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Abhörsichere Kommunikation: Wurde die PS4 als Werkzeug für die Terrorplanung missbraucht?

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Abhörsichere Kommunikation: Wurde die PS4 als Werkzeug für Terrorplanung missbraucht?

17.11.2015, 11:24 Uhr | jr / tz / ta

Abhörsichere Kommunikation: Wurde die PS4 als Werkzeug für die Terrorplanung missbraucht?. PS4-Konsole mit Dualshock 4-Controller und der als Zubehör erhältlichen Kamera (Quelle: Sony)

PS4-Konsole mit Dualshock 4-Controller und der als Zubehör erhältlichen Kamera (Quelle: Sony)

Der belgische Innenminister Jan Jambon hat drei Tage vor dem Anschlag in Paris in einem Interview mit "Politico" die Vermutung geäußert, dass Sonys PS4-Spielkonsole von Terrornetzwerken wie dem IS als Kommunikationsmittel missbraucht wird, um unerkannt und abhörsicher miteinander in Kontakt zu treten. In Medien wie Stern, Bild oder dem  IT-Magazin Chip dient das zur Zeit als Basis für wilde Spekulationen. Beweise für diese These gibt es zur Zeit allerdings nicht. 

Sichere Kommunikation auf der PS4 ist möglich

"Die am schwierigsten zu überwachende Kommunikation zwischen Terroristen sind Gespräche mittels einer Playstation 4", erklärte Jambon. "Es ist sehr, sehr kompliziert für uns - nicht nur für belgische Behörden, sondern weltweit - die Verschlüsselung einer Playstation 4 zu knacken." 

Tatsächlich können die mehr als 30 Millionen PS4-Nutzer weltweit über das Playstation-Netzwerk (PSN), für das zur Zeit rund 65 Millionen User registriert sind, Nachrichten verschicken, miteinander chatten oder auch in bestimmten Spielen direkt miteinander kommunizieren.

Diese Features sind gewollt - alle Konsolen sind nach dem Willen der Hersteller schließlich nicht nur zum Zocken da, sondern dienen auch als Zusatzeinkünfte generierende Mutlimedia-Zentrale im Wohnzimmer. Und die Funktionen tauchen so ähnlich auch bei der Konkurrenz Xbox One von Microsoft und dessen Xbox Live-Onlinedienst oder dem Steam-Dienst von Valve auf, der bei PC-Nutzern besonders beliebt ist. 

Ob die Nutzung dieser Kanäle tatsächlich praktikabler ist als die Verschlüsselung via PGP, dem TOR-Netwerk oder VPN, darf bezweifelt werden. Von Seiten der Sicherheitsbehörden gab es diesbezüglich bis dato keine fundierten Belege. 

Wilde Spekulationen über Missbrauchsmöglichkeiten

Vor allem die Kommunikation in laufenden Spielen zu überwachen, schreibt das Magazin "Forbes", sei so gut wie unmöglich. In der Fantasie der Forbes-Autoren könnten Terroristen Angriffsziele mit Hilfe von Münzen im Nintendo-Leveleditor "Super Mario Maker" buchstabieren oder Botschaften im Shooter "Call of Duty" auf die Wand schießen, die nach einiger Zeit wieder verschwinden, und sich so austauschen, ohne auch nur ein Wort zu schreiben oder miteinander sprechen zu müssen. 

Fahndung im Online-Rollenspiel

Ausgeschlossen werden kann ein Missbrauch der Kommunikationskanäle in Spielen nicht, auch wenn sie angesichts von Matchmaking-Problemen, Lags und Ausfallzeiten wegen Wartungarbeiten etcetera wenig wahrscheinlch sind. Immerhin - schon der Whistleblower Edward Snowden hatte darauf hingewiesen, dass CIA und NSA in Online-Rollenspielen wie World of Warcraft tätig sind, um Terroristen auf die Spur zu kommen. 

Sony reagiert auf Vorwürfe 

Der japanische Hersteller der PS4 hat zu dem Thema inzwischen Stellung bezogen. "Die PS4 erlaubt die Kommunikation zwischen Freunden und Mitspielern und - wie alle modernen Online-Geräte - hat auch sie das Potential, für andere Zwecke missbraucht zu werden. Wir nehmen die Verantwortung sehr ernst, unsere User zu beschützen, und wir ermutigen jeden dazu, auffälliges, illegales oder anstößiges Verhalten sofort zu melden. Wenn wir so ein Verhalten feststellen oder dementsprechend darauf hingewiesen werden, unternehmen wir alle nötigen und erforderlichen Schritte in Absprache mit den zuständigen Behörden und werden dies auch weiterhin so handhaben."

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