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Test zu Hitman: Der Anzug-Assassine kehrt zurück

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Hands-on-Preview zu Hitman | Stealth-Action | PC, PS4, Xbox One  

Der Anzug-Assassine kehrt zurück

11.02.2016, 15:47 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Hitman: Der Anzug-Assassine kehrt zurück. Hitman hat das Zeug zum Abräumer und lässt die oft bemängelte Linearität des Vorgängers "Absolution" weit hinter sich. (Quelle: Square Enix)

Hitman hat das Zeug zum Abräumer und lässt die oft bemängelte Linearität des Vorgängers "Absolution" weit hinter sich. (Quelle: Square Enix)

Seit 1998 ist der dänische Entwickler IO Interactive nun schon im Geschäft und liefert seither in schöner Regelmäßigkeit einen Hit nach dem anderen ab. Vor allem die bisher aus fünf Hauptteilen bestehende "Hitman"-Serie zählt zu den großen Erfolgen der Nordländer. Auf einer Presseveranstaltung in London konnten wir nun Teil sechs der Meuchelmörder-Reihe mehrere Stunden antesten. 

Übung macht den Killer 

Erstes positives Vorabfazit: Die totale spielerische Freiheit ist zurück - und das Spiel macht auch optisch einiges her. Allerdings werden sich die Fans von Agent 47 umstellen müssen, denn das neue Hitman erscheint im Episodenformat. 

Die Anspielversion untergliederte sich in zwei Teile. Der Prolog spielt 20 Jahre vor den Ereignissen der eigentlichen Story und zeigt Agent 47 in einer topmodernen Trainingseinrichtung seines neuen Arbeitgebers, der "International Contracts Agency" (kurz: ICA). Ihre Aufgabe ist es hier, mehrere Herausforderungen in Übungsszenarien zu meistern, um ICA-Koordinatorin Diana Burnwood und ihren Vorgesetzten von Ihren Talenten als Profi-Killer zu überzeugen. Das recht überschaubare, gleichwohl packend inszenierte Start-Szenario beseht aus einer mehrstöckigen, maßstabsgetreu aus Holz nachgebauten Yacht samt dazugehöriger Hafenanlage und jeder Menge KI-Statisten. 

In der Freiheit liegt die Macht

Beim ersten Anlauf gibt das Spiel noch ganz konkrete Hinweise, wie Sie Ihre Zielperson möglichst effektiv und lautlos um die Ecke bringen. Hat man diese Feuertaufe bestanden, ist man aber auch schon ganz auf sich gestellt und kann die Mission noch einmal nach eigenem Ermessen in Angriff nehmen.

Eine effektive Vorgehensweise besteht etwa darin, einen Sicherheitsbeamten bewusstlos zu würgen, sich dessen Uniform zu schnappen und dann an Bord des Schiffes vorzudringen. Nun das Opfer orten, warten, bis es sich an einen nicht bewachten Ort begibt, und mit Pistole, Feueraxt, Hammer oder anderen überall auffindbaren Hilfsmitteln den Auftrag eiskalt erledigen. 

Wer mag, darf serientypisch natürlich auch Getränke vergiften oder Objekte in der Umgebung sabotieren, um das Attentat wie einen Unfall aussehen zu lassen. Wichtig: Um die Übung erfolgreich abzuschließen, muss am Ende noch eine Exit-Strategie - sprich: ein Fluchtplan - her. Handwerker-Outfits etwa fallen kaum auf, sofern Sie nicht Kollegen über den Weg laufen, die Sie noch nie gesehen haben und plötzlich Verdacht schöpfen. 

Bonjour Paris

Kaum hat man den Prolog abgeschlossen, erfolgt ein Zeitsprung ins Hier und Jetzt. Eine aufwändige, gerenderte Zwischensequenz verbindet die Storyfäden miteinander und schlägt die inhaltliche Brücke zum eigentlichen Highlight der ersten Hitman-Episode: dem Paris-Level. Der Clou hier: Das fiktive, im Zentrum von Paris gelegene "Palais De Walewska" samt dazugehöriger Außenanlage ist um ein Vielfaches größer als die ICA-Trainingseinrichtung und strotzt nur so vor Möglichkeiten, die beiden Zielpersonen über die Klinge springen zu lassen.

Damit gemeint sind Viktor Novikov und seine Herzdame Dalia Margolis. In der Öffentlichkeit zeigt sich das Pärchen gerne als Initiator einer Mode-Veranstaltung, der Sanguine Fashion Show. In Wirklichkeit jedoch sind die beiden die Denker und Lenker eines Spionagerings namens IAGO. Und der wiederum nutzt den in Paris stattfindenden High-Society-Event, um Regierungsgeheimnisse in einer geheimen Vor-Ort-Auktion an den Meistbietenden weiterzuverkaufen. 

Viele Wege führen zum Ziel 

Mit der Lizenz zum Töten im Gepäck gilt es also, die Fashion Show zu infiltrieren und eine möglichst elegante Methode zu finden, der IAGO-Schlange die beiden Köpfe abzuschlagen. Wie genau Sie das anstellen, ist nicht vorgegeben. Sie wollen einen Kronleuchter sabotieren und Dalia mit diesem erschlagen? Definitiv möglich. Novikov in die Seine schubsen und jämmerlich ertrinken lassen? Eine von vielen möglichen Optionen - sofern die Vorbereitung stimmt. 

Denn streng genommen ist das Level ein echtes Wespennest mit Wachpersonal an jeder Ecke. Hinzu kommt: Novikov hat einen persönlichen Bodyguard angeheuert, der ihm auf Schritt und Tritt folgt. Einfach mal fix ein paar Bleikugeln verteilen geht zwar, wird jedoch zweifelsohne einen Großalarm auslösen und die Jagd nach der jeweils verbleibenden Zielperson deutlich erschweren. 

Die Gelegenheit ist günstig

Zugegeben, wer vorher noch nie Hitman gespielt hat und gerade mal im Trainingslevel erste Erfolge feiern konnte, wird von den Ausmaßen und Möglichkeiten des Paris-Levels förmlich erschlagen. Denn anders als das sehr linear aufgebaute Vorgängerspiel "Hitman: Absolution" ist Teil sechs wieder eine echte Sandbox-Erfahrung, die obendrein komplett auf automatische Speicherpunkte verzichtet und lediglich manuelles Speichern erlaubt.

Damit Einsteiger dennoch Land sehen, haben die Entwickler ein neues System namens "Opportunites" erdacht. Das Konzept erinnert ein bisschen an "Assassin’s Creed: Unity" und bezeichnet spezielle Gelegenheiten, die dem Spieler gezielt immer neue "Brotkrumen" hinwerfen und letztlich in einem besonders spektakulären Kill münden. 

Im Falle des Paris-Levels könnten Sie sich zum Beispiel in den Bereich nahe der Umkleidekabinen begeben. Dort angekommen, taucht schon bald die Gelegenheit "Undercover Model" im Kartenbildschirm auf. Wenig später erfahren Sie, dass sich ein gewisser Helmut Kruger im Level herumtreibt - ein männliches Supermodel mit körperlichen Merkmalen, sehr ähnlich denen von Agent 47. Selbst eine Glatze hat der Mann!

Der Plan? Logisch, Kruger in einem günstigen Moment auflauern - etwa nach einem Foto-Shooting im Außenbereich. Liegt sein Adoniskörper dann erst einmal leblos hinter einer dicht gewachsenen Hecke, ist der Rest ein Kinderspiel. Denn Dalia kennt Kruger und somit hat dieser - oder besser gesagt Agent 47 - nun vollen Zugang in alle Levelbereiche. Richtig cool: Sofern Sie sich vorher in die Maske begeben, ist sogar ein spektakulärer Auftritt auf dem Catwalk möglich. 

Auf Langzeitmotivation getrimmt

Im finalen Spiel soll jeder für sich entscheiden können, ob er "Gelegenheiten" nutzen will oder nicht. Sagt Ihnen die Funktion nicht zu, schalten Sie sie einfach in den Optionen ab und verlassen sich ganz auf die klassische Hitman-Herangehensweise. Gegend analysieren, Nicht-Spieler-Charaktere belauschen, Laufrouten einprägen - all das kombiniert mit gutem Timing und einem zuverlässigen Plan B, falls doch was schief läuft, bringt Sie am Ende ebenso ans Ziel.

Prima für die Langzeitmotivation: Wie bereits in "Absolution" bietet IO Interactive auch diesmal den sogenannten "Contracts Mode" an. Darin können Sie mit einer Art Editor jeden der über 300 Nicht-Spieler-Charaktere im Level als Ziel "markieren" und Bedingungen festlegen, unter denen er eliminiert werden muss. Diesen "Contract" teilen Sie anschließend mit der Hitman-Community beziehungsweise laden sich Contracts von anderen Spielern herunter.

Im sogenannten "Escalation-Modus" werden die Macher zudem selbst neue, immer schwieriger zu meisternde Herausforderungen anbieten, die letztlich alle in den später insgesamt sieben Sandbox-Szenarien stattfinden können. 

Der Tod kommt häppchenweise 

Stichwort später: Wenn das neue Hitman am 11. März 2016 erscheint, dann zunächst nur als Download-Fassung im sogenannten "Intro Pack" (zirka 15 Euro). Darin enthalten sind der Prolog und das eben beschriebene Paris-Level.

Fünf weitere Schauplätze sollen dann in regelmäßigen Abständen folgen und jeweils mit etwa zehn Euro zu Buche schlagen. Zunächst ein Level an der malerischen Küste Italiens, dann je ein Szenario in Marokko, Thailand, den USA und Japan. Und damit auch ja niemandem langweilig wird, gibt’s zwischen den Episoden ausgewählte Contracts und Escalation-Missionen. 

Nicht zu vergessen sogenannte "Elusive Targets", also Ziele, die Sie nur innerhalb eines klar vorgegeben Zeitfenster eliminieren können. Ist dieses abgelaufen, taucht das Ziel für immer unter. Besondere Schwierigkeit bei diesem Modus: Wer die Zielperson ist und wo sie sich aufhält, erschließt sich nur denjenigen Spielern, die akribisch Hinweise von NPCs auswerten und zwischen den Zeilen lesen. Tolle Idee!

Ach ja, eine Disk-Fassung von Hitman wird’s ebenfalls geben, allerdings erst im Herbst, wenn alle Episoden-Versprechen eingelöst wurden. 

Was uns gefällt

Hitman bietet sehr lebendige Szenarien, die sich durch die ausgeprägte Eigendynamik der KI-gesteuerten Figuren ständig verändert. Allein das Paris-Level protzt mit mehr als 300 solcher autonom agierenden Nichtspieler-Charaktere. Kellner zum Beispiel verteilen Getränke und Speisen an geladene Gäste der Veranstaltung. Danach kehren Sie in die Küche zurück, holen Nachschub und machen sich auf dem Weg zum nächsten Serviergang.

Das Faszinierende: Weil das ganze Spiel solchen Systemen folgt, kann der Spieler diese natürlich auch ganz gezielt beeinflussen. Murkst 47 etwa alle Kellner ab, bleiben die Buffets irgendwann leer. Wenn’s schlecht läuft, meldet das dann jemand ans Personal und die Wächter schauen mal nach, wo der Schuh drückt. 

Was uns nicht gefällt

Die präsentierte Version stürzte auf mehreren PS4-Systemen gleich mehrmals ab. IO Interactive führt das Problem auf schlecht belüftete PS4-Konsolen und einen nicht vollständig optimierten Programmcode zurück.

Blickt man zurück, sind Hitman-Spiele jedoch nicht unbedingt für ihre Instabilität bekannt. Wir gehen also davon aus, dass das fertige Spiel tatsächlich sauber laufen wird. Nicht zuletzt, weil die Macher vom 12. bis zum 15. Februar auf PS4 respektive vom 19. bis zum 22. Februar auf dem PC einen großangelegten Beta-Test durchführen. 

Während die Stabilität letztlich weniger ein Problem darstellen sollte, sind wir noch etwas skeptisch, was die angepriesene Kontinuität der Episoden-Inhalte angeht. Zwar ist davon die Rede, dass beispielsweise der Schauplatz Italien im April und das Szenario Marokko im Mai erscheinen sollen, konkrete Tage wollten die Dänen allerdings noch nicht nennen. Wahrscheinlich auch, weil das "Intro Pack" natürlich als erster Gradmesser dient, wie das Spiel ankommt und wo noch Ungereimtheiten auftreten, die sich dann anpassen ließen. 

Fazit

Sechsmal so große Sandkasten-Szenarien wie im Vorgängerspiel, hunderte Nicht-Spieler-Charaktere mit völlig eigenen Handlungsabläufen, coole neue Online-Modi, eine topmoderne Präsentation und eine nachvollziehbare agierende KI - Hitman hat das Zeug zum Abräumer und lässt die oft bemängelte Linearität des Vorgängers "Absolution" weit hinter sich. Bleibt nur zu hoffen, dass kommende Download-Episoden geplant regelmäßig erscheinen und ein ähnlich lebendiges Leveldesign bieten wie der Paris-Auftakt. 

Infos zum Spiel

Titel: Hitman
Genre: Stealth-Action
Publisher: Square Enix
Hersteller: IO Interactive
Release-Termin: 11. März 2016  
Preis: Intro Pack ab 15 Euro, pro Zusatz-Episode 10 Euro, "Full Experience" ab 60 Euro, Upgrade Pack 50 Euro 
System: PC, PS4, Mac OS X
USK-Freigabe: Noch nicht geprüft  
Eindruck: Gut 

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