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Need for Speed im Test: Adrenalinkick zeigt 2015 Mängel

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Test zu Need for Speed | Rennspiel | PC, PS4, Xbox One  

Adrenalinkick mit Mängeln

05.11.2015, 17:47 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Need for Speed im Test: Adrenalinkick zeigt 2015 Mängel. Need for Speed Rennspiel für PC, PS4 und Xbox One von Ghost Games (Quelle: Electronic Arts)

Need for Speed Rennspiel für PC, PS4 und Xbox One von Ghost Games (Quelle: Electronic Arts)

2014 hat die "Need for Speed" (NfS)-Reihe pausiert. Jetzt steht ein komplett runderneuertes Need for Speed am Start, exklusiv gemacht für PS4, Xbox One und PC. Grundsätzlich bringt der Reboot der Rennspiel-Reihe von Electronic Arts alles mit, was richtig knallt: Jede Menge Traumautos, fetziges Tempo, aufregende Tuning-Atmoshäre und eine glitzernde Präsentation. Auftritte von Ken Block und anderen Szenestars runden den guten ersten Eindruck ab. Aber was bitte soll dieses Gummiband-Gameplay? 

Lang, lang ist's her

Wir müssen im Gedächtnis weit zurück blättern, um auf die Wurzeln der NfS-Reihe zu stoßen. Teil eins erschien 1994. Need for Speed ist damit die älteste bestehende Rennspielserie auf PC und Videospielsystemen. Als Höhepunkt gilt vielen "Need for Speed: Underground" aus dem Jahr 2003. Die Mischung aus schnellem Arcaderacing, illegalen Straßenrennen und benzinschwangerer Tuningatmosphäre traf seinerzeit den Nerv der Fast & Furious-Generation.

Auf einige fette Jahre mit Serienergänzungen folgte eine lange Durststrecke mit eher durchwachsenen Ablegern. Also verordnete Electronic Arts seiner Erfolgsreihe ausgerechnet im Jubiläums-Jahr 2014 eine Zwangspause. Man wollte Need for Speed lieber später, dafür aber wieder mit voller Kraft zurück an den Start bringen. 

Real gedrehte Videoszenen

Das ist auf gewisse Weise gelungen. Das Need for Speed des Jahrgangs 2015 macht sehr vieles sehr richtig, kombiniert die besten Elemente der Reihe in harmonischer Art und Weise. Offene Welt, aufregende Straßenrennen, jede Menge Tuning und das Aroma der illegalen Rennszene - all das wird getragen durch eine Rahmenhandlung, die den Spieler mit Funkverkehr und kinoreifen Filmszenen in eine schöne Stimmung versetzt.

Klar trieft die Handlung vor Klischees: Nachwuchsfahrer muss sich in der Szene beweisen, plaudert in Tanzclubs mit schönen Menschen und gewinnt Rennen in glitzernden Autos - ja, das kennt man. Aber die Rollen sind stark besetzt und die Dialoge unterhaltsam inszeniert. Außerdem gehen technische Umsetzung, Kameraführung und Verknüpfung  mit dem Gameplay selten eine so gelungene Symbiose wie in diesem Fall. Kompliment insbesondere an die Übersetzungs-Abteilung. So und nicht anders muss man Sprache und Bildtexte ins Deutsche dolmetschen. 

Die offene Welt entfaltet sich 

Letzten Endes geht´s bei diesem Need for Speed aber natürlich nicht ums Zugucken, sondern um das Gameplay. Eine fiktive Metropole namens Ventura Bay dient als Arena für eine wilde Ansammlung von Wettrennen und Driftwettbewerben. Siege bringen Geld ein, dabei steigern Drifts sowie riskante Fahrmanöver die Reputation. Die Dollars öffnen den Zugriff auf eine großartige Sammlung lizenzierter Traumautos sowie eine ganz außerordentliche Sammlung von visuellen und technischen Tuningteilen. Reputation wiederum schaltet Missionen frei. 

Straßenrennen bei Nacht

Die Aufgaben verteilen sich auf Stadtzentrum, Hafen, Gebirge und einige Inseln. Das addiert sich zu ausreichend visueller Abwechslung, selbst wenn die Lichtstimmung nur zwischen Dämmerung und Nacht pendelt. Man kann frei herumfahren und die Gegend besichtigen oder markierte Punkte ansteuern, an denen Rennen starten.

Eine gut funktionierende Minikarte, die übersichtliche Gesamtkarte, das praktikable Navigationssystem sowie nahezu nichtvorhandene Ladepausen halten den Spielfluss in Gang und das Tempo hoch. Nicht zu vergessen die angenehme Schnellreisefunktion, die einen auf Wunsch binnen eines Wimpernschlags zum Autohändler, zur Werkstatt oder zu beliebigen Missionen transportiert. 

Schwieriger Einstieg

Unerfahrene Racer werden dennoch am Spieleinstieg zu knabbern haben. Denn per Sprechfunk werfen wechselnde Gastgeber eine Mission nach der anderen in den Topf. Das kann schnell unübersichtlich werden. Denn welches Rennen Schlüsselfunktion hat oder nur als Bonus zur Mehrung des Geldvermögens dient, wird unzureichend erklärt.

Es kommt auch vor, dass man Rennen haushoch verliert und trotzdem in kurzen Schlusssequenzen mit Kommentaren wie "Geschafft!" gefeiert wird. Wahre Sieger bekommen exakt dieselbe Zeremonie zu sehen, sie erhalten nur höhere Preisgelder gutgeschrieben. Der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ist also nicht klar genug herausgearbeitet. An dieser Stelle würde dem Gameplay etwas mehr Struktur gut tun. 

Fehlende Streckenführung

Auch in den Rennen läuft nicht alles rund, trotz funktionierender Steuerung, detailreichen Bildern und flüssiger 60-Frames-Bildwiederholrate. Ein Ärgernis ist die zu unauffällige Markierung von Wegstrecken und Checkpunkten innerhalb der offenen Welt. Die paar auf den Asphalt gemalten Pfeile verschwinden allzu häufig hinter Kuppen oder zwischen Lichtreflexionen. Dann ist für einen Augenblick die Route unklar, und man nimmt entweder Tempo raus oder fährt auf gut Glück.

Das stört in den ersten Spielstunden weniger. Aber später, wenn man seinen VW Golf oder Subaru BRZ mit Nitrobooster, Turbokit, Flügelwerk und Motorblocktuning auf über 350 PS getrieben hat und das Tempo ernsthaft anzieht - da würde man sich gerne voll und ganz auf die Streckenführung verlassen können. Klar kennt man die vielen Straßen irgendwann. Eine mulmiges Restgefühl bleibt trotzdem. 

Gummiband-Gameplay

Insofern muss man für den ausgeprägten Gummibandeffekt fast schon dankbar sein, denn er drückt den Schwierigkeitsgrad deutlich. Bei Verfolgungsrennen fällt besonders auf, dass der gejagte Computergegner oft absichtlich Gas rausnimmt und auf den Spieler wartet. Andererseits rast er bei allzu großem eigenen Rückstand per Mega-Turboschub in den Windschatten des Spielers, was ebenfalls unnatürlich wirkt. Diese künstlichen Maßnahmen halten zwar die Spannung hoch, entwerten bei derart offensichtlicher Implementierung aber das fahrerische Können des Spielers.

Ein Game wie "Need for Speed", das sich mit authentischen Fahrzeugen, ernstzunehmendem Tuning und simulationsähnlicher Steuerung doch recht realitätsnah gibt: Das sollte auch in punkto KI und Zweikampfverhalten näher an der Wirklichkeit operieren, als das hier der Fall ist. 

Was uns gefällt

Das aktuelle Need for Speed versammelt 50 schöne Nachbildungen straßenzugelassener Autos aus Europa, Asien und USA. Das Spektrum reicht vom Volvo 242 aus dem Jahr 1974 über den Ferrari F40 bis zum Ford Focus RS3, der erst 2016 in den Handel kommt.

Alle Autos lassen sich umfassend modifizieren. Das Tuning umfasst keineswegs nur Farben, Felgen und Flügel: Man kann diverse Turbolader ausprobieren, Nockenwellen schärfen und vieles mehr. Das Ergebnis ist nicht nur deutlich spür-, sondern vor allem auch hörbar!. 

Was uns nicht gefällt

Schade, dass man die sehr schöne Grafik und den schnellen Bild-aufbau mit 60 Frames pro Sekunde nicht aus dem Cockpit heraus bewundern darf - es gibt nämlich keine entsprechende Kameraperspektive. Das wirkt wie ein Stilbruch angesichts der Tatsache, dass die erzählerischen Szenen wiederum aus einer interessanten Ich-Perspektive gedreht sind. W

as auch fehlt, ist das beliebte Splitscreen-Racing. Stattdessen gibt´s nur kurze Online-Rennen für maximal acht Teilnehmer. Wirklich ärgerlich: Das Game setzt das Vorhandensein einer stabilen Internet-Verbindung voraus, auch im Singleplayermodus. Bei gekappter Verbindung wird die Partie sofort beendet. 

Fazit

Man darf Electronic Arts und Entwickler Ghost Games gratulieren: Dass das neue Need for Speed zu alten Werten zurückkehren würde, war diesmal nicht nur ein Marketingspruch, sondern entspricht den Tatsachen. NFS 2015 übernimmt viele Attribute aus "Underground" und kombiniert sie mit sensationellem Spielfluss, ansprechender Atmosphäre, packendem Rennen und hochmoderner Optik. Gummiband-Effekt und andere im Text angesprochene Mängel schmälern den Spielspaß nicht entscheidend - die positiven Eindrücke überwiegen.  

Infos zum Spiel 

Titel: Need for Speed
Genre: Arcade-Rennspiel
Publisher: Electronic Arts
Hersteller: Ghost Games
Release: 5. November 2015
Preis: zirka 65 Euro (Konsole) / zirka 55 Euro (PC) 
System: PS4, Xbox One, PC 
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren 
Wertung: Gut 

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