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XCOM 2: Die Welt in fremden Händen

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Hands-on-Preview zu XCOM 2 | Strategiespiel | PC, Mac, Linux  

Die Welt in fremden Händen

17.12.2015, 15:48 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

XCOM 2: Die Welt in fremden Händen. XCOM 2 quillt förmlich über vor sinnvollen Neuerungen, die sich auch auf den strategischen Tiefgang auswirken. (Quelle: 2K Games)

XCOM 2 quillt förmlich über vor sinnvollen Neuerungen, die sich auch auf den strategischen Tiefgang auswirken. (Quelle: 2K Games)

Mit "XCOM: Enemy Unknown" glückte den amerikanischen Strategiespielprofis von Firaxis im Jahr 2012 die Wiederbelebung einer längst verschollen geglaubten Marke. Renommierte US-Fachmagazine wie PC Gamer, Giant Bomb, GameTrailers und Kotaku zückten am Jahresende sogar die begehrte "Spiel des Jahres"-Trophäe. Mit "XCOM 2" für PC, Mac und Linux möchte das Entwicklerteam ab dem 6. Februar 2016 nachlegen. Dass dieser Schachzug bestens aufgehen dürfte, davon konnte sich die Redaktion kürzlich auf einer Anspiel-Veranstaltung in München überzeugen. 

Krieg aus dem Untergrund

Geht’s nach XCOM-2-Produzent Garth DeAngelis, hat die Menschheit ihren Krieg gegen die Außerirdischen Invasoren im Vorgängerspiel letztlich doch verloren. "Die Aliens haben die Erde besetzt und die sogenannte 'Advent Administration' als eine Art Schattenregierung eingesetzt", so DeAngelis. "Jetzt wollen sie den Menschen weismachen: Wir sind eure Retter. Wir bauen euch eine noch viel schönere Welt. Doch leider ist genau das nicht der Fall. Denn hinter den Kulissen geschieht etwas sehr Beängstigendes, und der Spieler muss herausfinden, was das sein könnte." 

Der Spieler, das ist in diesem Fall das sogenannte "Extraterrestrial Combat Unit", kurz XCOM. Anderes als in "Enemy Unknown" zeigt sich XCOM zu Spielbeginn jedoch stark geschwächt. DeAngelis bringt es auf den Punkt: "20 Jahre nach den Ereignissen von Enemy Unknown brach XCOM beinahe auseinander und musste untertauchen. Genau deshalb geht es diesmal zunächst auch darum, die Truppe wiederaufzubauen und zu einer schlagkräftigen Widerstandbewegung zu formen. Ist dieser Schritt vollzogen, rückt die Rückeroberung der Erde in den Fokus." 

Bekannte Gesichter

Um auch Neueinsteiger an den dichten Plot heranzuführen und die Brücke zu bisherigen Geschehnissen zu schlagen, nutzen die Macher vielfältige Stilmittel. Die einleitende Tutorial-Mission zum Beispiel bringt dem Spieler nicht nur die Grundlagen der Steuerung bei, sondern führt mit Hilfe von kurzen Ingame-Dialogen und Zwischensequenzen nach und nach wichtige Charaktere ein.

"Fans werden sich über einige bekannte Gesichter freuen", versichert DeAngelis. "Central Officer Bradford zum Beispiel mischt immer noch mit und befindet sich mittlerweile auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen die Aliens." Nicht besonders gut zu sprechen auf die zwiespältigen Besatzer sind zudem Wissenschaftsgenie Dr. Richard Tygan sowie An-Yi Shen, ihres Zeichens Tochter des im Vorgängerspiel verstorbenen Dr. Raymond Shen. 

Ein UFO als Kommandozentrale

Mit diesen und anderen wichtigen Persönlichkeiten interagiert der Spieler in seiner Rolle als XCOM-Commander vor allem an Bord der Avenger, einem ausgemusterten Alien-Raumschiff. Das unterirdische Hauptquartier aus Enemy Unknown ist somit Geschichte und wird durch eine mobile Kommandobasis ersetzt. Oder um es mit DeAngelis Worten zu formulieren: "Mit XCOM 2 verlagern wir unseren Strategieteil, die sogenannte Ameisenfarm-Ansicht, in eine fliegende Untertasse. Forschungsprojekte auf den Weg bringen, neue Räumlichkeiten hochziehen und so weiter - all das geschieht jetzt von hier." 

Prima: Allein im knapp zweistündigen Probespiel zählen wir knapp ein Dutzend Raumschiff-Räumlichkeiten, die allesamt unterschiedliche Funktionen erfüllen und mit netten grafischen Details ausstaffiert sind. Auf der Kommandobrücke etwa dreht sich eine holografische Weltkugel. Klickt man drauf, gelangt man im Handumdrehen zur sogenannten Geoscape-Ansicht, wo serientypisch Details zur nächsten wichtigen Mission skizziert werden.

Spiele-Videos 
XCOM 2: Zehn Minuten Gameplay aus dem Spiel

Im Rundenstrategie-Highlight braucht es gute Planung und Taktik. Video

Oder nehmen wir den Hangar. Hier parkt ein aufwendig modellierter Gleiter vom Typ Skyranger, der XCOM-Krieger zum nächsten Einsatzort fliegt. Bevor es allerdings soweit ist, dient der Senkrechtstarter als schicker Hintergrund für einen übersichtlich gehaltenen Ausrüstungs-Auswahlbildschirm.

Wer hingegen neue Rekruten anheuern möchte, sollte der Guerilla-Taktik-Schule einen Besuch abstatten. Besseres Rüstzeug gefällig? Dann führt kein Weg an der liebevoll designten Waffenkammer vorbei. 

Hoher strategischer Tiefgang

Doch wie genau unterscheidet sich der XCOM 2-Strategieteil - mal abgesehen vom neuen Setting - denn nun von dem des Vorgängerspiels? DeAngelis kommt ins Schwärmen: "Lassen Sie es mich so ausdrücken. Wenn der Strategieteil von Enemy Unknow eine geteerte Straße mit einigen netten Kurven und Tälern wäre, dann ist XCOM 2 ein sehr viel breiteres Tal, indem du ständig entscheiden kannst, wie du Probleme angehst.

Ein schönes Exempel hierfür ist die Weltkarte. Hier muss der Spieler nun viel proaktiver vorgehen. Er kann nicht einfach nur auf Alien-Aktivitäten reagieren, sondern muss mit Bedacht aus einer Vielzahl von Handlungsoptionen wählen und ständig Risiken abwägen. Soll ich mit der nächsten Storymission fortfahren und so einen bevorstehenden Alien-Angriff abwehren? Oder soll ich lieber diese mysteriöse Absturzstelle untersuchen, um Zugriff auf wertvolle Ressourcen zu erhalten, die ich dringend für ein wichtiges Waffenprojekt benötige? Mit Fragen dieser Art werden wir den Spieler kontinuierlich konfrontieren." 

Dass der spielerische Tiefgang noch mal deutlich aufgewertet wurde, merkt man nicht zuletzt beim aus Iso-Ansicht präsentierten Taktik-Part, dem Herzstück von XCOM 2. Wichtigste Neuerung im Vergleich zu Teil eins: Dank prozedural generierter Karten entspricht jetzt kein Spieldurchlauf mehr dem vorherigen. Entsprechend wundert es auch nicht, dass alle geladenen Journalisten leicht veränderte Varianten der anspielbaren Levels erleben. 

Boni für Schattenkrieger

Interessante taktische Winkelzüge verspricht darüber hinaus das brandneue Verschleierungssystem. Grundsätzlich gilt: Betreten Einheiten ein Kampfgebiet, sind sie in XCOM 2 für den Feind zunächst einmal unsichtbar. Postiert man eben diese Alienjäger nun an taktisch günstigen Punkten und versetzt sie in den Overwatch-Modus, behalten sie fortan kontinuierlich ihre Umgebung im Blick und schlagen zu, sobald sich ein Widersacher in ihre Schusslinie bewegt.

Doch Obacht: Sobald ein XCOM-Krieger durch unvorsichtiges Vorgehen auf sich aufmerksam macht - beispieldweise, indem er eine Glasscheibe zerbricht - ist der mühsam eingefädelte Hinterhalt dahin. Es sei denn, man lotst gerade ein Mitglied der Ranger-Klasse übers Schlachtfeld. Die nämlich verfügen über die seltene Fähigkeit, wieder zurück in den Versteckt-Modus zu wechseln. 

Spezialisten für jede Lebenslage

Stichwort Einheitenklassen: Derer gibt’s diesmal fünf, jede mit eigenem Fähigkeitenbaum. Der Grenadier hantiert bevorzugt mit Sprengsätzen, der Scharfschütze trifft selbst auf große Distanz noch erstaunlich präzise und der bereits skizzierte Ranger teilt am liebsten im Nahkampf aus. Premiere feiert in XCOM 2 der Spezialist. Ausgerüstet mit einer vielseitig einsetzbaren Gremlin-Drohne greift er vor allem unterstützend ins Kampfgeschehen ein. Unter anderem, indem er Verbündete heilt oder feindliches Gerät manipuliert. "Bestimmte Hack-Fähigkeiten vorausgesetzt, können Spezialisten sogar Roboter übernehmen oder sie komplett abschalten", verrät DeAngelis. 

Oder man schickt die Drohne zu einem der zahlreichen Sicherheitsmasten und knackt die Überwachungssysteme der Grünen Männchen, was mit nützlichen Statusverbesserungen für das gesamte Squad einhergeht. Gleichzeitig warnt der ehemalige Leveldesigner: "Wenn der Hack-Vorgang fehlschlägt, muss man mit den Konsequenzen leben. Beispielsweise könnte es passieren, dass das Team dann seine Verschleierung einbüßt und die Feinde verschiedene Boosts erhalten. Kurzum: Es ist ein wirklich interessantes Risko-/Belohnungssystem." 

Und die fünfte Einheitenklasse? Die hält Firaxis - ebenso wie viele Details zur Story - noch unter Verschluss. Beschlossene Sache sind dagegen die insgesamt vier Schwierigkeitsgrade Rookie, Veteran, Commander und Legende. DeAngelis weiter: "XCOM 2 ist ein verdammt herausforderndes Spiel und noch ein bisschen knackiger als Enemy Unknown. Wir zumindest empfehlen selbst Profis, erst einmal auf der zweiten der insgesamt vier Stufen zu starten." 

Was uns gefällt

Die technische Seite der "Unreal Engine 3"-Produktion gefällt schon jetzt. Vor allem das neue, physikbasierte Rendering-System überzeugt. Waren die Lichteffekte in Enemy Unknown größtenteils vordefiniert, werden sie hier komplett in Echtzeit berechnet. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn nun kann die Tageszeit überall dynamisch wechseln.

"Im Vorgängerspiel war es auf vielen Karten immer nur Tag oder immer nur Nacht. Jetzt hat man zum Beispiel Tageslicht mit Schneeverhältnissen oder finstere Nacht kombiniert mit einem Gewittersturm. Oder es herrscht Morgendämmerung; oder Sonnenuntergang - alles auf ein und derselben Karte, versteht sich. Es ist erstaunlich, was das für die Immersion ausmacht!", bekräftigt DeAngelis. 

Feuer frei für Modder 

Weil XCOM 2 nur für PC, Mac und Linux erscheint, geben die Macher außerdem Moddern gleich zur Veröffentlichung grünes Licht. "Egal ob Gameplay-Skript oder Source-Code, nahezu alles darf modifiziert werden. Bastler können Heldenfähigkeiten ändern, Texte editieren, Alien- und Soldaten-Statistiken anpassen, Forschungs- und Technologiebäume umstricken und vieles mehr", gelobt der Produzent.

"Die grafischen Inhalte dürfen natürlich ebenso modifiziert werden - etwa für eine Total Conversion. All das wiederum klappt wunderbar mit unserem mitgelieferten Editor. Ferner planen wir, Dokumentationsmaterial anzubieten, damit sich auch Grünschnäbel schnell reinfuchsen." 

Was uns nicht gefällt

Leider gibt es bisher keine Bestätigung, dass XCOM 2 auch für Konsole erscheint. Sehr schade, denn Enemy Unknown war unter PS3- und Xbox 360-Spieler äußerst beliebt. Ebenfalls noch arg im Unklaren lässt Firaxis Games die Fangemeinde im Hinblick auf die angestrebte Download-Inhalte-Politik. 

Fazit

Egal, wohin man schaut: XCOM 2 quillt förmlich über vor sinnvollen Neuerungen, die vielerorts zudem positiven Einfluss auf den strategischen Tiefgang zeigen. Sofern letztlich auch Spielbalance und Stabilität stimmen, könnte Firaxis Games mit XCOM 2 Anfang Februar 2016 das nächste große Ding landen - und zwar nicht nur für Kenner der Serie. 

Infos zum Spiel 

Titel: XCOM 2
Genre: Strategiespiel
Publisher: 2K Games
Hersteller: Firaxis 
Release-Termin: 6. Februar 2016
Preis: ab 45 Euro
System: PC, Mac, Linux 
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut 

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