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Mario Tennis Ultra Smash: Matchball glatt versiebt

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Test zu Mario Tennis Ultra Smash | Arcade-Sportspiel | Wii U  

Matchball glatt versiebt

20.11.2015, 14:46 Uhr | Sönke Siemens (jr), Richard Löwenstein

Mario Tennis Ultra Smash: Matchball glatt versiebt. Mit Mario Tennis: Ultra Smash zeigt Nintendo einmal mehr, wie sich das Wii U-Gamepad clever einsetzen lässt. (Quelle: Nintendo)

Handwerklich macht "Ultra Smash" vieles verdammt richtig - inhaltlich fliegt der Ball aber ins aus. (Quelle: Nintendo)

Wir hatten bei "Mario Tennis: Ultra Smash" auf ein großartiges Funsport-Erlebnis auf der Wii U gehofft. Nachdem Nintendo die Tennisfans auf der Wii-Konsole lediglich mit dem Remake des Gamecube-Titels "Mario Power Tennis" abspeiste, schickt man immerhin für die Wii U eine komplette Neu-Entwicklung auf den Court. Doch das Spiel macht zwar auf den ersten Blick vieles richtig, schwächelt dann aber erheblich in den Disziplinen Ausstattung und Umfang. Spiel, Satz und Sieg für Mario? Leider nein. 

Der Pilz macht den Unterschied

Die Produktion von Nintendos Haus- und Hof-Entwickler Camelot Software Planning bietet fünf mehr oder weniger abwechslungsreiche Spielmodi. Besonders prominent hervorgehoben im klar strukturierten Hauptmenü ist der sogenannte Mega-Wettkampf. Jeder der bis zu vier Spielteilnehmer entscheidet sich zunächst für einen der anfangs zwölf zur Verfügung stehenden Nintendo-Charaktere. Anschließend geht’s nach kurzer Abfrage von Platztyp, Spiel- und Satzzahl sowie Details zur Nutzung des Gamepads direkt zur Sache. 

So weit so bekannt. Seinem Namen macht Mega-Wettkampf allerdings erst alle Ehre, wenn die Toads am Spielfeldrand anfangen, in unregelmäßigen Abständen Pilze auf den Platz zu werfen. Läuft nun jemand darüber, lässt die Wirkung der Super-Schwammerl nicht lange auf sich warten: Die Spielfigur wächst auf ein Vielfaches ihrer Größe, kann plötzlich besonders kraftvoll zuschlagen und Bälle leichter erreichen, weil der eigene Schläger über eine höhere Reichweite verfügt.

Außerdem wird der parierende Gegenspieler von der Wucht der Schläge ein Stück weit zurückgedrängt. Kurzum: Funghi-Vernascher erhalten temporär einige nicht zu unterschätzende Vorteile. 

Wachstumsschub mit Folgen

Zumindest für „Mario Tennis“-Einsteiger geht der kurzzeitige Wachstumsschub in diesem Modus jedoch mit einem entscheiden Nachteil einher: Die Flugbahn des Balles wird häufig durch die schiere Größe der Spielfigur verdeckt, was eine optimale Positionierung auf dem Spielfeld erschweren kann. Hat man sich jedoch erst einmal an den XXL-Effekt gewöhnt und bereits ein oder zwei Spielstunden auf dem Buckel, rückt das Problem deutlich in den Hintergrund. Speziell wenn man sich angewöhnt, auf den leuchtenden Schweif des Balles sowie dessen Echtzeitschatten am Boden zu achten. 

Faires Kräftemessen

Wem Power-ups in Sportspielen schon immer ein Dorn im Auge waren, der sollte sich dagegen im klassischen Modus austoben. Auf leistungssteigerndes Schwammerl-Doping wird hier bewusst verzichtet. Andere taktisch wertvolle Manöver wie der namensgebende Ultra Smash - ein kaum zu retournierender Schmetterball - sind allerdings weiterhin möglich.

Da jedoch alle Spieler völlig identische Chancen haben, solche Aktionen auszuführen, eignet sich dieser Modus am besten für ein fair ausbalanciertes Kräftemessen - etwa im Mehrspieler-Duell mit Mario Tennis-erfahrenen Freunden. 

Turnier-Modus beerdigt 

Bleiben noch die Modi "KO-Herausforderung" und "Mega-Ballwechsel". Während erstgenannte Option Solisten nacheinander mit der gesamten Heldenriege konfrontiert, dreht sich bei letztgenannter Spielvariante alles um möglichst lange Ballwechsel. Schade: Ein klassischer Turnier-Modus, wie ihn etwa Mario Power Tennis für den Gamecube bietet, fehlt komplett. Als Trostpflaster dürfen Sie dafür erstmals in einem „Mario Tennis“ für eine TV-Konsole auch im Einzel oder Doppel gegen Wettbewerber aus dem Internet ran. 

Steht kein Couch-Kollege fürs Online-Doppel zur Verfügung, schicken Sie alternativ eine von zehn kompatiblen Amiibo-Figuren ins Rennen. Nette Idee: Bestreitet man den Solo-Modus KO-Herausforderung mit einem KI-gesteuerten Amiibo-Partner, levelt dieser mit jeder gewonnenen Partie auf und verbessert nach und nach seine Werte - wird also auch als Online-Kumpel immer besser. 

Hauptsache individuell

Serientypisch verfügt jede Spielfigur über individuelle Stärken und Schwächen. Pilzkopf Toad und Knuddeldrache Yoshi zum Beispiel sind besonders flink unterwegs und fegen wie ein Wirbelwind von einer Seitenlinie zu anderen. Wario, Donkey Kong, Bowser und Neuzugang Rosalina schlagen besonders hart zu, während sich Grinsegeist Buu Huu als Meister der Trickschläge entpuppt. Der zappelige Waluigi wiederum ist in der Defensive kaum zu toppen, und Peach trifft präziser als die gesamte Konkurrenz. Mario und Luigi sowie die Prinzessin Daisy positioniert man derweil bewusst als Allrounder. 

Für jeden Spielertyp ist also was dabei. Wer ausreichend Zeit investiert, kann außerdem noch den fliegenden Bowser Jr., den skelettartigen Dry Bowser, das Modesternchen Toadette und die grüne, aus "Super Mario 3D World" bekannte Feenkönigin Sprixie freischalten. 

Stark beschnitten

Leider verzichtet der mittlerweile achte Teil der Mario Tennis-Serie auf einen klassischen Trainings-Modus, wie ihn beispielsweise Segas "Virtua Tennis" bietet. Was genau Spin, Slice, Top und dergleichen bewirken, müssen Grünschnäbel also entweder in der mitgelieferten Digital-Anleitung oder in den Tipps-Einblendungen der Ladebildschirme nachlesen - fad.

Und es gibt noch mehr schlechte Nachrichten: Amüsante Minispiele ähnlich denen von Mario Tennis Open für 3DS suchen Sie hier ebenso vergebens wie Mii-Charaktere, freispielbare Kostüme, charakterspezifische Power-Schläge und Fallen auf dem Spielfeld.

Dazu gesellt sich eine relativ uninspirierte Herausforderungsliste, bei der allein knapp die Hälfte der Aufgaben darin besteht, mit jeder Figur 15 KO-Herausforderungs-Partien zu gewinnen. Ebenfalls bedauerlich: Statt unterschiedlicher themenspezifischer Stadien gibt’s nur noch eine Arena mit immerhin neun spürbar unterschiedlichen Bodenbelägen. 

Was uns gefällt

Mit Mario Tennis Ultra Smash zeigt Nintendo einmal mehr, wie sich das Wii U-Gamepad clever einsetzen lässt. Spielen Sie beispielsweise gegen einen Freund, wird eine Option angeboten, die es beiden Teilnehmern erlaubt, ihrer Spielfigur ständig über die Schulter zu blicken. Der Dreh: Statt das TV-Bild horizontal oder vertikal zu teilen, erlebt ein Spieler das Geschehen auf dem Fernseher während der andere den kompletten Gamepad-Screen nutzt - in beiden Fällen blickt man aus der übersichtlichen Verfolgerperspektive auf den Platz.

Auch fein: Mit dem vor jedem Match auswählbaren Anzeige-Modus "Gedoppelt" können Sie Ultra Smash" komplett auf dem Gamepad-Bildschirm erleben - praktisch, wenn ein anderes Familienmitglied mal wieder die Mattscheibe in Beschlag genommen hat. 

Was uns nicht gefällt

Der männliche Spielkommentator ist prinzipiell gut gewählt und artikuliert sich stets klar und deutlich auf Deutsch. Trotzdem kann von einem echten Kommentar eigentlich keine Rede sein, denn mehr als ein "Vorteil Aufschläger" oder den aktuellen Punktestand der Partie bringt der Herr kaum über die Lippen.

Ja, selbst die Namen der Spielfiguren nimmt er nicht in den Mund. Statt von Mario, Peach oder Yoshi ist dann lediglich stets vom Aufschläger beziehungsweise vom Rückschläger die Rede. Das drückt neben der auf Dauer doch recht penetranten Musik und den übrigen oben angesprochen Mängeln deutlich auf die Atmosphäre. 

Fazit

Handwerklich macht Mario Tennis: Ultra Smash vieles verdammt richtig: Die Figuren lassen sich wunderbar präzise steuern, die saubere, pfeilschnelle Grafik gefällt und WiiU-Eigenheiten wie der Gamepad-Bildschirm und amiibos werden prima unterstützt. Im Hinblick auf Modi-Vielfalt für Solisten, Minispiele, Foto-Modus und andere kreative Freispiel-Extras schießt Entwickler Camelot den Ball jedoch kilometerweit ins Aus. Schade, nicht zuletzt weil Nintendo in der Vergangenheit ja schon bewiesen hat, was alles möglich ist. 

Infos zum Spiel 

Titel: Mario Tennis: Ultra Smash
Genre: Sport
Publisher: Nintendo
Hersteller: Camelot Software Planning
Release-Termin: 20. November 2015
Preis: Ab 45 Euro
System: Wii U
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Befriedigend

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