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Agatha Christie - The ABC Murders: Eine Herausforderung für Hercule Poirot

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Test zu Agatha Christie – The ABC Murders | Krimi-Adventure | PC, PS4, Xbox One  

Eine Herausforderung für Hercule Poirot

15.02.2016, 14:20 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Agatha Christie - The ABC Murders: Eine Herausforderung für Hercule Poirot. Was "The ABC Murders" an Umfang und Präsentation fehlt, macht es durch seine spannende Handlung, den fairen Schwierigkeitsgrad und das damit einhergehend Flow-Erlebnis wieder wett.  (Quelle: Bandai Namco)

Was "The ABC Murders" an Umfang und Präsentation fehlt, macht es durch seine spannende Handlung, den fairen Schwierigkeitsgrad und das damit einhergehend Flow-Erlebnis wieder wett. (Quelle: Bandai Namco)

Spiele mit einem Detektiv als Hauptfigur erfreuten sich in letzter Zeit großer Beliebtheit. Umso mehr dürfte es Genre-Liebhaber entzücken, dass nun auch der aus Buch, Radio, Film und Fernsehen bekannte Star-Ermittler Hercule Poirot auf PC und Konsole stürmt, um in "Agatha Christie – The ABC Murders" einen seiner kniffligsten Fälle zu lösen. 

Der Belgier soll’s richten

Die Geschichte orientiert sich eng an der Romanvorlage der britischen Bestseller-Autorin Agatha Christie. Alles beginnt mit einem verstörenden Mordfall im südenglischen Andover. Dort nämlich finden Anwohner die Leiche der Tabakwarenhändlerin Alice Ascher. Aus noch völlig ungeklärter Ursache wurde ihr mit einem spitzen Gegenstand der hintere Schädelknochen zertrümmert. Aufklären soll den Fall nun Hercule Poirot, seines Zeichens belgischer Meisterdetektiv und Protagonist in als mehr 50 Detektivgeschichten aus der Feder von Christie. 

Das Perfide an diesem Verbrechen: Noch bevor der Mord geschah, erhielt Poirot eine per Schreibmaschine verfasste Notiz mit der Ankündigung einer schrecklichen Tat am 21. des Monats. Kein Wunder also, dass er kurz nach eben diesem Datum mit seinem langjährigen Freund und Helfer Arthur Hastings am Tatort erscheint, um der Sache auf den Grund zu gehen. 

Schöne Spannungsbögen

Weitere Storydetails wollen wir an dieser Stelle nicht vorweg greifen. Nur soviel: Die Geschichte ist packend wie das Buch und bringt einen ob der zahlreichen Verdächtigen schon bald in Grübeln. Da sich im Handlungsverlauf zudem weitere Tode ereignen, baut der Plot eine schöne Dramatik auf, die speziell Nicht-Eingeweihte schnell mitfiebern lässt. Habe ich es hier wirklich mit einem Serienmörder zu tun? Und wenn ja: Was sind seine Motive? Ist es womöglich sogar eine Person aus Poirots näherem Umfeld?

Die grundlegenden Gameplay-Mechanismen greifen prima ineinander. Mit dem linken Analostick lotsen Sie Spürnase Poirot aus einer Art Betrachterperspektive durch die unterschiedlichen Bildschirme der einzelnen Szenarien. Der rechte Stick hingegen steuert den Auswahlcursor, der sich wiederum je nach anvisiertem Objekte dynamisch verändert.

Lässt sich etwas untersuchen, taucht beispielsweise ein Brillensymbol auf. Kann etwas aufgehoben werden, erscheint eine Hand. Ist eine Konversation möglich, wird eine Sprechblase angezeigt und so weiter. 

Moderate Knopfnüsse 

So gewappnet gilt es nun, den Ort des Verbrechens nach sachdienlichen Indizien abzusuchen, Zeugen und Verdächtige zu befragen und Puzzles zu lösen. Die verblichene Mrs Ascher zum Beispiel hat den Schlüssel zu ihrem Schlafzimmer in der Kasse ihres Geschäfts versteckt. Den dringend benötigten Türöffner findet Poirot allerdings erst, wenn Sie das altmodische Ladenregister in der 3D-Objektansicht in Augenschein nehmen, sich die dort eingravierten Ziffern merken und diese dann in der richtigen Reihenfolge drücken. 

Die Schwierigkeit der Rätsel variiert von Abschnitt zu Abschnitt, stellt einen jedoch nie vor unlösbare Aufgaben, was wiederum dem Spielfluss zugute kommt. Sei es nun der Vergleich von zwei Briefen oder das Öffnen einer Holzschatulle mit versteckten Schiebemechanismen - eine gesunde Portion Logik, ein wachsames Auge und ein Quäntchen Experimentierfreudigkeit vorausgesetzt, stellt Sie "The ABC Murders" vor keine allzu großen Herausforderungen. 

Praktischer Knobelhelfer

Steckt man doch einmal fest, steht eine Hinweisfunktion auf Abruf bereit. Etwas verborgen im Optionsmenü muss sie letztlich nur angeklickt werden und Poirot führt die nächste, für den weiteren Spielverlauf sinnvolle Aktion völlig automatisch aus. Er geht also beispielsweise an einen wichtigen Ort, betrachtet ein relevantes Objekt oder kombiniert einen Gegenstand aus dem Inventar mit der Umgebung. Was bleibt, ist ein ziemlich narrensicheres System, das zudem nach kurzer Abklingzeit von einer Minute gleich wieder verwendet werden. Schade: Eine mehrstufige Rätselhilfe wie in "Professor Layton" und Co. ist nicht vorgesehen. 

Abseits der Puzzles sorgen vor allem die Zeugenbefragungen und das Herleiten von Schlussfolgerungen für wohliges Krimi-Feeling. Erstgenanntes Element läuft im Grunde genommen wie ein Multiple-Choice-Dialog ab. Poirot verwickelt eine Person in ein Gespräch, das Sie nun durch die Wahl verschiedener Aussagen vorantreiben. Tiefgang erhält das Konzept durch ein vorangehendes Minispiel, bei dem Sie stets drei Merkmale einer Person mit dem Cursor markieren müssen, um so ein erstes Personenprofil anzulegen. Im Falle von Mrs Ascher Ehemann geben beispielsweise die zerrissene Schulterpartie seiner Jacke, die blutige Lippe und das geschwollene Augen Hinweise auf einen vorangegangen Kampf - was Poirot dann wiederum in seinem Verhör aufgreift. 

Sherlock wäre stolz

Beim Herleiten von Schlüssen dreht sich dagegen alles darum, aus mehreren kurzen Aussagen die richtigen auszuwählen und in eine Art Mini-Mindmap zu verschieben. Stimmt die Auswahl, geht Poirot im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht auf und die Story wird weitergesponnen. Eine charmante Idee und entsprechend befriedigend, wenn man als aufmerksamer Spieler gleich die jeweils richtigen Elemente herauspickt. Wichtig: Auch hier ist das Spiel äußerst verzeihend, da die Elemente beliebig oft angeordnet werden können. 

Was uns gefällt

Obwohl die Geschichte mit gerade mal sechs bis sieben Stunden Spielzeit sehr kompakt ausfällt, fesselt sie von Anfang bis Ende. Man will einfach wissen wie es weitergeht und herausfinden, wer hinter den Morden steckt. Dass sich am Ende einiges so entwickelt wie man es vielleicht nicht erwartet hätte, untermauert die Stärke des Plots zusätzlich. Überraschend unterhaltsam ist darüber hinaus das Herleiten von Schlüssen. Nicht zuletzt weil man schnell merkt, dass man deutlich flotter vorankommt, wenn man wirklich jedes Gespräch wie ein Schwamm aufsaugt. 

Was uns nicht gefällt

So ansprechend der Cel-Shading-Look und so abwechslungsreich die Örtlichkeiten auf den ersten Blick auch sein mögen, in Bewegung offenbart "The ABC Murders" seine Schwächen. Leblose Mimik, abgehackte Animationen, so gut wie nie lippensynchron - wer zuvor „The Book of Unwritten Tales“ oder andere Perlen des Genres gespielt hat, wird eklatante Qualitätsunterschiede feststellen.

Immerhin: Die Sprachausgabe ist deutlich besser, allerdings nur in englischem Ton mit deutschen Untertiteln verfügbar. Erschwerend kommt hinzu, dass Hauptfigur Poirot Englisch mit hartem französischen Akzent spricht. Zugegeben, der Atmosphäre tut dies keinen Abbruch. Wer allerdings des Englischen nur teilweise mächtig ist, braucht eine ganze Weile, sich reinzuhören. 

Fazit

Was "The ABC Murders" im Hinblick auf Umfang und Präsentation fehlt, macht es in großen Teilen durch seine spannende Handlung, den stets fairen Schwierigkeitsgrad und das damit einhergehend Flow-Erlebnis wieder wett. Mit knapp 40 Euro fällt die Konsolen-Fassung allerdings zu teuer aus - 30 Euro wie bei der PC-Fassung wären angebrachter gewesen. 

Infos zum Spiel

Titel: Agatha Christie  The ABC Murders
Genre: Krimi-Adventure
Publisher: Bandai Namco
Hersteller: Microids
Release-Termin: Im Handel  
Preis: zirka 25 Euro (PC-Download via Steam), zirka 30 Euro (PC-DVD), zirka 40 Euro (PS4, Xbox One)
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren  
Wertung: Befriedigend 

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