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Pokémon-Konkurrent aus dem eigenem Haus

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Hands-on-Preview zu Yo-kai Watch | Rollenspiel | Nintendo 3DS, 2DS  

Pokémon-Konkurrent aus dem eigenem Haus

14.04.2016, 15:02 Uhr | Sönke Siemens (jr / tz), Medienagentur plassma

Pokémon-Konkurrent aus dem eigenem Haus. Gute Zugänglichkeit, liebenswerte Geisterkreaturen, eine kunterbunte, attraktive Spielwelt und jede Menge Charme und Gags - Yo-kai Watch wird auch hierzulande Rollenspiel-Enthusiasten mobilisieren. (Quelle: Nintendo)

Gute Zugänglichkeit, liebenswerte Geisterkreaturen, eine kunterbunte, attraktive Spielwelt und jede Menge Charme und Gags - Yo-kai Watch wird auch hierzulande Rollenspiel-Enthusiasten mobilisieren. (Quelle: Nintendo)

Sie heißen Winzikado, Petzmeralda, Wandakappa, Jibanyan oder Opa Gusto - und sind seit 2013 der Renner in Japan. Mehr als fünf Millionen verkaufte 3DS-Spiele, stapelweise Anime- und Manga-Produktionen sowie hunderte Marketing-Artikel halten die Fangemeinde mittlerweile bei Laune. Am 29. April 2016 strömen die Yo-kai genannten Geisterwesen nun auch auf den europäischen Markt. Doch wird "Yo-kai Watch" für 3DS und 2DS  mit seiner Mischung aus Rollenspiel und Kreaturen-Sammelspaß der Bezeichnung "Pokémon"-Konkurrent wirklich gerecht? 

Er war einmal im Wald

Das große Abenteuer des kleinen Jungen Nathan Adams beginnt auf einer saftig grünen Waldlichtung. Dort entdeckt der Grundschüler durch Zufall einen seltsamen Plastikball-Automaten. Neugierig, wie Kinder nun mal sind, wirft er eine Münze hinein und wartet, bis eine Kugel - in Japan auch Gachapon genannt - hinauskullert. Nathan öffnet die Überraschung, und dann geschieht es: Umhüllt von einem blauweißen Dunstschleier fällt ihm eine sogenannte Yo-kai-Watch in die Hände - eine einzigartige Armbanduhr mit der Fähigkeit, Geisterwesen sichtbar zu machen. 

Zum Beispiel Whisper, Nathans erste Yo-kai-Begegnung. Der freundliche Grinsegeist mit der Statur von Hui Buh hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und führt charmant in die Story ein. Gleichzeitig verrät er, dass es noch mehr von seiner Sorte gibt. Auf den Punkt gebracht: In der Spielwelt in und um die fiktive Stadt Lenzhausen existieren mehr als 200 dieser Yo-kai, die sich auf insgesamt acht Stämme verteilen. Einige Yo-kai sind den Menschen freundlich gesonnen, andere nicht so sehr. 

Lenzhausen spielt verrückt

Nathans Ziel besteht nun darin, die bösen Yo-kai zu finden und zu besiegen. Denn sie sind es, die gar seltsame Dinge mit den Bürgern von Lenzhausen anstellen. Dösuma zum Beispiel bringt vom ihm beseelte Mitmenschen zum Faulenzen, während Opa Gusto den Appetit Betroffener so sehr anregt, dass sie nur alles noch in sich hineinfuttern. 

Nettes Detail am Rande: Letztlich nutzt Entwickler Level 5 ("Ni No Kuni") die nur für den Helden sichtbaren Geisterwesen als Metapher für verschiedene Alltagsprobleme und scheut sich dabei nicht, auch emotional aufwühlende Themen wie Verlust oder Scheidung aufzugreifen. Das mag für ein Spiel mit USK-6-Freigabe zunächst etwas übertrieben klingen, wird in der Praxis aber mit viel Fingerspitzengefühl und sehr zielgruppengerecht umgesetzt. Mutig, und sicherlich einer der zahlreichen Gründe, warum "Yo-kai Watch" bereits so viele Fans um sich scharen konnte. 

Unverkennbare Pokémon-Parallelen 

Das Spielprinzip erinnert auf den ersten Blick an Pokémon, weshalb sich Kenner der Materie auch schnell heimisch fühlen werden. Wie in der Produktion von Game Freak lotsen Sie Ihre Spielfigur - wahlweise Junge oder Mädchen - durch eine größtenteils offene, jedoch in verschiedene Sektoren aufgeteilte Welt. Wo Yo-kai ihr Unwesen treiben, verrät die Aufspüranzeige - eine Art Ampel-Barometer der Uhr, das immer heftiger ausschlägt, je näher Sie einem Yo-kai kommen. 

Anschließend folgt ein kurzweiliges Minispiel, um den Aufenthaltsort des Störenfrieds zweifelsfrei zu bestimmen. Hilfestellung leistet dabei der Stylus des 3DS. Mit ihm bewegen Sie die Linse am Fundort frei hin und her. Rückt ein Yo-kai ins Visier, legen sich Balken im Uhrzeigersinn um die Linse. Jetzt noch einige Sekunden abwarten und gegebenenfalls mit leichten Wischbewegungen das Zielkreuz nachjustieren, und voilà - ein weiteres Geisterwesen wurde enttarnt. Begeistert sind die kunterbunten Schabernacktreiber davon freilich nicht, weshalb das nette Such-Minispiel in der Regel in einer kämpferischen Auseinandersetzung mündet. 

Echtzeit-Action trifft Rundenstrategie

Auch hier lässt sich Level 5 von Pokémon inspirieren, nutzt gleichwohl viele eigene Elemente. Konkret: Während Pokémon-Duelle stets rundenweise ablaufen, ereignen sich Kämpfe zwischen Yo-kai-Watch-Kreaturen immer in Echtzeit. Sie müssen mit Hilfe eines Drehrads auf dem Touchscreen lediglich bestimmen, welche drei ihrer insgesamt sechs Schützlinge an der Front Schaden nach vorgegebenen Rhythmen austeilen. Der Rest der Truppe verharrt auf der Ersatzbank und wartet, bis Sie den Einsatzbefehl erteilen. 

Für weitere taktische Feinheiten sorgen klassische Rollenspiel-Gegenstände, ein "Reinigen"-Minispiel zum Entfernen von negativen Statuseffekten und sogenannte "Ultiseel"-Attacken. Letztgenannte Spezialangriffe werden immer dann verfügbar, wenn einer Ihrer Yo-kai den Feind mehrmals besonders effektiv verdroschen hat.

Wichtig: Damit "Tatzen des Zorns", "Bazillenschleuder", "Liebesklatscher" und andere witzig formulierte sowie optisch imposant inszenierte Ultiseel-Angriffe voll einschlagen, müssen diese zunächst aufgeladen werden. Mittel zum Zweck sind dabei verschiedene Minispiele, bei denen wir uns jedoch etwas mehr Variation gewünscht hätten. 

Minispiel-Marathon

Symbole nachzeichnen, ins Bild sausende Münzen zielsicher antippen oder den Stylus im Uhrzeigersinn wirbeln macht in den ersten Stunden Spaß, wird auf Dauer allerdings etwas eintönig. Weitaus spannender: Yo-kai kontinuierlich aufleveln, in schlagkräftigen Sechser-Teams zusammenstellen und dabei darauf beachten, dass Kreaturen mit gleicher Stammeszugehörigkeit nebeneinander in die Schlacht stürmen.

Kämpfen beispielsweise zwei oder gar drei Yo-kai vom Stamm der "Robusta" Seite an Seite an der Frontlinie, wirkt sich dies positiv auf ihre ohnehin schon sehr soliden Verteidigungswerte aus. Gleiche Verstärkungs-Effekte lassen sich bei korrekter Positionierung auf dem Schlachtfeld auch bei allen anderen sieben Yo-kai-Stämmen beobachten. 

Wer Yo-kai effektiv einfangen will, sollte außerdem stets Süßigkeit mitführen und diese schon während der hübsch animierten Kloppereien an den Feind verfüttern. Mundet der Snack, stehen die Chancen gut, dass sich das entsprechende Yo-kai nach dem Kampf der eigenen Truppe anschließt. So exakt herbeiführen wie bei Pokémon lässt sich der Fangvorgang allerdings nicht. Manchmal muss man wirklich viel Geduld mitbringen, bis mal wieder einer "anbeißt". 

Was uns gefällt

Seien es nun die geschäftig umherlaufenden Bürger, die den Verkehrsregeln folgenden Autos, die friedlich durchs hohe Gras wuselnden Insekten oder die mit unzähligen kleinen Details ausstaffierten Gebäude und Außenareale – für ein 3DS-Spiel sieht Yo-kai Watch wirklich fantastisch aus.

Hinzu kommt: Da Sie die Kamera mit den Schultertasten zu jeder Zeit um 45 Grad nach links oder rechts schwenken können, wirkt das Ergebnis speziell bei zugeschaltetem 3D-Effekt unglaublich plastisch - fast schon wie eine kleine Miniaturwelt. Besonders schmunzeln mussten wir, als Geist Whisper zu meckern begann, als wir bei Rot einen Zebrastreifen überquerten. Zitat Whisper: "Nathan! Du musst schon die Verkehrsregeln befolgen!". 

Was uns nicht gefällt

Im Vergleich zu Taktik-Schwergewichten wie Pokémon oder "Fire Emblem" wirkt das Kampfsystem sehr passiv. Deutlich wird dies vor allem im Kampf mit eher schwächeren Widersachern, wo es oft ausreicht, die Zeit mit gedrückter X-Taste "vorzuspulen" und auszuharren. Ergebnis: Praktisch ohne weiteres Zutun des Spielers streicht Ihr Team den Sieg ein. Immerhin: Bei Bossgegnern und stärkeren Feinden gewinnt man mit dieser Strategie keinen Blumentopf. Erst hier spielt das Kampfsystem seine volle Dynamik aus. 

Fazit

Hohe Zugänglichkeit, Dutzende liebenswerte Geisterkreaturen, eine kunterbunte, absolut entdeckenswerte Spielwelt sowie jede Menge Charme und Gags - das sind die Komponenten, mit denen das japanische Kulturphänomen Yo-kai Watch auch hierzulande Rollenspiel-Enthusiasten jeden Alters mobilisieren dürfte. Im Gegenzug aber sollten diese bereit sein, das sehr passive Kampfsystem, die fehlenden Online-Duelle und das Ausbleiben einiger Komfortfunktionen in Kauf nehmen. Unser Tipp: Einfach mal die kostenlose Demoversion aus Nintendos E-Shop laden und selbst auf Geisterjagd gehen. 

Infos zum Spiel 

Titel: Yo-kai Watch
Genre: Rollenspiel
Hersteller: Level 5
Publisher: Nintendo 
Release: 29. April 2016 
Preis: zirka 40 Euro 
System: Nintendo 3DS / Nintendo 2DS
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Eindruck: Sehr gut

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