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Verschollen im Weltall: Test zum Weltraum-Adventure "Adr1ft"

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Test zu Adr1ft | Weltraum-Abenteuer | PC, PS4, Xbox One  

Verschollen im Weltall

18.04.2016, 15:31 Uhr | Olaf Bleich (jr / tz), Medienagentur plassma

Verschollen im Weltall: Test zum Weltraum-Adventure "Adr1ft". Adr1ft Weltraum-Abenteuer von Three One Zero für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: 505 Games)

Adr1ft Weltraum-Abenteuer von Three One Zero für PC, PS4 und Xbox One (Quelle: 505 Games)

2016 ist das Jahr der Virtual Reality-Brillen: Mit Geräten wie Oculus Rift oder HTC Vive sollen Gamer in bislang ungeahnte Spiele-Sphären abtauchen. Das Weltraumabenteuer "Adr1ft" unterstützt als eines der ersten größeren Projekte VR-Headsets, ist aber auch ohne Zusatzausstattung problemlos spielbar. Allerdings stellt sich bei dem vorerst nur für PC erhältlichen Spiel die Frage: Macht es überhaupt Spaß - ganz egal, ob mit oder ohne Brille? 

Foto-Serie mit 8 Bildern

"Gravity" lässt grüßen 

Adr1ft beginnt wie der Hollywood-Film "Gravity" mit Sandra Bullock und George Clooney in den Hauptrollen: Der Spieler schlüpft in den Anzug eines Astronauten, dessen Raumstation aus bis dato ungeklärten Umständen zerstört wurde. Die Hauptaufgabe besteht nun darin, ein Notfall-Shuttle wieder in Betrieb zu nehmen und zurück zur Erde zu gelangen. 

In Adr1ft steuert man seinen Piloten aus der Ich-Perspektive. Hände und Beine sind bei größeren Bewegungen klar erkennbar, die Sicht wird durch Risse im Helm leicht verzerrt. Selbst ohne VR-Brille erzeugt das Weltraumabenteuer so schnell eine gewisse Körperlichkeit und zieht einen in seine Spielwelt hinein. Binnen weniger Minuten entsteht ein Gefühl der Einsamkeit. Denn bis auf die Stimme des eigenen Bordcomputers und dem gelegentlichen Stöhnen des Helden ist es im All totenstill. 

Monotoner Überlebenskampf 

Um sich in der Schwerelosigkeit zu bewegen, benutzt man die Schubdüsen des Astronautenanzugs. Per Tastendruck fliegen Sie vorwärts, rückwärts oder vollführen Rollen zum Korrigieren des Kurses. Praktischerweise lässt sich die Spielfigur auch stabilisieren und so zum Boden ausrichten. Dies ist gerade bei längeren Flügen wichtig, um nicht die Übersicht zu verlieren.

Die Kontrollen funktionieren ausgezeichnet und erinnern ein wenig an einen sehr langsamen Flugsimulator. Die einzige und damit wichtigste Ressource im Spiel ist die Atemluft. Diese benötigt der Held nicht nur zum Überleben, sondern auch zum Betreiben der Schubdüsen. Durch diese Doppelbelastung verbraucht man durch unachtsames Umherfliegen schnell sämtliche Luft und gerät so in Probleme. Abhilfe schaffen nur grün blinkende Luftflaschen, die man auf Tastendruck benutzen kann.

Das größte Problem an Adr1ft ist zweifellos sein viel zu monotoner Spielablauf. Das ständige Suchen nach neuer Atemluft nimmt einen Hauptteil der Arbeit ein. Was anfangs noch spannend und ungewohnt scheint, wird nach spätestens einer Stunde mühsam und anstrengend. Immerhin: Der aktuelle Patch erlaubt es dem Spieler, bereits absolvierte Abschnitte auch ohne Zeitdruck zu erkunden. 

Schön, aber langweilig 

Trotz des ereignislosen Gameplays übt Adr1ft eine gewisse Faszination aus. Das liegt nicht zuletzt an der famosen Grafik und der insgesamt stimmigen Präsentation. Kaum aus der Ohnmacht erwacht, blickt man noch im All trudelnd auf die zerstörte Station und die dahinterliegende Erde.

Das Projekt des US-Entwicklers Three One Zero fängt die Weite des Alls hervorragend ein. Gleichzeitig aber schafft es mit dem Raumschiffwrack ein Szenario der Notwendigkeit und Verzweiflung. Eine wirkliche Geschichte braucht es daher zunächst auch nicht. Erst beim Untersuchen der Trümmer entdeckt man immer wieder Notizen und andere Hinterlassenschaften der Besatzung. Wer sich - trotz nervigem Sauerstoffmanagement - Mühe gibt, die Areale abzusuchen, wird also durchaus mit Story-Fetzen belohnt.

Zu dumm, dass es in Adr1ft ansonsten nichts zu tun gibt: Keine Rätsel, keine Aufgaben, keine Herausforderungen. Nur gelegentliche Hindernisse - wie etwa offene Elektrokabel - lockern das Spiel auf. Diesen muss man ausweichen, sonst verliert man Sauerstoff. Davon abgesehen aber vertreibt man sich die etwa fünf bis sechs Stunden Spielzeit mit dem Absuchen der Wrackteile und dem Aufsammeln sechseckiger Scheiben, die zum Reaktivieren bestimmter Sektionen des Raumschiffs benötigt werden. Eine Lernkurve oder gar Langzeitmotivation? In diesem Spiel leider Fehlanzeige. 

Besser mit Virtual Reality 

Immerhin führt einen Adr1ft trotz des scheinbar kalten Science-Fiction-Szenarios durch einige ebenso ungewöhnliche wie bezaubernden Areale. Gerade das Gewächshaus begeistert mit satten Farben und imposanten Wassereffekten. Die Tropfen stehen hier in der Schwerelosigkeit und lassen sich somit von allen Seiten betrachten.

Seine ganze Kraft entfaltet das Survival-Spiel daher erst mit einer VR-Brille. Aktuell wird Oculus Rift unterstützt, ab Mai soll auch HTC Vive per Patch eingebunden werden. Mit VR-Brille gewinnt Adr1ft zweifellos an Faszination hinzu. Schließlich profitiert das Spiel maßgeblich durch die Weite seines Settings und durch die Steuerung mit Hilfe von Kopfbewegungen. Adr1ft ist deshalb definitiv ein erster Vorzeigetitel für VR-Brillen und erzeugt mit entsprechendem Equipment echte Aha-Effekte. 

Was uns gefällt 

Die Grundidee von Adr1ft ist fantastisch. Als Schiffbrüchiger den Weg zurück zur Erde zu finden, erzeugt sofort ein Gefühl der Bedrohung und der Einsamkeit. Daher ist der Start des Weltraumabenteuers auch der intensivste Teil des Games. In der Anfangsphase blickt man noch fasziniert auf den Bildschirm, ist begeistert von der tollen Technik und dem ungewöhnlichen Szenario.

Im Spielverlauf überrascht der 20 Euro günstige Titel mit fantasievollen Schauplätzen und netten, wenn auch versteckten Handlungsbruchstücken. Mit VR-Brille werden die positiven Aspekte - speziell die gelungene Technik und das stimmige Setting - noch verstärkt. 

Was uns nicht gefällt 

Die Macher setzen den Survival-Aspekt nicht konsequent genug um. Dadurch geht viel Spannung verloren. Stattdessen nervt Adr1ft durch das ständige Sammeln von Sauerstoffflaschen und nicht existente Spieltiefe. Bis auf gelegentliche Geschicklichkeitspassagen gibt es hier fast nichts zu tun. Dadurch entsteht der Eindruck, als handle es sich um eine bessere Grafik-Demo. Dazu ist die Spielzeit vergleichsweise kurz ausgefallen. 

Fazit 

Leider geht die anfängliche Faszination an Adr1ft schon nach kurzer Zeit verloren. Dann wird die Begeisterung über die Technik und das Gravity-Feeling durch ständiges Flaschensammeln und eintöniges Erkunden ersetzt. Spielerisch bietet das Abenteuer leider deutlich zu wenig Abwechslung. Für Möchtegern-Astronauten mit VR-Brille ist Adr1ft aber dennoch einen längeren Blick wert. 

Infos zum Spiel 

Titel: Adr1ft
Genre: Weltraum-Abenteuer
Publisher: 505 Games
Hersteller: Three One Zero
Release-Termin: Im Handel (PC) / 2016 (PS4, Xbox One)
Preis: zirka 20 Euro
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren
Wertung: Befriedigend

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