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Resident Evil 0 HD: Zittern in High Definition

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Test zu Resident Evil 0 HD | Survival-Horror | PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One  

Zittern in High Definition

22.01.2016, 14:54 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Resident Evil 0 HD: Zittern in High Definition. Die überarbeitete Technik in Resident Evil 0 HD  ist für Kenner das beste Argument, das Spiel noch einmal durchzuspielen. (Quelle: Capcom )

Die überarbeitete Technik in Resident Evil 0 HD ist für Kenner das beste Argument, das Spiel noch einmal durchzuspielen. (Quelle: Capcom )

Mit der HD-Neuauflage von "Resident Evil" landete Publisher Capcom vor ziemlich genau einem Jahr einen echten Volltreffer. Dank massiv aufgepeppter Optik, optionalem 16:9-Modus, optimierter Steuerung und modernem 5.1-Sound blühte der legendäre Gruselschocker von 1996 noch einmal so richtig auf. 2016 versuchen die Japaner nun selbiges Kunststück mit dem 2002 auf Gamecube erschienenen Prequel. Doch hat auch diese für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One erhältlich Neuauflage die Bezeichnung "Remaster" wirklich verdient? 

Vom Schicksal vereint

Inhaltlich tritt Resident Evil 0 HD in die Fußstapfen des Gamecube-Originals von 2002. Das Bravo-Team der Spezialeinheit S.T.A.R.S. wird entsandt, um mysteriöse Morde in den Außenbezirken von Raccoon City zu untersuchen. Auf dem Weg zum Einsatzort spielt jedoch der Motor des Hubschraubers verrückt und zwingt die Agenten zur Notlandung. Endlich festen Boden unter den Füßen, stößt das Team schon bald auf einen umgestoßenen Gefangenentransporter. In der Hoffnung den entflohenen Sträfling dingfest zu machen, teilt sich die Truppe auf und erkundet die Gegend. Sie schlüpfen dabei in die Rolle der 18-jährigen, kaum erfahrenen Rekrutin Rebecca Chambers. 

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es dauert nicht lange, bis Rebecca einen zum Stillstand gekommenen Zug entdeckt und darin auf Billy Coen trifft. Der angeblich wegen 23-fachen Mordes zum Tode verurteilte Ex-Marine-Leutnant ist ihr zunächst gar nicht geheuer, entpuppt sich dann allerdings als treuer Gefährte. Der Grund für dieses ungleiche Bündnis? Logisch, jede Menge blutrünstige Hirnfresser und andere entstellte Kreaturen, die den beiden bald scharenweise auf die Pelle rücken. 

Futter für die grauen Zellen

Sofern man sich nicht gerade mit aggressiven Wadenbeißern, haarigen Riesenspinnen oder mutierten Fleischklopsen herumschlägt, rücken Puzzle-Elemente in den Vordergrund. Anfangs geht es vor allem darum, Schlüssel zu finden und an der richtigen Stelle einzusetzen. Im Verlauf der etwa sechs- bis achtstündigen Story gesellen sich dann aber immer häufiger Rätsel hinzu, die regelmäßige Wechsel zwischen den unterschiedlich befähigten Spielfiguren erfordern. Rebecca nämlich ist ein wahres Genie im Umgang mit Kräutern und Chemikalien, kann dafür aber kaum Treffer einstecken. 

Ganz anders Billy: Der hat keinen blassen Schimmer von Kräuterkunde, hält im Gegenzug aber wesentlich mehr aus und ist stark wie ein Bär, was ihn wiederum prädestiniert fürs Verschieben von schweren Objekten und dergleichen. Pfiffig: Einige Puzzles lassen sich nur lösen, wenn man beide Charaktere simultan bewegt. 

Klassisches Survival-Feeling

Obwohl viele Charaktere - allen voran Sprücheklopfer Billy Coen - ziemlich überzeichnet rüberkommen, bleibt das typische Survival-Feeling des Originals durchweg erhalten. Hauptgrund hierfür ist der ständige Mangel an Munition und Heilpflanzen. Wer weiterkommen will, muss mit Bedacht vorgehen und seine Umgebung kontinuierlich im Auge behalten. Beides in Kombination sorgt für regelmäßigen Nervenkitzel. 

Auf wenig Gegenliebe - zumindest bei Serien-Neueinsteigern - dürfte dagegen die fummelige Inventarverwaltung stoßen. Denn der Platz im virtuellen Rucksack ist sehr limitiert. Entsprechend häufig kommt es vor, dass Sie Objekte zurücklassen und später wieder abholen müssen. Veteranen mögen das als taktische Herausforderung und zusätzliches Survival-Element sehen, "Resi"-Neulinge empfinden es jedoch wohl eher als Gängelei, die den Spielfluss unnötig ausbremst und zu übertrieben häufigem Backtracking führt. 

Frischzellenkur nur teilweise geglückt

Genau wie beim Remaster des ersten Resident-Evil-Teils hat Capcom auch diesmal wieder saubere Restaurierungsarbeit geleistet. Sämtliche vorgerenderten Hintergründe erstrahlen nun in 1920 x 1080 Bildpunkten und begeistern mit scharfen Texturen und sehenswerten Details. In Kombination mit den deutlich polygonreicheren Figurenmodellen sowie dem sichtbar aufgehübschten Beleuchtungssystem bleibt ein Spiel, dem man sein Alter auf den ersten Blick kaum ansieht. 

Blöd nur, dass die damals schon leicht verwaschenen Zwischensequenzen nicht genauso liebevoll gealtert sind. Stattdessen scheint es, als servieren die Macher hochgerechnete Versionen der knapp 14 Jahren alten Videos. Ergebnis: Zwischen schicker Ingame-Optik und den eher faden Zwischensequenzen entsteht ein Qualitätsbruch. Früher fiel er nicht zu sehr auf, heute aber stört er umso mehr. Besser wäre gewesen, wenn Capcom es so gemacht hätte wie beispielsweise Microsoft bei der Remastered-Version von "Halo 2". Dort wurden sämtliche Zwischensequenzen von einer Special-Effects-Firma komplett neu erstellt, was sie deutlich moderner wirken lässt. 

Das 16:9-Fettnäpfchen

Nächste technisch Neuerung: Auf Wunsch dürfen Sie nun zwischen dem klassischen 4:3- und dem heute gängigen 16:9-Format umschalten. An sich eine tolle Sache, die aber einen großen Knackpunkt hat: In der letztgenannten Fassung werden einfach der obere und untere Teil der Originalszene abgeschnitten. Der verbleibende Bildausschnitt kommt dadurch zwar besser zur Geltung, im oberen oder unteren Bildbereich gelegene Sammelobjekte kann man in der 16:9-Ansicht aber schon mal übersehen. Das Spiel gestaltet sich streckenweise also komplizierter, als es eigentlich ist. 

Auf die Laufrichtung kommt es an

Weniger kompliziert und klobig als früher präsentiert sich die Steuerung. Hier dürfen Sie erstmals zwischen dem klassischen Schema und einer modernen Variante wechseln. Vorteil der neuen Version: Wie heutzutage üblich, bewegt sich der Held einfach in die mittels Analogstick vorgegebene Laufrichtung. Das Zielen auf schwebende und am Boden liegende Gegner gestaltet sich dennoch schwierig. 

Apropos Laufrichtung: Da Resident Evil 0 HD mit starren - gleichwohl sehr atmosphärischen - Kameraperspektiven arbeitet, befindet sich die gerade aktive Spielfigur nach Bildschirmwechseln nicht immer dort, wo man sie erwarten würde. In ruhigen Momenten fällt das kaum auf. Klebt einem jedoch eine Horde Schlurfgenossen an den Versen, kann es durchaus passieren, dass man sich nach mehrfachen Perspektivwechseln irgendwann ungewollt in einen Pulk Feinde hineinmanövriert. 

Ein Wiedersehen mit Albert Wesker

Einmal durchgespielt, schaltet sich der ziemlich absurde, aber wahrscheinlich genau deswegen so kultige Wesker-Modus frei. Dabei ist der Name Programm: Billy Coen landet auf der Ersatzbank und wird durch Serien-Schurke Albert Wesker ersetzt, den Sie fortan selbst steuern dürfen. Rebecca Chambers hingegen wird gegen eine wesentlich düstere (und mit deutlich mehr Sex-Appeal gezeichnete) Version ihrer selbst ausgetauscht. 

Cool: Wesker selbst kann auf die Kräfte zurückgreifen, die ihm der Uroboros-Virus in "Resident Evil 5" verleiht. Energiestöße etwa machen angrenzende Feinde einen Kopg kürzer. Des Weiteren kann er mindestens genau so schnell rennen wie "The Flash" - im Weg stehende Gegner rennt er dabei einfach über den Haufen. Auch schräg: Wenn Wesker spricht, ertönt die Stimme von Billy Coen. Was bleibt, ist ein toller Augenzwinker-Modus, der durchaus zu einem zweiten Spieldurchlauf anregt. 

Was uns gefällt

Löblich, dass Capcom Fans von Horrorspielen diesen Genre-Klassiker noch einmal in moderner Optik erleben lässt. Die überarbeitete Technik ist für Kenner das beste Argument, das Spiel noch einmal durchzuspielen. Darüber hinaus sorgt Das "Buddy-Feature" der beiden Hauptfiguren für gepflegten Rätselspaß, und auch der Spielumfang ist mit etwa zehn Stunden plus dem neuen Wesker-Modus ordentlich ausgefallen. 

Was uns nicht gefällt

Das verkorkste Speichersystem wurde leider nicht überarbeitet. Um einen neuen Spielstand anzulegen, muss man auch hier - wie seinerzeit auf dem Gamecube - eine Schreibmaschine finden und aktivieren. Das Tippgerät funktioniert allerdings immer nur dann, wenn man zuvor eines der nur selten auffindbaren Tintenbänder einlegt.

Man sollte sich also sehr genau überlegen, wann man abspeichert. Unbegrenztes automatisches oder manuelles Abspeichern ist dagegen nicht vorgesehen. Klassisch, aber nervig: Der stark eingeschränkte Inventarplatz sorgt für lange Laufwege. 

Fazit

Zugegeben, Resident Evil 0 HD hat wie schon das Original seine Macken. Die Story kommt streckenweise nicht so recht in Fahrt, die Helden wirken flach, das ständige Inventarmanagement nervt und das Speichersystem ist für heutige Verhältnisse ziemlich antiquiert. Die gelungene Restauration, das weiterhin mitreißende Survival-Feeling, die abwechslungsreichen Szenarien, die 47 hinzugefügten Trophäen und der neue Wesker-Modus wiegen einen Großteil dieser Unzulänglichkeiten jedoch wieder auf. Für Liebhaber also in jedem Fall eine Kaufempfehlung, Neulinge und Gelegenheitsspieler könnte der Oldschool-Ansatz des Spiels allerdings überfordern.

Infos zum Spiel 

Titel: Resident Evil 0 HD
Genre: Survival-Horror 
Publisher / Hersteller: Capcom 
Release-Termin: Im Handel 
Preis: zirka 20 Euro 
System: PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One 
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Gut 

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