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Assassin's Creed Identity: Mörder aus der Hosentasche

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Test zu Assassin's Creed Identity | Action-Abenteuer | iOS, Android  

Mörder aus der Hosentasche

26.02.2016, 15:56 Uhr | (jr / ta), Richard Löwenstein

Assassin's Creed Identity: Mörder aus der Hosentasche. Historisches Setting, offene Welt und geschmeidig animierte Lauf- und Kletterakrobatik: "Identity" übernimt viele bekannte Elemente. (Quelle: Ubisoft)

Historisches Setting, offene Welt und geschmeidig animierte Lauf- und Kletterakrobatik: "Identity" übernimt viele bekannte Elemente. (Quelle: Ubisoft)

Sicher keine dankbare Aufgabe, die Umsetzung eines hochkomplexen Action-Abenteuers aus der "Assassin´s Creed"-Reihe für mobile iOS- und Android-Systeme. Der Düsseldorfer Entwickler Blue Byte hat das Ganze redlich gelöst. Zwar zwickt es gelegentlich bei der Steuerung. Aber Grafik, Spieltiefe und Ausstattung sind erstaunlich für ein Game auf dieser Hardware-Plattform.

"Assassin´s Creed Identity" reist mit dem Spieler nach Italien zurzeit der Renaissance. Die Städte Rom, Florenz und Monteriggioni dienen als Kulisse. Als spätmittelalterlicher Assassine soll der Spieler dort wechselnde Meuchelmorde durchführen. Mit dem wunderschön gezeichneten Kolosseum im Hintergrund oder der Skyline von Florenz am Horizont schleicht sich die Heldenfigur an Opfer heran und zieht sie möglichst lautlos aus dem Verkehr. Soweit kein Unterschied zu den großen "Assassin's Creed“-Games auf Playstation, Xbox und Co. 

Enorme Systemvoraussetzungen

Vor dem ersten Auftrag heißt´s allerdings erstmal das Smartphone / Tablet aufräumen und die Hardware-Voraussetzungen prüfen. Denn Assassin´s Creed Identity frisst in der iOS-Version mal eben 1,8 GB an Speicherplatz und setzt mindestens ein iPad 3, iPad mini 2 oder iPhone 5 mit 4G- oder WiFi-Verbindung voraus. Die Systemvoraussetzungen des Android-Pendants sind aktuell noch nicht bekannt. Diese Version reicht Hersteller Blue Byte erst später im Jahr nach. 

Eine offene Welt erkunden

In Aktion sieht Assassin´s Creed Identity annähernd so gut aus wie auf den "großen" Konsolen - Kompliment dafür an den Hersteller. Die Straßen wirken lebendig, die offene Welt lädt zur Erkundung ein. Durch Gassen laufen, Wände erklettern, von Dächern kopfüber zu Boden stürzen und weich auf Strohballen landen - all die für die Reihe typische Parkours-Athletik ist enthalten.

Man kann zumindest einige Areale frei Schnauze erkunden und wird dort auch fündig. Abseits der Kampagne polstern zum Beispiel Nebenauftäge und Heldenaufrüst-Optionen die Spieldauer auf. Die Heldenfigur lässt sich beispielsweise mit Gesichtern und Kleidung individualisieren. 

Zurückhaltende Ausstattung

Beim Umfang fährt Blue Byte das Game deutlich zurück und verzichtet zum Beispiel auf eine ausgeprägte, von Kamerafahren und Dialogen getragene Rahmenhandlung. Die Kampagne setzt sich vielmehr aus zehn überschaubaren Missionen voller zusammenhangloser Aufträge zusammen: "Töte drei Söldner" zum Beispiel, ohne dass Opfer und Beweggründe näher erläutert würden. Oberflächliche Begründungen von der Art "Sie haben den Ort terrorisiert" müssen reichen.

Der fehlende rote Faden lässt einen manchmal ratlos zurück. Gleich zu Beginn etwa wirft das Game zeitweise den Begriff "Abstergo" auf den Bildschirm und zeichnet Kulissen auf eine Weise, dass der Uneingeweihte an Grafikfehler glauben könnte. Dass da ein Sinn dahinter steckt, das erschließt sich zu diesem Zeitpunkt nur dem Serien-Vertrauten. 

Problematische Steuerung

Der linke Finger auf dem Touchscreen steuert Vorwärts- und Rückwärslauf sowie Richtungsänderung. Alternativ lassen sich Ortswechsel durch simples Antippen des Ziels veranlassen. Der rechte Finger beeinflusst die Kamera, schwenkt sie nach oben und unten, links und rechts. Das Game bemüht sich redlich um eine Vereinfachung der Steuerung und löst viele Aktionen automatisch aus. Der Held wendet sich selbständig Angreifern zu, beginnt nach dem Heranlaufen an eine Wand selbständig das Klettern. Das funktioniert oft gut, aber manchmal fehlt vollendete Geschmeidigkeit. Wenn der Held übertrieben abrupt die Richtung wechselt oder partout in die verkehrte Richtung rennt, dann stört das beim Smartphone-Gaming schon. 

Besser auf dem iPad

Dass es zwickt, liegt halt schlicht am kleinen Bildschirm. Wenn sich zwei Finger einen Touchscreen teilen, ist das immer kritisch. Gilt erst recht wenn sich je nach Situation weitere Bedienicons zwischen Karte und diverse Anzeigen drängen. Ein Icon löst in Kampfsituationen Schwertangriffe aus. Ein anderes ruft ein allsehendes Superauge auf, taucht also alles in seltsame Farben und zeigt Schlüssel, Opfer und andere entscheidende Objekte goldschimmernd.

Solche Details sind zum Teil praktisch und sorgen in jedem Fall dafür, dass sich diese Mobilvariante von Assassin´s Creed sehr erwachsen anfühlt. Aber manchmal ist halt doch ein bisschen viel los auf dem kleinen iPhone-Screen. Am iPad oder bei Vorhandensein eines MFi-Gamecontrollers spielt sich das Action-Adventure spürbar entspannter. 

Was uns gefällt

Für ein Mobile Game fühlt sich Assassin´s Creed Identity sehr erwachsen und erhaben an. Wenn die Heldenfigur Kirchtürme und andere hohe Areale erklimmt, lösen Kameraschwenks über den Horizont schöne Erfolgsgefühle aus. Die Kulissen auf Basis der Unity-Engine sehen zauberhaft aus und fangen das italienische Flair gut ein. Die Musik passt allerdings nicht immer dazu, sie wirkt manchmal zu hektisch und modern. 

Was uns nicht gefällt

Bei pausiertem Game - etwa zweck Rufannahme oder um ein Foto zu schießen - wird das Spiel unter Umständen aus dem Speicher geworfen und resettet. Und das Spiel startet nur bei Vorhandensein einer Online-Verbindung, obwohl das Gameplay darauf locker verzichten könnte. Im Kaufpreis von 4,99 Euro sind außerdem nicht alle Elemente enthalten. Das Game bietet zusätzliche Ausstattung an, die beispielsweise den Fortschritt beschleunigen. Man kann die Kampagne aber ohne In-App-Geschäfte abschließen. 

Fazit

Unterm Strich hinterlässt Assassin´s Creed Identity" gemischte Gefühle. Die sehenswerte Erscheinung leidet unter einer nicht immer verlässlich wirkenden Steuerung. Serienkenner könnten die schlichte Erzählweise als störend empfinden. Aber das ist Meckern auf ausgesprochen hohem Niveau, nämlich im Vergleich mit Serienvorlegern auf PC und großen Konsolen. Für sich betrachtet, holen kurze Missionen-To-Go und eine starke Grafik Maximales aus iPhone und iPad heraus. Drei bis vier Stunden Unterhaltung für knapp fünf Euro, das geht schwer in Ordnung, zumal das Abenteuer mit dem Ende nicht vorbei ist: Weitere Missionen sollen folgen. 

Infos zum Spiel 

Titel: Assassin's Creed Identity
Genre: Action-Abenteuer 
Publisher: Ubisoft
Hersteller: Blue Byte 
Release: 25. Februar 2016
Preis: zirka 5 Euro 
System: iOS (Android in Kürze)
USK-Freigabe: Nicht geprüft
Wertung: Gut 

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