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Vorschau zu Ratchet & Clank | Jump'n'Run | PS4  

Spiel zum Film zum Spiel

07.03.2016, 17:00 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Preview zu Ratchet & Clank. Das neue Ratchet & Clank für PS4 spielt sich noch besser als das ohnehin schon brillante Videospiel-Vorbild aus dem Jahre 2002. (Quelle: Sony)

Das neue Ratchet & Clank für PS4 spielt sich noch besser als das ohnehin schon brillante Videospiel-Vorbild aus dem Jahre 2002. (Quelle: Sony)

Seit rund 14 Jahren sind Mechaniker Ratchet und sein Roboterkumpel Clank treue Wegbegleiter der Playstation-Community. Insgesamt 13 Jump'n'Run-Actionspiele verteilt über vier verschiedene Hardware-Plattformen hat die Reihe nun schon hervorgebracht. Ab dem 20. April 2016 wollen es Publisher Sony und Entwickler Insomniac Games noch einmal wissen. Und zwar mit einem grafisch beeindruckenden PS4-Game, das sich den zeitnah am 28. April 2016 startenden "Ratchet & Clank"-Kinofilm zum inhaltlichen Vorbild nimmt, der wiederum lose auf der Handlung des genialen PS2-Erstlingswerk aus dem Jahr 2002 beruht. Das Spiel zum Film zum Spiel sozusagen. 

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Schon der inhaltlich dicht an den Kinofilm angelehnte Einstieg zeigt, dass Ratchet & Clank für die PS4 weit mehr sein will als eine Frischzellenkur des Hüpf-Hits von 2002. Sichtlich betrübt, ja, fast schon melancholisch sitzt Ratchet - letzter Vertreter der Spezies Lombax - oben auf dem Transportkran seiner Werkstatt und starrt in den Sternenhimmel. Fröschen quaken, die Musik plätschert schwermütig dahin. "Ich werde nie ein Ranger sein", murmelt der erfahrene Mechaniker, als plötzlich ein glühendes Etwas in die Atmosphäre eindringt, und dann mit einem dumpfen Knall im nahegelegenen Wald aufschlägt.

Neugierig wie Lombaxe nun mal sind, schnappt sich Ratchet natürlich gleich sein futuristisches Motorrad und düst zu Absturzstelle, wo er kurz darauf ein brennendes UFO vorfindet. Dann geht alles ganz schnell: Geschwind rutscht der selbsternannte Retter den Berghang hinab, bricht das Cockpit des Mini-Raumschiffs auf, nimmt den Piloten in seine schützenden Arme und flüchtet bevor der Selbstzerstörungsmechanismus alles in die Luft jagt. Der Geborgene? Ein überaus höflicher Roboter namens Clank, der etwas von einer bevorstehenden Invasion der Stadt Aleero City berichtet. Die Odyssee des ungleichen Gespanns kann beginnen. 

Animationsfilm zum Mitspielen

Was folgt, ist klassische Jump’n’Run-Action im Stil der zahlreichen Vorgängerspiele. Naja - fast, denn die Grafik sieht so viel besser aus als früher, dass sich nicht nur Kenner des Erstlingswerks gründlich die Augen reiben werden. Wären nicht ständig die serientypischen Bildschirmanzeigen zu sehen, könnte man das hier tatsächlich schnell mit dem gleichnamigen Kinofilm verwechseln. Egal ob Weitsicht, Detailgrad der Umgebungsobjekte, Texturschärfe oder Vielfalt der Animationen: das Gebotene zieht optisch alle Register und läuft in 1080p bei soliden 30 Bildern pro Sekunde.

Wie ernst es Insomniac Games mit dem Begriff "Neuinterpretation des Originals" meint, wird aber nicht nur beim Blick auf die hervorragende Präsentation klar. Auch spielerisch gibt die PS4-Fassung ordentlich Gas. Das Gamedesign-Team rund um Brian Allgeier, Shaun McMabe und Chad Dezern unterzog wirklich jedes Element des PS2-Klassikers einer Tauglichkeitsprüfung. Resultat: Nebst einer Fülle an neuen Örtlichkeiten spendieren die Kalifornier neue Flugsequenzen, neue Bosskämpfe und unzählige Gameplay-Elemente, die das Original so nie hatte. 

Aufgepeppt und umgebaut

Exemplarisch hierfür lässt sich eine rasante Sequenz in Aleero City anführen. In beiden Versionen des Spiels müssen Ratchet und Huckepack-Kollege Clank einen losfahrenden Zug entern und sich dann bis zur Lok durchschlagen. Der entscheidende Unterschied: Auf der PS2 hüpfen Sie meist von einem flachen Wagon zum den nächsten und knipsen harmlose Feinde aus. Auf der Playstation 4 dagegen sprudelt die Passage nur so vor frischen Ideen und verrückten Interaktionsmöglichkeiten - neun aneinander geketteten Stahlröhren zum Beispiel, die bei Beschuss spektakulär in die Tiefe prasseln. 

Wenig später folgt gleich der nächste Wow-Moment in Form eines manipulierbarer Krans. Lässt Ratchet diesen bei voller Fahrt ausschwenken, zertrümmert der baumelnde Haken Bösewicht-Propagandaplakate am Streckenrand - urkomisch.

Das krönende Highlight im letzten Drittel dieser anarchischen Passage sind allerdings zwei gläserne, nur über eine kleine Öffnung miteinander verbundene Wassertanks. Im linken ein gefräßiger Riesen-Piranha, im rechten ein Dutzend deutlich kleinere Fische, die scheinbar als Unterwegs-Snack serviert werden sollen. Trockener Kommentar von Ratchet: "Ich bin mir sicher, dass es einen sehr guten Grund dafür gibt, Killerfische auf einem Zug zu transportieren."

Die Crème de la Crème der Superwaffen

Massive Umstrukturierungen sind außerdem beim Waffenarsenal zu verzeichnen. Dieses präsentiert sich nun als eine Art Best-of-Sammlung aus über 13 Jahren Rachet & Clank-Geschichte. Wer zum Beispiel auf auf kuschelige Wolle steht, sollte zum legendären Sheepinator greifen. Der feierte in "Ratchet & Clank: Going Commando" für PS2 Premiere und transformiert anvisiertes Feindpack in blökende Schafe.

Dass es noch schräger geht, beweist das erstmals in "Tools of Destruction" vorgestellte Groovitron. Die rotierende Diskokugel wird einfach in einen Pulk Gegner geworfen, der dann wie von Sinnen zu lässiger Partymusik das Tanzbein schwingt - was Ratchet wiederum ausreichend Zeit gibt, eine der übrigen 14 Waffen ohne Gegenwehr abzufeuern. 

Brandneu ist dagegen der Pixelizer. Wer von seinen Projektilen getroffen wird, verwandelt sich binnen Millisekunden in eine Pixel-Variante seiner selbst. Kleinere Widersacher lösen sich anschließend sofort im 8-Bit-Nirvana auf, größere Feinde hingegen nehmen viel Schaden und mutieren zurück in ihre ursprüngliche Form. Ziemlich schräg und ein weiteres Beispiel für die gelungenen neuen Gamedesign-Ideen. 

Clanks Solo-Nummer

Genau wie im PS2-Original spielt Ratchet zwar die erste Gameplay-Geige, zwischendurch dürfen Sie aber auch immer wieder mal als Clank ran. Das Hauptaugenmerk in seinen Abschnitten liegt auf dem Lösen von Rätseln unter Zuhilfenahme von kleinen Minirobotern.

Ein richtig platzierter Bridgebot etwa hilft beim Überqueren von Lavabecken, indem er sich wie eine Brücke darüber spannt. Springbots verwandeln sich in praktische Sprungfedern, Powerbots versorgen andere Objekte mit Strom, während sogenannte Gadgetbots den Befehlen ihres Meisters bedingungslos folgen. 

Was uns gefällt

Während der gesamten Handlung kommentiert Superheld Captain Qwark das Geschehen wie eine Art Märchenonkel aus dem Off. Das schafft einerseits eine Vielzahl von zusätzlichen Gag-Gelegenheiten und hilft andererseits, den Plot auch für ein jüngeres Publikum möglichst verständlich zu inszenieren. Weiterer Pluspunkt: Sowohl für den Film als auch das Spiel wurde Schreiberling Todd Fixman verpflichtet - seit vielen Jahren ein echter Veteran im Ratchet & Clank-Universum und die verantwortliche Feder hinter dem typischen Humor der Serie. 

Was uns nicht gefällt

Wer ganz genau hinsieht, wird in einigen wenigen Szenen bereits veröffentlichter Videos noch sporadische Clipping-Fehler entdecken. Dazu gesellen sich Medienvertreter, die behaupten, die im Dezember 2015 auf der Playstation Experience in San Francisco gezeigte Fassung hätte mit kleineren Slowdowns zu kämpfen.

Könnte ein Problem sein, das uns gezeigte Material war allerdings nicht geplagt von diesem angeblichen Wehwehchen. Viel störender: Auf Mehrspieler- oder Koop-Modi wird komplett verzichtet. Das passt zwar zum Solo-Fokus des Originals, hätte dem Wiederspielwert aber sicherlich nicht geschadet. 

Fazit

Hut ab, was Insomniac Games hier abliefert. Ratchet & Clank für PS4 sieht fast so hinreißend aus wie der zeitnah startende Animationsfilm, spielt sich dabei aber noch besser als das ohnehin schon brillante Videospiel-Vorbild aus dem Jahre 2002. Man merkt einfach, dass zahlreiche Mitglieder des Ursprungsteams ihre Finger im Spiel hatten und mit viel Herzblut bei der Sache waren. Wer sich auch nur ansatzweise für spritzige Jump’n’Run-Kost begeistern kann, sollte das hier auf keinen Fall verpassen. 

Infos zum Spiel

Titel: Ratchet & Clank
Genre: Jump’n’Run
Hersteller: Insomniac Games
Publisher: Sony
Release-Termin: 20. April 2016  
Preis: zirka 45 Euro 
System: PS4
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren 
Eindruck: Sehr gut

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