulation wird zum Science-Fiction-Spiel: In "Anno 2205" droht eine weltweite Energiekrise. Doch bevor überall die Lichter ausgehen, reist die Menschheit zum Mond und sucht dort nach seltenen Rohstoffen und neuen Energiequellen. Das ausschließlich für PC erhältliche Anno 2205 greift aber nicht nur im Spiel nach den Sternen - Entwickler Blue Byte wagt mit dem Aufbau-Strategiespiel einen mutigen Neuanfang seiner Traditionsreihe. 

Blick in die Zukunft

In der Zukunftsvision von Anno 2205 wetteifern Großkonzerne um die Vorherrschaft und liefern sich ein technologisches Wettrennen. Nachdem der Spieler seinen eignen Konzern mit Namen und Logo versehen hat, erwartet ihn auch schon die erste Überraschung: In Anno 2205 verschmelzen Kampagne und das in den Vorgängern so beliebte Endlosspiel. 

Will heißen: Statt vielfältiger Spielarten gibt es diesmal nur einen Modus mit verschiedenen Wahlmöglichkeiten. Zu Spielbeginn legt man daher den Startsektor fest. Faktoren wie etwa die Fläche oder die zur Verfügung stehenden Ressourcen bestimmen den grundlegenden Schwierigkeitsgrad. Nach diesem kurzen Kulturschock startet Anno 2205 aber wie seine Vorgänger: Der Spieler legt mit einem Kommandoschiff an der Küste einer saftig grünen Insel an und beginnt mit dem Aufbau einer Siedlung. 

Allerdings ist man in seinen Bauvorhaben nun nicht mehr an das erkundete Gebiet gebunden. Stattdessen können Sie - zumindest theoretisch - überall den Grundstein für die eigene Stadt legen. Die Gebäude müssen lediglich mit einer Straße mit dem Logistikzentrum verbunden sein. 

Der Stein des Anstoßes

Anno 2205 spielt sich zu Beginn sehr schnell und einfach: Man stampft Behausungen aus dem Boden, produziert mit Reisfarmen Biokost für die Bewohner und gewinnt Wasser aus Entsalzungsanlagen.

Hauptziel des Spiels ist wie üblich das Befriedigen aller Bedürfnisse der Bevölkerung. Dadurch entstehen logische Produktionsketten, die im Spielverlauf immer komplexer und kniffeliger zu entknoten sind. Die Arbeiter entsprechen der ersten Bevölkerungsstufe und fordern lediglich Nahrung und später Informationen. Sind diese Wünsche erfüllt, signalisiert ein farbiger Pfeil, dass das Gebäude im Rang aufsteigen kann. 

Aus Arbeitern werden dann Administratoren, anschließend Manager und zuletzt Investoren. Mit jeder neuen Stufe wachsen zudem die Bedürfnisse der Computermenschen. Investoren beispielsweise hätten gerne aufwendig produzierte Androiden und Intelliwear-Anzüge. Gleichzeitig zahlen glückliche Bewohner brav ihre Steuergelder.

Anno 2205 tritt nach einem gemütlichen Start eine Lawine aus Problemen und Lösungen los. Das Schöne daran ist, dass die rasante Entwicklung enorm motiviert und eine fesselnde spielerische Herausforderung bietet. 

Übersichtlich und intuitiv

Blue Bytes aktuelle Aufbausimulation ist größer und vielschichtiger als die Vorgängertitel. Löblicherweise hilft das Entwicklerteam aus Mainz Anfängern mit vielen Hilfestellungen auf die Sprünge. Der eigene Fortschritt wird mit einer einfachen Geschichte dokumentiert und vorangetrieben; Gebäude müssen nicht mehr abgerissen, sondern können nun bequem vorschoben werden. 

Übersichtliche Statistiken zeigen Ihnen an, welche Ressourcen gerade gebraucht werden. Mangelt es tatsächlich einmal an bestimmten Waren, meldet sich die Beraterin zu Wort und warnt. Geht Ihnen das Geld aus, drosselt die Dame sogar die Produktion und reduziert damit den Schaden. Anno 2205 spielt sich herrlich intuitiv, da die Zusammenhänge logisch und in sich schlüssig erklärt werden. 

Praktisch: Die Startinsel ist nur der Anfang. Das notwendige Kapitel vorausgesetzt beanspruchen Sie mit Hilfe des Kommandoschiffs auch andere Inseln der riesigen Sektoren. Innerhalb der Gebiete landen Waren und Ressourcen im Zentrallager. Man muss also nicht auf jeder neuen Insel Infrastruktur aufbauen oder umständlich Handelsrouten legen. 

Aufbruch in die Arktis

Der Fortschritt fordert jedoch immer seltenere Rohstoffe, und diese findet man zunächst in der Arktis. Auf der Übersichtskarte wechselt man dazu mit einem Mausklick den Sektor und springt nach einer kurzen Ladepause von den gemäßigten Zonen an den Polarkreis. In diesen frostigen Gefilden spielt die Kälte eine entscheidende Rolle. Der Aufbau von Unterkünften ist nur in der Nähe von Fabriken möglich - diese Gebäude strahlen Wärme ab und schützen somit die Bewohner. 

Durch diesen einfachen Twist schafft Anno 2205 eine gänzlich andere Dynamik im Basisbau. Plötzlich fühlt man sich eingeschränkt und muss überlegen, wie man die Gebäude möglichst flächendeckend platziert. Darüber hinaus gilt es natürlich auch im ewigen Eis, die Bedürfnisse seine Schützlinge nicht aus den Augen zu verlieren. Denn nur so fördert man ausreichend Rohstoffe für bei den Städtern beliebte Neuroimplantate. 

Diese liefern Sie mit der einfachen Handelsoption in andere Sektoren. Der Austausch von Waren funktioniert mit wenigen Mausklicks: Man legt fest, welcher Rohstoff verschifft werden soll, anschließend bestimmt man Ausgangsort und Ziel. Die Kosten werden automatisch ins Budget einkalkuliert, die Anzahl der produzierten und benötigten Waren sind in der Übersichtskarte klar markiert. Das System ist nicht gerade komplex, aber dafür sehr einfach und praktikabel. 

Todeskommando im Anno-Universum

Wie bereits erwähnt, kombiniert Anno 2205 Endlosspiel und Kampagne. Die in der eher müden Erzählung angerissenen Konflikte manifestieren sich in den sogenannten Kampfsektoren. Hier wird Anno 2205 plötzlich zum Action-Strategiespiel. In den Missionen kontrolliert man seine Flotte aus der Vogelperspektive, versenkt andere Schiffe und sammelt mit den Trümmern Treibstoff und gelegentlich sogar Rohstoffe ein. 

Die Schiffe bauen Hobby-Generäle nicht in einer Werft, man schaltet sie stattdessen über Stufenaufstiege frei. Nur Upgrades bezahlt man mit wertvollen Credits. Die Schlachtsektoren spielen sich ordentlich und sind gut ausbalanciert. Allerdings passen sie nicht wirklich in das Anno-Universum und stellen mit ihren Sonderwaffen und Explosionen einen Bruch gegenüber dem Rest des Spiels dar. 

Gleiches gilt für die Nebenmissionen innerhalb der friedlichen Sektoren. Hier erhält der Spieler von den Unternehmern der "Big Five" Extra-Aufgaben zum Nebenverdienst. Leider nerven diese Aufträge, da einen die Computerbosse ständig zu Botengängen und anderen 08/15-Jobs zitieren.

Man muss die Aufgaben jedoch gelegentlich bewältigen, da man für ihre Erledigung Wertstoffe wie Iridium und Graphen erhält. Diese wiederum benötigen Sie für den nützlichen Ausbau von Fabrikgebäuden. Statt immer wieder neue Hauptgebäude zu platzieren, erweitern Sie bestehende Anlagen und steigern so die Produktivität oder reduzieren den Stromverbrauch. 

Schwächen im Endspiel

Mit dem Ausbau des eigenen Raumhafens erschließt man später auch den Mond. Um hier siedeln zu können, platzieren Baumeister Schutzschildgeneratoren, die die Kolonie vor Meteoriten schützen. Ähnlich wie in der Arktis müssen Sie auf dem Mond Ihre Bauweise an die Umgebung anpassen. Mit der langsamen Eroberung der Krater gewinnt man Zugang zu Rohstoffen wie Seltenen Erden. Das Ziel liegt im Aufbau eines Fusionsreaktors, der den Energiehaushalt revolutioniert. 

So viel Spaß die Partie mit der Erkundung von Arktis und Mond macht, so verliert das Spiel nach unzähligen Stunden leicht an Tempo. Nach dem Bau des Hauptquartiers bleibt nur noch das Vergrößern des eigenen Einflussgebiets über zusätzliche Sektoren. Das hat zwar weiterhin seinen Reiz, ist aber auf Dauer wenig motivierend.

Daran ändert auch die Geschichte wenig. Der Plot plätschert über die weit über 40 Stunden pro Partie lustlos dahin, findet keine Höhepunkte und besitzt keinerlei nennenswerte Charaktere. Letztlich lebt Anno 2205 von seiner gigantischen Spielwelt und dem motivierenden Aufbauspiel. 

Was uns gefällt

Blue Byte geht ein hohes Risiko ein und führt Endlosspiel und Kampagne zusammen. Anno 2205 bietet einen vollkommen anderen Spielansatz als seine Vorgänger, rechtfertigt dies aber mit dem bislang größten Universum der Seriengeschichte. Das Managen gleich mehrerer Sektoren - inklusive frischem Mond- und Arktis-Gameplay - steigert sich in Sachen Komplexität nur langsam, fordert aber dennoch viel strategisches Geschick. 

Glücklicherweise fällt die Benutzerführung äußerst einfach und intuitiv aus. Selbst weiterführende Funktionen wie die Handelsrouten wurden nahezu selbsterklärend aufgebaut. Dazu ist Anno 2205 ein technisch ebenso stimmiges wie eindrucksvolles Aufbaustrategiespiel. 

Was uns nicht gefällt

Gerade Anno-Profis dürften einige der neuen Ansätze übel aufstoßen. Speziell den ersten Spielstunden mangelt es an Komplexität, das ändert sich erst, wenn sich die globale Karte öffnet. Die Geschichte überzeugt ebenfalls nicht und bleibt viel zu vage.

Die Nebenaufgaben fühlen sich eher an wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und spielen sich zu monoton. Gleiches gilt für die optionalen Seeschlachten, die zwar handwerklich gut gemacht sind, aber insgesamt nicht wirklich in das Gesamtkonzept passen. 

Fazit 

Anno 2205 beginnt seicht, wächst dann aber zu einem Aufbaukoloss heran. Das gewohnte Spielprinzip zieht "Annoholiker" auch in diesem futuristischen Ableger in seinen Bann, da Arktis und Mond sinnvoll in die Produktionsabläufe eingebunden wurden. Einzig die sinnfreien Seeschlachten hätte sich Blue Byte getrost sparen können, und auch die schwache Story enttäuscht. Wer Lust am virtuellen Bauen und Siedeln hat, wird jedoch auch mit diesem Anno für lange Zeit auf hohem Niveau unterhalten. 

Infos zum Spiel 

Titel: Anno 2205
Genre: Aufbaustrategie
Publisher: Ubisoft
Hersteller: Blue Byte Mainz
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 50 Euro / Collectpr's Edition zirla 80 Euro
System: PC
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren 
Wertung: Sehr gut 

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