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XCOM 2: Die Erde aus fremden Händen befreien

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Test zu XCOM 2 | Runden-Strategiespiel | PC, Linux, Mac OS X  

Die Erde aus fremden Händen befreien

02.02.2016, 15:06 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

XCOM 2: Die Erde aus fremden Händen befreien. XCOM 2 quillt förmlich über vor sinnvollen Neuerungen, die sich auch auf den strategischen Tiefgang auswirken. (Quelle: 2K Games)

XCOM 2 quillt förmlich über vor sinnvollen Neuerungen, die sich auch auf den strategischen Tiefgang auswirken. (Quelle: 2K Games)

Außerirdische Invasoren haben die Macht auf der Erde übernommen. Die ADVENT-Regierung errichtet ein Regime aus Angst und Unterdrückung. Es wird Zeit, Widerstand zu leisten! "XCOM 2" von Entwicklerstudio Firaxis und Publisher 2K Games macht Hobby-Generäle zum Anführer der Rebellion. Das ab dem 5. Februar 2016 zunächst ausschließlich für PC erhältliche Rundenstrategiespiel fordert mit gerissenen Guerillataktiken, cleverem Basisbau und übermächtigen Außerirdischen dem Spieler wirklich alles ab. 

Geschichte neu geschrieben

2012 belebte "Civilization"-Entwickler Firaxis Games die verschollen geglaubte "XCOM"-Strategiereihe wieder. 2016 vergisst man die Geschehnisse aller Vorgänger und schafft in XCOM 2 ein bedrückendes Invasionsszenario, denn der aktuelle Serienteil spielt 20 Jahre nach "XCOM: Enemy Unknown".

Doch Firaxis schreibt dessen Geschichte stimmungsvoll um: Die Menschen haben den Krieg gegen die Außerirdischen verloren. Die ADVENT-Regierung übernahm daraufhin die globale Kontrolle und herrscht seitdem mit eiserner Hand. Allerdings formiert sich im Untergrund Widerstand: An Bord der Avenger, einem ausgedienten Frachter der Aliens, planen Spieler als Commander der XCOM-Rebellen die Revolution. 

Spiele-Videos 
XCOM 2: Zehn Minuten Gameplay aus dem Spiel

Im Rundenstrategie-Highlight braucht es gute Planung und Taktik. Video

Die Avenger und ihre Besatzung

Ehe der Widerstand den übermächtigen Aliens die Stirn bieten kann, ist noch einiges an Arbeit notwendig. Wie schon die Vorgänger kombiniert auch XCOM 2 gekonnt komplexen Basisbau und knifflige Rundenstrategie-Einsätze miteinander. 

Die Struktur der Avenger erinnert stark an die Basis aus früheren Titeln der Reihe. Erneut blickt man seitlich in das Hauptquartier hinein. Mithilfe übersichtlicher Menüpunkte springt man zur Brücke, in die Technik oder in die Wissenschaftsabteilung. Das notwendige Personal rekrutiert man beim Widerstands-HQ oder kauft es auf dem Schwarzmarkt ein. Zusätzliche Wissenschaftler etwa beschleunigen die Forschung neuer Technologien. 

In den Baracken rüsten Sie Ihre Soldaten mit Waffen und Hilfsobjekten wie Granaten, Medikits oder Schutzwesten aus. Erstmals können die Einheiten über einen Editor individualisiert werden. Wie in einem Rollenspiel passt man so etwa die Farbe der Kleidung an, entscheidet über Frisur oder gar die Stimme der Truppen. Dadurch ist der Wiedererkennungswert spürbar größer, zudem entsteht schnell eine gewisse Verbundenheit zu den eigenen Rekruten. 

Aus dem Hinterhalt

Die Avenger dient als mobile Einsatzzentrale: Über die auf der Brücke befindliche Weltkarte fliegt man direkt zu Missionen oder scannt Gebiete, um Vorräte oder Informationen einzusammeln. In XCOM 2 geht es zunächst darum, ein Widerstandsnetzwerk aufzubauen, um so ADVENT zu schaden. Allerdings sind die Außerirdischen drückend überlegen. Deshalb setzen die Rebellen auf Geheimhaltung und Guerillataktiken. 

Dieser neue Ansatz zeigt sich auch in den Einsätzen: Zu Beginn sind die eigenen Truppen meist noch verborgen; die gegnerischen Verteidiger wissen also nicht, dass sie Gesellschaft haben. Gewiefte Taktiker locken Späher in Hinterhalte oder schalten einzelne Verbände blitzschnell aus. 

XCOM 2 peppt zu diesem Zweck seine Soldatenklassen auf. Der Ranger fungiert als Aufklärer und Nahkämpfer. Mit seinem Schwert fertigt er schwächere Widersacher mit nur einem Hieb ab. Spezialisten setzen dagegen auf die Gremlin-Drohne und können mit ihr beispielsweise Gebiete untersuchen oder sogar Kameraden heilen. Grenadiere hantieren mit schwerem Gerät, und Scharfschützen richten auf Distanz mächtig Schaden an. Später schaltet man auch Psi-Soldaten frei, die über spezielle telekinetische Fertigkeiten verfügen. 

Schwer, aber extrem motivierend

In den Missionen ähnelt XCOM 2 einem gigantischen Schachspiel: Stück für Stück zieht man seine Truppen über das Schlachtfeld. Ihre Positionen und individuellen Fähigkeiten entscheiden maßgeblich über ihre Angriffs- und Verteidigungswerte. In Deckung gebrachte Einheiten richten mehr Schaden an, sind dabei aber gleichzeitig vor feindlichen Angriffen geschützt. Ein in einem Turm positionierter Scharfschütze etwa kann mit ein wenig Unterstützung ganze Alien-Horden erledigen. 

Wer seine Truppen hingegen kopflos in die Schlacht schickt, wird schnell scheitern. Der Computer setzt die Fertigkeiten seiner Häscher clever ein. Sektoiden beispielsweise übernehmen menschliche Soldaten per Gedankenkontrolle, mächtige Kampfroboter bombardieren einen mit Granaten und Vipern ziehen ihre Opfer mit der Zunge an sich heran, um sie dann zu umschlingen. Die Widersacher agieren geschickt und flankieren die XCOM-Truppen oder versuchen, Defensivlinien aufzubrechen. 

Fies: Teammitglieder sterben in XCOM 2 den sogenannten Permadeath. Sie können also nach ihrem virtuellen Dahinscheiden nicht mehr eingesetzt werden. Deshalb müssen Commander umso behutsamer mit ihren Kameraden umgehen. Schließlich steigen diese mit zunehmender Erfahrung im Rang auf und gewinnen so an Fähigkeiten hinzu. Ein erfahrener Ranger beispielsweise kann sich dauerhaft tarnen und stößt so unbemerkt hinter die feindlichen Linien vor. 

Ein Spiel mit List und Tücke

XCOM 2 legt Ihnen viele Stolpersteine in den Weg. Zwischenereignisse wie etwa plötzlich auftauchende ADVENT-Truppen drängen den Spieler immer wieder in die Defensive und geben ihm häufig keine Chance zum Kontern. Regelmäßiges Speichern ist also Pflicht. Darüber hinaus hatte die von 2K Games zur Verfügung gestellte Testversion noch einige Macken: Soldaten griffen im Feuerschutz-Modus automatisch an, obwohl sie ihr Ziel kaum sehen konnten. Gelegentlich gab es Probleme bei der Wegfindung, wodurch sie durch Feuer liefen. Zudem störten Grafikfehler den insgesamt sehr positiven Gesamteindruck. 

Die Zeit drängt

Firaxis' Rundenstrategiespektakel setzt den Spieler zudem häufig unter Zeitdruck. Bei Geiselbefreiungen fliegt das Rettungsschiff nach einer festgelegten Anzahl an Runden einfach weg. Bei Vergeltungsschlägen der ADVENT-Truppen muss man sich sputen, damit die Widersacher nicht zu viele Zivilisten meucheln. Wer sich beim Basisbau zu viel Zeit lässt, den schiebt XCOM 2 obendrein förmlich mit Vergeltungsschlägen und den im Spiel so bezeichneten "düsteren Ereignissen" ins Gefecht. Diese Missionen sollten erfolgreich absolviert werden, da ADVENT ansonsten sein geheimes Avatar-Projekt schneller fertigstellt und damit das Spiel gewinnt. 

Der Zeitdruck macht XCOM 2 auf der einen Seite enorm spannend, andererseits sorgt er aber auch für mächtig Stress. Werden die eigenen, verwundeten Top-Soldaten schnell genug fit? Reicht die Zeit für ein weiteres Forschungsprojekt? Soll man noch das eine Gebiet nach Vorräten abscannen? XCOM 2 stellt Sie vor viele Auswahlmöglichkeiten und fordert damit Spieler deutlich mehr als der Vorgänger. 

Dafür motiviert der stetige Spielfortschritt auch sehr. Man spürt förmlich, wie die eigene Truppenstärke wächst und die Avenger langsam zum Schlachtschiff wird. Das Erforschen immer neuer Technologien und Fähigkeiten sowie das anschließende Ausprobieren machen den Reiz des Spiels aus. 

Was uns gefällt

XCOM 2 ist ein Strategie-Monster: Mit seinen vielen Haupt- und Nebenschauplätzen zieht es einen für Tage und Wochen in die finstere Spielwelt hinein. Doch wo sich andere Titel mit der Zeit verlieren, motiviert das Spiel mit seinen immer neuen Funktionen und wachsendem Anspruch. Der Ausbau von Basis und Truppen geht einher mit einem bereits zu Beginn hohen Schwierigkeitsgrad und damit verbundenen Anforderungen. 

Immer wieder stellt Sie das Spiel vor Wahlmöglichkeiten und überrascht mit neuen Gemeinheiten. XCOM 2 erweitert das bewährte Spielprinzip seiner Vorgänger zudem um Guerilla-Taktiken, frische Klassen und eine spannendere Geschichte. Schließlich kontrolliert man diesmal den Außenseiter gegen einen scheinbar übermächtigen Feind.

Was uns nicht gefällt

Leider zahlt man in XCOM 2 viel Lehrgeld: Gerade die ersten Spielstunden sind bereits auf dem mittleren der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade knackig schwer. Überraschungsangriffe oder das Auftauchen neuer Feindtypen verwandeln eine zuvor erfolgreiche Mission schnell in ein gescheitertes Himmelfahrtskommando. Wenn dann noch die eigenen Soldaten trotz hoher Trefferwahrscheinlichkeit immer wieder daneben schießen, ist der Frust (beziehungsweise der Neustart) vorprogrammiert.

XCOM 2 schwankt daher immer wieder zwischen "genial gut" und "brutal frustrierend". Die kleineren, in der Testversion enthaltenen Fehler - etwa beim Feuerschutz-Modus - werden hoffentlich in Zukunft mit Patches beseitigt.  

Fazit

Härter, spannender, besser: XCOM 2 baut auf den Grundsätzen des Vorgängers auf, zieht aber den Schwierigkeitsgrad noch einmal spürbar an. Firaxis' Rundenstrategiespiel nagt zwar am Nervenkostüm unerfahrener Commander, motiviert aber mit vielen Möglichkeiten und einer steilen Lernkurve. Ein Pflichtkauf für unerschrockene Profi-Taktiker. 

Infos zum Spiel 

Titel: XCOM 2
Genre: Runden-Strategiespiel
Publisher: 2K Games
Hersteller: Firaxis 
Release-Termin: 5. Februar 2016
Preis: zirka 45 Euro
System: PC, Mac OS X, Linux 
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: Sehr gut 

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