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Pokémon Go: Geo-Schnitzeljagd für Kreaturenbändiger

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First Look auf Pokémon Go | Augmented Reality-Spiel | iOS, Android  

Geo-Schnitzeljagd für Kreaturenbändiger

09.11.2015, 15:47 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Pokémon Go: Geo-Schnitzeljagd für Kreaturenbändiger. Pokémon Go hat ein riesiges Potenzial - allerdings bleibt das Gameplay noch weitgehend im Dunkeln. (Quelle: The Pokémon Company)

Um in "Pokémon Go" Fortschritte zu erzielen, muss man in jedem Fall raus an die frische Luft. (Quelle: The Pokémon Company)

"Pokémon"-Spiele erschienen in den letzten 19 Jahren stets für ein Handheld-System oder eine TV-gebundene Konsole von Nintendo. Um neue Zielgruppen zu erschließen, dürfte jedoch spätestens 2016 - pünktlich zum zwanzigsten Jubiläum der Marke Pokémon – eine Trendwende bevorstehen. Dann nämlich soll mit "Pokémon Go" das erste Augmented-Reality-Spiel rund um die knuffigen Sammelwesen für iOS- und Android-Plattformen erscheinen. 

Pokémon-Jagd an der frischen Luft

Die als 35-minütiger Livestream ausgestrahlte Präsentation von "Pokémon Go" beginnt, wie so viele Pressekonferenzen der Branche, mit einem imposanten Werbefilm. Das Realfilmvideo zeigt Menschen verschiedener Altersgruppen auf der Jagd nach fantastisch animierten 3D-Pokémon. Unterwegs sind sie allerdings nicht in einem Videospiel, sondern in ihrer realen Welt. 

Ein japanischer Student zum Beispiel schleicht durch einige enge Gassen in Minato, einen der insgesamt 23 Stadtbezirke von Tokio. Um ein wildes Pokémon zu lokalisieren, lugt er immer wieder auf den Bildschirm seines Smartphones. In einer unscheinbaren Seitenstraße kommt es schließlich zum Showdown mit einem Pikachu, welches gerade aus einem dicht bewachsenen Blumenbeet hervorkriecht. Wieder schaut der engagierte Pokémon-Jäger auf sein Mobiltelefon, wählt einen seiner 15 noch verbleibenden Pokébälle aus, macht eine Wurfbewegung mit der rechten Hand - und zack schnappt die Falle zu. Das Pikachu gehört ihm und kann nun für ihn Kämpfe gegen andere Pokémon austragen. 

Auge in Auge mit dem Glurak

Weitere Teile des Videos gewähren Einblicke in die Jagdbemühungen eines Familienvaters und seiner Tochter. Zusammen erkunden sie La Banne d’Ordanche, einen vulkanischen Berggipfel in der zentralfranzösischen Bergregion Auvergne. Dabei lotst sie die Pokémon-Go-App in Richtung eines Feuer-Pokémon der Levelstufe 36. Anmutig sitzt das Glurak in einer Erdkuhle und beobachtet seine Umgebung. Um weiterhin unbemerkt zu bleiben, kauern sich die beiden zunächst hinter einen Felsbrocken und warten ab. Doch schon bald selektiert der Vater einen Pokéball über das Display seines Telefons und schleudert ihn gezielt in Richtung der drachenähnlichen Kreatur. Kurz darauf klatscht er mit seiner Tochter in die Hände, um den spektakulären Fang zu feiern. 

Ingress mit Knuddelmonstern?

Keine Frage, der Trailer zu Pokémon Go sieht ziemlich spektakulär aus. Worauf das Projekt tatsächlich hinausläuft, wird jedoch erst klar, als Tsunekazu Ishihara - Präsident von The Pokémon Company - seinen ersten Gastredner auf die Bühne bittet: John Hanke, Gründer von Niantic Inc. Das 2010 gegründete Startup mit Sitz in San Francisco verdiente sich in letzten Jahren seine Sporen mit dem Augmented-Reality-Spiel "Ingress" und war bis August 2015 eine Tochtergesellschaft von Google. Mittlerweile aber agieren die Kalifornier auf eigene Faust - mit tatkräftiger finanzieller Unterstützung von Nintendo und The Pokémon Company, die Mitte Oktober bekannt gaben, knapp 20 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investieren zu wollen. 

"Ingress hat Millionen Menschen auf der ganzen Welt zusammengeführt. Bei einem Spaziergang durch den Park oder auf dem Weg zur Arbeit können sie Teil eines epischen Sci-Fi-Kampfes um das Schicksal der Menschheit werden", so Hanke. Mit Pokémon Go scheint man nun ähnliches ins Auge zu fassen. Hanke weiter: "Pokémon Go wird es Spielern erlauben, Pokémon zu fangen, die sich überall auf der Welt in Parks, Einkaufszentren, Gassen und in ländlichen Regionen aufhalten. Stellen Sie sich vor, wie Sie auf ein Shiggy stoßen, das sich an der Waterfront von San Francisco versteckt, oder wie Sie unterm Eifelturm ein Pikachu finden." 

Warum so geheimnisvoll?

Das Problem der gesamten Präsentation: Weder Hanke noch andere illustre Gäste wie Junichi Masuda vom Pokémon-Entwicklerstudio Game Freak und Gamedesign-Legende Shigeru Miyamoto von Nintendo erklären konkret, wie Pokémon Go denn nun eigentlich funktioniert. Wirft man allerdings einen ausführlichen Blick auf das mittlerweile knapp zwölf Millionen Mal heruntergeladene Mobilgame Ingress, fügen sich die inhaltlichen Fragmente der Ankündigung konkreter zusammen. 

Der Clou an Ingress: Die Spielwelt wird auf Basis tatsächlicher Google-Maps-Kartendaten erstellt. Will man also einen Ort in der Spielwelt erreichen, kommt man nicht drum herum, sich auch tatsächlich dorthin zu bewegen.

Genau dieses Prinzip soll nun auch für das als Free-to-Play-Titel konzipierte Pokémon Go gelten. Wie es der Trailer schon andeutet, wird das eigene Smartphone somit zum Kreaturen-Scanner, der auf einem realen Stadtplan anzeigt, wo sich ein Pokémon befindet. Wer das Wesen einfangen will, muss also raus an die frische Luft und sich zur Zielposition des Scanners bewegen. Dort angekommen, folgt dann der noch nicht konkreter skizzierte Fang-Prozess. 

Kreative Zusatzhardware

Wenn Pokémon Go 2016 erscheint, werden Fans zeitnah ein eigenes dafür entwickeltes Zubehör erwerben können. Das Gadget hört auf den Namen "Pokémon Go Plus", sieht aus wie ein Pokéball in Tropfenform, wird an Hemd oder Handgelenk befestigt und beginnt immer dann zu vibrieren und zu leuchten, wenn sich ein Pokémon in der Nähe befindet. 

Ishihara erklärt die Idee dahinter: "Heutzutage gucken viele Menschen ständig auf ihr Telefon und nehmen ihre Umgebung kaum mehr wahr. Aus diesem Grund haben wir zusammen mit Nintendo ein Gerät entwickelt, das es jedem ermöglicht, mit dem Spiel zu interagieren, ohne dabei konstant auf einen Bildschirm zu starren. Drückt man den Knopf in der Mitte können bestimmte Aktionen ausgeführt werden - etwa das Werfen eines Pokéballs."

Laut Ishihara hat man die Funktionalität der Hardware allerdings auf ein Minimum reduziert, um die Dinge simpel und verständlich zu halten. Zusatzbildschirme und Sprachausgabe sind nicht vorgesehen. 

Was uns gefällt

Während der Präsentation wurde insbesondere der soziale Aspekt von Pokémon Go immer wieder betont. Demnach kann man Pokémon tauschen, gegeneinander antreten lassen und sogar gemeinsam in sogenannten Raids Jagd auf besonders seltene Pokémon machen - etwa ein Level 70 Mewtu.

Da all dies vorrangig im Freien stattfindet, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man immer wieder nette Leute kennenlernt und sich daraus auch neue Freundschaften bilden. Bei Ingress jedenfalls klappt das schon ganz hervorragend. 

Was uns nicht gefällt

Im Hinblick auf die Präsentation schürt der Ankündigungs-Trailer eine technische Erwartungshaltung, die das fertige Spiel wohl kaum befriedigen können wird. Tipp: Schauen Sie sich mal die letzten Sekunden des Trailers an (tatsächliches Gameplay) und vergleichen sie diese dann mit dem Rest des Clips. Hinzu kommt das Problem der In-App-Käufe - etwas, das den klassischen Nintendo-Kunden wahrscheinlich eher abschreckt als anlockt. Wie hoch werden diese ausfallen? Muss man sogar schon so simple Dinge wie Pokébälle mit barer Münze bezahlen? 

Fazit

Pokémon Go hat ein riesiges Potenzial. Blöd nur, dass die Beteiligten sich noch so zaghaft zum eigentlichen Gameplay äußern. Was bleibt, sind Fragen über Fragen: Wird das finale Spiel die Tiefe bieten, die Fans von einem Pokémon-Titel gewohnt sind? Welche Pokémon wird man eigentlich fangen können? Wie will man sicherstellen, dass das Spiel vor allem Kinder und ältere Menschen nicht in "Gefahrenzonen" lotst - zum Beispiel in besondere befahrene Stadtgebiete oder Baustellen? Wird dieser Titel auch Personen ansprechen, die in abgelegenen Regionen leben und statistisch gesehen nicht tagtäglich mit hunderten anderen Spielern interagieren können? Und ganz wichtig: Wie fair ist das Free-to-Play-Modell am Endes des Tages wirklich? Mit etwas Glück sorgt die noch für diesen Winter geplante Closed-Beta-Phase in all diesen Punkten für Aufklärung. 

Infos zum Spiel 

Titel: Pokémon Go
Genre: Augmented-Reality-Spiel
Publisher: The Pokémon Company
Hersteller: Niantic Inc., Gamefreak, Nintendo
Release-Termin: Frühjahr 2016
Preis: Free-to-Play mit In-App-Käufen
System: Android, iOS
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Gut 

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