Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Test zu Gone Home für PS4 und Xbox One

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Test zu Gone Home: Console Edition | Adventure | PS4, Xbox One  

Fremd im eigenen Haus

17.02.2016, 15:27 Uhr | Michael Förtsch (jr / ams), Medienagentur plassma

Test zu Gone Home für PS4 und Xbox One. Spielerisch ist Gone Home auf ein Minimum reduziert: Man läuft und schaut sich um.  (Quelle: Fullbright / Sony)

Spielerisch ist Gone Home auf ein Minimum reduziert: Man läuft und schaut sich um. (Quelle: Fullbright / Sony)

Ein junges Mädchen, eine finstere Nacht und ein Haus irgendwo im Nirgendwo: Das Indie-Game "Gone Home" beginnt wie ein klassischer Gruselfilm, ist aber ein einfühlsames Erzähl-Abenteuer. Hier kämpft der Spieler nicht ums Überleben oder gegen böse Geister, sondern studiert den Werdegang einer Familie in den 90er Jahren. Er analysiert ihr Leben, ihre Probleme und ihre Sehnsüchte. All das geschieht alleinig über das Betrachten ihrer Umgebung und ihrer Besitztümer. 

Auf dem PC ist Gone Home schon 2013 erschienen und bewies, dass Computerspiele keine Action, Explosionen oder riesenhafte Spielwelten brauchen, um zu fesseln. Nun ist das emotionale Experiment als "Console Edition" auch für PS4 und Xbox One erhältlich - und auch hier ein echtes Muss. 

Keine Willkommensparty 

Ein Sturm tobt, der Wind peitscht umher, Donner grollt durch den Himmel, und der Regen prasselt gegen Wände und Fensterscheiben. Es ist kein besonders schöner Tag, an dem die junge Kaitlin Greenbriar Mitte 1995 nach einem Auslandsjahr nach Hause kommt. Noch schlimmer jedoch: Niemand erwartet sie in ihrem Elternhaus. Es gibt keine Willkommensfeier, keinen Kuchen und keine Umarmung. Stattdessen findet sich der Spieler in Gestalt des Mädchens nebst einer abgestellten Tasche und einem durchnässten Seesack auf der Veranda wieder. Die Tür? Verschlossen.

Immerhin hängt ein Notizzettel von Schwester Samantha am Fenster. Der besagt, dass Kaitlin nicht nach Antworten suchen solle, wo "Sam" gerade sei. Sie wolle nicht, dass es jemand weiß. Eine zu Beginn des Spiels ziemlich kryptisch-verwirrende Nachricht - und der Beginn einer melancholischen Teenager-Detektiv-Geschichte. 

Der Spieler tappt im Dunkeln 

Zu Anfang muss man jedoch erst einmal den Weg ins Haus finden. Aber das ist mit etwas Umherstöbern schnell getan. Dabei erklärt Ihnen das Spiel auch direkt das sehr simple Steuerungskonzept: Während Sie das Geschehen aus klassischer Ego-Perspektive verfolgen, marschiert man mit Hilfe der beiden Controller-Sticks und schaut sich in der Gegend um. Mit der Kreuz-Taste öffnen Sie hingegen Schubladen, aktivieren Schalter und nehmen Gegenstände auf. Das war's im Grunde auch schon mit den Steuerungsraffinessen. 

Ist die Tür aufgeschlossen, tut sich das elegante und überraschend weitläufige Haus vor dem Spieler auf. Dunkle Gänge, flackerndes Licht und jede Menge Räume erwarten Sie, und eine knapp zwei bis drei Stunden dauernde Entdeckungstour beginnt. Denn tatsächlich gräbt man sich in Gone Home vor allem durch unzählige Zimmer und Schränke und die darin enthaltenen Briefe, Bilder und Notizen. Das Jungendzimmer von Sam, das Wohnzimmer mit Fernseher, ein dunkler Keller und ein Dachboden sind nur einige davon. Alle Schauplätze wirken lebensnah und authentisch, aber auch ziemlich mysteriös. 

Geheimnisse über Geheimnisse

Ziemlich am Anfang des Spiels ertönt beim Klick auf einen Anrufbeantworter die Stimme eines jungen Mädchens, das nach der verschwundenen Samantha fragt. Verzweiflung klingt in ihren Worten. Ein Schluchzen ist zu hören. Ziemlich verstörend. Wer ist das? Und: Was will sie? Das sind einige der Fragen, die im Laufe des Spieles beantwortet werden. All die kleinen Informationen fügen sich irgendwann zu einem Gesamtbild zusammen - eben dem Leben einer Familie, die gerade einiges durchzustehen hat. Man erfährt, welchen Job Vater Terry ausübt, was Mutter Jan umtreibt und welchen Herausforderungen und Verunsicherungen sich Sam gegenübersieht. 

Jedoch auch Kaitlin, das eigene Alter Ego, offenbart sich in ihren gesprochenen Erinnerungen, die durch das Betrachten bestimmter Gegenstände ausgelöst werden. Sie erzählt etwa vom ersten Tag in der neuen Schule und wie sie jeder entgeistert ansah, weil ihre Eltern mit ihr ins "Psycho-Haus" eingezogen sind. 

Kein Spuk, sondern Emotionen

Schon in den ersten Minuten schafft es Gone Home, trotz seiner veralteten, gegenüber der PC-Fassung nur leicht verbesserten Optik, eine unheimlich dichte Atmosphäre aufzubauen. Die kleinen Details, intimen Informationen und liebevoll gestalteten Handschriften geben dem Spieler das Gefühl, wahrlich ins Miteinander realer Menschen zu blicken. Gemeinsam mit dem steten und geradezu meditativen Regengeprassel, gelegentlichen Donnerschlägen und sachte eingestreuten Musikstücken entstehen viele packende, aber auch emotional berührende Momente. 

Anders als etwa im zuletzt erschienen "Firewatch" gibt es hier keine narrativen Stolpersteine wie unsichtbare Wände, die aus dem Geschehen reißen. Stattdessen wirken Geschichte, Kulisse und Charaktere wie aus einem Guss. Nicht zuletzt Protagonistin Kaitlin wird nach und nach immer greifbarer und zu einer Person, die man wirklich zu kennen glaubt und mit der man mitfühlen kann. 

Was uns gefällt 

Gone Home ist einfach, aber genial. Spielerisch ist es auf ein Minimum reduziert. Man läuft und schaut sich um. Gegenstände werden aus Fächern und von Tischen genommen. Doch all das, was sich findet, fasziniert und baut sich zu einer emotional bewegenden Geschichte zusammen. Die englische Sprachausgabe - samt deutscher Untertitel - ist prima gelungen. Ebenso überzeugt die stimmige Akustik mit ihren passenden Umgebungsgeräuschen und kurze Musikstücken. 

Was uns nicht gefällt

Wer zuvor noch nichts von diesem Spiel gehört hat, mag sich zum Schluss in die Irre geführt fühlen. Denn gemessen an der anfänglichen Stimmung ist die Story letztlich erschreckend lebensnah und damit fast etwas trivial - aber wirklich vorwerfen kann man dies dem Spiel nicht. Die Grafik war zum erstmaligen Erscheinen 2013 nett anzuschauen, trotz Überarbeitung wirkt sie mittlerweile jedoch ein wenig veraltet. 

Fazit

Als Gone Home im Jahr 2013 veröffentlicht wurde, da war es ein überraschendes Spiele-Experiment. Der Walking Simulator wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und fand etliche Nachahmer - Indie-Games wie "Everybody's Gone To The Rapture", "Dr. Langeskov", "Homesick" und auch "The Old City" verdanken ihm ihre Existenz.

In den drei Jahren und auf Konsole hat Gone Home nichts von seiner Faszination verloren. Immer noch kann die unerwartete Geschichte begeistern, der voyeuristische Blick ins Leben einer fremden Familie faszinieren und die Charakterzeichnung überzeugen. Gone Home ist ein ruhiges, in sich gekehrtes Erlebnis, das auf vieles verzichtet, was ein Videospiel normalerweise von seinem Nutzer verlangt. Genau das macht es so besonders - aber eben auch zu einem Werk, das nichts für jedermann ist. 

Infos zum Spiel

Titel: Gone Home - Console Edition
Genre: Action-Abenteuer
Publisher: Fullbright / Sony
Hersteller: Fullbright / Midnight
Release-Termin: Im Handel  
Preis: zirka 20 Euro (DLC-Version)
System: PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren 
Wertung: Sehr gut 

News, Tests & Previews, Onlinegames und mehr auf Facebook: Werden Sie Fan von T-Online.de Spiele!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal