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Gran Turismo Sport im Preview: Der Rennspiel-König kehrt zurück

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Hands-on-Preview zu Gran Turismo Sport | Rennspiel | PS4  

Der Rennspiel-König kehrt zurück

03.06.2016, 15:25 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Gran Turismo Sport im Preview: Der Rennspiel-König kehrt zurück. Gran Turismo Sport: Dynamische Wetter- oder Tageszeitenänderungen im Verlauf eines Rennens wird es laut Entwickler Polyphony Digital nicht geben. (Quelle: Sony)

Gran Turismo Sport: Dynamische Wetter- oder Tageszeitenänderungen im Verlauf eines Rennens wird es laut Entwickler Polyphony Digital nicht geben. (Quelle: Sony)

1997 setzte das Rennspiel "Gran Turismo" auf Sonys erster Playstation-Konsole neue Standards in puncto Realismus und Authentizität. Doch mit jedem neuen Teil verblasste die Aura des Besonderen - und spätestens das innovationsarme "Gran Turismo 6" stagnierte auf hohem Niveau. Das soll sich nun mit dem am 16. November exklusiv für die PS4 erscheinenden "Gran Turismo Sport" ändern: Bei der passenderweise auf dem Nürburgring stattfindenden Präsentation des potenziellen Rennspiel-Krachers versprach Entwicklerlegende Kazunori Yamauchi eine ähnliche Revolution wie seinerzeit beim ersten Teil. 

Der Kopf hinter Gran Turismo Sport 

Der japanische Spiele-Designer Kazunori Yamauchi ist ein wahrer PS-Junkie und Auto-Enthusiast. Der 48-Jährige lebt Gran Turismo und ist als Fahrer selbst Teil des Teams Walkenhorst Motorsport, mit dem er beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilgenommen hat. Seine Ansicht über den aktuellen Stand des Rennspiel-Genres fasst er gleich zu Beginn der Präsentation zusammen: "Rennspiele haben sich seit Gran Turismo aus dem Jahr 1997 nicht mehr gravierend weiterentwickelt." Eine Aussage, die man zumindest stark anzweifeln darf. Offensichtlich hat Yamauchi-san große Rennspiel-Titel wie "Project Cars" oder "Forza Motorsport" vergessen. Diese haben nämlich Gran Turismo in den vergangenen Jahren technisch und spielerisch überholt. 

Gran Turismo für alle  

Deshalb muss auch ein Neustart für die Rennspielserie her - und dieser soll auf den Namen GT Sport hören. Gemeinsam mit dem Entwicklerteam von Polyphony Digital will Yamauchi die PS4-Rennsimulation einer breiten Spielergruppe zugänglich machen. Nicht nur Profis sollen Spaß an der anspruchsvollen Fahrphysik haben, auch Neulinge werden schnell ins Spiel finden können. Damit das funktioniert, absolvieren Spieler in GT Sport zehn Prüfungen, die die Grundlagen von Steuerung und Fahrphysik erklären. Danach kann man einzelne Kurse Sektion für Sektion beackern und die Ideallinie erlernen. 

Spiele-Videos 
Gran Turismo Sport: Gameplay-Trailer

Vier Minuten lang Szenen aus der Renn-Simulation. Video

Darüber hinaus gibt es die obligatorischen Fahrhilfen. In der auf dem Nürburgring vorgestellten Demo-Fassung konnte t-online.de/spiele Brems- und Lenkhilfen aktivieren und die Fahrphysik von realistisch bis einfach justieren. Andere Rennspiele bieten in dieser Hinsicht freilich mehr Optionen. Es wäre wünschenswert, dass die Vollversion des Spiels weitere Anpassungsmöglichkeiten an Bord hat.

Spiel oder Realität? 

GT Sport entsteht in Kooperation mit der "Fédération Internationale de l'Automobile" (FIA) und nutzt deren Regelwerk. Damit verbunden ist nicht nur ein realistischeres Drumherum inklusive Safety-Car-Phasen, sondern auch ein gewisser Ehrenkodex. GT Sport bringt Spielern die Finessen des Pilotendaseins bei und erklärt die Etikette auf der Strecke, implementiert Strafen fürs Rempeln und Belohnungen oder sogar Trophäen für sauberes Fahren. 

Im Sport-Modus treten PS4-Raser online entweder für ihr Land im Nationen-Cup oder für ihre Lieblingsautomarke im Brand-Cup an. Spannend: Polyphony Digital ermittelt Ranglisten auf Basis von Herkunft, Alter und Fähigkeiten. Online-Fahrer spielen regelmäßig um Pokale und kämpfen schließlich sogar bei den FIA World Finals um die ganz großen Trophäen. 

Die FIA Gran Turismo Digital License - eine echte Rennlizenz - gewährt den Spielern in bislang 19 Ländern der Welt Zutritt zu Strecken. Deutschland und die USA gehören noch nicht zu diesem Verbund, laut Sony laufen jedoch bereits die Verhandlungen.

"GT Sport ist mehr als nur ein Spiel", erklärt Kazunori Yamauchi den innovativen Ansatz seines neuen Projekts. "Wir wollen die Rennsportszene vereinen und zeigen, dass es keine Unterschiede zwischen virtuellen und echten Rennen und ihren Fahrern gibt."

Alles, was das Autoherz begehrt 

Hinsichtlich des Spielumfangs bietet GT Sport ordentliche Kost: Insgesamt werden 137 Super-Premium-Autos ins Spiel integriert, die man über 19 Kurse in 27 Layouts scheuchen darf. In der Demo-Fassung waren sechs Kurse verfügbar, darunter Brands Hatch, die Nürburgring-Nordschleife oder auch der fiktive Tokyo Express Highway.

Neben den Prüfungen und dem Sport Mode umfasst das Spiel zudem einen Arcade-Modus, bestehend aus Zeit-, Drift- und Rundenrennen sowie einer Zwei-Spieler-Splitscreen-Variante. Wer seine Boliden so richtig in Szene setzen will, kann dies im Fotomodus tun. Neben hübschen Schnappschüssen "photoshopped" man hier seine Vehikel aber auch in 1000 verschiedenen Hintergründen und schafft dank der 4K-Auflösung kleine Kunstwerke für die Ewigkeit.

Bei so viel PS-Liebe bleibt die soziale Interaktion nicht auf der Strecke: GT Sport spendiert Spielern eine eigene Social-Media-Plattform, auf denen die Spieler ihre Bilder oder Erfolge teilen und einander folgen können.

Eindrücke von der Strecke

Die erste Anspielsession mit dem neuen Gran Turismo zeigt, dass die Macher aus einigen Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Wo frühere Teile der Serie oftmals unter starken Problemen mit der Bildrate litten, läuft GT Sport schnell bei 60 Bildern pro Sekunde und in Full-HD-Auflösung. Die Demo-Version krankt indes noch an kleineren Grafikfehlern. Yamauchi zufolge stellt sie jedoch lediglich 50 Prozent der Leistung des fertigen Spiels dar.

Aber selbst im aktuellen Zustand macht GT Sport schon einen sehr guten Eindruck. Das Fahrgefühl ist klasse; abhängig von den aktivierten Hilfefunktionen reagieren die Wagen mehr oder weniger sensibel auf Fahrfehler. Holpert man beispielsweise mit den Ferrari 458 GT3 an der Nordschleife über die Curbs und schließlich über den Rasen, gerät das Fahrzeug schnell ins Schleudern. Die Gewichtsverteilung bei Lenkbewegungen wirkt nicht zuletzt wegen der Force-Feedback-Effekte der bei der Präsentation eingesetzten Thrustmaster-Lenkräder angenehm wuchtig. 

Unser Eindruck: Die Rennsimulation spielt sich anspruchsvoll und zugleich flotter als ihre Vorgänger, ohne aber ein komplett anderes Fahrgefühl zu bieten. Allerdings zeigt die Demo-Version auch einige Schwächen: Die Computer-Piloten agieren erneut zu zahm und kämpfen nicht aggressiv genug um ihre Positionen. Außerdem bleibt abzuwarten, ob die Motorensounds mit Project Cars mithalten können. In der Anspielversion wurden laut Yamauchi noch teilweise Platzhalter eingesetzt.  

Was uns gefällt 

Polyphony Digital hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise nicht auf früheren Lorbeeren ausgeruht. Gerade die technische Umsetzung von GT Sport wirkt trotz kleinerer Probleme bereits jetzt deutlich runder als bei den Vorgängern. Das Spiel muss den Vergleich mit Forza Motorsport 6 und Project Cars nicht scheuen und hält in Sachen Fahrgefühl und Umgebungsgrafik locker mit diesen Spitzentiteln mit. Die Simulation überzeugt also, bleibt aber dennoch der Serientradition treu und stellt weniger Fahr-Action als vielmehr den Motorsport in den Mittelpunkt. Das Miteinbeziehen von Lizenzen und sogar Renn-Etikette scheinen da nur eine logische Konsequenz zu sein.  

Was uns nicht gefällt 

Wichtige Fragen können erst vom fertigen Spiel beantwortet werden: Bekommt Polyphony Digital die in der Demo-Fassung vorhandenen Grafikfehler in den Griff? Bessert man endlich bei den Motorsounds nach, damit sich Spieler nicht mehr über Staubsaugerklänge ärgern?

Außerdem ist zu befürchten, dass GT Sport zwar stilsicher, aber leider auch allzu linear und steril daherkommen könnte. Andere Rennspiele wirken zugänglicher und weniger verkopft. Darüber hinaus bietet Yamauchis Baby keine dynamischen Wetter- oder Tag-Nachtwechsel. Der Umfang des Schadensmodells ist bislang ebenfalls noch nicht bekannt.  

Fazit

Kazunori Yamauchi verfolgt eine ganz persönliche Philosophie bei der Entwicklung von GT Sport, die sich direkt im Spiel widerspiegelt. Er will den Motorsport mit all seinen Facetten möglichst glaubhaft in einem Spiel abbilden. Einige Elemente wie etwa die Einbindung einer realen Rennlizenz wirken geradezu revolutionär, andere - beispielsweise die linearen Aufgaben und die durchwachsene Computer-KI - machen einen eher altbackenen Eindruck. GT Sport könnte eine Wundertüte auf vier Rädern werden und hat das Potenzial, den eher enttäuschenden PS3-Vorgänger abzuhängen. Ob dies letztlich gelingt, kann aber erst das fertige Spiel zeigen. 

Infos zum Spiel

Titel: Gran Turismo Sport 
Genre: Rennspiel 
Hersteller: Polyphony Digital  
Publisher: Sony Computer Entertainment 
Release-Termin: 16. November 2016
Preis: Noch nicht bekannt
System: PS4
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Einschätzung: Gut

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