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Witcher 3 Blood and Wine im Test: Der krönende Abschluss

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Test zu The Witcher 3: Blood and Wine | Action-Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Ritter, Monster und der Hexer

22.06.2016, 17:33 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Witcher 3 Blood and Wine im Test: Der krönende Abschluss. "The Witcher 3: Wild Hunt - Blood and Wine" führt den Monsterjäger Geralt von Riva in das sagenhafte Königreich von Toussaint.  (Quelle: CD Projekt Red)

"The Witcher 3: Wild Hunt - Blood and Wine" führt den Monsterjäger Geralt von Riva in das sagenhafte Königreich von Toussaint. (Quelle: CD Projekt Red)

Das Angebot an kostenpflichtigen Zusatzinhalten für aktuelle Computer- und Videospiele erreicht ungeahnte Ausmaße – fast jeder Entwickler bietet für sein Produkt inzwischen einen Season-Pass oder Bonusinhalte an. Die Qualität schwankt jedoch häufig stark. Anders beim polnischen Entwicklerstudio CD Project Red und seinem Action-Rollenspiel "The Witcher 3: Wild Hunt". Die zweite Story-Erweiterung "Blood and Wine" schließt die Fantasy-Saga mit Hexer Geralt von Riva in der Hauptrolle endgültig ab und ist mit über 30 Stunden Spielzeit für nur 20 Euro ein wahres Umfangswunder. 

Für Einsteiger und Hardcore-Hexer 

Blood and Wine öffnet zwar mit Toussaint ein vollkommen neues Gebiet auf der Landkarte, allerdings benötigen Sie mindestens einen Charakter der Erfahrungsstufe 34, um nicht von Monsterhorden überrollt zu werden. Wer bereits die Hauptgeschichte und womöglich auch das erste Add-on "Heart of Stone" gespielt hat, der kann seinen Hexer Geralt samt Ausrüstung problemlos in Blood and Wine importieren.

Neueinsteiger müssen sich dagegen nicht durch die gesamte Kampagne arbeiten, sondern können im Hauptmenü direkt in die Erweiterung einsteigen. Man übernimmt dann einen solide ausgestatteten Geralt. Allerdings sollten Anfänger nicht direkt mit Blood and Wine in das "The Witcher"-Universum starten. Die Erweiterung bietet keinerlei Tutorials und richtet sich an fortgeschrittene Spieler. Entsprechend geht es auch sehr schnell zur Sache.

Ritter aus dem Bilderbuch 

Geralt erforscht in Blood and Wine das Königreich Toussaint. Im Gegensatz zu Skellige oder dem Niemandsland ist das Gebiet vom Krieg verschont geblieben und bildet daher einen deutlichen Kontrast zu den bisherigen Arealen von "The Witcher 3". Hier reitet man durch saftig grüne Wälder, vorbei an Schlössern und kunterbunten Blumenfeldern. Malerischer und idyllischer geht es eigentlich kaum.

Dazu passend scheinen die Bewohner direkt aus einem Mantel-und-Degen-Film zu stammen. Werte wie Ehre und Ritterlichkeit werden hier großgeschrieben. Der Hexer amüsiert sich zwischendurch immer wieder über die Ausdrucksweise der Ritter und Damen. Toussaint wirkt, als wäre die Zeit stehen geblieben, ist aber genau deshalb enorm liebenswert.

Monster, Mörder, Mutationen

Doch was Blood and Wine vor allem auszeichnet, sind erneut die zahlreichen Quests und die darin eingebetteten Figuren. Niemand in der Spielwelt folgt einem klassischen Gut-Böse-Schema, vielmehr besitzen selbst die schlimmsten Schurken nachvollziehbare Motive. Immer wieder bringt Sie das Spiel so an die Grenzen der eigenen Moral und lässt Sie über Leben und Tod entscheiden.

Darüber hinaus geizt Blood and Wine nicht mit witzigen Randnotizen und Anspielungen auf die moderne Popkultur. In einer Quest driftet Geralt zum Beispiel gar in ein wirres Bankverfahren ab und muss den Passierschein A38 suchen. "Asterix"-Leser sind in diesem Fall klar im Vorteil. 

Spiele-Videos 
The Witcher 3: Blood and Wine Trailer

Im zweiten Add-On verschlägt es Hexer Geralt nach Toussaint. Video

Spielerisch legt die Erweiterung den Fokus eindeutig auf größere Kämpfe statt auf viele kleine Scharmützel. Bereits kurz nach dem Start des Abenteuers nimmt es Geralt erst mit einem Riesen, dann mit einer Vampirbraut und wenig später mit einem Steinwesen auf. Insgesamt gibt es mehr als 20 neue Kreaturen im Spiel, die alle mit einer individuellen Taktik geknackt werden müssen. Stumpfe Gewalt führt in der Erweiterung seltener zum Erfolg als zuvor.

Schön: CD Project RED variiert die Nebenquests, und so räuchert man beispielsweise Festungen von Banditen aus oder hilft benachbarten Winzern. Diese kämpfen nämlich immer wieder mit Monsternestern, aus denen fiese Kreaturen auf ihre Grundstücke strömen. Befriedet man diese Gebiete, ist das auch optisch klar erkennbar. Plötzlich siedeln sich wieder Bauern an und weniger Schurken treiben ihr Unwesen.

Für zusätzliche Tiefe bei der Charakterindividualisierung sorgt das neue Mutationssystem: Die eher zweitklassigen Mutagene des Hauptprogramms werden um ein Dutzend vollwertiger Mutationen ergänzt, mit denen man noch einmal den eigenen Kampfstil untermauern kann. Das System erlaubt beispielsweise die Betonung des Schwertkampfs durch Erhöhung des Schadens oder spendiert Spezialtalente wie explodierende Armbrustpfeile.

Ein Heim für Geralt

Darüber hinaus beziehen der Hexer und sein Pferd Plötze nach etwa einer Spielstunde auch das Weingut Corvo Bianco. Ähnlich wie in früheren Teilen von "Assassin's Creed" können Spieler das Anwesen für bare Münze Stück für Stück ausbauen. Zunächst stehen einige Renovierungen an, später erweitert man den Stall oder richtet Schlaf- und Gästezimmer her. Was zunächst nach wie netten, kosmetischen Verbesserungen aussieht, entpuppt sich als nützliche Hilfsmittel. Kann sich Geralt nämlich in seinem Heim ausruhen, erhält er Gesundheits- und Schadensboni. Rastet Plötze im Stall, kann der Gaul länger galoppieren. Die Entwickler verbinden also Aufbau- mit Charakterelementen und verleihen ihnen dadurch einen Sinn. 

Trotzdem dürfen Sie natürlich auch ein wenig mit Ihrem Fortschritt protzen. Besonders wertvolle Rüstungen finden ihren Platz auf Waffenständern. Im Spiel gibt es mehr als 200 neue Ausrüstungsgegenstände, darunter auch ganze Sets der Greifenschule oder der Vampire mit speziellen Eigenschaften. Wer möchte, darf diese Rüstungen diesmal auch mit Hilfe von Farbstoffen anpassen und Geralt so etwa in hübschem Pink durch Toussaint reiten lassen. 

Was uns gefällt

Blood and Wine rundet das fantastische The Witcher 3: Wild Hunt angemessen ab. Die Erweiterung besitzt mit einer Spielzeit von über 30 Stunden einen gigantischen Umfang und spart nicht an Neuerungen. Toussaint ist ein wunderschönes und zugleich herrlich ambivalentes Königreich mit kruden Charakteren und fantasievoll gestalteten Monstern.

Blood and Wine setzt den Fokus vermehrt auf große Bosskämpfe und bindet gleichzeitig Banditenbanden geschickt in die Nebenquests ein. Dazu ergänzt das Story-Add-on das Hauptprogramm um schöne Funktionen wie das ausbaubare Weingut Corvo Bianco oder die nun deutlich wichtigeren Mutationen. 

Was uns nicht gefällt

Echte Schwächen muss man bei The Witcher 3: Wild Hunt – Blood and Wine mit der Lupe suchen. Kämpfe mit mehreren Gegnern arten zwischendurch immer noch in pures Chaos aus. Und Einsteiger werden es aufgrund des fehlenden Tutorials schwer haben, sofern sie nicht zuvor die Kampagne gespielt haben.

Fazit

Geralts Reise nach Toussaint ist der krönende Abschluss von The Witcher 3: Wild Hunt. CD Project Red steckt so viel Inhalt und zugleich so viel Liebe in diese Story-Erweiterung, dass sich jeder andere Entwickler ein Beispiel daran nehmen sollte. Für 20 Euro bekommen Rollenspieler weitaus mehr für ihr Geld als in so manchem Vollpreis-Game Deshalb: Glasklare Kaufempfehlung für The Witcher 3: Wild Hunt - Blood and Wine! 

Infos zum Spiel

Titel: The Witcher 3: Wild Hunt - Blood and Wine
Genre: Action-Rollenspiel (Add-on)
Publisher / Hersteller: CD Projekt Red
Release: Im Handel
Preis: zirka 20 Euro 
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren
Wertung: Sehr gut

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