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Preview zu No Man's Sky: Faszinierender Weltensimulator

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Hands-on-Preview zu No Man's Sky | Weltraum-Abenteuer | PS4  

Faszinierender Weltensimulator

03.03.2016, 15:56 Uhr | Benjamin Kratsch (jr / ams), Medienagentur plassma

Preview zu No Man's Sky: Faszinierender Weltensimulator. No Man’s Sky hat das Potenzial, das Minecraft der Playstation-Generation zu werden. (Quelle: Hello Games)

No Man’s Sky hat das Potenzial, das Minecraft der Playstation-Generation zu werden. (Quelle: Sony)

"No Man's Sky" will nicht in eine Genre-Schublade gesteckt werden. So viel wird schnell klar, als wir in London einen Abend mit dem im Juni für PS4 erscheinenden Weltraum-Planeten-Erkundungsspiel verbringen. Es spielt sich wie die Indie-Version von "Star Wars: Das Erwachen der Macht", wenn man mit seinem kleinen Raumschiff eine Flotte von Transportern im All angreift und sogleich von der Weltraumpolizei gejagt wird. Doch Spieler müssen sich dem Kampf mit Lasern und Photonentorpedos nicht stellen, sie können auch einfach auf einem von Tausenden von Planeten landen und dort in aller Ruhe die Umgebung erkunden. Was der vielversprechende Titel sonst noch zu bieten hat, verrät unsere Vorschau. 

Der Weltraum, unendliche Weiten

In No Man's Sky bereist der Spieler mit seinem Raumschiff ein prozedural generiertes Universum - eine virtuelle Welt, die dank eines ausgeklügelten Algorithmus automatisch gebildet wird. Aus der Ego-Perspektive erforscht er dann Planeten, Fauna und Flora, kann Ressourcen sammeln, wie in einem Shooter Feuergefechte gegen Aliens austragen oder mit seinem Schiff nahtlos auf den nächsten Planeten fliegen. 

Apropos Planeten: Die sehen in No Man's Sky wie zu digitalem Leben erweckte Aquarelle aus. Das Gras ist nicht grün wie auf der Heide, sondern rot wie ein Bordeaux-Wein. Die Bäume sind lila und orange, tragen schwarze oder beige Blätter, und auch die Tierwelt mutet höchst exotisch an. Um das Raumschiff versammeln sich Kreaturen, die an die knuffigen Ewoks von George Lucas erinnern, allerdings mit dem Schnabel eines Kakadus und mit grell-violett glänzendem Fell. Und das auch nur auf dem tropischen Planet Oria V Caves, wo es warm ist, Pflanzen blühen und Tiere sich wohlfühlen. Schon bei der Landung auf dem nächsten Himmelskörper fällt die Temperatur auf eisige Minus 165 Grad, und die komplette Umgebung ändert sich. 

Sie merken schon: Dieses PS4-Spiel, das gerade mal von elf Mitarbeitern im britischen Guildford entwickelt wird, erfindet sich permanent neu. Mal ist die bereiste Welt glühend heiß, mal eisig kalt, mal radioaktiv verseucht. Es ist ein Werk, so anziehend, das auf der letzten E3-Messe in Los Angeles sogar Stars wie Steven Spielberg und Kanye West um eine Audienz bei Entwickler Hello Games baten. 

Wie Minecraft im Weltall  

Man kann sich No Man’s Sky ein bisschen wie "Minecraft" vorstellen, nur mit vielen, vielen unterschiedlichen Welten. Als Pilot eines Raumschiffs entscheidet der Spieler, ob er als Pirat oder als Ressourcen-Händler Karriere machen will. Dementsprechend wählt er auch seinen Raumgleiter aus - gerne mit Warp-Antrieb ausgestattet. Zum Beispiel einen pfeilschnellen Jäger. Oder einen Transporter, der an den Millenium Falcon von "Star Wars"-Held Han Solo erinnert. 

Allianzen mit der tierischen KI können ebenfalls geschmiedet werden. Diese gewährt dem Spieler dann sogar eine Eskorte. Auf den einzelnen Planeten leben zudem nicht nur Tiere, sondern auch andere Völker - die Korvax zum Beispiel, eine Alienrasse mit exzellenten Ingenieuren, die im Austausch gegen wertvolle Kristalle Waffen mit mehr Feuerkraft verkaufen. Schließlich sind nicht alle Zwei- und Vierbeiner auf den Planeten freundlich gesinnt: In No Man's Sky es gibt auch Triceratops-Rudel oder riesige Rentiere, die Sie über die halbe Karte jagen. 

Den Spieler neugierig machen

Zudem schwirren überall Drohnen umher, die in der im Probespiel absolvierten Szenerie als Security fungieren. Das Spiel erklärt diese Mechanismen allerdings nicht - es geht den Machern viel mehr darum, die Neugierde des Spielers zu wecken. Wer sich genau umschaut, der entdeckt religiöse Korvax-Stätten, kann deren Inschriften lesen, so die Sprache der Aliens erlernen und dadurch beim Handeln einen besseren Preis erzielen. 

Die Kristalle, die Korvax-Händler Ingeniko Elkino im Tausch für ein Scharfschützengewehr haben möchte, befinden sich in einem Gebiet, in dem gerade große gelbe Roboter Ressourcen abbauen. Dringen Sie in diese Sicherheitszone ein, schlagen die Drohnen Alarm und eröffnen das Feuer. Zu Beginn hat man hier ohne entsprechende Waffensysteme jedoch keine Chance und muss nach Alternativwegen zu den Kristallen suchen. Beispielsweise unter Wasser - wo aber wiederum neue Gefahren wie mutierte Haie und Schlimmeres auf den Spieler warten. 

Tausende Planeten, Kulturen und Religionen

No Man’s Sky ist ein kleines Technik-Wunderwerk, die prozedural generierte Welt ist so faszinierend wie einzigartig. "Na ja, ganz so besonders ist das gar nicht, es ist eher einfache Chemie", meint hingegen Chefdesigner Sean Murray im Gespräch mit t-online.de/spiele. "Jedes Blatt enthält verschiedene Farbstoffe. In England oder auch in Deutschland überdeckt das Chlorophyll die anderen Farbstoffe, deshalb sind unsere Blätter meist grünlich, während japanische Kirschblüten rosa-rötlich sind." 

Murray entschuldigt sich dafür, manchmal wie ein Lehrer zu klingen, und fährt mit seinem Chemie-Exkurs fort: "Der Winkel der Sonneneinstrahlung und die Intensität haben auf der Erde ja auch Einfluss darauf, welche Mineralien sich im Boden bilden. Natürlich verändern unterschiedliche Rohstoffe die Flora, woraus sich auch eine andere Fauna bildet."

Kurz gesagt: Das Spiel entscheidet, welche Rohstoffe auf einem Planeten wachsen und siedelt entsprechend Tierarten an. Aber es gibt auch robotische Völker, die die Sonne anbeten und für die man Aufträge erledigt oder die man bekämpfen kann. Je nachdem wie freundlich oder aggressiv der Spieler agiert, sind ihm diese Rassen feindlich gesinnt oder behandeln ihn als Geschäftspartner.

All diese Mechaniken werden laut Murray vollautomatisch für 18 Trillionen Planeten in Tausenden Sonnensystemen errechnet. Ein Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde für die größte Spielwelt aller Zeiten dürfte dem ambitionierten Studio damit sicher sein. 

Was uns gefällt

No Man’s Sky setzt dem Spieler keine Grenzen, sondern lädt ihn zum eifrigen Experimentieren ein. Genau wie Minecraft verrät es seine Spielmechaniken nicht direkt. Stattdessen gilt es, Details herausfinden - zum Beispiel, welche Upgrades für den Anzug gegen Strahlung oder Kälte helfen. Atmosphäre und Stimmung beim Streifzug durch diese kunterbunten Science-Fiction-Welten machen süchtig.

Faszinierend ist aber auch, wie sich auf jedem Planeten eigene Kulturen ansiedeln, die Herrschaftssystemen unterliegen, Roboter oder Tiere als Arbeitskräfte benutzen. Schön auch, dass man hier nicht unbedingt kämpfen muss - alleine das Erkunden, Handeln und Upgraden macht bereits viel Spaß.

Was uns nicht gefällt

Kann dieses Spiel auch über längere Zeit fesseln? Schließlich erzählt es keine zusammenhängende Geschichte, und man ist die meiste Zeit allein unterwegs. Es gibt zwar computergesteuerte Charaktere und zudem eine Online-Anbindung. Wie Sean Murray betont, ist das Universum von No Man's Sky allerdings so riesig angelegt, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit nie auf einen Mitspieler treffen wird. 

Fazit

No Man’s Sky hat das Potenzial, das Minecraft der Playstation-Generation zu werden. Zwar gibt es hier keinen Aufbau-Part, dafür ist das Spiel dank seiner prozedural generierten Spielwelt gigantisch groß und bietet spannende Gameplay-Mechaniken und zahlreiche brauchbare Ideen. Spieler sind nicht auf einen Planeten festgelegt, sondern können auch in den Weltraum abheben und ihr Schiff mit Waffen oder Hitzeschilden für besonders heiße Klimazonen ausrüsten. Mit jeder Landung trifft man auf völlig andere Kreaturen, Rassen und Religionen - das ist unglaublich fesselnd inszeniert und weckt den Entdeckergeist im Spieler. 

Infos zum Spiel

Titel: No Man's Sky
Genre: Weltraum-Abenteuer
Hersteller: Hello Games
Publisher: Sony
Release: 22. Juni 2016
Preis: zirka 70 Euro 
System: PS4 
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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