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Miitomo: Test zur ersten App aus dem Hause Nintendo

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Test zu Miitomo | Social-App | iOS, Android  

Nintendos erste App

31.03.2016, 14:48 Uhr | Sönke Siemens (tz/ams), Richard Löwenstein

Miitomo: Test zur ersten App aus dem Hause Nintendo. Miitomo App für Android und iOS (Quelle: Nintendo)

Miitomo App für Android und iOS (Quelle: Nintendo)

Jahrelang wurde Nintendo dafür kritisiert, den lukrativen Smartphone-Markt brach liegen zu lassen. Mit „Miitomo“ - einer Social-App für iOS- und Android-Geräte - erfolgt nun die längst überfällige Kehrtwende. Und was für eine: Bereits einen Tag nach Marktstart in Japan Mitte März durchbricht die Free-2-Use-Anwendung bereits die Schallmauer von einer Million Downloads – Tendenz steigend. Ab dem 31. März soll das Nintendo-Fieber westliche Besitzer von Smartphones mit iOS und Android-Betriebssystem erfassen.

Kein Spiel

Doch was genau ist „Miitomo“ nun eigentlich? Müsste man die zumindest optisch ein bisschen an das 3DS-Spiel „Tomadachi Life“ erinnernde Free-2-Use-Anwendung in drei Worten zusammenfassen, dann würde es "Interaktionsplattform für Freunde" wohl ganz gut treffen.

Um eben diese soziale Interaktion anzuregen, tut die App allem voran eins: Sie stellt dem Benutzer Fragen – auf Wunsch ständig. Die Antworten auf diese Fragen teilt „Miitomo“ anschließend mit allen berechtigten „Miitomo“-Online-Freunden. All das immer mit dem Ziel vor Augen, dass sich daraus witzige Anschluss-Kommunikation ergibt.

Renaissance der Mii

Bevor der kurzweilige Plausch-Marathon beginnt, muss jedoch zunächst einmal ein virtueller Avatar her. Wie es der Name schon andeutet, greift Nintendo hierbei auf alte Bekannte zurück. Gemeint sind natürlich die seit Wii-Zeiten beliebten, mittlerweile weltweit über 200 Millionen Mal im Nintendo Network registrierten Mii-Charaktere.

Wer schon ein Mii sein Eigen nennt, darf dieses mit „Mii-Maker“ für 3DS oder WiiU als QR-Code speichern und diesen Code dann mittels Kamerafunktion in „Miitomo“ importieren.

Alle anderen nutzen die bekannten Mii-Editierfunktionen direkt in der App oder bemühen die Kamera des Mobilgeräts – einfach ein Selbstporträt knipsen und staunen, wie „Miitomo“ daraus immer neue Vorlagen für witzige Mii-Visagen formt. Toll: Die Bedienung via Touchscreen klappt präzise. So präzise, dass man den Eindruck gewinnt, die Japaner seien bereits seit vielen Jahren im App-Geschäft tätig.

Charme-Offensive

Wurden alle Vorbereitungen getroffen, spielt „Miitomo“ gleich seine erste Charme-Karte aus. Denn der neue erstellte Mii macht keinen Hehl daraus, dass er sich in einem Handy beziehungsweise Tablet befindet. Zitat Mii: „Nanu? Bin ich hier etwa in einem elektronischen Gerät?“ lautet der augenzwinkernde Kommentar.

Was folgt sind ein paar einleitende Mii-Monologe, die an das Grundprinzip der App heranführen. Gleich darauf dann die erste klassische „Miitomo“-Frage: Beispielsweise könnte es sein, dass Ihr Mii wissen möchte, welchen Film Sie zuletzt gesehen haben; oder es fragt, wie ihr Lieblingswort mit fünf Buchstaben lautet und so weiter.

Sofern Sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit anderen „Miitomo“-Nutzern befreundet haben, werden diese umgehend in den Frage-&-Antwort-Kanal eingebunden. Die Freunde erfahren also, wie man geantwortet hat und können jederzeit darauf reagieren – mit einem „Mag ich“-Herz oder einem Kommentar zum Beispiel. Klingt anfangs ziemlich banal, entwickelt sich mit dem passenden Thema aber schnell zum Selbstläufer. Insbesondere wenn sich die Beteiligten gut kennen.

Spam-reduzierte Kommunikation

Apropos kennen: Wildfremde Personen dürfen nicht an „Miitomo“-Diskussionen teilnehmen. Damit sich eine neue Person einklinken kann, müssen Sie bereits mit dieser Person via Facebook, Twitter oder über die sogenannte Face-to-Face-Funktion befreundet sein. Letztgenannte Option wird immer dann verfügbar, wenn Personen im selben Raum beziehungsweise in geografischer Nähe zueinander stehen und den App-eigenen Befreundungsmechanismus nutzen.

Wie gut das Freunde-Hinzufügen-System im Praxisbetrieb mit Millionen Nutzern gleichzeitig funktioniert, bleibt abzuwarten. Im Vorort-Check bei Nintendo klappte es aber reibungslos. Der große Pluspunkt: Weil sich letztlich alle Teilnehmer kennen, entwickeln die Gespräche um bestimmte Fragethemen recht schnell eine schöne, meist von Offenheit und Gesprächsfreudigkeit geprägte Eigendynamik.

Nicht zuletzt weil „Miitomo“ ständig jede Nutzer-Interaktion mit sogenannten Miitomo-Münzen belohnt. Egal ob knappe Antworten auf lange Fragen, ausschweifende Kommentare auf knackige Beiträge oder das Hinzufügen von neuen Online-Kumpels – ständig und überall prasseln die begehrten Münzen auf das Spielerkonto. Genug auf der hohen Kante, lohnt ein erster Ausflug in den „Miitomo“-Shop, ein virtuelles Klamottengeschäft mit verblüffend umfangreicher Auswahl.

Germany’s Next Super Mii

Von der lässigen Blue-Jeans über den knallroten Minirock bis hin zum coolen Piraten-Outfit kommt hier wirklich jeder früher oder später auf seine Kosten. Nintendo geht sogar so weit, täglich wechselnde Spezial-Kleidung anzubieten. Und klar, ständige Klamottenwechsel belohnt „Miitomo“ ebenfalls mit Münzen. Sinn und Zweck des Verkleidungs-Irrsins? In erster Linie wollen die Entwickler natürlich Anreize schaffen, „Miitomo“-Nutzer regelmäßig auf die Plattform zu locken – was in Japan scheinbar schon großartig funktioniert.

Bitte recht freundlich

Gleichzeit harmoniert der ständig wachsende Kleiderschrank aber auch großartig mit dem dritten zentralen Feature von „Miitomo“: dem Foto-Modus. Hier dürfen Ihre Mii vor selbst geschossenen Fotos, skalierten Grafikobjekten und anderem Foto-Verzier-Schnickschnack mit einer Vielzahl von Gesichtsausdrücken posieren. Begeisterung, Enttäuschung, Ungeduld, Hunger, Entrüstung, Wut, Verliebtsein – für mehr als zwei Dutzend Gemütszustände stehen Mii-Grimassen zur Verfügung. Was die Nutzer letztlich damit machen? Abwarten – auf dem Event jedoch schien vor allem diese Funktion (inkl. Twitter-, Facebook- und Instagram-Upload) der Renner.

All das mündet in einem Quell für jede Menge Kreativität, den Nintendo laut eigener Aussage von einem Content-Team überwachen lässt. Zumindest sofern Nutzer fragwürdige Beiträge innerhalb ihrer in sich geschlossenen Freundesgruppen überhaupt als Problem melden. Geschieht dies nicht und liegt kein Richtlinienverstoß vor, wollen die Japaner die Nutzer frei schalten und walten lassen. Inwiefern diese Aussage zutrifft, kann freilich nur ein Langzeit-Test zeigen.

Was uns gefällt

Auf Wunsch liest ein in die App eingebundener Sprachsynthesizer Fragen, Antworten und Kommentare chronologisch vor, was – siehe „Tomadachi Life“ – ziemlich ordentlich klappt und die Lachmuskeln hin und wieder richtig strapaziert. Jede Menge Pluspunkte sammelt „Miitomo“ darüber hinaus für seinen luftig-leichten Gesamtansatz. Alles fühlt sich total unkompliziert und spielerisch an – eben genau so wie man es von Nintendo erwarten würde. Hinzu kommt: Anders als das klassische Nintendo 3DS- oder WiiU-Spiel soll sich die App ständig weiterentwickeln und verschiedene Evolutionsstufen durchmachen – inwiefern die mit anderen Nintendo-Spielen oder Mobile-Apps vernetzt sind, wollte man noch nicht verraten. Lediglich eine enge Verzahnung mit „My Nintendo“, dem neuen Bonusprogramm der Japaner, ist bestätigt und Teil der finalen App.

Was uns nicht gefällt

Leider wird die App derzeit nur für die Betriebssysteme iOS und Android angeboten. Windows-Phone-Nutzer – auch wenn ihre Zahl weltweit recht gering ausfällt – schauen in die Röhre. Spezielle Unsetzungen für 3DS und WiiU bleiben ebenfalls außen vor, hätten sich jedoch zweifelsohne angeboten. Auch fad: Pro System ist nur ein App-Nutzer gestattet. Wollen mehre Personen im Haushalt über „Miitomo“ interagieren, benötigt jeder sein eigenes Endgerät.

Fazit

Wie genau kennen Sie Ihre Freunde wirklich? Mit diesem Motto trifft Nintendo einen interessanten App-Nerv und schafft es, sich mit „Miitomo“ irgendwo zwischen Facebook, Twitter und Instagram zu positionieren – und zwar nicht als direkter Konkurrent sondern vielmehr als spaßige Ergänzung zu eben diesen Diensten. Da „Miitomo“ obendrein nichts kostet und In-App-Käufe primär kosmetischer Natur daherkommen, steht einem Probe-Download so gut wie nichts im Wege. Doch Obacht: Sofern Sie nicht mindestens fünf Personen in ihrer Freundesliste aufnehmen, entfaltet „Miitomo“ nur einen Bruchteil seiner Faszination.

Titel: Miitomo
Genre: Social-App
Publisher: Nintendo
Hersteller: Nintendo
Release-Termin: 31. März 2016
Preis: kostenfrei (komplett optionale In-App-Käufe)
System: Android, iOS
USK-Freigabe: noch ausstehend
Eindruck: Gut

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