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Test zu Just Cause 3: Noch explosiver als GTA 5

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Test zu Just Cause 3 | Actionspiel | PC, PS4, Xbox One  

Noch explosiver als GTA

04.12.2015, 09:54 Uhr | Sönke Siemens (jr / tz), Richard Löwenstein

Test zu Just Cause 3: Noch explosiver als GTA 5. Just Cause 3 Open-World-Actionspiel von Avalanche Studios (Quelle: Square Enix)

Just Cause 3 Open-World-Actionspiel von Avalanche Studios (Quelle: Square Enix)

Die bösen Buben aus der GTA-Serie sind Chorknaben im Vergleich mit Spezialagent Rico Rodriguez: Der Diktatoren-Schreck ist nach fünf Jahren Kreativpause zurück. In Square Enix' neuem Open-World-Actionspiel Just Cause 3 zeigt er eindrucksvoll, wie ein Feuerwerk aus Waffen, Explosionen und ein paar lustigen Sprüchen auf PC, PS4 und Xbox One auszusehen hat. 

Diesmal wird’s persönlich

Malerische Strände, blühende Felder, romantische Ortschaften und blau schimmernde Lagunen - eigentlich ist das Land namens Medici ein friedlicher Ort. Seit allerdings ein gewisser General Di Ravello das Ruder an sich riss, ging es steil bergab - vor allem mit der Freiheit der Zivilbevölkerung. Binnen kürzester Zeit wurde die mediterrane Idylle überschwemmt von futuristischen Überwachungssystemen, großflächigen Propagandaplakaten, kaum zu überhörenden Indoktrinierungs-Lautsprechern und unzähligen Polizei- und Militärbasen, deren Betrieb das rücksichtslose Staatsoberhaupt durch den Abbau eines seltenen Materials namens Bavarium finanziert.

Doch es keimt Hoffnung auf, denn gleich zu Spielbeginn erklärt Profi-Agent und Medici-Heimkehrer Rico Rodriguez - unterstützt von Bruder Mario und zahlreichen Revolutionsgarden - den Unterdrückern den Krieg. Der Plan des schon aus den ersten beiden Just Cause-Spielen bekannten Protagonisten: Mit einfachen Mitteln maximales Chaos stiften, damit Di Ravellos Unterdrückungsapparat nach und nach zum Erliegen kommt

Freiheit durch Chaos

Am zentralen Spielprinzip des Offene-Welt-Abenteuers ändert sich also nichts. Wie schon 2006 und 2010 geht’s darum, mit Waffengewalt Militärbasen, Radaranlagen, Satellitenschüsseln, Propaganda-Installationen, Treibstofflager sowie andere zur Aufrechterhaltung des Regimes wichtige Infrastrukturen zu zerstören. Eingebettet wird das daraus resultierende Action-Feuerwerk in eine recht vorhersehbar erzählte Geschichte, die gleichwohl immer wieder mit netten Gags zum Schmunzeln anregt. 

Baumgartner kann einpacken

Spielerisch betrachtet begeistert Just Cause 3 allem voran mit zahlreichen neuen Gagdets, die Ricos Aktionsspektrum im Vergleich zum zweiten Teil massiv erweitern. Gleich in den ersten 30 Minuten lernen Sie zum Beispiel den Wingsuit kennen. Entworfen von Rebellenunterstützerin Dimah, dienen die Fledermaus-ähnlichen Schwingen dazu, im Rekordtempo durch die Lüfte zu sausen.

Brillant: Auf Knopfdruck dürfen Sie jederzeit zwischen Fallschirm und Wingsuit durchwechseln, was nach kurzer Eingewöhnung wahrlich spektakuläre Stunts ermöglicht. Wer mag, springt zum Beispiel waghalsig von einer Autobahnbrücke, jagt dann im Fallschirm-Gleitflug teures Regierungseigentum hoch und taucht schließlich im Wingsuit-Sturzflug in die Fluten der angrenzenden Bucht. 

Wunderwaffe Enterhaken

Ihre ganze Faszination entfalten Fallschirm und Wingsuit allerdings erst, wenn man sie mit dem linkshändig geführten Hightech-Enterhaken kombiniert. Die Primärfunktion des Hakens befähigt Rico, sich an Objekte in Reichweite heranzuziehen. Ob es sich dabei um eine starre Straßenlaternen, ein schnittiges Motorboot oder einen tief fliegenden Kampfjet handelt, spielt übrigens keine Rolle. Hält man die Enterhaken-Taste dagegen länger gedrückt, spannt der Tausendsassa ein Stahlseil zwischen zwei nacheinander anvisierten Objekten.

Sinn und Zweck dieser sogenannten Enterhaken-Verbindungen? Nun, beispielsweise könnten Sie ein Benzinfass an einen Militärhubschrauber ketten und dieses dann über einem noch viel größeren Gastank abwerfen. Ergebnis: Eine gigantische Explosion, die im Optimalfall weitere Kettenreaktionen auslöst und zum flammenden Inferno heranwächst. 

Kreativität zahlt sich aus

Konnte man in Just Cause 2 gerade mal eine dieser Enterhaken-Verbindungen spannen, sind hier durch Freischalten sogenannter Mods letztlich sogar bis zu sechs Seilverbindungen möglich. Investieren Sie ferner in Stärkemodifikationen für die Seile, können Sie irgendwann selbst tonnenschwere Objekte wie sphärenförmige Gastanks aus ihrer Verankerung reißen und auf diese Weise Unheil ins Rollen bringen.

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn wie alle manipulierbaren Gegenständen in Just Cause 3 hält sich natürlich auch der sphärenförmige Gastank an die Grundregeln der Physik. Zerrt Rico ihn also in Richtung eines Berghangs, kullert der kugelförmige Tank diesen solange hinunter bis er auf ein Hindernis prallt. Hängt er ihn dagegen an einem Transportflugzeug, baumelt er solange realistisch hin und her, bis er mit einem anderen Objekt zusammenstößt. 

Die Spannung erhöhen

Verrückt, und ganz neu in Just Cause 3: Durch Drücken der linken unteren Schultertaste lässt sich die Seillänge manuell verkürzen, was weiteren spannenden Physikspielereien den Weg ebnet. Leichtere Objekte wie Mopeds und Fässer zum Beispiel werden so im Handumdrehen zu gefährlichen Katapultgeschossen.

Alternativ lässt sich die Zusammenzieh-Mechanik aber auch wunderbar dafür nutzen, mobile Geschütze schnell am Boden entlang an eine andere Position zu zerren. Oder Sie ketten mehrere gut gepanzerte Widersacher an ein Fass, erhöhen die Seilspannung und sorgen mit nur einem Schuss für einen feurigen Abgang. Kurzum: Die Möglichkeiten, Di Ravellos Reihen auszudünnen, sind beachtlich. 

Fantastischer Fuhrpark, prall gefüllte Waffenkammer

Dass das Chaos-Stiften so unglaublich viel Adrenalin in die Blutbahn pumpt, hat nicht zuletzt mit dem hochgradig abwechslungsreichen, 80 Fahrzeuge starken Fuhrpark zu tun. Egal ob altmodischer Traktor, gemütlicher VW-Bus-Klon, pfeilschneller Jetski, meterhoher Muldenkipper, heulender F1-Flitzer, sechsrädriger Panzer, rostiger Fischkutter oder vielseitiges Wasserflugzeug - Entwickler Avalanche Studios lässt kaum Wünsche offen.

Gleiches gilt für die Waffenkammer mit ihren 25 Exponaten. In den ersten Stunden noch mit Standwardwaffen wie Sturmgewehr, Schrotflinte und Zweifach-Pistole unterwegs, gesellen sich schon bald Mehrfach-Panzerfaust, Mörser, Granatwerfer und ein hochpräzises Scharfschützengewehr dazu. Redaktionsliebling bleibt gleichwohl die M488. Zitat der Waffenanalyse-Abteilung: "Man schießt damit auf etwas, das man nicht mag, und es ist weg. Für immer".  

Was uns gefällt

Wingsuit, Enterhaken und Waffen in allen Ehren: Der eigentliche Star von Just Cause 3 bleibt die knapp 400 Quadratmeilen große, komplett ohne Ladezeiten erkundbare Spielwelt. Aufgeteilt in insgesamt drei geografisch unterschiedliche Regionen stößt Rico hier kontinuierlich auf grafisch atemberaubende Szenarien, die sich zu einem einmaligen Abenteuerspielplatz zusammenfügen.

Auf der nördlichen Insel Prospere befindet sich zum Beispiel eine kolossale Mine mit tonnenschweren, voll zerstörbaren Tieflöffelbaggern. Im Süden hingegen entdecken aufmerksame Agenten schon bald spektakuläre Höhlensysteme, welche den Rebellen als Unterschlupf dienen. Im Westen wiederum zieht ein mysteriöser Vulkan die Blicke auf sich, während im Osten unter anderem eine entlegene Bohrinsel für Aufsehen sorgt. 

Was uns nicht gefällt

Zwar hat die KI einige nette Tricks auf Lager - sie kann beispielsweise selbstständig Enterhaken-Verbindungen lösen, leerstehende Geschütze bemannen, ordentlich Hubschrauber fliegen und effektiv die Verfolgung aufnehmen -, in ihrer Gesamtheit jedoch überzeugt sie eher durch Masse statt durch Klasse.

Schade zudem, dass sich die Tastenbelegung in der Konsolenfassung nicht manuell anpassen lässt, nur ein Schwierigkeitsgrad zur Verfügung steht und die PC-Fassung äußerst potente Hardware voraussetzt. Während des Tests kam es trotz Patch zu einem Totalabsturz, elendig langen Ladepausen und mehrfachen Einbrüchen der Bildrate. Sehr ärgerlich auch der Onlinezwang - bei fehlender Internet-Verbindung bricht das Spiel immer wieder ab. 

Fazit

Mal abgesehen von einem fehlenden Mehrspieler-Modus sowie der emotional eher auf Sparflamme köchelnden Geschichte trifft Just Cause 3 ziemlich ins Schwarze. Actiongeladenes Missiondesign, eine hochgradig interaktive Welt, spannende Physik-Spielereien, faszinierende Gadgets und eine berauschende Optik verschmelzen zu einem Action-Ausflug, der Open-World-Eroberer 40 bis 50 Stunden bei Laune hält. Wegen des hohen Schwierigkeitsgrad und einiger nervtötend platzierter Rücksetzpunkte werden allerdings eher Kenner als Einsteiger an Just Cause 3 ihre Freude haben. 

Infos zum Spiel 

Titel: Just Cause 3
Genre: Action-Abenteuer
Publisher: Square Enix
Hersteller: Avalanche Studios
Release-Termin: 1. Dezember 2015
Preis: zirka 50 Euro (PC) / zirka 60 Euro (Konsole). Die Collector’s Edition ist ab 99 Euro erhältlich.
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Gut 

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