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Fallout 4: Die Lust auf den Untergang

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Test zu Fallout 4 | Endzeit-Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Die Lust auf den Untergang

10.11.2015, 14:53 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Fallout 4: Die Lust auf den Untergang. Fallout 4 Action-Rollenspiel von Bethesda für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Bethesda)

Fallout 4 Action-Rollenspiel von Bethesda für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: Bethesda)

Mehr als sieben Jahre haben Fans der Serie auf den neuen Hauptteil der Endzeit-Rollenspiel-Reihe "Fallout" gewartet. Jetzt führt uns Fallout 4 auf PC, PS4 und Xbox One erneut an die Ostküste der atomar verseuchten Vereinigten Staaten. Zum ersten Mal beginnt das Abenteuer aber nicht Jahre nach dem große Knall, sondern wenige Stunden vorher.  

Erst Idyll, dann Alarm 

Im Jahre 2077 ist die Welt in Boston noch in Ordnung: Kinder spielen auf den Straßen, emsige Roboter kümmern sich um Haus und Garten. Der Spieler beginnt seinen Tag vor dem Badezimmer-Spiegel, denn hier wird das Alter Ego erstellt: Mann, Frau, Haut- und Haarfarbe, Körper- und Gesichtsform, alles lässt sich nach eigenem Gusto verändern. Doch kaum hat man einige Charaktereigenschaften vergeben, heult auch schon der Atomalarm los, und der Spieler flüchtet samt Ehepartner und Baby in den nächsten Bunker.

In Tiefschlafkammern sollen die Überlebenden auf bessere Zeit warten. Aber in einer kurzen Wachphase erlebt der Spieler, wie der Ehepartner ermordet und das Kind entführt wird. Kein guter Start in den Tag, der 200 Jahre nach dem Fall der Bomben beginnt - zumal der Spieler der einzige Überlebende des Bunkers namens Vault 111 ist. Es ist an der Zeit, einen Blick nach draußen zu werfen. 

Willkommen im Ödland

Karge Hügel, verstrahlte Gewässer und verdorrte Bäume: Das Ödland macht seinem Namen alle Ehre. Auch die einstige Behausung ist nur noch eine Ruine, birgt aber eine Überraschung: Unser Haushaltsroboter hat die letzten 200 Jahre gewartet.

Er ist der erste einer ganzen Reihe an Begleitern, die dem Spieler auf Wunsch mit ihren einzigartigen Fähigkeiten zur Seite stehen. Der Roboter besticht durch seine Kampfkraft, der Hund namens Dogmeat wiederum erschnüffelt versteckte Vorräte und wittert Feinde auf große Entfernung. Sehr praktisch, denn das Ödland wird von zahlreichen Gegnern bevölkert: Raiders, Mutanten, überdimensionale Krebswesen oder die teuflisch gefährlichen Todeskrallen sind nur einige der Gefahren. Ohne Waffen und ausreichend Munition sinken die Überlebenschancen schnell ins Bodenlose. 

Frieden schaffen mit Waffen

Zum Glück findet der Spieler bald eine alte Powerrüstung, die nach und nach verbessert werden darf. Mit schnelleren Arm- und Beinsegmenten oder einer besseren Panzerung wird der Robo-Anzug zum schlagenden Argument im Kampf. Doch da er nur mit einer der seltenen Fusionsbatterien läuft, will der Einsatz gut überlegt sein.

Auch bei den Waffen gibt es Neuerungen, denn die lassen sich nun an der nächsten Werkbank individuell zusammenbasteln. Anderer Lauf, größeres Magazin, neuer Verschluss oder ein besseres Visier? Jedes Teil wirkt sich im Gefecht auf Treffsicherheit, Schussfrequenz, Ladezeiten und Schaden aus.

Gespielt und gekämpft wird übrigens wahlweise in der Ego- oder der Schulterperskeptive, und wer sich an den Gegner anschleicht, wird mit einem Angriffsbonus belohnt. Die Steuerung klappt dabei tadellos, lediglich die Tatsache, dass die Nahkampf-Attacken und der Wurf von Sprengkörpern die gleiche Tasten belegen, ist unpraktisch. Aber Waffen sind sowieso nur die halbe Miete, denn ohne die entsprechende Fähigkeiten hilft die stärkste Knarre nichts. 

Ich bin so "S.P.E.C.I.A.L."

Die Abkürzung S.P.E.C.I.A.L steht für die sieben Attribute, die der Spieler nach jedem Stufenaufstieg verbessern kann. Wer gerne offensiv kämpft, wird Stärke und Beweglichkeit ausbauen, wer lieber mit dem Kopf arbeitet, sollte Intelligenz und Charisma steigern. Jede Stufe eröffnet dann neue Möglichkeiten. So findet man etwa mit einem Plus an Glück mehr Geld und Rohstoffe in den Kisten, während ein gesteigerter IQ Hacker-Angriffe auf Computerterminals erleichtert oder neue Rezepturen für die Drogenherstellung liefert.

Wie man sich entscheidet, hängt nur vom eigenen Spielstil ab. Das gilt auch für die zahlreichen Quests und Nebenaufgaben, die der Held zu bewältigen hat, denn oftmals gibt es mehr als eine Lösung für die Aufgaben. 

Wo bitte geht's zum Feind?  

Quests finden sich praktisch an jeder Straßenecke. Oftmals wird der Spieler einfach angesprochen, und die Ödländer bürden dem Helden ihre Probleme auf: Dort ein Erinnerungstück von Räubern zurückholen, hier eine Horde Supermutanten ausrotten und so weiter.

Auch Notsignale, die über den Pip-Boy 3000 empfangen werden, bergen neue Aufgaben. Die Ziele werden direkt auf der Karte angezeigt, aber auf dem Weg dorthin läuft man in der Regel gleich in weitere Quests. Nett sind wieder die kleinen Storys, die man beim Hacken alter Computer erfährt. Mit den Terminals lassen sich Safe- und Sicherheitstüren öffnen. Nebenher enthüllen die Textfiles, dass der altgedienten Sekretärin gekundigt wurde um an ihrem Schreibtisch endlich einen monströsen Kaffeeautomaten zu installieren - der nie richtig funktioniert. Typischer Fallout-Humor. 

Projekt Wiederaufbau 

Sobald der Spieler bestimmte Gebiete "feindfrei" gemacht hat, darf er dort mit dem Wiederaufbau beginnen. Generatoren sorgen für Licht und Energie, Wasserpumpen und Gemüsebeete für die Ernährung, automatische Kanone und Laser-Zäume für die nötige Sicherheit. Das lockt bald neue Ödländer in die Siedlung, die dort später sogar Handelsposten einrichten.

Doch für Bau und Instandhaltung braucht es Material wie Stahl, Glas oder Kupfer. Zum Glück lässt sich fast alles, was früher nur banaler Schrott war, hier wiederverwerten. Die Steuerung ist anfangs gewöhnungbedürftig und das wühlen in den Untermenüs verlangt Geduld, aber der Aufbau macht viel so viel Spaß, dass man darüber hinaus fast die Suche nach dem eigenen Kind vergisst. Naja, hier noch fix eine Wasserpumpe installiert, und wir kümmern uns darum - ehrlich! 

Was uns gefällt

Die Mixtur aus Kampf und der ständigen Neugier, was sich hinter dem nächsten Hügel verbirgt, treibt den Spieler immer weiter an. Die Quests sind abwechslungsreich und komplett eingedeutscht. Die Möglichkeit, das Ödland wieder aufzubauen, ist reizvoll und eine tolle Abwechslung. Dazu bietet Fallout 4 den serientypischen Humor. So kommen Fans der Serie genauso auf ihre Kosten wie Einsteiger. 

Was uns nicht gefällt

Die Gespräche mit den Ödländern laufen stets gleich ab: Zwei Personen stehen sich nahezu emotionslos gegenüber und plaudern - leider nicht immer lippensynchron. Auch die Animationen sind nicht mehr zeitgemäß. Bleibt der Charakter zum Beispiel abrupt stehen, wirkt er wie erstarrt und angenagelt. Da kommt das Alter der verwendeten Entwicklungsengine schon zum Tragen.

Auch die Grafik mit ihrer enormen Weitsicht zeigt einige seltsame Effekte: Dürres Gras oder Zweige verwischen bei schnellen Drehungen zu einem flimmernden Einerlei, das gehörig nervt. Hier ist noch reichlich Potential für Verbesserungen. Das es auch besser geht, beweisen Konkurrenzspiele wie "The Witcher". 

Fazit 

Auch der vierte Teil der Fallout-Serie ist ein Rollenspiel durch und durch. Es gibt viel zu erforschen. Der Wiederaufbau des Ödlandes fügt ein komplett neues Spielelement ein. Die enorme Größe der Welt sorgt locker für mehrere Tage Spielzeit, die mit zahlreichen Kämpfen und Entscheidungen gefüllt sind. Zwar dämpfen einige technischen Mängel den Spielspaß, aber unterm Strich lohnt sich der Preis für ein Ticket nach Boston. 

Infos zum Spiel 

Titel: Fallout 4
Genre: Rollenspiel
Publisher: Bethesda Softworks
Hersteller: Bethesda Game Studios
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 55 Euro (PC) / zirka 60 Euro (Konsolen) 
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren 
Wertung: Sehr gut 

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