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Handy-Spiel "Boy General" begeistert die Nordkoreaner

10.12.2015, 09:28 Uhr | jr / ams, AP

Handy-Spiel "Boy General" begeistert die Nordkoreaner. Spiele gehören zu den beliebtesten Handy-Anwendungen in Nordkorea - vor allem, wenn sie Staatschef  Kim Jong Un huldigen. (Quelle: AP/dpa)

Seit 2009 ist der Gebrauch von Handys in Nordkorea erlaubt. (Quelle: AP/dpa)

Die Hauptfigur im Handy-Spiel "Boy General" hat extreme Ähnlichkeit mit Staatschef Kim Jong Un und bekämpft einen Spion aus China. Der nordkoreanische Staat drängt auf den Markt für elektronische Unterhaltung, der noch von chinesischen und südkoreanischen Produktionen beherrscht wird.

Mehr Zeit und Geld: Handy-Boom in Nordkorea

Millionen Nordkoreaner nutzen mittlerweile Handys, und das nicht nur zum Telefonieren. Auch Spiele für Mobiltelefone sind in dem viele Jahre abgeschotteten Land inzwischen ein echter Renner. "Boy General" ist der Ableger einer neuen TV-Animationsserie, die zugleich ansehnlich produziert und lustig anzuschauen ist.

Die Vermutung liegt nahe, dass Pjöngjang versucht, ein Publikum zurückzugewinnen, das sich derzeit noch für TV-Dramen aus den Nachbarländern China und Südkorea begeistert.Die App wurde unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung im September ein Riesenhit, besonders in Pjöngjang, wo es mehr Handys gibt und eine Bevölkerung, die grundsätzlich über Zeit und Geld verfügt, das sie für Freizeitaktivitäten ausgibt. Die noch beliebtere Fernsehserie kehrte im August auf den Bildschirm zurück und läuft samstagabends.

Im Spiel Landesfeinde jagen 

Im Spiel werden die User angespornt, auf die Jagd zu gehen nach Feinden des jungen Generals Swoeme (deutsch: Eiserner Hammer), eines tapferen Führers des Königreichs Koguryo, das ungefähr 700 Jahre existierte und den größten Teil der koreanischen Insel beherrschte sowie das Herz der Mandschurei, bis zu seinem Fall im Jahr 668 nach Christus.

Konzept und Design von "Boy General" sind einfach, und die landkartenartigen Szenenbilder erinnern an den Spiele-Klassiker "Minecraft". Da es so etwas wie einen App-Store in Nordkorea nicht gibt, ist der gängigste Weg, um an das Spiel zu kommen, es über Bluetooth zu teilen.

Gleichwohl sind Spiele nichts wirklich Neues für nordkoreanische Handynutzer. Nicht lange, nachdem der Gebrauch von Handys 2009 erlaubt wurde, gab es manche Geräte mit vorinstallierten Spielen wie "Tetris" oder "Jangii", einem schachähnlichem Spiel, das in Ostasien populär ist. Da Mobiltelefone und Tabletcomputer anspruchsvoller geworden sind, wurden auch die für Nordkoreaner erhältlichen Spiele ausgeklügelter.

Mit seinen hochmodernen Animationsfeatures, einem Sinn für Kunst, unterhaltsamen Charakteren und Handlungen brachte die TV-Ausgabe von "Boy General" frischen Wind für Nordkoreaner. Das staatliche Fernsehen wird ansonsten dominiert von einer faden Schonkost aus alten Propagandafilmen und Informationssendungen, die sich in Lobpreisungen über die Regierung ergehen. Ansonsten finden chinesische und südkoreanische Unterhaltungsprogramme großen Zuspruch.

Staatlich geförderte Modernisierung

"Boy General" könnte die Antwort auf diese Herausforderung zur Modernisierung sein. Sowohl die TV-Serie als auch das Spiel werden offensichtlich vom Staat unterstützt. Die Fernsehserie ist eine aufgehübschte und meistenteils verbesserte Version einer 50-teiligen Zeichentrickserie, die in den 80er Jahren startete und 1997 auslief. Im November 2014 gab Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un selbst die Produktion von 50 neuen Folgen in Auftrag. Unklar ist, wer das Spiel gestaltet hat.

Eindeutige politische Botschaft

Die politische Botschaft bleibt stark. Zunächst ist da die Ähnlichkeit von Swoeme mit Führer Kim, der trotz seines jungen Alters - er ist erst Anfang 30 - schon unter seinen vielen Titeln den eines Obersten Führers der koreanischen Volksarmee trägt. Außerdem bestärkt das Spiel die Parteilinie, derzufolge die Nation vereint gegen die beständige Gefahr von fremden Eindringlingen stehen muss.

Koguryo, dessen Hauptstadt wie im heutigen Nordkorea Pjöngjang ist, wurde überwältigt von einem Zusammenschluss der chinesischen Tang-Dynastie mit dem südkoreanischen Königreich von Silla. Der gemeine, aber gleichwohl komische Bösewicht ist Hobi, ein schiefzahniger chinesischer Spion mit Schweinsnase, der versuchte, Swoeme zu töten, bevor dieser zum General aufstieg.

Aber der wahre Reiz dieses und vieler weiterer, nun in Nordkorea erhältlicher Spiele ist für die User offenbar weniger die unterschwellige politische Botschaft, sondern dass es einfach Spaß macht, sie zu spielen.

Ein anderes neues beziehungsweise überarbeitetes Spiel, das diesen Sommer herauskam, ist "Tank Battle", ein Schießspiel, bei dem das Ziel darin besteht, so viele feindliche Panzer wie möglich zu zerstören. Man könnte die amerikanische Flagge irgendwo vermuten, aber die Nationalität der feindlichen Panzer wird nicht näher beschrieben.

Für diejenigen mit einer eher fürsorglichen Natur gibt es ein virtuelles Tierspiel. Das könnte erklären, warum von Zeit zu Zeit schwaches Miauen in der Nähe von Ansammlungen junger Nordkoreaner zu hören ist - das virtuelle Tier in ihrer Tasche ist einsam. Ein Spiel, das "Angry Birds" sehr ähnlich sieht, ist noch immer sehr beliebt. Für die ganz Kleinen gibt es "Baby Piano" zum Nachspielen von Liedern.

Auch wenn die nordkoreanischen Nutzer nicht imstande sind, sich mit dem Internet zu verbinden - Nordkorea hat sein eigenes Intranet, das nur im Land genutzt werden kann - können sie sich Textnachrichten und Fotos schicken. Bei den wenigen sogenannten High-End-Usern mit leistungsfähigem Zugang reicht es sogar für Videos.

Nur wenn man einen Ausländer anrufen oder ihm eine Textnachricht schicken will, hat man kein Glück. Denn das läuft über ein anderes Netz.

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