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"Hitman" im Test: Der geteilte Killer

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Test zu Hitman | Stealth-Action | PC, PS4, Xbox One  

Der geteilte Killer

14.03.2016, 19:42 Uhr | Sönke Siemens (jr / tz), Richard Löwenstein

"Hitman" im Test: Der geteilte Killer. Hitman hat das Zeug zum Abräumer und lässt die oft bemängelte Linearität des Vorgängers "Absolution" weit hinter sich. (Quelle: Square Enix)

Hitman hat das Zeug zum Abräumer und lässt die oft bemängelte Linearität des Vorgängers "Absolution" weit hinter sich. (Quelle: Square Enix)

Mehr spielerische Freiheit, weniger Linearität und An-die-Hand-nehmen - dieses Motto zieht sich wie ein blutroter Faden durch den Auftakt des mittlerweile sechsten Auftragskiller-Games aus der "Hitman"-Reihe. In seinem Schleich-Actionspiel für PC, PS4 und Xbox One vereint IO Interactive die besten Elemente aus über 15 Jahren Seriengeschichte. Wer die genießen will, muss sich allerdings auf ein neues Episodenformat einlassen.

Zerstückeltes Meuchel-Vergnügen

Das neue "Hitman“ wird nicht als komplettes Game mit abgeschlossener Geschichte veröffentlicht. Vielmehr setzt Publisher Square Enix auf Episoden-Downloads. Den Anfang macht das sogenannte Intro-Pack, das die Grundlage für diesen Testbericht bildet. Es kostet 14,99 Euro und besteht aus zwei recht umfangreichen Trainingsmissionen sowie einem riesigen Attentats-Szenario in Paris. 

Ab April 2016 sollen dann im Monatsrhythmus sechs weitere Open-World-Szenarien folgen, jeweils zum Preis von zehn Euro. Macht unterm Strich knapp 75,- Euro für alle Einzelepisoden. Wer ein bisschen Geld sparen möchte, kauft einen Saisonpass für 65 Euro und sichert sich damit alle kommenden Downloads. Voraussichtlich im Januar 2017 folgt dann eine Disk-Version mit allen sieben Episoden. Klingt kompliziert? Denken sich viele Fans derzeit auch.

Spiele-Videos 
Der Hitman meuchelt jetzt im Monatsrhythmus

Neuer Teil des Action-Spiels kommt im Episoden-Format. Video

Kennt man, liebt man 

Am bewährten Spielprinzip der Reihe ändert der dänische Entwickler dagegen wenig. Weiterhin geht’s darum, in der Rolle von Profi-Killer Agent 47 Zielpersonen innerhalb von weitläufigen Arealen möglichst unbemerkt aus dem Verkehr zu ziehen. 

In Trainingsmission eins etwa steht der in Protz und Prunk lebende Kunstdieb Malvin Ritter auf Ihrer Abschussliste. Wie Sie den stets adrett gekleideten Herrn auf seiner Luxusyacht aus dem Verkehr ziehen, wird beim ersten Durchlauf vorgegeben. Danach müssen Sie noch ein weiteres Mal ran und können Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Cocktail vergiften, Kugel zwischen die Augen, mit einem Stahlseil die Luftröhre aufschlitzen, im Klo ertränken - die Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig, was sich äußerst positiv auf die Langzeitmotivation auswirkt. 

Gut verkleidet ist halb gewonnen 

Damit der perfekte Meuchelmord von Erfolg gekrönt ist, gilt es, einige goldene Regeln zu beachten. Beispielsweise macht es wenig Sinn, dem Opfer vor den Augen dutzender Zeugen die Lebenslichter auszublasen. Es sei denn, Sie spielen gerne Katz und Maus mit schwerbewaffnetem Sicherheitspersonal. 

Deutlich erfolgversprechender ist es, einen Kellner, Schiffsmechaniker, Wachposten oder Polizisten etwa durch den Wurf einer Münze in eine dunkle Ecke zu locken und ihn dann auszuknocken. Jetzt schnell die Kleidung wechseln, und frei ist der Weg zur Zielperson. Den bewussstlosen Körper des Klamottenspenders sollten Sie aber vorher noch in sicher verstauen, um Störungen zu vermeiden. 

Wolke Sieben für Kreativ-Killer 

Wie viele Meuchelmöglichkeiten und taktische Tiefe Hitman tatsächlich bietet, wird jedoch erst nach Abschluss der zweiten, auf einem kubanischen Militärflugplatz angesiedelten Trainingsmission klar. Dann nämlich macht die Story einen Zeitsprung ins Hier und Jetzt, und Sie erhalten Zugriff auf das eigentliche Sahnetörtchen des Intro-Packs, nämlich das Paris-Level - ein gigantischer Open World-Schauplatz, der die Größe der vorherigen Szenarien um ein Vielfaches übertrumpft. 

Das konkrete Missionsziel ist es, den finsteren Oligarchen Victor Novikov und das Ex-Model Dalia Margolis während eines großangelegten Fashion-Events auszuknipsen. Die beiden sind Teil von IAGO, einem weltweit agierenden Spionagering, der skrupellos Geheiminformation an den Meistbietenden verkauft und so bereits mehrere internationale Krisen heraufbeschworen hat. 

Der Weg ist das Ziel 

Wie genau der Superreiche und seine zwielichtige Gefährtin ins Gras beißen, wird selbstredend nicht vorgegeben. Doch genau hierin besteht die große Herausforderung des Paris-Auftrags, vor allem für Neulinge. Der Level ist so groß, dass sich Grünschnäbel trotz einführender Trainingsmission anfangs fast schon ein bisschen hilflos vorkommen. 

Abschrecken sollte einen das freilich nicht, denn spätestens nach einer ersten Bestandsaufnahme der Möglichkeiten zündet Hitman seinen nächsten Motivationsturbo. Oder anders formuliert: Mit steigender Kenntnis der Umgebungen und ausführlichem Belauschen der über 300 Nicht-Spieler-Charaktere fügen sich im Kopf des Spielers die verrücktesten Attentats-Szenarien zusammen. 

Aufmerksame Killer werden beispielsweise schnell herausfinden, dass die Scheinwerfer-Apparatur über dem Catwalk - den Novikov früher oder später betritt - recht anfällig auf Fremdeinwirkung reagiert. Oder wie wäre es mit einem Erkundungsspaziergang durch den Keller der Anlage? Wie es heißt, soll dort Rattengift versteckt sein, welches die edlen Speisen mancher Gäste sicherlich hervorragend abrunden würde. 

Kurzum: Experimentieren ist in Hitman ausdrücklich erwünscht und zielfördernd - speziell dann, wenn Sie sich auch einen vernünftigen Fluchtplan zurechtlegen. 

Die Gunst der Stunde nutzen 

Pfiffige Idee: Wer bei der Durchführung eines Attentats kontinuierlich über die Cleverness von Wachposten, Bodyguards und anderen KI-Einheiten stolpert, für den hält Hitman sogenannte "Gelegenheiten" bereit. Gemeint sind Story-Brotkrumen, die nach und nach Tipps und Hinweise geben, wie sich eine Zielperson möglichst kreativ ausschalten ließe. Kann man nutzen, muss man aber nicht. 

Was uns gefällt

Hat man alle drei Missionen des Intro-Packs abgeschlossen, geht der Spaß erst richtig los. Denn genau wie der Vorgänger "Hitman Absolution" bietet auch Teil sechs den sogenannten "Contracts"-Modus - also eine Art Editor, der dabei hilft, innerhalb der vorgegebenen Szenarien eigene Aufträge zu erstellen und mit anderen Nutzern zu teilen. 

Doch damit nicht genug: Im brandneuen "Escalation"-Modus treiben die Macher das Konzept auf die Spitze. Hier nämlich gilt es, kontinuierlich schwieriger werdende, von IO Interactive höchstpersönlich entwickelte Aufträge zu meistern. 

Lob zudem für die Soundabteilung: Egal ob Feuerwerks-Explosion oder Vogelzwitschern, Catwalk-Musik oder Hall-Effekte innerhalb von antiken Räumen - Hitman klingt fantastisch. Hinzu kommt: Die Musik passt sich stets dynamisch dem aktuellen Spielgeschehen an. Werden Sie verfolgt beziehungsweise sind Sie kurz davor, den Level zu beenden, legt sie an Dramatik zu. Schleichen Sie - ohne akute Bedrohungslage - umher, schaltet das Spiel akustisch einen Gang runter. Grandios. 

Was uns nicht gefällt

Sehr bedauerlich, dass Square Enix auf deutsche Synchronsprecher verzichtet. Wenn man des Englischen nicht mächtig ist, geht durch das Verfolgen der Untertitel enorm viel Atmosphäre verloren. Das ist umso bedauerlicher, da die Erzählstruktur - wohl aus Rücksicht auf die episodische Struktur - ohnehin nicht allzu stark ausgeprägt ist. So geht das letzte bisschen narrative Dramatik endgültig verloren. Der Cliffhanger am Ende des Paris-Auftrags konnte uns jedenfalls nicht heißmachen auf das, was da noch kommen soll. 

Ebenfalls ärgerlich: Hier und da scheinen gewissen Detailanimationen zu fehlen. Oft kommt es zum Beispiel vor, dass Agent 47 Türen öffnet oder schließt ohne sie überhaupt zu berühren. An solchen Stellen wirkt das Spiel, als wäre IO Interactive am Ende die Zeit ausgegangen. 

Fazit

Wer gerne eine in sich abgeschlossene Geschichte erleben möchte, der sollte mit dem Kauf bis zur Fertigstellung der übrigen Episoden abwarten. Bekennende Hitman-Profis hingegen, die bestehende Szenarien immer wieder mit neuen Herangehensweisen erleben möchten, kommen bereits mit dem Intro Pack voll auf ihre Kosten. Selten hat taktisch herausforderndes Offene-Welt-Meucheln so viel Spaß gemacht und bot so viele Lösungsmöglichkeiten. Ob die Story wirklich hält, was bisherige Andeutungen versprechen, können allerdings erst die folgenden Episoden zeigen. 

Infos zum Spiel

Titel: Hitman
Genre: Stealth-Action
Publisher: Square Enix
Hersteller: IO Interactive
Release-Termin: 11. März 2016  
Preis: Intro-Pack ab 15 Euro (pro Zusatz-Episode 10 Euro) / Full Experience-Pack ab 60 Euro
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren  
Wertung: Gut 

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