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Test zu Battleborn: Für den Kampf geboren

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Test zu Battleborn | Shooter | PC, PS4, Xbox One  

Für den Kampf geboren

04.05.2016, 15:57 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Test zu Battleborn: Für den Kampf geboren. Die große Stärke von Battleborn liegt ganz klar im wirklich beeindruckenden Heldenaufgebot. (Quelle: 2K Games)

Battleborn Ego-Shooter von Gearbox für PC (Quelle: 2K Games)

Das nächste dicke Ding der "Borderlands"-Macher ist da. Der Fantasy-Sci-Fi-Shooter "Battleborn" für PC, PS4 und Xbox One kombiniert Elemente verschiedener Spielegattungen, greift tief in den Farbtopf und hat auch sonst einiges zu bieten. Allen voran 25 liebenswerte Kugel-Cowboys, die sowohl in der 5-Spieler-Koop-Kampagne als auch in drei unterhaltsamen Mehrspieler-Varianten richtig Gas geben. 

Rettung in letzter Minute

Die Handlung aus der Feder von Gearbox-Autor Aaron Linde gewinnt zweifelsohne keinen Literaturpreis für ihre Subtilität, erfüllt jedoch ihren Zweck, wenn es mal wieder darum geht, einen Vorwand für die Rettung des Universums zu finden. Letzteres nämlich wird in der Kampagne von Superschurke Lothar Rendain und den ihm untergebenen Rassen Jennerit und Varelsi bedroht. 

Unaufhaltsam rücken seine Armee der Dunkelheit vor und zerstören dabei einen Stern nach dem anderen. Zu Beginn der im Episodenformat erzählen Geschichte steht eben dieser Vernichtungsfeldzug nun kurz vor seinem katastrophalen Ende: Sollte es Rendain gelingen, den letzten Stern im Solus-System zu zerstören, würde das Universum aufhören zu existieren.

Eine denkwürdige Truppe

Doch noch sind Hopfen und Malz nicht verloren. Denn kurz vor dem Erlöschen allen Lebens entsenden die mächtigsten Völker des Universums ihre besten Krieger, um den Wahnsinnigen aufzuhalten. Und damit Vorhang auf für die sogenannten Battleborn - 25 Querköpfe, die so ziemlich jedes Videospiel-Helden-Klischee erfüllen und zugleich unterschiedlicher kaum sein könnten.

Da wäre zum Beispiel El Dragón. Der Wrestling-Champion mit dem erbsengroßen Kopf verlor in seinem letzten Match beide Arme, erhielt dann aber Ersatz in Form von vergoldeten Kybernetik-Prothesen. Jetzt kämpft er als Battleborn. Genau wie Shayne. Die 16-jährige Punkerin ist beseelt von einem omnidimensionalen Wesen namens Aurox, welches wie eine Art Baumkrone aus ihrem Rücken ragt und im Nahkampf ordentlich austeilt. Fast noch schräger: Toby. Der intelligente Pinguin sieht auf den ersten Blick zuckersüß aus, hat’s jedoch faustdick hinter den Ohren und geht am liebsten im Cockpit eines meterhohen Mechs auf Schurkenjagd.

5-Spieler-Koop-Schlachtplatte

Batteborn unterteilt sich in zwei große Themenblöcke. Den Anfang macht die alleine oder mit bis zu vier Koop-Mitstreitern spielbare Story-Kampagne. Aufgeteilt in eine einführende Prolog-Mission sowie acht in sich abgeschlossene Level geht’s hier bereits nach wenigen Minuten in typischer Ego-Shooter-Manier ans Eingemachte. Feindbasen stürmen, Daten-Terminals verteidigen, Spinnen-Roboter eskortieren, Fallen umgehen, Bossgegner plätten - wer schon mal Borderlands gespielt hat, findet problemlos rein. Auch weil die Steuerung zuverlässig aktuelle Genre-Standards erfüllt und vielseitig umkonfiguriert werden darf.

Die Bildrate geht ebenfalls in Ordnung und stemmt auf Konsole 30 Bilder pro Sekunde bei 1080p-Auflösung. In Anbetracht des teils immensen Gegneraufkommens auf jeden Fall ordentlich. Butterweiche 60 Bilder pro Sekunde gibt’s allerdings nur mit der PC-Fassung und einem halbwegs aktuellen Gaming-Rechner.

Von Helix-Bäumen und Verteidigungstürmen

Obwohl Gearbox Battleborn am liebsten als "Hero-Shooter" bezeichnet, sind Einflüsse aus anderen Genres unverkennbar und unterm Strich eine echte Bereicherung für das Gameplay. Wer seine Augen offen hält, darf zum Beispiel - das "Tower Defense"-Genre lässt grüßen - an vorgegebenen Stellen innerhalb jedes Levels Verteidigungstürme hochziehen.Bezahlt wird die zusätzliche Feuerkraft mit Kristallen, die sich in Kisten und anderen Levelobjekten verstecken. Anfangs misst man den Geschützen kaum Bedeutung zu, in späteren Szenarien und auf höheren Schwierigkeitsgraden sind sie jedoch unabdingbar, um Sektoren erfolgreich zu verteidigen oder den wunden Punkt eines Bossgegners freizulegen.

Klar MOBA-inspiriert ist das Fähigkeiten-System, hier "Helix-System" genannt. Hat ein Protagonist durch Abschüsse und andere Heldentaten genügend Erfahrungspunkte gesammelt, steigt er eine Stufe auf und darf eine Fähigkeit verbessern. Bei jedem der zehn möglichen Stufenanstiege müssen Sie sich dabei stets für eins von zwei zur Auswahl stehenden Talenten entscheiden.

Die Crux an der Geschichte: Im nächsten Story-Kapitel fängt das Hochleveln wieder von vorn an. Das klingt zunächst nach gezielter Demütigung, bringt auf lange Sicht aber viele taktische Komponenten mit rein, da man seinen Helden von Kapitel zu Kapitel und je nach Team-Konstellation immer wieder aufs Neue maßschneidern darf. Hinzu kommt: Das System ist so angelegt, dass sich Erfahrungsstufe zehn in jedem Story-Kapitel problemlos erreichen lässt. In Kombination mit der gigantischen Figurenauswahl ein weiterer Pluspunkt in Sachen Wiederspielwert.

Langzeit-Motivator Multiplayer

Einmal die Kampagne hinter sich gebracht, fühlt man sich in der Regel fit für die drei sehr spaßigen, jeweils für zwei 5er-Teams ausgelegten Mehrspieler-Varianten. Redaktionsfavorit ist dabei ganz klar "Schmelze". Hier geht es darum, verbündete KI-Roboter unter Zeitdruck ins Fegefeuer einer Recycling-Anlage zu geleiten. Der Feind versucht selbiges, weshalb taktisch fordernde Scharmützel meist nicht lange auf sich warten lassen. 

Nicht minder schweißtreibend präsentiert sich die Spielvariante "Überfall". Beide Teams setzen alles daran, einen in der Feindbasis geparkten Spinnenroboter in seine Einzelteile zu zerlegen. Wer den Achtbeiner zuerst verschrottet, gewinnt - was ohne Teamwork und gut aufeinander abgestimmte Helden allerdings wesentlich leichter gesagt als getan ist. 

"Verwüstung" wiederum ist im Grund genommen nichts anders als eine Abwandlung des allseits bekannten Modi-Klassikers Herrschaft. Kurz: Das Erobern und Halten von drei Kartenbereichen bringt Punkte. Wer zuerst 1000 einstreicht, gewinnt. Nicht sonderlich innovativ, aber optimal für die zackige Partie zwischendurch. 

Was uns gefällt

Sei es nun der Zylinderhut-tragende Scharfschütze Marquis, die vierarmige Chaos-Hexe Orendi oder Eisgolem Kelvin - die 25 zum Start verfügbaren Battleborn-Helden sind nicht nur ziemlich kreativ, sondern spielen sich auch erstaunlich abwechslungsreich. Was wiederum die Motivation steigert, sich mal mit jedem einzelnen ins Kampagnen- oder Mehrspieler-Getümmel zu stürzen. 

Was uns nicht gefällt

Selbst wenn Sie sich alleine oder mit einem Freund auf dem geteilten Bildschirm durch die Story kämpfen, erzwingt Battleborn eine Internet-Verbindung. Mit einem Prolog-Level und acht Hauptmissionen - bei einer Spielzeit von jeweils zirka 45 Minuten - fällt die Kampagne zudem recht überschaubar aus. Kein Vergleich mit den hauseigenen Umfang-Monstern der "Borderlands"-Reihe.

Da wirkt es umso mehr wie Abzocke, dass Gearbox in den kommenden fünf "Battle Packs" mit je einer neuen Story-Mission und weiteren Inhalten nachschieben möchte. Alle Pakete zusammen sollen 20 Euro extra kosten. 

Fazit

Ja, die Kampagne könnte umfangreicher sein. Und ja, das dauerhafte Voraussetzen einer Internet-Verbindung stört. Diese Hauptkritikpunkte mal außen vor, liefern Spieldirektor Randy Varnell und sein Team jedoch ein echtes Herzblut-Projekt ab, bei dem speziell im Koop- und Mehrspieler-Modus so richtig die Post abgeht. Das überzeugende Heldenaufgebot, die famose Steuerung, der charmante Humor, die unzähligen Freispiel-Extras und die USK 12-Einstufung tun ihr übriges, um das hier einer möglichst breiten Zielgruppe schmackhaft zu machen. 

Infos zum Spiel 

Titel: Battleborn
Genre: Shooter
Publisher: 2K Games
Hersteller: Gearbox
Release-Termin: 3. Mai 2016
Preis: zirka 45 Euro (PC) / zirka 65 Euro (Konsole)
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 12 Jahren 
Wertung: Gut 

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