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This War of Mine - The Little Ones: Aufwühlendes Antikriegs-Drama

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Test zu This War of Mine - The Little Ones | Strategiespiel | PS4, Xbox One  

Aufwühlendes Antikriegs-Drama

25.01.2016, 17:21 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

This War of Mine - The Little Ones: Aufwühlendes Antikriegs-Drama. This War of Mine glänzt mit seiner intelligenten Spielweise, der differenzierten Schilderung von Schicksalen und der mitmenschlichen Botschaft. (Quelle: Deep Silver)

This War of Mine glänzt mit seiner intelligenten Spielweise, der differenzierten Schilderung von Schicksalen und der mitmenschlichen Botschaft. (Quelle: Deep Silver)

Vom ersten Augenblick an fühlt sich das Antikriegs-Strategiespiel "This War of Mine - The Little Ones" von Entwickler 11 bit für PS4 und Xbox One anders an als andere Konsolengames. Nicht so laut und aufdringlich - stattdessen übt sich der Preisträger des Deutschen Computerspielpreises 2015 in erstaunlicher stilistischer Zurückhaltung.

Anhand simpler Portraitfotos und einiger Zeilen Bildschirmtext stellt das Spiel zu Beginn drei Menschen vor: Pavle, Katia und Bruno. Wer sie sind und was sie zusammen schweißt, muss man tatsächlich vom Bildschirm ablesen. Es gibt keinen Erzähler, auch keine Kamerafahrten und nennenswerten Pixelgimmicks, von einem wegschaltbaren Schraffureffekt mal abgesehen.

Stattdessen dominieren auch bei der Konsolen-Fassung des Spiels Schwarzweiß-Bilder und eine 2D-Seitenansicht - stilistisch unverändert gegenüber bei der PC-Vorlage. Jedem anderen Game würde man diesen Mangel an WoW-Effekten vorwerfen - hier unterstreicht das die Atmosphäre, sprich den Mangel an Ressourcen, den das Spiel thematisiert. Üppig fallen dagegen Orchestermusik und Soundgestaltung au, die als hervorragender Katalysator einer unheilvollen und gefahrenschwangeren Atmosphäre dienen.

Angst vor dem Entdecktwerden

This War of Mine ist ein Antikriegs-Spiel, das ohne ballernde Soldaten und martialisches Kriegsgerät auskommt. Im Mittelpunkt stehen Zivilisten und ihr Überlebenswille, ihre Angst vor dem Entdecktwerden. Ein Teil dieser Angst beruht auf Unkenntnis. Das Spiel verrät nicht all zu viel über die zugrunde liegende Situation - nur dass die Zivilbevölkerung unter Hunger, Krankeit und Bombardements leidet. Die meisten Menschen haben sich in Häusern verbarrikadiert und alle Türen hinter sich abgeschlossen. 

Ressourcen-Management

Ausgangspunkt des Spiels ist eine Hausruine voller Schutt - und einigen nützlichen Gegenstände. Die erste Aufgabe besteht nun darin, gemeinsam mit Pavle, Katia und Bruno das Haus zu untersuchen. Dabei gilt es, sich mit der Steuerung vertraut zu machen, die mit dem Konsolen-Controller aber so gut funktioniert, als wäre das Game von vornherein dafür designt gewesen.

Zwischen den Figuren wechseln, sie nach links und rechts lotsen, per Treppe zwischen Stockwerken wechseln, Schuttblockaden abbauen, versperrte Türen aufstemmen, Holz und andere Objekte sammeln - all das ist nur ein Tastenkommando weit entfernt. Mit einem Fingerschnippen lassen sich Basisaktionen wie das Aufsuchen der Werkstatt, um per Icon die Herstellung überlebensnotwendiger Alltäglichkeiten zu veranlassen, initiieren. Dazu gehört etwa der Bau von Betten, damit die Anvertrauten endlich zur Ruhe kommen und Kraft schöpfen können. Denn wenn das nicht gelingt, schwächeln sie bald, kränkeln und sterben. 

Bündnisse sichern das Überleben

Die Herstellung von Betten und Stühlen dauert, die Zubereitung einer warmen Mahlzeit ebenfalls. Winzige Countdowns begleiten einen im Spiel ständig. Man kann das Herabticken abwarten oder - besser - von Pavle zu Katia oder Bruno umschalten und so die Wartezeit überbrücken. Es gibt genug zu entdecken - und wer weiß, was im Keller oder auf dem Dachboden verborgen liegt. Mit etwas Glück entdeckt man sogar den Weg zu einem anderen Gebäudeteil.

So angeleitet, erweitert sich schon bald das Gameplay. Das Spiel bietet die Erkundung weiterer Häuser an. Auf Kommando wird umgeschaltet, und nach kurzer Ladepause findet man sich am neuen Ort wieder. Das Gelände dazwischen und der Krieg auf der Straße werden ausgeblendet. Thematisiert wird - wie erwähnt - ausschließlich das Leben der Zivilisten, nicht der Soldaten. 

Mitmenschlichkeit als Thema

Kurz nach Spielbeginn bietet sich der Besuch einer ehemaligen Autowerkstatt an. Er verspricht Zugriff auf nützliches Metall und wertvollen Elektroschrott. Beides wäre zwecks Herstellung eines Radios nützlich, um nicht länger komplett von der Außenwelt abgeschnitten zu sein mehr darüber zu erfahren, wie es zum Krieg kommen konnte.

All diese Gedanken müssen dem Spieler selbst entspringen. Das Gameplay verzichtet auf eine klar definierte Missionsstruktur, sondern gibt lediglich Hinweise und Empfehlungen aus. Zum Beispiel, dass eine Figur hungert. Was man mit dieser Information macht - ob man trotzdem weiter am Abbau einer Wegblockade arbeitet oder sich auf die Suche nach zubereitungsfähigen Nahrungsmitteln macht - das bleibt dem Spieler überlassen. Das ist nicht ganz ohne: Genreneulinge könnte die Vielfalt an Entscheidungen und Aktionsmöglichkeiten durchaus überfordern. 

Egoisten haben's schwer

Wer sich in This War of Mine - The Little Ones nicht um seine Mitmenschen kümmert, kann sicherlich überleben, wird aber bald erste Todesopfer unter seinen Weggefährten zu beklagen haben. Das fühlt sich bei der Konsolenadaption noch dramatischer an als auf dem PC, denn sie enthält einige zusätzliche Aufgaben, die PC-Spieler noch nicht kennen. Hier dreht sich alles um die schwächsten und ersten Opfer des Krieges: Kinder. Sie brauchen nicht nur Nahrung und Wärme, sondern vor allem Zuwendung. Sonst droht das Dahinsiechen und schließlich der Tod. 

Aufgaben für Denker und Taktiker

In vielen Gebäuden trifft man auf die unterschiedlichsten Menschen und Schicksale. Manche Notleidende suchen ebenfalls Schutz, andere wollen Verbündete sein oder bitten um Medikamente im Tausch gegen andere Nützlichkeiten. Einige allerdings entpuppen sich als skrupellose Plünderer, die einen mit Axt oder Messer attackieren.

Dann kommt es zu kurzen, taktisch geprägten Kampfszenen. Über Icons bestimmt der Spieler, ob sein Anvertrauter die Flucht ergreifen oder hinter einem Schrank in Deckung gehen soll, um den Verfolger hinterrücks zu erdolchen. Alles weitere läuft weitgehend automatisch ab. This War of Mine versteht sich nicht als Wettbewerb für reaktionsschnelle Revolverhelden, sondern verlangt nach vorausschauender Denkweise und überlegten Entscheidungen. 

Was uns gefällt

Das Spiel hat von der USK einer Altersempfehlung ab 16 Jahren erhalten. Das mag seine Ordnung haben, denn das Antikriegs-Thema zielt grundsätzlich auf Jugendliche und Erwachsene. Wegen seiner intelligenten Spielweise, der differenzierten Schilderung von Opferschicksalen und seiner mitmenschlichen Botschaft empfiehlt sich die Auseinandersetzung mit This War of Mine aber bereits für jüngere Gamer. Gemeinsam mit einem Elternteil als Begleitung ist This War of Mine schon ab etwa 12 Jahren genießbar und lehrreich. 

Was uns nicht gefällt

Mit der minimalistischen Präsentation können wir leben: Sie spiegelt das Thema - Ressourcenarmut im Krieg - wieder. Trotzdem unschön, dass der Betrachter mit dem für Konsolenverhältnisse ungewöhnlich komplexen Gameplay alleingelassen wird. Welche Funktion die verschiedenen Icons haben und welche Aktion woanders Folgen hat, das soll und muss man sich komplett selbst erarbeiten. Das sorgt für Spannung, setzt aber Bereitschaft zur Einarbeitung in das Thema und in die Steuerung voraus. Wir hätten ein aktives Tutorial begrüßt, das Wesentliches erläutert. 

Fazit

Großer Dank an Hersteller 11 bit dafür, dass er das dramatische Antikriegs-Strategiespiel This War of Mine Besitzern von PS4 und Xbox One zugänglich macht. Das Zusammenspiel aus klugem Ressourcen-Management und dramatischem Antikriegs-Thema addiert sich zur wertvollen neuen Facette im Games-Spektrum auf den aktuellen Spielkonsolen. Es handelt sich sicherlich um kein Game, das seinen Betrachter mit offenen Armen zum schnellen Zeitvertreibs-Quickie einlädt - dafür aber um eines, mit dem man viele spannende Abende verbringen kann. 

Infos zum Spiel 

Titel: This War of Mine - The Little Ones
Genre: Antikriegs-Strategiespiel 
Publisher: Deep Silver
Hersteller: 11 bit
Release-Termin: 29. Januar 2015 
Preis: zirka 30 Euro 
System: PS4, Xbox One 
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut

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