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Titan Quest: Per Fingerwisch Zyklopen und Mumien bekämpfen

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Test zu Titan Quest | Action-Rollenspiel | iOS, Android  

Per Fingerwisch Zyklopen und Mumien bekämpfen

14.06.2016, 07:15 Uhr | Robert Bannert / Benedikt Plass-Fleßenkämper (jr), Medienagentur plassma

Titan Quest: Per Fingerwisch Zyklopen und Mumien bekämpfen . Die Umsetzung von Titan Quest für iOS und Android ist inhaltlich quasi identisch mit der PC-Vorlage aus dem Jahr 2006. (Quelle: Nordic Games)

Die Umsetzung von Titan Quest für iOS und Android ist inhaltlich quasi identisch mit der PC-Vorlage aus dem Jahr 2006. (Quelle: Nordic Games)

Mit Schwert und Zauberstab gegen mythologische Kreaturen in den Kampf ziehen: Auf iOS- und Android-Mobilgeräten ist das Genre der Action-Rollenspiele eher dünn besetzt. Darum will Entwickler DotEmu die Lücke mit der Umsetzung des zehn Jahre alten PC-Hits "Titan Quest" schließen. Macht die Touchscreen-Umsetzung des blitzschnellen Mausklick-Feuerwerks noch genauso viel Spaß wie das Original? 

Titan Quest: Der Action-Rollenspiel-Klassiker macht mobil 

Wer auf Smartphone oder Tablet als Action-Rollenspiel-Fan die Keule oder Axt schwingen will, für den sieht es wenig rosig aus. Vor allem dann, wenn er keine Lust auf Free-to-Play und Ingame-Käufe hat. Das einstige Vorzeige-Action-Rollenspiel "Dungeon Hunter" wurde von Hersteller Gameloft in den Free-to-Play-Kosmos überführt, ansonsten steht nur noch das Bug-beladene "Iesabel" Spalier. Da kommt die Umsetzung des zehn Jahre alten PC-Klassikers Titan Quest gerade recht. Doch ist das Spieldesign zeitlos genug, um heute noch immer zu fesseln? 

Antike Metzelorgie 

2006 wurde der Kampf gegen mythologische Kreaturen wie Satyrn oder Medusen in den den verdorrten Steppen des alten Griechenlands und den Oasen des antiken Ägyptens auf dem PC vor allem für seinen angenehmen Spielfluss gelobt. Auch die Unterteilung in kampf- und magiebetonte Heldenklassen, die ihre Widersacher entweder per Handarbeit aus dem Verkehr ziehen oder mit Feuerbällen über den Pixelhaufen ballern sowie die Möglichkeit, seinem Charakter zwei von insgesamt acht Fähigkeitenbäumen zuteilen zu dürfen, bescherten Titan Quest wohlwollende Kritiken und gute Verkaufszahlen. 

Und tatsächlich: Damals wie heute ist die Rettung der Games-Antike hyperaktiv. Hier jagt ein Gefecht das nächste, reiht sich ein Auftrag an den anderen und klingelt, scheppert, grunzt oder ächzt es nahezu ununterbrochen aus den Kopfhörern. 

Gute Spielbalance, sperrige Benutzerführung 

Am eigentlichen Spiel hat sich kaum etwas geändert - die Umsetzung von Titan Quest für iOS und Android ist nahezu eine 1:1-Nachbildung der PC-Vorlage. Prima: Die tadellose Spielbalance sorgt dafür, dass ein Action-Rädchen exakt ins andere greift. Das dynamische Wechselspiel aus Zuschlagen, Sammeln und Aufrüsten entfaltet auch in der Mobil-Version von Titan Quest genau die Sorte Sogwirkung, die man von einem Haudrauf-Rollenspiel erwartet. Schön außerdem, dass man sich nicht von Anfang an auf eine der Heldenklassen festlegen muss: Der eigene Spielstil bestimmt, wo die Reise langgeht - das Skill-System ist angenehm tiefgründig.

Ein großes Problem macht sich jedoch beim Spielen schnell bemerkbar: Bereits auf dem PC war die sperrige Benutzerführung mit ihrer unlogischen Anordnung der verschiedenen Spielelemente, nahezu unleserlichen Menübildschirmen und zahllosen Textboxen die Achillesferse des altertümlichen Gerangels. 

Auf dem kleineren Mobile-Bildschirm potenziert sich dieses Problem sogar: Per Tablet ist die Ochsentour durch das fantastische Altertum gerade noch genießbar, auf dem Smartphone dagegen ist Titan Quest streckenweise nahezu unlesbar - und deshalb auch unspielbar. 

Die allgemeine Bedienung fällt indes Touchscreen-typisch in die Kategorie "Geschmacksache": Wer kein Problem damit hat, dass die Funktionalität der Maus auf fummelige Onscreen-Bedienelemente übertragen wurde, der wird an dem leichtgängigen Gemetzel durchaus seine Freude haben. Allerdings bekommen speziell für den Touchscreen konzipierte Titel wie "Dungeon Hunter" diese Sorte Kontroll-Logik spürbar besser hin. 

Nervige Perfomance-Probleme 

Schade außerdem, dass der Kampf gegen Zyklopen und Riesenschlangen selbst auf leistungsstarken Geräten wie einem aktuellen iPad Air oder dem iPhone 6s immer wieder ins Stocken gerät - und das ohne ersichtlichen Grund. Das mobile Titan Quest bildet sein PC-Vorbild unterm Strich zwar originalgetreu ab. Doch ein Action-Rollenspiel, das schon vor zehn Jahren kein ausgesprochenes Grafik-Highlight war, sollte auf einem modernen Smartphone ohne nennenswerte Performance-Einbußen laufen. 

Was uns gefällt 

Die Umsetzung von Titan Quest für iOS und Android ist inhaltlich quasi identisch mit der PC-Vorlage. Mit an Bord sind 150 unterschiedliche Charakterfähigkeiten, 30 verschiedene Klassen, mehr als 1.200 Gegenstände, ein kompletter Tag- und Nacht-Wechsel, 80 Feindtypen, sich an das Können des Spielers anpassende Waffen und Gegner, Achievements, Cloud-Spielstände und mehr als 60 Stunden Spielzeit. Für knapp sieben Euro bekommt man hier jede Menge Inhalt geboten.  

Was uns nicht gefällt

Neben dem fehlenden Mehrspieler-Modus sind die arg fummelige Benutzerführung und die schwache Performance die größten Kritikpunkte am mobilen Titan Quest. Das größte Problem ist seine PC-Herkunft – man merkt dem Action-Rollenspiel einfach an, dass es nicht von Grund auf als Mobile-Game konzipiert, sondern lediglich portiert wurde. 

Fazit

Entwickler DotEmu hat es leider versäumt, den damaligen Genre-Hit adäquat auf iOS und Android anzupassen: Die teils chaotische Benutzerführung und die regelmäßigen Grafikruckler kosten Titan Quest einiges an Spielspaß und Adrenalin. Was übrig bleibt, ist ein nach wie vor unterhaltsamer, aber nicht großartiger Vertreter seiner Zunft, der eine liebevollere Behandlung verdient hätte. 

Infos zum Spiel 

Titel: Titan Quest
Genre: Action-Rollenspiel
Publisher: Nordic Games
Hersteller: DotEmu
Release: Im Handel  
Preis: zirka 7 Euro
System: iOS, Android
USK-Freigabe: Nicht geprüft
Wertung: Befriedigend

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