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Test zu Fallout 4: Far Harbor - Detektive auf der Nebelinsel

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Test zu Fallout 4: Far Harbor | Action-Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Detektive auf der Nebelinsel

07.06.2016, 15:59 Uhr | Olaf Bleich (jr / tz), Medienagentur plassma

Test zu Fallout 4: Far Harbor - Detektive auf der Nebelinsel. Far Harbor ist die bislang umfangreichste und zugleich auch stimmungsvollste Erweiterung für Fallout 4. (Quelle: Bethesda)

Far Harbor ist die bislang umfangreichste und zugleich auch stimmungsvollste Erweiterung für Fallout 4. (Quelle: Bethesda)

Früher verlängerten Entwickler die Lebensdauer ihrer Spiele durch separate Add-ons. Im Jahr 2016 übernehmen regelmäßige Download-Inhalte für kleines Geld diese Aufgabe. Mit "Far Harbor" erscheint nach "Automatron" und "Wasteland Workshop" schon die dritte Erweiterung für das Action-Rollenspiel "Fallout 4". Das Abenteuer macht Spieler zu Detektiven und führt sie in einem mysteriösen Entführungsfall auf eine unwirtliche Nebelinsel. 

Fallout 4: Far Harbor - Rettungsmission mit Umwegen 

Die Erweiterung beginnt wie ein klassischer Krimi: Die Detektei Valentine erhält den Auftrag, Kasumi - die Tochter von Kenji und Rei Nakano - zu suchen. Die 19-Jährige ist vor einiger Zeit verschwunden, und die Eheleute sind sich nicht ganz einig, ob ihr Kind aus freien Stücken das Weite suchte oder gar entführt wurde. 

Infolgedessen geht der Spieler gemeinsam mit Synth-Schnüffler Nick Valentine auf Spurensuche. Diese führt einen schließlich auf eine Insel an der Ostküste Maines. Wie in John Carpenters Horrorstreifen "The Fog: Nebel des Grauens" wabern dicke, atomare Schwaden über dem Eiland. Die Anwohner sind entsprechend schlecht gelaunt -  Entwickler Bethesda erzeugt ein ebenso bedrohliches wie intensives Inselszenario.

Drei Fraktionen, viele Probleme 

Far Harbor ist die bislang größte Erweiterung für Bethesdas Action-Rollenspiel-Hit. Die Hauptstory kann man bequem in acht bis zehn Stunden abschließen. Will man allerdings die zahlreichen versteckten Geheimnisse, abgewrackten Dörfer und vor allem die vielen kleinen Geschichten der Insel entdecken, sollte man besser 20 oder mehr Spielstunden einplanen.

Grund dafür sind nicht zuletzt die drei verschiedenen Gruppierungen, die die Insel bevölkern: Die Maschinenwesen der Synth, die abgedrehten Kinder des Atoms und natürlich die Menschen, die niemandem mehr vertrauen. Das Spiel stellt die Unterschiede und Motive der verschiedenen Parteien nachvollziehbar in den Mittelpunkt. Klasse: In Far Harbor gibt es wie schon im Hauptspiel erneut keine klaren Bösewichte oder Helden. Stattdessen bringt Sie die Geschichte immer wieder mit Entscheidungsmöglichkeiten in die moralische Zwickmühle.

Theoretisch kann man Fallout 4: Far Harbor beenden und dabei nur einige wenige Computer-Inselbewohner erledigen. Wer aber den aggressiven Verhandlungsstil bevorzugt, darf sich natürlich auch mit Waffengewalt durchsetzen. Letzteres ist jedoch nicht immer der beste Weg, schließlich hat so ziemlich jede Figur auf der Nebelinsel eine eigene Meinung und spannende Nebenaufträge auf Lager. 

Etwas schade: Auch diese Fallout-4- Erweiterung verfällt immer wieder in alte Gewohnheiten und lässt Sie nebenbei viele Sammelaufgaben bewältigen. Glücklicherweise bleiben die großen Hauptquests davon verschont. Hier glänzt Far Harbor mit toll geschriebenen Dialogen und feinem Aufgaben-Design.

Ein mysteriöser Ort 

Der DLC erweitert auch die Funktionen des Hauptspiels. Erneut können Spieler einen menschlichen Gefährten anheuern. Wer also keine Lust mehr auf Detektiv Nick Valentine hat, schnappt sich einfach den bärtigen Longfellow als Verstärkung. Über bestimmte Entscheidungen verbessert oder verschlechtert man das Verhältnis zu dem Computerbegleiter. Darüber hinaus gibt der Seebär zu allen wichtigen Aktionen seinen Senf dazu oder hilft gar auf seine Weise mit Ratschlägen weiter. 

Sinnvollerweise passt Bethesda das Inventar dem Insel-Setting an. So findet man im Spielverlauf beispielsweise eine Harpunenkanone, mit der man Widersacher formschön an die Wand nagelt. Und mit der Marinerüstung ist man zumindest vor den schlimmsten Übergriffen halbwegs geschützt. Die Montur verfügt nämlich über richtig gute Schadenswerte. Hinweis: Fallout 4: Far Harbor eignet sich für erfahrene Level-30-Spieler, die keine Angst vor neuen Monstern haben, die sie aus dem Nebel heraus überfallen könnten. 

Die Erweiterung ist längst kein Survival-Horror-Spiel, dennoch fühlt sich Far Harbor deutlich bedrohlicher an als die meisten Missionen in Fallout 4. Technisch ist das 2015 veröffentlichte Endzeitabenteuer inzwischen jedoch leicht ergraut. Speziell die Gesichtsanimationen wirken sehr altbacken. Nichtsdestotrotz besitzt die Nebelinsel ihre ganze eigene Faszination, die zu ausgiebigen Beutezügen einlädt.  

Was uns gefällt

Die dritte Erweiterung zum erfolgreichen Action-Rollenspiel Fallout 4 bietet Masse wie Klasse und lädt Entdecker zu ausführlichen Exkursionen der Nebelinsel ein. Wer lediglich durch die Hauptmissionen sprintet, wird rund zehn Stunden Freude an Far Harbor haben. Geht man hingegen auf Informationssuche und hinterfragt die Motive der drei Völker, bekommt man weitaus mehr geboten. Dank der vielen, teils moralisch aufgeladenen Entscheidungsmöglichkeiten erlebt hier jeder sein eigenes Abenteuer. 

Dazu bietet der DLC die typischen Inhalte einer solchen Erweiterung, darunter zusätzliche Waffen- und Ausrüstungsgegenstände, frische Monstertypen und einen neuen Begleiter. Star des Spiels bleibt aber die Insel selbst, sie erzeugt ein herrliches Gefühl der Enge und Bedrohung. 

Was uns nicht gefällt

Leider nimmt Bethesda keinerlei technische Anpassungen an Fallout 4 vor. Besonders die Gesichtsanimationen hätten ein wenig Politur vertragen können. So sehr die Erweiterung spielerisch auch überzeugt, so fallen gerade einige Nebenmissionen fatalerweise zurück in alte Skyrim-Muster. Das bedeutet im Klartext: Viele Nebenjobs bestehen aus dem Sammeln bestimmter Gegenstände oder dem Töten von Monstern. Wirklich kreativ ist das leider nicht - und steht damit im krassen Gegensatz zu den enorm liebevollen Hauptmissionen. 

Fazit 

Spannend, düster und angenehm anders: Far Harbor ist die bislang umfangreichste und zugleich auch stimmungsvollste Erweiterung für Fallout 4. Die Abenteuer auf der Nebelinsel ziehen den Spieler dank der schrägen Fraktionen und des mysteriösen Settings in den Bann. Dazu fordert das Spiel immer wieder mit Entscheidungsfreiheiten heraus. Kurzum: Endlich zahlt sich der Season-Pass mal aus - denn Fallout 4: Far Harbor ist Extra-Content par excellence. 

Infos zum Spiel 

Titel: Fallout 4 - Far Harbor
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher / Hersteller: Bethesda Game Studios
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 25 Euro (Hauptspiel Fallout 4 wird zwingend vorausgesetzt) 
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren 
Wertung: Sehr gut 

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