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Quantum Break im Spiele-Test: Wenn die Zeit zur Waffe wird

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Test zu Quantum Break | Third-Person-Shooter | Xbox One, PC  

Wenn die Zeit zur Waffe wird

05.04.2016, 14:42 Uhr | Olaf Bleich (ams), Medienagentur plassma

Quantum Break im Spiele-Test: Wenn die Zeit zur Waffe wird. Quantum Break (Quelle: Microsoft)

Quantum Break (Quelle: Microsoft)

Remedy Entertainment verschmilzt Videospiele und TV-Serien miteinander: Die Macher legendärer Titel wie "Max Payne" und "Alan Wake" bringen im Actionspiel "Quantum Break" Hollywood-Flair auf Xbox One und PC. Mit aufwendig produzierten Serienepisoden, Starbesetzung und bleihaltigen Schusswechseln setzt das finnische Entwicklerstudio neue Standards in Sachen Inszenierung. Doch versteckt sich unter der Hochglanzfassade auch ein packendes Spiel?

Zeitreise mit Hindernissen

Quantum Break beginnt mit einem missglückten Zeitreise-Experiment an der fiktiven Riverport University. Der durch "X-Men"-Star Shawn Ashmore dargestellte Jack Joyce muss die Sache wieder in Ordnung bringen und nimmt es in den fünf Akten der Story-Kampagne mit den Einsatzkräften des Megakonzerns Monarch Solutions und dessen Geschäftsführer Paul Serene (Aidan Gillen) auf. Wie Bruder Will Joyce (Dominic Monaghan) in das Zeitreisechaos passt? Wird an dieser Stelle nicht verraten. Denn wie ein guter Film bezieht das Actionspiel seine Faszination aus den Überraschungen innerhalb des Plots und den Konflikten der Charaktere.

Das Besondere an Quantum Break ist zweifellos seine Erzählweise: Die fünf Hauptakte durchläuft der Spieler mit Jack Joyce persönlich. In diesem Teil ist das Abenteuer ein traditionelles Action-Game, in dem man den Protagonisten aus der Verfolgerperspektive steuert. Zwischen den Akten entscheidet man an Knotenpunkten über das weitere Vorgehen und beeinflusst damit Missionen und Handlungsverlauf.

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Videospiel und Netflix in einem

Die Akte werden durch eine aufwendig inszenierte Live-Action-Serie verbunden. Xbox-One-Besitzer dürfen sich diese in verschiedenen Qualitätsstufen – bis hin zu 1080p – herunterladen. PC-Spieler können die Folgen lediglich streamen, erhalten im Gegenzug aber immerhin 4K-Auflösung.

Die vier jeweils 22-minütigen Episoden beleuchten die Ereignisse abseits der Hauptgeschichte und stellen Nebencharaktere auf interessante Weise in den Mittelpunkt. Die Serie überzeugt mit einem stimmigen Plot und hohem Produktionsaufwand: Sie ergänzt die Geschichte des Spiels sehr gut und ist kurzweilig genug, um auch Fans kerniger Actionstreifen nicht zu langweilen. Remedy schafft damit eine sinnvolle Verknüpfung zwischen Videospiel und Serie.

Spannend: Durch die notwendigen Entscheidungen an den Knotenpunkten bestimmen Sie nicht nur über Spielverlauf, sondern beeinflussen auch Ihre persönliche Serien-Version. Insgesamt wurden laut Remedy immerhin 40 Versionen der TV-Serie gedreht. Zwar erlebt somit nicht jeder Spieler ein komplett individuelles Abenteuer, doch der an Adventure-Games wie "Life is Strange" erinnernde Ansatz überzeugt – die Wahlmöglichkeiten lockern das ansonsten sehr lineare Spiel spürbar auf.

Quantum Break besitzt damit im Gegensatz zu anderen Actionspielen einen hohen Wiederspielwert, was die lediglich rund sechs Stunden Spielzeit etwas relativiert. Schließlich kann man beim zweiten Durchlauf konsequent andere Wege aufsuchen und wird dafür mit veränderten Serienepisoden und teils leicht modifizierten Levels belohnt.

Ein ganz normaler Shooter?

Von der wirklich beeindruckenden Präsentation seiner Geschichte abgesehen ist Quantum Break ein klassischer Actiontitel. Sie kämpfen sich unter anderem über den Universitätscampus, durch Lagerhäuser und Laboranlagen. Im Gegensatz zu Titeln wie "The Division" geht die Spielfigur in Quantum Break automatisch in Deckung: Sobald ein Objekt genutzt werden kann, bezieht Jack Stellung dahinter.

Im Spielverlauf greift man zu Schrotflinten, Sturmgewehren und Pistolen, um die Monarch-Schergen auf Distanz zu halten, Granaten gibt es allerdings nicht. Auch ist Jack nicht in der Lage, blind über die Deckung zu feuern. Folglich muss man weitaus offensiver vorgehen, als in anderen Spielen. Die feindlichen Soldaten agieren zudem recht aggressiv und nutzen ihre zahlenmäßige Überlegenheit.

Zurück in die Zukunft

Durch das misslungene Zeitexperiment erhält Jack Superkräfte. Mit diesen heizt er seinen Feinden mächtig ein. Löblich: Das Spiel gibt alle sechs Fertigkeiten bereits sehr früh frei, was zum munteren Experimentieren einlädt. Durch das Finden sogenannter Chrononquellen können Sie die Talente des Helden in einem – leider arg einfach gehaltenen – Upgrade-System verbessern.

Die wichtigste Funktion ist der Zeitblick, mit dem Jack kurzzeitig durch Wände sehen kann. Gegner sind dann rot, benutzbare Objekte und der Weg zum nächsten Missionsziel gelb markiert – sowohl bei den Kämpfen als auch bei der Erkundung der Areale eine große Hilfe.

Für schnelle Positionswechsel benutzt Jack entweder den "Woosh" oder das "Flashen". Mit diesen Aktionen legt man in Windeseile Entfernungen zurück – Jack sprintet dann für Sekunden durch die Zeit. Er entgeht so dem Beschuss und wechselt die Position, ohne dass es seine Widersacher bemerken. Mit dem Zeitstopper friert man Opponenten ein, per Zeitexplosion schickt man Gegnergruppen spektakulär in ein schwarzes Loch und der Schutzschild schließlich blockt kurzzeitig feindliche Attacken ab.

Der richtige Einsatz und das Kombinieren von Jacks Fertigkeiten sind in Quantum Break das Mittel zum Erfolg. Durch das Zusammenspiel und die clevere Gamepad-Belegung entsteht ein ausgezeichneter Spielfluss. Gelungene Angriffe führen zu grafisch toll dargestellten Actionpassagen, die so mancher Hollywood-Produktion in nichts nachstehen.

Linearer Actionspaß

Das Remedy-Werk bietet keine offene Spielwelt á la The Division oder ausladende Areale wie in Halo 5: Guardians. Stattdessen führt Sie das Spiel linear durch seine fünf Akte und wechselt dabei stimmig dargestellte Actionpassagen mit anspruchslosen Umgebungsrätseln ab. Durch die Zeitanomalien stellt Quantum Break den Spieler vor simple, aber hübsch anzusehende Kletteraufgaben. Mal muss Jack beispielsweise die Zeit zurückspulen, um zuvor eingestürzte Regale aus dem Weg zu räumen, dann wiederum, um eine eingestürzte Plattform als Aufzug zu benutzen. Remedy schafft es, in seinem Zeitreisekatastrophenspiel ebenso ungewöhnliche wie ausgesprochen schöne Augenblicke zu erzeugen, die man in einer derartigen Form in einem Actionspiel noch nicht gesehen hat.

Was uns gefällt

Den Entwicklern gelingt die Verknüpfung von TV-Serie und Videospiel überraschend gut. Die hochwertig inszenierten Live-Action-Episoden unterstreichen den Plot des Spiels und beleuchten Nebenschauplätze und andere Charaktere. Zudem bindet Quantum Break die Ideen der Zeitreise und der Zeitanomalien gelungen in den Spielverlauf ein. Die speziellen Fähigkeiten der Hauptfigur geben den recht konventionellen Schusswechseln die richtige Würze und sorgen für einen guten Spielfluss. Die eingestreuten Entdeckungs- und Rätselelemente sind eine willkommene Abwechslung zu den schnellen Actionpassagen.

Was uns nicht gefällt

Rein als Actionspiel betrachtet ist Quantum Break längst kein Ausnahmetitel: Die Spielzeit ist mit sechs Stunden vergleichsweise kurz, das Upgrade-System wirkt arg aufgesetzt und hat nur minimalen Einfluss auf das Gameplay. Dazu stören die allzu linearen Einsätze sowie die insgesamt zu schwammige Steuerung. Andere Deckungsshooter – zuletzt The Division – spielen sich weitaus griffiger und geben dem Spieler mehr Möglichkeiten, mit der Umgebung zu interagieren.

Fazit

Quantum Break ist ein rassiges Actionspiel "Made in Hollywood". Der Produktionsaufwand für Spiel und Serienepisoden beeindruckt und die Actionpassagen überzeugen mit den innovativen Zeitreisetalenten des Protagonisten – trotz linearer Levels und Pseudo-Upgrades. Auch wenn die Spielzeit etwas zu kurz ausgefallen ist: Dieses Highend-Abenteuer sollten sich Fans cineastischer Action auf keinen Fall entgehen lassen.

Infos zum Spiel 

Titel: Quantum Break
Genre: Third-Person-Shooter
Publisher: Microsoft
Hersteller: Remedy Entertainment
Release-Termin: Erhältlich
Preis: zirka 65 Euro
System: Xbox One
USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
Eindruck: Sehr gut 

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