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"Civilization" für Sternenkrieger: Hands-on-Preview zu Master of Orion

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Hands-on-Preview zu Master of Orion | Strategiespiel | PC  

"Civilization" für Sternenkrieger

02.05.2016, 15:58 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

"Civilization" für Sternenkrieger: Hands-on-Preview zu Master of Orion. Wargaming.net reanimiert den PC-Strategiespiel-Klassiker "Master of Orion". (Quelle: Wargaming.net)

Wargaming.net reanimiert den PC-Strategiespiel-Klassiker "Master of Orion". (Quelle: Wargaming.net)

Wargaming reanimiert den PC-Strategieklassiker "Master of Orion". Für den Hersteller von Free-to-Play-Titeln wie "World of Tanks" und "World of Warships" ist diese Produktion eine Herzensangelegenheit: Wie Geschäftsführer und Firmengründer Victor Kislyi immer wieder betonte, liebt die Wargaming-Crew Spiele wie "Civilization" und eben "Master of Orion". Die seit Februar auf Steam erhältliche Early-Access-Version zeigt, dass der mit der Programmierung beauftragte Entwickler NGD Studios dem Original treu bleibt, aber keine Angst vor Innovationen hat.

Der Weltraum ist nicht genug

13 Jahre sind vergangen, seitdem Spieler in "Master of Orion 3" zuletzt das All besiedelten. Die Neuauflage setzt den Fokus wie die Originale auf das Erforschen, Erweitern und Erobern neuer Herrschaftsterritorien sowie das Eliminieren feindlicher Bedrohungen. Denn in der fernen Zukunft von Master of Orion ist die Menschheit nicht alleine in der Galaxie. Vor jeder Partie wählt man in der finalen Version aus insgesamt elf Völkern mit unterschiedlichen Einheiten, Gebäuden und Fähigkeiten.

Die cleveren Psilon beispielsweise setzen bevorzugt auf Forschung und Artefakte, sind aber gleichzeitig körperlich unterlegen. Die hinterlistigen Darlok dagegen versuchen, ihre Gegner durch Spionage und Diplomatie auszuhebeln. Die Menschen suchen ebenfalls lieber das Gespräch und erhalten beim Treiben von Handel wertvolle Boni. Wer möchte, kann sich aber auch eine eigene Rasse zusammenbauen und Attributpunkte selbst verteilen.

Im All hört Sie niemand siedeln 

Nach der Wahl der eigenen Fraktion beginnt man das Endlosspiel in seinem persönlichen Sternensystem. Dort hat man bereits erste Planeten besiedelt und erhält somit Steuergelder und wertvolle Ressourcen. Darüber hinaus verfügt man über eine kleine Flotte, mit der man per Rechtsklick zu Planeten, Asteroidenfeldern oder Warp-Toren geleitet.

In neue Bereiche springen die Raumschiffe nur mit Hilfe dieser festgelegten Schnellstraßen, die verschiedene Systeme miteinander verbinden. Das sorgt auf der einen Seite für klare Reisemöglichkeiten, aber auch für Bekanntschaften der unangenehmen Sorte. Neben den verschiedenen Völkern kreuzen nämlich auch angriffslustige Piraten durchs All. Mit ihnen kann man nicht verhandeln - sobald man auf sie stößt, beginnt der Kampf.

Ungewohnte Echtzeitschlachten

Während das übrige Spiel in Runden abläuft, wechselt das neue Master of Orion für die Kämpfe in den Echtzeitmodus. Der Spieler dirigiert seine Raumschiffe auf einer 2D-Karte und kontrolliert Abwehrstellungen. Gut gelöst: Für mehr Übersicht lässt sich die Kameraperspektive frei drehen und zoomen. Außerdem kann man das Spiel pausieren, um sich gerade bei Gefechten mit mehreren Staffeln einen Überblick zu verschaffen.

Trotz des interessanten Ansatzes wirken die Kämpfe in der Early-Access-Fassung arg simpel. Die Darstellung ist gerade aus der Vogelperspektive noch ziemlich spröde. Fährt man dagegen die Kamera dichter heran, wird es schnell unübersichtlich. Immerhin überzeugt die Steuerung: Die Einheiten reagieren halbautomatisch und richten sich auf dem 2D-Schlachtfeld selbständig zu ihren Gegnern aus.

Beim Anspielen umkreisen sich zwei Fregatten etwa wie von Geisterhand und feuern aufeinander, bis eine schließlich explodiert. Gerade Kenner der Originale vermissen aber die taktische Tiefe der Rundenduelle. Doch Wargaming und NGD Studios haben bereits angekündigt, das Kampfsystem bis zum Erscheinen des Spiels noch zu optimieren.

Die Galaxie erobern

Ungeachtet der noch vergleichsweise simplen Gefechte stellt sich beim neuen Master of Orion dennoch schnell wieder die alte Freude am Besiedeln des Alls ein. Im Spielverlauf bereisen Sie ein Sternensystem nach dem anderen. Das eigene Raumschiff scannt die Oberflächen ab und verrät, welche Ressourcen dort vorhanden sind und ob der Planet überhaupt bewohnbar ist.

Mit einem Kolonieschiff setzt man dann erste Siedler ab. Anschließend beginnen die eigentliche Arbeit und das Mikromanagement. Die Bewohner können in den Bereichen Nahrung, Forschung und Produktion eingesetzt werden und liefern zusätzlich Steuergelder. So muss man nicht nur seine Ressourcen im Auge haben, sondern auch den Zustand des Planeten selbst. Steigt die Verschmutzung, leidet darunter die Produktivität der Bewohner.

Zusätzlich erforscht man mit zunehmender Spielzeit neue Technologien, Schiffe und Gebäude. Diese wiederum können Sie schließlich auf Ihren Planeten bauen. Das frisst Ressourcen - und vor allem Zeit. Komplexere Bauten benötigen bis zur Fertigstellung gerne mal 20 und mehr Runden. Doch dieser Aufwand lohnt sich.

Viele Wege führen zum Sieg 

In Master of Orion gibt es verschiedene Siegbedingungen: Man kann beispielsweise mit purer Waffenstärke die Macht an sich reißen, aber auch über Handel, Technologie, Spionage oder Diplomatie gewinnen. Dadurch hat man mit jedem Volk ähnliche Chancen, sofern man denn dessen individuellen Stärken ausspielt. Das PC-Programm motiviert mit dem kontinuierlichen Spielfortschritt und einem gigantischen Universum. Wer erst einmal mit dem Besiedeln des Weltraums beginnt, versenkt schnell mehrere Stunden, ohne es überhaupt zu merken.

Bekannte Stimmen

Für einen hohen Wiedererkennungswert sorgen in der englischen Fassung die Synchronsprecher. Unter anderen standen Hollywood-Größen wie Mark "Luke Skywalker" Hamill, Robert "Freddy Kruger" Englund oder Michael "Worf" Dorn hinter dem Mikrofon. Auch aus Spielen wie "The Last of Us" bekannte Sprecher wie Nolan North oder Troy Baker sind in Master of Orion mit an Bord.

Was uns gefällt 

Bislang sieht alles danach aus, als würde die Neuauflage von Master of Orion gelingen. Die Besiedlung des Weltraums übt auch im Jahr 2016 eine starke Faszination aus, der Strategie-Titel erzeugt eine ähnlich starke Sogwirkung wie die Civilization-Spiele. Hier vergehen die Stunden wie im Flug, und ehe man es sich versieht, wächst die einstmals kleine Kolonie zum mächtigen Imperium heran. Die Mischung aus Erkunden, Forschen und Kämpfen motiviert enorm und überfordert dank übersichtlicher Menüs selbst Einsteiger nicht. 

Was uns nicht gefällt

Aktuell befindet sich Master of Orion in der dritten Early-Access-Phase, insofern handelt es sich weiterhin um ein unfertiges Spiel, bei dem noch längst nicht alle Funktionen implementiert wurden. Gerade die Echtzeitgefechte und das Diplomatiesystem sind noch unfertig und haben viel Luft nach oben. Weiterhin hätte die Inszenierung trotz hübscher Einspieler einen Tick wuchtiger ausfallen dürfen. Kleinigkeiten wie der recht simpel gehaltene Baukasten für das eigene Volk schmälern den Spielspaß dagegen glücklicherweise kaum.

Fazit

Bislang machen Wargaming und NGD Studios bei Master of Orion fast alles richtig. Man bewahrt weite Teile der ursprünglichen Formel und motiviert Spieler damit für Stunden. Das Weltraumabenteuer spielt sich schon in der Early-Access-Fassung angenehm rund. Mit einer Ausnahme: Die Kämpfe sollten noch unbedingt ausgebessert werden - im aktuellen Zustand fehlt es ihnen an Anspruch und spielerischer Raffinesse. Wer jedoch Zeitfresser wie Civilization oder XCOM 2 mag, der sollte auch Master of Orion eine Chance geben. 

Infos zum Spiel 

Titel: Master of Orion
Genre: Strategiespiel 
Publisher: Wargaming.net 
Hersteller: NGD Studios 
Release-Termin: 2016 (Vollversion) / Early-Access-Version bereits auf Steam verfügbar 
Preis: Noch nicht bekannt
System: PC 
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut

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