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Test zu Ratchet & Clank: Symbiose von Game und Trickfilm

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Test zu Ratchet & Clank | Jump'n'Run | PS4  

Symbiose von Game und Trickfilm

22.04.2016, 15:24 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Test zu Ratchet & Clank: Symbiose von Game und Trickfilm. Das neue Ratchet & Clank für PS4 spielt sich noch besser als das ohnehin schon brillante Videospiel-Vorbild aus dem Jahre 2002. (Quelle: Sony)

Das neue Ratchet & Clank für PS4 spielt sich noch besser als das ohnehin schon brillante Videospiel-Vorbild aus dem Jahre 2002. (Quelle: Sony)

Keine Sony-Konsole ohne die Abenteuer von Mechaniker Ratchet und Blechbüchse Clank. Nach insgesamt neun Hauptspielen, drei Spin-offs, zwei Mobil-Auskopplungen sowie einer Spielesammlung startet das erfahrene Jump’n’Run-Duo nun auf der PS4 durch. Allerdings nicht mit einem komplett neuen Abenteuer, sondern mit einem technisch famosen Spiel zum Ende April anlaufenden "Ratchet & Clank"-Kinofilm - der wiederum grob auf den Ereignissen des allerersten PS2-Teils basiert. Ob diese verwirrende Mischung aus dem Hause Insomniac Games funktioniert, verrät unser Test.

Der Drek muss weg

Die Geschichte hangelt sich - wie eingangs erwähnt - weitestgehend am gleichnamigen Animationsfilm entlang. Der Heimatplanet der Alienrasse Blarg steht vor dem Untergang - Smog und anderen Formen der Umweltverschmutzung fordern ihren Tribut. Fabrikbesitzer und Ober-Bösewicht Drek lässt sich davon allerdings nicht beirren und ersinnt den kühnen Plan, mit den Einzelteilen anderer Welten einen neuen Planeten zu erschaffen. Dass andere Spezies dabei den Kürzeren ziehen, interessiert ihn nicht die Bohne. Kurzum: Ein klarer Fall für die Galactic Rangers, denen sich unsere Helden nach einem turbulenten Auftakt schon bald anschließen.

Was Qwark denkt, geschieht

Damit das Spiel im Direktvergleich mit dem Film eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt, haben sich die Entwickler einen netten Kniff überlegt. Und der geht so: Superheld Copernicus L. Qwark - Ratchets großes Vorbild - schwelgt in seinen Erinnerungen zur Blarg-Katastrophe und rekonstruiert, was seiner Meinung nach im Kinofilm passiert ist. Oder anders formuliert: Er kommentiert sämtliche Taten von Ratchet & Clank wie eine Art Märchenonkel und nimmt sich die Freiheit heraus, Ereignisse aus dem Film zu verändern.

Erinnert sich Qwark also an einen zähnefletschenden Riesendino, müssen Sie sich nicht wundern, wenn eben dieser Sekunden später ins Bild stürmt - was im Übrigen tatsächlich passiert, sich dann aber als Gedächtnislücke seitens Qwark herausstellt und schlichtweg wieder aus der Handlung gestrichen wird. Ziemlich komisch.

Abwechslung vorprogrammiert

Aus Gameplay-Sicht servieren die kalifornischen Hüpfspiel-Profis von Insomniac ein hervorragend ausbalanciertes Medley aus fordernden Sprungpassagen, bleihaltigen Action-Sequenzen, gut verdaulichen Puzzle-Abschnitten und rasanten Fahrzeugsequenzen. Vieles davon kennen Veteranen - wenn auch in massiv abgewandelter Form - aus dem PS2-Original.

Eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Inhalten wie etwa der spritzige Flugabschnitt im Luftraum von Metropolis - ist neu. Blarg-Transportschiffe setzen Kampfroboter überall im Innenstadt-Bereich ab und nun liegt es an unserem Heldenduo, eben diese mit ihrem Raumgleiter vom Himmel zu fegen. Der eigentliche Nervenkitzel steht allerdings erst noch bevor. Denn kaum sind die Transporter in Flammen aufgegangen, gilt es, das Mutterschiff zu pulverisieren.

Weil normaler Laserwaffenbeschuss nicht ausreicht, muss Trick 17 her. Also programmiert Superhirn Clank die Bordsysteme des Gleiters um und macht so einen mächtigen Magnetstrahl verfügbar, mit dem sie sogleich Kampfroboter am Boden aufsaugen und in Richtung des Großkampfschiffes schleudern. Sie schlagen den Feind also mit sein seinen eigenen Waffen.

Ein Blick in die Waffenkammer

Apropos Waffen: Wer durch das Zertrümmern von Kisten sowie das Erledigen von Gegnern fleißig Schrauben einsammelt, kann sich in regelmäßigen Abständen immer neue Argumentationsverstärker leisten. Den Pyrocitor zum Beispiel, einen beeindruckenden Flammenwerfer mit großflächiger Streuwirkung. Oder wie wäre es mit Mr. Zurkon, einer Flugdrohne von Waffenhersteller GrummelNet? Der sprechende Begleiter überzeugt mit präzisem Laser-Feuer und klemmt sich auf Knopfdruck zuverlässig an Ratchets Versen. 

Ganz neu - sprich noch aus keinem vorherigen Ratchet-Spiel recycelt - ist der Pixelizer. Einfach einen Feind ins Fadenkreuz nehmen, abdrücken und staunen, wie sich der 3D-Widersacher plötzlich in eine Pixelvariante seiner selbst verwandelt.

Alles zusammengerechnet darf der Spieler mit 16 Bleispritzen experimentieren, eine verrückter als die andere. Aufrüsten klappt ebenfalls, setzt allerdings Schrauben oder sogenanntes "Raritarium" voraus, um Verbesserungen wie mehr Munition, höhere Durchschlagskraft oder einen größeren Wirkungsbereich freizuschalten. Wichtig: Anders als im Original erfolgt die Waffenauswahl nun alternativ auch im Schnellverfahren über das Digital-Steuerkreuz. Das ständige Aufrufen des Waffenrads rückt damit in den Hintergrund, was wiederum dem Spielfluss zugutekommt.

Futter für die grauen Zellen

Knobeln steht ebenfalls auf der Agenda. Steuern Sie Ratchet, konfrontiert man Sie unter anderem mit einem zunehmend kniffliger werdenden Dietrich-Minispiel. Abschnitte mit dem überaus höflichen Clank in der Hauptrolle erfordern in erster Linie die Interaktion mit unterschiedlich befähigten Minirobotern. Springbots etwa sind streng genommen nichts anders als transportable Sprungfedern, die nun nur noch an der richtigen Stelle im Level platziert werden müssen. Powerbots dagegen speisen andere Levelobjekte mit Strom und setzen so Türmechanismen oder ähnliches in Gang. Bridgebots verwandeln sich in Auszieh-Brücken und Gadgetsbots folgen ihrem Herrn und Meister auf Schritt und Tritt, um sodann Türen zu öffnen, Gegner anzugreifen und einiges andere mehr. Spaßig, knifflig, prima.

Sammler frohlocken

Ein gänzlich neues Spielelement sind die sogenannte Holo-Karten. Die transparenten Sammelobjekte wurden über die gesamte Spielwelt verteilt und schalten - sofern als komplette Kartensatze vorliegend - praktische Boni frei. Gelingt es Ihnen zum Beispiel, die Karten „Cronk“, „Zephyr“ und „Rusty Pete“ zu sammeln, erscheint der Kartensatz „Roboter“ als vollständig. Anschließend erhalten Sie als Belohnung dauerhaft fünf Prozent mehr Schrauben, wenn die Feinde ausknipsen - und so weiter. 

Was uns gefällt 

Optisch zieht das von Grund auf neu programmierte Ratchet & Clank alle Register und versprüht den Flair eines spielbaren Pixar-Films. Angefangen bei den schwindelerregend schönen Figurenmodellen über die schrägen Slap-Animationen bis hin zu Dutzenden Zwischensequenzen auf Trickfilm-Niveau - hier hat die Grafikabteilung von Insomniac Games wirklich ganze Arbeit geleistet. Nicht zuletzt weil die Action selbst in besonders wuseligen Situationen stets flüssig mit 30 Bildern pro Sekunde in 1080p-Auflösung daherkommt. Und wer weiß, vielleicht reichen die Kalifornier ja sogar noch einen Photo-Modus nach, damit Fans die atemberaubende 3D-Action in Zeitlupe aus einem Blickwinkel ihrer Wahl ablichten dürfen.

Was uns nicht gefällt

Richtig grobe inhaltliche Schnitzer muss man hier wirklich mit der Lupe suchen. Bemängeln möchten wir jedoch einige kleine handwerkliche Details. Die deutsche Synchro zum Beispiel - so passend sie auch klingen mag - läuft nicht immer 100 Prozent lippensynchron. Störend zudem die dicken schwarzen Balken ober- und unterhalb von Zwischensequenz-Filmchen.

In einigen Missionsbeschreibungen fiel uns zudem die streckenweise sehr kompakte und somit schlecht lesbare Menüschrift auf. Zu guter Letzt - wobei das streng genommen nicht als Kritikpunkt zu werten ist - sei erwähnt, dass die famose Grafik des Spiels die Hardware stark belastet und bereits nach wenigen Minuten sämtliche Lüfter anspringen lässt. Machen Sie sich auf eine röhrende PS4 gefasst.

Fazit

Mit Ratchet & Clank gelingt Insomniac Games der grandiose Neustart einer durch und durch liebenswerten Jump'n'Run-Reihe. Das Gebotene sieht toll aus, spielt sich bombastisch, unterhält mit viel Charme und Humor und ist mit gerade einmal 40 Euro verblüffend preiswert. Egal ob man das Original nun kennt oder nicht - für Hüpfspiel-Enthusiasten ist das hier pures Pflichtprogramm. 

Infos zum Spiel

Titel: Ratchet & Clank
Genre: Jump’n’Run
Hersteller: Insomniac Games
Publisher: Sony
Release-Termin: Im Handel 
Preis: zirka 40 Euro 
System: PS4
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren 
Wertung: Sehr gut

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