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Twilight Princess HD: Nachgeschärftes Reich der Schatten

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Test zu The Legend of Zelda - Twilight Princess HD | Action-Abenteuer | Wii U  

Nachgeschärftes Reich der Schatten

01.03.2016, 16:08 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Twilight Princess HD: Nachgeschärftes Reich der Schatten. Neu in HD: Held Link bricht auf Nintendos Wii U-Konsole erneut zur Rettung des Königreichs Hyrule auf. (Quelle: Nintendo)

Neu in HD: Held Link bricht auf Nintendos Wii U-Konsole erneut zur Rettung des Königreichs Hyrule auf. (Quelle: Nintendo)

Neuauflage eines der faszinierendsten Fantasy-Abenteuer aller Zeiten: Ist jetzt knapp zehn Jahre her, dass Nintendos Action-Abenteuer "Twilight Princess" auf der Wii-Konsole debütierte. Dem allgemeinen Trend zum Game-Recycling folgend, bricht der mutige Held namens Link auf Nintendos Wii U-Konsole erneut zur Rettung des Königreichs Hyrule auf. Ob die HD-Version trotz enttäuschendem Grafiktuning und fehlender Gestensteuerung zu großen Abenteuern einlädt? 

Eine kurze Reise zurück in der Zeit

Als "The Legend of Zelda - Twilight Princess" im Dezember 2006 erschien, war das abenteuerbegeisterte Publikum in höchsatem Maße angetan. Eine der Besonderheiten damals: "Twilight Princess" nutzte die Gestenerkennung der damals brandneuen Wii-Konsole. Der Spieler schwang die Wii-Fernbedienung durch die Luft und führte damit die Schwerthand eines kleinen mutigen Helden namens Link gegen übermächtige Bossgegner. So verschmolzen Gamer und Heldenfigur auf innigste Weise.

Allerdings hatten Nintendo-Fans lange genug auf dieses Erlebnis hingefiebert. Seinen Kampf gegen gruselige Schattenwesen hätte Link ursprünglich schon Ende 2005 aufnehmen sollen - und zwar auf der Vorgängerkonsole, dem Gamecube. 

Spiegelverkehrte Welt

Nintendo opferte diesen Starttermin, nutzte das Plus an Zeit für eine Wii-Adaption des Gamecube-Abenteuers und erntete Anfang Dezember 2006 großen Beifall. Das Gamecube-Original erschien ein paar Tage später und zeigte sich -  Überraschung - ziemlich inhaltsgleich. Unterscheidbar sind beide Varianten fast nur anhand eines Details: Auf dem Gamecube führt Link das Schwert mit der linken Hand, so wie es der Held der Zelda-Reihe seit jeher tut. Für die Wii-Version wurde das Schwert in die rechte Hand gespiegelt.

Die leitenden Produzenten Shigeru Miyamoto und Eiji Aonuma begründeten das damals mit der Annahme, die meisten Wii-Spieler würden die Wii-Fernbedienung - und damit das Schwert des Helden - mit der rechten Hand führen wollen. Die Spiegelung des Schwertes und einiger anderer Merkmale käme demnach der Immersion zugute.

Zusätzliche Komfortmerkmale

Warum ist das jetzt und hier bemerkenswert? Weil Twilight Princess HD erstaunlicherweise auf der Gamecube-Urversion basiert, nicht auf dem viel beliebteren Wii-Abenteuer. Das bedeutet: Link trägt sein Schwert zur Linken und reagiert nicht auf Fuchtelei mit der Wii-Fernbedienung. Als Controller stehen lediglich das Wii U-Gamepad oder der Wii U Pro-Controller zur Auswahl.

Traurig? Nein, denn dem Verzicht auf gestengesteuertes Schwertergeklirr stehen erhebliche Vorteile gegenüber. Auf der Wii-Konsole wirkte die Steuerung in einigen Situationen überladen. Manövrieren bei gleichzeitigem Umgang mit Bogen und Zielfunktion: Das klappt nun, mit mehr Tasten auf dem Controller und ergänzten Komfort-Extras, deutlich besser. So zeigt das Display des Gamepads eine Umgebungskarte. Das erleichtert die Orientierung sehr. Auch der ins Pad integrierte Bewegungssensor macht sich nützlich - beispielsweise, wenn Link beim Angel-Minigame die Rute auswirft.

Kampf den gruseligen Schattenwesen

Inhaltlich bleibt das Spiel unverändert. Twilight Princess HD handelt von Hyrule, einem Fantasiereich, das vom Herrn der Schatten bedroht wird. Also bricht der junge Link zur Rettung der Welt auf. Er soll die Schattenwelt und ihre Kreaturen der Nacht zurückdrängen und muss dazu etappenweise von seiner eigenen Welt in das Schattenreich wechseln - eine interessante, stimmungsvolle, düstere Erfahrung.

Mit jeder Spielstunde wächst Link heran, macht sich die große offene Welt untertan. Einige Areale sind durch Weite und grünes Gras gekennzeichnet, andere durch melancholische Farben und klaustrophobische Enge. Häufige Stimmungswechsel prägen das Gameplay. 

Viele unterhaltsame Abende 

Link plaudert mit Bekanntschaften, komplettiert Quests und kommt so in der Kampagne voran. Indem er sich Schwert, Bogen, Bumerang, Schild und andere Objekte aneignet, kann er sich zunehmend gefährlicheren Bedrohungen stellen. Ein typisches Zelda-Erlebnis also, das spannende Actionprüfungen mit Gefühlswallungen, Entdeckungsdrang und Rollenspielelementen anreichert. Unterm Strich ergibt das rund 70 Stunden Vorzeige-Unterhaltung, so klug und clever inszeniert, dass Menschen allen Alters darin versinken können. 

Schwache Modernisierung

Man merkt der Neuauflage das Alter des zugrundeliegenden Originals allerdings an. Die Bilder haben zwar Charme, und der Umgang mit Farben weckt Stimmungen. Dennoch: Das Auge des Betrachters muss kantig strukturierte Felsen und Bäume nebst etlichen unscharfen Texturen hinnehmen können.

Die Animation der Figuren, zum Zeitpunkt des Spieldebüts hochgelobt, hat einiges an Charme verloren. Link wirkt bei Sprints hüftsteif und bei Kletterpartien marionettenartig. Dass Dialoge nur per Bildtext stattfinden und höchstens mal ein Comic-Laut im Stil von "Uh!" und "Ah!" eine Situation dramatisiert, das kennen Nintendo-Fans zwar nicht anders, aber das Stilmittel wirkt inzwischen trotzdem reichlich anachronistisch. 

Was uns gefällt  

Das Gameplay profitiert spürbar von nicht allzu auffälligen, aber im Alltag spürbaren Merkmalen der Wii U-Version. Dazu zählen beispielsweise die minimalen Ladeunterbrechungen. Selbst im Todesfall kommt es zu keinen nennenswerten Wartepausen.

Das Gamepad-Display zeigt Umgebung oder Ausrüstung, während sich Link durch die Umwelt bewegt. Dadurch entfällt lästiges Hin- und Herschalten zwischen mehreren Bildschirmen. Komfortabel auch die Amiibo-Schnellstartfunktion: Einfach nur die Amiibo-Figur an den Sensor unterhalb des D-Pad halten, schon startet das Abenteuer am zuletzt besuchten Orientierungspunkt auf der Karte. 

Was uns nicht gefällt 

Die Grafik hat Nintendo nicht nennenswert modernisiert. Die gesteigerte Bildschärfe von PAL- auf Full-HD-Auflösung führt zwar dazu, dass Links schwarzer Lidschatten und andere Details jetzt flimmerfrei zu sehen sind. Aber an Gegnern, Häusern und Bäumen wird deutlich, dass Polygoncount und Texturqualität nur das Niveau von 2006 abbilden.

Auch der Musik hätte eine Überarbeitung gut getan. Zwar betonen abenteuerliche Rythmen einen malerischen Ritt durch Ländereien passend, und schnelle Taktwechsel steigern die Spannung von Kampfsituationen spürbar. Die quäkige Tonqualität ist in einem Game, das beinahe zum Vollpreis verkauft wird, aber unangemessen. 

Fazit 

Wie nennt man ein Fantasy-Abenteuer, das liebevolle Aufmachung, emotionale Dialoge, anspruchsvolle Actionszenen und klug arrangierte Puzzles nahtlos zusammen fügt? Antwort: "Twilight Princess". Galt für die Originalversion auf Gamecube und Wii und gilt für die Wii U-Version noch mehr, weil sie sich aufgrund ergänzter Komfortmerkmale geschmeidiger spielt. Der Wegfall der Gestensteuerung und der Verzicht auf zeitgemäße Pixelkunst stellen allerdings die Toleranz des Betrachters heftig auf die Probe. 

Infos zum Spiel: 

Titel: The Legend of Zelda - Twilight Princess HD 
Genre: Action-Abenteuer 
Hersteller / Publisher: Nintendo 
Release: 4. März 2015 
Preis: zirka 45 Euro (Standard) / zirka 60 Euro (Limited Edition mit Amiibo-Figur)
System: Wii U 
USK-Freigabe: ab 12 Jahren 
Wertung: Sehr gut 

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