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Rise of The Tomb Raider: Die Wiederauferstehung der Lara Croft

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Test zu Rise of the Tomb Raider | Action-Adventure | PC, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Die Wiederauferstehung der Lara Croft

13.11.2015, 15:00 Uhr | Plass-Fleßenkämper / Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Rise of The Tomb Raider: Die Wiederauferstehung der Lara Croft. Artwork zu Rise of the Tomb Raider (Quelle: Square Enix)

Artwork zu Rise of the Tomb Raider (Quelle: Square Enix)

"Rise of the Tomb Raider" - die Fortsetzung des gelungenen "Tomb Raider"-Reboots aus dem Jahr 2013 - ist sicherlich der spektakulärste Coup in der von Microsoft als "das größte Spiele-Lineup der Geschichte" angepriesenen laufenden Programmoffensive. Schließlich hat man sich die zeitliche Exklusivität des Action-Adventure gesichert. Will heißen: Lara Crofts neues Abenteuer bleibt auf der Spielkonsole ein Jahr lang Xbox-Spielern vorbehalten. Sogar die Windows-angetriebenen PC-Gamer müssen sich bis Frühjahr 2016 gedulden. Eine harte Prüfung, denn Entwickler Crystal Dynamic präsentiert in Rise of the Tomb Raider eine Lara Croft in Topform. 

Der ewige Kampf Gut gegen Böse

In Rise of the Tomb Raider verschlägt es die junge Archäologin nach Sibirien. Sie möchte dort die Forschungen ihres verstorbenen Vaters beenden und die sagenumwobene Stadt Kitesch finden. Dort soll sich auch die göttliche Quelle befinden, die dem Besitzer ewiges Leben verspricht. Doch die Macht des Artefakts bleibt nicht lange ein Geheimnis: Die ominöse Trinity-Sekte will die Quelle ebenfalls in ihren Besitz bringen und damit die Weltherrschaft an sich reißen. 

Das US-Studio Crystal Dynamics erzählt in Rise of the Tomb Raider seine Version vom ewigen Kampf Gut gegen Böse. Der Konflikt zwischen Lara Croft und Trinity ist spannend inszeniert und führt die Heldin in abgelegene Bergregionen, tiefe Katakomben und schmutzige Sowjet-Gefängnisse. Viele Überraschungen birgt der Plot zwar nicht, er unterhält aber über die gesamte Spielzeit von zwölf bis 15 Stunden wunderbar. Lara Croft und ihre Entwicklung zu der Action-Ikone stehen dabei im Vordergrund. Anfangs will sie nur den Taten ihres Vaters nacheifern, doch mit der Zeit entwickelt sie ihren eigenen Kopf und verwandelt sich in eine starke, dominante Hauptdarstellerin. 

Das tut weh 

Allerdings muss Lara - ähnlich wie im 2013 veröffentlichten Vorgänger - auch in Rise of the Tomb Raider schwer einstecken. Bereits in den ersten Minuten rutscht sie bei einer Klettertour im eisigen Gebirge von Sibirien ab und kracht schmerzhaft gegen eine Felswand. Im späteren Spielverlauf wird sie verprügelt, von Hubschraubern attackiert oder stürzt Abgründe herunter. Immer wieder zeigen Nahaufnahmen die Leiden der jungen Frau.

Lara wird diesmal nicht mehr von der Schauspielerin Nora Tschirner, sondern von Maria Koschny - die deutsche Stimme von "Die Tribute von Panem"-Star Jennifer Lawrence - synchronisiert. Eine gute Wahl, Koschnys Organ passt deutlich besser zu der kernigen Heldin. 

Archäologin auf Erkundungstour

War der Tomb-Raider-Reboot vor zwei Jahren noch ein reinrassiges Actionspiel, nimmt der aktuelle Titel deutlich mehr Anleihen bei den frühen Teilen der Serie sowie bei modernen Open-World-Games wie "Assassin's Creed: Syndicate". Das Erkunden der Spielwelt spielt beim Fortschritt innerhalb der Geschichte eine wichtige Rolle. Nur, wer auf die Suche nach Kisten, Höhlen und Gräbern geht, findet ausreichend Ressourcen, um sich für die kommenden Schlachten gegen Trinitys Schergen zu wappnen.

Ein alternativer Sichtmodus - Überlebensinstinkt genannt - markiert dabei Feinde, Objekte und Zielorte übersichtlich in der Umgebung. Alternativ kann man auch einen Blick auf die integrierte Karte werfen. 

Lara lernt 

Als Spieler sammelt man für alle Taten im Spiel Erfahrungspunkte ein. Mit diesen steigt Lara im Rang auf und baut ihre Fähigkeiten aus. Die erkämpften Fähigkeitenpunkte verwendet man zum Einkauf neuer Talente in den Bereichen Kämpfer, Jäger und Überlebender. Gefundene Materialien wiederum benötigt man zum Verbessern der verfügbaren Waffensysteme oder zum Bauen von Munition.

Leider ist es nicht möglich, von Gegnern verlorene Gewehre und Pistolen aufzuheben. Stattdessen muss man sie in der Story freischalten oder Baupläne für sie finden. Das System wirkt leider arg aufgesetzt und sorgt speziell zu Beginn für Stirnrunzeln.

Nichtsdestotrotz ist es gerade der stete Ausbau der eigenen Spielfigur und ihrer Fähigkeiten, der in Rise of the Tomb Raider extrem motiviert. Anfangs noch versperrte oder unerreichbare Areale sind erst mit speziellem Equipment wie beispielsweise den Sprengpfeilen oder der Hakenaxt begehbar. Unrealistisch, aber ebenfalls motivierend: Lara lernt durch das Untersuchen von Wandtafeln verschiedene Sprachen wie Altgriechisch oder Mongolisch und deckt damit weitere Informationen über die göttliche Quelle auf.

Besser als Reinhold Messner

Rise of the Tomb Raider findet eine bessere Balance zwischen halsbrecherischer Action und spannenden Umgebungsrätseln als der Vorgänger. Wenn Lara eine im Eis eingefrorene Galeere nach Relikten untersucht oder den Weg zu einem hochgelegenen Altar erforscht, dann ist das ebenso packend wie die knackigen Kämpfe mit den Trinity-Widersachern.

Lara greift während ihres Abenteuers auf ein breites Arsenal unterschiedlicher Klettermanöver zurück: Mit ihren Bergsteigeräxten hangelt sie sich an speziell markierten Wänden empor, mit ihrer Hakenaxt schwingt sie sich an Ankerpunkten entlang und im Freeclimbing-Stil kraxelt sie an unauffällig markierten Vorsprüngen entlang.

Schön: Die Navigation innerhalb der Spielwelt funktioniert nahezu reibungslos. Das liegt in erster Linie auch daran, dass die Macher keinerlei Realitätsanspruch stellen. Heißt im Klartext: Lara kann enorm hoch springen und verfügt über erstaunliche Kletterfertigkeiten.

Kein weiblicher Rambo

Im Kampf setzt sich diesmal der kühle Kopf gegen einen qualmenden Gewehrlauf durch. Lara hat nämlich das Schleichen gelernt: Sie versteckt sich gern in Büschen und Bäumen und attackiert aus dem Verborgenen. Ganz so versiert wie ihre Assassinen-Kollegen ist die Croft aber nicht - Doppel-Kills oder andere übertriebene Manöver hat sie nicht im Repertoire.

Auch das Deckungssystem ist vergleichsweise simpel: Lara versteckt sich automatisch hinter Ecken oder Kisten, von dort aus feuert sie mit Pistolen, Sturmgewehren oder ihrem Bogen. Alle Waffen verfügen über verschiedene Munitionstypen. Als besonders praktisch erweist sich der Giftpfeil, mit dem man lautlos zwei oder drei Feinde schlafen legt oder notfalls auch mal einen wilden Bären betäubt, der sich Lara in den Weg stellt.

Bei schwer gepanzerten Widersachern oder Soldaten mit Schilden sind dagegen flinkes Ausweichen und gezielte Schüsse erforderlich. Hier muss man häufig erst den Panzer knacken, um den darin steckenden Gegner aus dem Verkehr zu ziehen.

Rise of the Tomb Raider setzt nur an Schlüsselpunkten auf offene Konflikte, dadurch wirken die Auseinandersetzungen umso wuchtiger. Die Steuerung ist glücklicherweise äußerst griffig und direkt: Die Kontrollen erweisen sich als überaus handlich, obwohl das Spiel viele Optionen im Kampf anbietet. Praktischerweise kann Lara Munition oder Erste-Hilfe-Packs direkt auf dem Schlachtfeld zusammenbasteln.

Ein Abenteuer zum Mitfiebern

Den Entwicklern gelingt es meisterlich, Spannungs- und Motivationskurve in Einklang zu bringen. Die Intensität der Kämpfe steigert sich stetig im Verlauf der Geschichte, und jedes neu entdeckte Grab entfacht mit seinen Geheimnissen den Entdeckergeist des Spielers.

Die grandiose Technik trägt viel zum intensiven Spielerlebnis bei, denn Crystal Dynamics inszeniert das Spektakel hervorragend. Egal, ob Effekte, Animationen oder Abwechslungsreichtum der verschiedenen Gebiete - Rise of the Tomb Raider gehört zu den attraktivsten Spielen des Jahres und ist auf der Xbox One ein neuer Grafik-Referenztitel.

Die dramatischen Höhepunkte des Spiels stellen zweifellos die fulminant inszenierten Fluchtsequenzen dar. Gleich mehrmals wird Lara von Trinity gejagt, während um sie herum Wachtürme und Felswände einstürzen. Solche Momente müssen sich nicht vor Popcorn-Kino à la Roland Emmerich verstecken. 

Nach der Story ist vor der Expedition 

Wer sich nach der Kampagne noch nicht an Kitesch satt gesehen hat, der darf die Gebiete weiter nach Schätzen absuchen. Deutlich spannender sind da allerdings die sogenannten Expeditionen: Mithilfe von Spielkarten kann man bestimmte Areale unter veränderten Voraussetzungen oder neuen Aufgaben noch einmal bewältigen. Die dafür notwendigen Karten kaufen Sie entweder mit im Spiel gefundenen Credits oder mit der integrierten (und eigentlich unnötigen) Bezahloption. 

Was uns gefällt

Rise of the Tomb Raider hat alles, was ein adäquates Videospiel-Abenteuer braucht: Fiese Schurken, eine starke Heldin und eine großartige Inszenierung. Im Vergleich zum Vorgänger spielt sich der aktuelle Ableger ausgewogener, Kämpfe, Charakterentwicklung und das Erkunden der Spielwelt gehen fließend ineinander über.

Obwohl Sie das Spiel immer wieder vorsichtig zum Weiterspielen der Story animiert, gönnt es Ihnen doch reichlich Freiheiten. Entdecker werden hier mit besserer Ausrüstung, zusätzlichen Fertigkeiten und befriedigenden Klettertouren belohnt. Für eine Einzelspieler-Erfahrung ist Rise of the Tomb Raider angenehm umfangreich, bleibt allerdings überschaubar und bietet mit den Expeditionskarten auch einen kompetitiven Spielmodus für die Zeit nach der Kampagne. 

Was uns nicht gefällt

Die Schwächen liegen im Detail. Die Kameraführung ist speziell in den Kämpfen zu hektisch. Dazu wirkt das Erfahrungssystem sehr aufgesetzt. Vor allem, dass man Waffen nicht aufheben, sondern sie entweder finden oder selbst bauen muss, erscheint in einer auf Realismus getrimmten Spielumgebung ebenso unwahrscheinlich wie Laras Fähigkeiten, komplizierte Sprachen im Schnellverfahren zu erlernen.

Ähnlich störend wirken sich die gelegentlichen Intelligenz-Aussetzer der Feinde aus, die nicht ausreichend auf ihre Umgebung achten und Lara oftmals zu spät erkennen. 

Fazit

Rise of the Tomb Raider ist die Wiederauferstehung der Lara Croft: Schon der direkte Vorgänger war klasse, doch Laras Crofts jüngste Action-Eskapaden machen noch eine ganze Ecke mehr Spaß. Gerade der Erkundungsaspekt, der die alten Tomb-Raider-Spiele geprägt hat, kommt dieses Mal besser zum Tragen. Zusammen mit der starken Präsentation und der cineastischen Inszenierung ist Rise of the Tomb Raider das Xbox-One-Exklusivspiel dieses Winters - noch vor "Halo 5: Guardians".

Infos zum Spiel

Titel: Rise of the Tomb Raider
Genre: Action-Adventure
Publisher: Square Enix
Hersteller: Crystal Dynamics
Release: 13. November 2015 (Xbox-Versionen) / Anfang 2016 (PC) / Ende 2016 (PS4)
Preis: zirka 70 Euro
System: PC, PS4, Xbox 360, Xbox One 
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren 
Wertung: Sehr gut

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