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"The Division" im Test: New York erliegt der Dollar-Grippe

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Test zu Tom Clancy's The Division | MMO-Rollenspiel-Shooter | PC, PS4, Xbox One  

New York erliegt der Dollargrippe

25.03.2016, 15:23 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

"The Division" im Test: New York erliegt der Dollar-Grippe. Tom Clancy's The Division (Quelle: Ubisoft)

Tom Clancy's The Division (Quelle: Ubisoft)

Ubisoft nimmt mit seiner neuen Triple-A-Marke Activisions MMOG-Hit "Destiny" unter Beschuss: "Tom Clancy's The Division" entführt die Spieler in ein anarchistisches New York, wo sie als Agenten einer Spezialeinheit alleine oder im Team für Frieden sorgen (müssen) und jede Menge Beute abstauben (können). Der Online-Rollenspiel-Shooter für PC, Xbox One und PS4 hat zwar einige deutlich vernehmbare Schwächen, motiviert aber mit knackigen Schießereien und packenden Spielerduellen in der gefährlichen "Dark Zone". 

Shooter-Träume in New York 

The Division zeichnet das finstere Bild eines durch eine Pandemie heimgesuchten New York. Ausgerechnet am Black Friday - dem extrem umsatzstarken Tag nach dem amerikanischen Thanksgiving-Fest - bricht in der Weltstadt die Dollargrippe aus. Warum die Krankheit so heißt? Weil der gefährliche Pockenerreger durch Geldscheine in Umlauf gebracht wurde. Binnen fünf Tagen sorgt er für den Zusammenbruch jeglicher Ordnung. 

Der Online-Shooter führt mit einer stimmungsvollen Filmsequenz in das dystopische Szenario ein: New York ist hier keine lebendige Metropole mehr, sondern eine Geisterstadt. Sie übernehmen die Rolle eines Agenten, der gemeinsam mit den Einheiten der Joint Task Force (kurz: JTF) für Ordnung sorgen soll. Nachdem Sie sich im simplen Editor einen Charakter gebastelt haben, entlässt Sie The Division in seine offene Spielwelt. 

Die erste Übungsmission führt in den New Yorker Stadtteil Brooklyn, ehe es mit dem Helikopter nach Manhattan geht. Dort müssen Hobby-Soldaten nicht nur die Operationsbasis aufbauen, sondern auch dem Ursprung der Dollargrippe in über einem Dutzend Storymissionen auf die Spur kommen. 

Der Aufbau der Operationsbasis

Kurz nach dem Eintreffen in Manhattan schaltet man die Operationsbasis der JTF frei. Diese fungiert als Hauptquartier und ist gleichzeitig Gradmesser für den eigenen Fortschritt. Die Basis besteht aus drei Flügeln: Medizin, Sicherheit und Technik. Im Spielverlauf erhält man für das Absolvieren von Story-Einsätzen und speziell markierter Aufträge Punkte, um diese Flügel mit zusätzlichen Einrichtungen zu erweitern. 

Mit Hilfe der Verbesserungsstation etwa kann man zu einem späteren Zeitpunkt die Eigenschaften von Ausrüstungsgegenständen oder Waffen neu verteilen. Das hilft bei der Spezialisierung auf eine bestimmte Spielweise. Zudem liefern Flügelerweiterungen aktive Fertigkeiten sowie passive Talente und Vorteile. Passive Verbesserungen beinhalten zum Beispiel Inventarergänzungen für zusätzliche Granaten oder Medi-Packs. 

Aktive Fertigkeiten erweisen sich speziell in Gruppenaktivitäten als besonders wichtig: Per Tastendruck legt man beispielsweise einen Hilfsposten aus und heilt somit sich selbst und umstehende Kameraden. Das automatische Geschütz gibt hingegen Rückendeckung, und die mobile Deckung liefert Schutz, wenn man zwischen die Fronten gerät. Schön für Tüftler: Alle Fertigkeiten können zusätzlich mit Mods erweitert werden. 

Mehr Spaß im Team

The Division ist ein reines Online-Spiel und benötigt zwingend eine aktive Internetverbindung. Es können zwar sämtliche Missionen auch solo bewältigt werden, den vollen Spielspaß gibt es aber erst im Team mit bis zu vier Mitspielern, da sich die Fertigkeiten und Eigenschaften der Soldaten untereinander ergänzen. Dadurch entsteht selbst mit unbekannten Teilnehmern schnell ein Wir-Gefühl innerhalb der Gruppe. 

Manhattan ist in 16 Bezirke sowie in die separate "Dark Zone" unterteilt, wobei alle Bereiche jederzeit zugänglich sind. Level-Angaben beim Betreten der Viertel zeigen Ihnen aber, wie stark Ihre Spielfigur sein sollte, damit Sie dort überleben. Die Entwickler machen es dem Spieler nicht leicht: Wer sich mit einem niedrigstufigen Charakter in den umkämpften Osten vorwagt, wird garantiert nicht lange überleben. Glücklicherweise motiviert das Spiel aber mit seiner großzügigen Erfahrungspunkte-Vergabe und stetigen Stufenaufstiegen. 

Shooter oder Rollenspiel? Beides! 

The Division kombiniert somit sein Shooter-Gameplay mit traditionellen Rollenspielelementen: Je mehr Erfahrung der eigene Charakter durch das Bewältigen von Haupt- und Nebenaufgaben sammelt, desto stärkere Waffen und Ausrüstungsgegenstände stehen ihm zur Verfügung. Diese wiederum rüstet man mit Modifikationen auf und verbessert so deren Werte. Für Pistolen, Schrotflinten, Sturm- und Maschinengewehre finden Sie im Spielverlauf Magazine, Visiere und andere Aufbauten. Diese platziert man im handlichen Übersichtsmenü und verstärkt so die eigene Bewaffnung. 

Welle um Welle 

So komplex das Charakter- und das Ausrüstungsmenü aber auch sein mag, beim Missionsdesign entpuppt sich The Division als klassischer Shooter. In jeder Aufgabe geht es letztlich darum, feindliche Armeen entweder abzuwehren oder offensiv auszuschalten. Leider wiederholen sich die Aufträge mit der Zeit – ähnlich wie in Destiny oder "Halo 5: Guardians" überfluten immer neue Gegnerwellen den Bildschirm. Problematisch ist hierbei, dass Sie auf Dauer stets die gleichen Feindtypen bekämpfen. Das ist zwar angesichts des auf Realismus getrimmten Settings nachvollziehbar, aber fantasievolle Obermotze oder sonstige Höllenkreaturen darf man hier nicht erwarten. 

Dafür agieren die Computersoldaten über weite Strecken clever, flankieren den Spieler oder zwingen ihn in den Nahkampf. Besonders gemein sind die mit Flammenwerfern bewaffneten Cleaner oder die zum Ende von Missionen auftauchenden Spezialgegner, die über eine schwere Panzerung verfügen und reichlich Blei einstecken. 

Die Feuergefechte sind unterhaltsam inszeniert, die bedingungslose Action kann nach vielen Spielstunden aber auch ziemlich monoton werden. Denn letztlich gibt es keine alternative Lösung, als wirklich alle Widersacher auszuschalten. Im Team-Modus fällt dieser Umstand dank der Gruppendynamik nicht so stark auf. Einzelspieler könnten sich aber über die ständige Ballerei, die mangelnde Abwechslung und die zu seichte Geschichte ärgern. Letztlich verkommen die Einsätze im späteren Verlauf zur puren Erfahrungspunkte- und Ausrüstungsbeschaffung - da wäre etwas mehr Einfallsreichtum seitens Entwickler Massive Entertainment wünschenswert gewesen. 

Dunkel und feindselig

Die Bezirke von Manhattan sind ausschließlich für den Koop-Modus ausgelegt, "Friendly Fire" gibt es hier nicht. Stattdessen sucht man sich vor Hauptmissionen mit einem Tastendruck Mitspieler oder schließt sich in "Safehouses" zu Erkundungstrupps zusammen. Die bereits erwähnte, abgesperrte "Dark Zone" fügt dem Spiel jedoch einen schönen Survival-Aspekt hinzu. In dem rot markierten Bereich finden Sie die besten Ausrüstungsgegenstände. Aber Achtung, man trifft hier nicht nur auf feindselige Computergegner, sondern kann auch gegen andere Spieler kämpfen. 

In der "Dark Zone" ist es daher möglich, andere Spieler abzuschießen und ihnen die gefundene Beute abzuluchsen. Wer aktiv gegen andere Teilnehmer vorgeht, wird als "abtrünnig" markiert. Schießt man gar zu viele Spieler innerhalb kurzer Zeit um, erhält man sogar den Status "vogelfrei" und ist damit auf der Karte aller Teilnehmer sichtbar.

Die Dark Zone wird damit zur sozialen Spielwiese für Shooter-Fans: Spielt man als Räuber und lauert anderen Teilnehmern auf? Beschützt man Einzelspieler? Oder tut man sich spontan mit anderen zusammen? Die Möglichkeiten erwiesen sich im Test als vielfältig und gleichermaßen intensiv. Schnell entstehen neue Bündnisse oder spontane Fehden. Auf der anderen Seite frustriert die Dark Zone auch gelegentlich, denn hier sind hinterhältigen Attacken erfahrener Spieler Tür und Tor geöffnet. 

Was uns gefällt

The Division ist ein wunderschöner und fordernder Online-Shooter. Selten zuvor hat ein Videospiel eine heruntergekommene Großstadt derart detailliert dargestellt - das virtuelle New York sieht streckenweise atemberaubend aus. Allein die wechselnden Wetterbedingungen wie Schnee, Nebel oder Sonnenschein erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre.

Doch davon abgesehen überrascht das Spiel auch mit seinen umfangreichen Charakter- und Ausrüstungsoptionen sowie der überaus gelungenen Shooter-Spielmechanik. Das Deckungssystem und das Waffen-Feedback funktionieren erstklassig. In Kombination mit den reichhaltigen Belohnungen entsteht so schnell eine Sogwirkung, die für lange Zeit motiviert. Diese wird durch die starke Mehrspielerkomponente clever ergänzt. Die Dark Zone wiederum ist ein kreativer und zugleich dynamischer Spielplatz für Schatzsucher. Hier liegen Frust und Spielspaß manchmal Sekunden auseinander. 

Was uns nicht gefällt

Es gibt viele Kleinigkeiten, die an Ubisofts Online-Shooter stören. Das Missionsdesign ist auf Dauer viel zu monoton und läuft eigentlich immer auf stupide Wellenangriffe unter wechselnden Vorzeichen heraus. Das schadet der Langzeitmotivation ebenso wie die zu oberflächliche Geschichte. Das Spiel startet mit einem atmosphärischen Intro, es verpasst aber die Chance, darauf aufzubauen. Viele Story-Bruchstücke muss man sich in Form von Hologrammen, Videos und Akten selbst erarbeiten.

Überhaupt hält The Division zahlreiche Informationen versteckt. Gerade Einsteiger werden angesichts der vielen Zahlen und wichtigen Faktoren im Charakter- und Ausrüstungsbildschirm überfordert sein. Das Spiel erklärt viele seiner Bestandteile lediglich in kurzen Textkästen, anstatt sie in Tutorials oder Nebenmissionen zu veranschaulichen. 

Fazit

The Division ist kein perfektes Spiel. Es gibt sogar viele valide Kritikpunkte, die einem das Spielvergnügen gehörig verhageln können. Im Test überzeugt der Online-Shooter dennoch durch sein tolles Szenario, die stimmige Deckungsmechanik und die umfangreichen Ausrüstungs- und Charakteroptionen. Wer mit den eintönigen Missionen leben kann und die Motivation vor allem aus dem Erbeuten von Gegenständen zieht, wird in New York unzählige unterhaltsame Stunden verbringen. 

Infos zum Spiel 

Titel: Tom Clancy’s The Division
Genre: MMO-Rollenspiel-Shooter
Publisher: Ubisoft
Hersteller: Massive Entertainment 
Release-Termin: Im Handel 
Preis: zirka 60 Euro / Sleeper Agent Edition ab 140 Euro 
System: PC, PS4, Xbox One 
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut 

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