Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Preview zu Dishonored 2: Fulminante Fortsetzung

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Preview zu Dishonored 2 | Stealth-Actionspiel | PC, PS4, Xbox One  

Fulminante Fortsetzung

21.06.2016, 16:45 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Richard Löwenstein

Preview zu Dishonored 2: Fulminante Fortsetzung. "Dishonored 2" bietet alles, was sich Fans von einer Fortsetzung erhofft hatten.  (Quelle: Bethesda)

"Dishonored 2" bietet alles, was sich Fans von einer Fortsetzung erhofft hatten. (Quelle: Bethesda)

Als das Schleich-Actionspiel "Dishonored" im Oktober 2012 das Licht der Welt erblickte, ging Hersteller Bethesda volles Risiko. Kurz vorm Ende des Lebenszyklus von Xbox 360 und PS3 noch eine komplett neue Marke mit unbekanntem Helden zu veröffentlichen, erschien zunächst ziemlich gewagt. Doch das Experiment funktionierte und überzeugte mit tollem Leveldesign, großer spielerischer Freiheit und cooler Hauptfigur. Über zwei Millionen Schleich-Enthusiasten griffen zu und bestärkten den französischen Entwickler Arkane Studios, ein Sequel für PC, PS4 und Xbox One in Angriff zu nehmen.

Spannender Rollentausch 

Spielte in "Dishonored: Die Maske des Zorns" noch der Leibwächter Corvo Attano die erste Story-Geige, geht dieser Titel diesmal an Emily Kaldwin. Die Tochter der damals von Attentätern ermordeten Kaiserin ist mittlerweile eine junge Frau und selbst Regentin. Allerdings nur für kurze Zeit, denn gleich nach Spielbeginn wird die 25-jährige durch eine Verschwörung aus dem Amt gejagt. Emily - in den letzten 15 Jahren bestens ausgebildet von ihrem kampferprobten Vater Corvo - will sich jedoch diese Schmach nicht gefallen lassen und setzt nun alles daran, den Thron zurückzuerobern.

Ob sie dabei über Leichen geht oder doch eher eine weniger blutige Lösung anstrebt, kann der Spieler serientypisch völlig frei entscheiden. In beiden Fällen gilt: "Dishonored 2" wird auf die Taten des Spielers reagieren. Schlitzt man beispielsweise einem Widersacher nach dem anderen die Kehle auf, muss man sich nicht wundern, wenn sich zunehmend fiese Blutfliegen in den Kadavern einnisten und schon bald zur allgegenwärtigen Plage werden.

Auf den Blickwinkel kommt es an

Die großartige Nachricht für Fans: Wer mag, kann Dishonored 2 alternativ auch in der Rolle von Emilys Vater Corvo durchspielen und die Geschichte dabei aus einem ganz neuen Blickwinkel erleben. Dass beide Charaktere über unterschiedliche Meuchel-Manöver, Waffen-Upgrades und übernatürliche Fähigkeiten verfügen, macht diesen Design-Ansatz natürlich umso interessanter und erhöht den Wiederspielwert enorm.

Einen Online-Koop-Modus wie bei Schleichkonkurrent "Assassin’s Crew: Unity" bietet Dishonored 2 gleichwohl nicht. Hier liegt der Fokus ganz klar auf einer mit viel Herzblut geschmiedeten Solo-Erfahrung. Die man dank klassischem Spielstand-System übrigens nach Belieben erleben darf. Sie wollen eine Mission erst mit Emily abschließen, dann speichern und gleich im Anschluss einen weiteren Level-Durchlauf mit Corvo wagen? Laut Co-Spieldirektor Harvey Smith kein Problem. 

Ab in den Süden 

Der Plot beginnt in Dunwall - dem Szenario des ersten Teils -, wird dann allerdings recht bald in einer ganz neuen Region des Landes fortgeführt. Genauer gesagt in Karnaca, einer traditionsreichen Stadt an der Südküste der Insel Serkonos. Karnaca selbst ist ein Schmelztiegel der Kulturen und mit deutlich mehr Sonne gesegnet als der verregnete Industrie-Moloch Dunwall.

Besonders markantes Merkmal der Küstenmetropole: Ein gigantisches, an einer Seite steil abfallendes Felsmassiv ragt unweit des Stadtkerns empor und sorgt dafür, dass mächtige Winde überall im Stadtgebiet toben. Viele davon so stark, dass die Bewohner ihre Kraft zur Gewinnung von Windenergie nutzen. Hat man Pech, kann die steife Brise jedoch auch mitten in einer Mission in Form eines dynamischen Sandsturms auftreten und die Sicht massiv verschlechtern. Zumindest für all jene, die den Umgang mit der Fähigkeit "Dark Vision" nicht beherrschen.

Durchgängiger Ego-Trip

Sei es nun die Flucht vor schwer bewaffneten Häschern, das Duell mit aggressiven Uhrwerk-Soldaten, das Erkunden der faszinierenden Umgebungen oder die rasant geschnittenen Ingame-Zwischensequenzen - Dishonored 2 bricht zu keiner Zeit mit der Tradition des Erstlingswerks und zeigt die Action stets aus der Ego-Perspektive. Aber auch sonst dürften sich Serienkenner schnell zurechtfinden, denn die bewährte Steuerung und die meisten anderen Gameplay-Mechaniken sind weiterhin intakt - nur eben ergänzt um unzählige Optimierungen und Verbesserungen.

Ein schönes Beispiel hierfür ist das "Fähigkeiten"-Upgradesystem. Dieses gleicht nun mehr einem klassischen Fähigkeitenbaum und lässt sich noch detaillierter entweder in Richtung tödlicher oder nicht tödlicher Talente entwickeln. Kenner wird’s freuen: Corvos Fähigkeiten verfügen nun allesamt über ganz neue, nie gesehene Ausbaustufen.

Mit der verbesserten Version von "Possession" etwa kann der Assassine nun kurzzeitig sogar Besitz von Leichen ergreifen und durch ihre noch offenen Augen die Umgebung sondieren. Oder er „verweilt“ für kurze Zeit im Körper einer Leiche, um neugierigen Suchtrupps zu entgehen - die frischen Ideen begeistern und sind wie immer nahezu beliebig kombinierbar.

Emily macht ernst 

Emilys Fähigkeitenspektrum ist nicht minder beeindruckend. Mit "Doppelgänger" etwa erschafft sie einen Klon ihrer selbst, um Wachpersonal abzulenken. "Shadow Walk" dagegen befähigt sie, sich in eine kleine, schattenähnliche Gestalt zu transformieren. Praktisch, um mühelos durch winzige Öffnungen zu schlüpfen oder den Blicken neugieriger Feinde zu entgehen. Mit "Mesmerize" wiederum versetzen Sie Zielpersonen für einige Zeit in einen Hypnose-ähnlichen Zustand. Die Opfer starren dann nur noch nach vorn und bewegen sich nicht mehr, was vor allem in massiv bewachten Räumen von Nutzen ist.

Redaktionsfavorit bleibt jedoch "Domino": Wenige Tasten-Tipper genügen, und schon entsteht eine Art Seelenband zwischen bis zu vier markierten Charakteren. Der Clou dabei: Was Emily Opfer A antut, wiederfährt sodann auch den anderen Personen im Seelenband. Locken Sie also beispielsweise Wache A in die Nähe einer Mine, überträgt sich die tödliche Explosion auch auf Wache B, C und D. 

Was uns gefällt

Die Möglichkeiten, Probleme ohne tödliche Gewalt zu lösen, wurden massiv erweitert. Das beginnt schon bei simplen Sprungattacken. Endeten die im ersten Teil für das Opfer in der Regel blutig, steht nun eine Option zur Verfügung, die den Betroffenen lediglich außer Gefecht setzt - wobei praktischerweise der Aufprall der Spielfigur sanft abgefedert wird. Pfiffig ist zudem der brandneue Würgegriff. Richtig angewendet, wird ein taumelnder Widersacher damit im Handumdrehen zu einem menschlichen Schutzschild, was je nach Spielsituation ganz neue Lösungswege ermöglicht. 

Schön auch, dass sich Protagonist Corvo endlich mit Hilfe eines Synchronsprechers artikuliert und die Macher mehr Details zum mysteriösen Outsider verraten möchten. Beides in Kombination dürfte Spieler noch intensiver ins Dishonored-Universum hineinziehen. 

Was uns nicht gefällt

Nach dem, was bisher gezeigt und gesagt wurde, fällt es schwer, echte Kritikpunkte auszumachen. Dennoch ist eine gewisse Restskepsis im Hinblick auf die Schläue der Feind-KI angebracht. Die nämlich leistete sich in Teil eins zum Teil eklatante Schnitzer, schoss sich beispielsweise gegenseitig in den Rücken, rannte blindlings in tödliche Energiebarrieren oder war nicht in der Lage, aus dem Hinterhalt mit einer Armbrust angreifende Spieler korrekt zu lokalisieren.

Viele dieser Macken scheinen durch den Engine-Wechsel behoben, und streckenweise hat die KI sogar neue Tricks dazugelernt. Beispielsweise kann sie nun über Objekte springen und Hindernisse erklimmen. Wie gut die neuen KI-Routinen tatsächlich funktionieren, wird allerdings erst ein mehrstündiges Probespiel zeigen können. 

Fazit 

Das faszinierende Szenario Karnaca, zwei spielbare Helden, die spürbar verbesserten Handlungsoptionen für Leisetreter, die deutlich lebendigeren Umgebungen, die massiv aufgepeppte Optik auf Basis der neuen Void-Engine und endlich Sprachausgabe für Corvo - Dishonored 2 bietet alles, was sich Fans von einer Fortsetzung erhofft hatten. Wenn jetzt noch die Spielbalance und die Frequenz an Wow-Momenten stimmt, stehen hier alle Zeichen auf Hit. 

Infos zum Spiel 

Titel: Dishonored 2 Das Vermächtnis der Maske- 
Genre: Stealth-Actionspiel  
Publisher: Bethesda  
Hersteller: Arkane Studios 
Release-Termin: 11. November 2016  
Preis: Noch nicht bekannt 
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt 
Eindruck: Sehr gut

News, Tests & Previews, Onlinegames und mehr auf Facebook: Werden Sie Fan von t-online.de/spiele! 

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal