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Test zu 7 Days to Die | Survival-Abenteuer | PC, PS4, Xbox One  

Zombie-"Minecraft" mit Macken

05.07.2016, 13:51 Uhr | Olaf Bleich (jr / tz), Medienagentur plassma

Zombie-"Minecraft" mit Macken. 7 Days to Die: Die Mischung aus Minecraft und DayZ bietet viele Freiheiten und lädt zu waghalsigen Erkundungstouren ein. (Quelle: Telltale Games)

7 Days to Die: Die Mischung aus Minecraft und DayZ bietet viele Freiheiten und lädt zu waghalsigen Erkundungstouren ein. (Quelle: Telltale Games)

Das Aufbauspiel "Minecraft" und das Survival-Abenteuer "DayZ" revolutionierten die PC-Spiele. Sie stellten Kreativität und Freiheit in den Mittelpunkt und wurden dadurch zu Kult-Games. "7 Days to Day" wirkt wie das uneheliche Kind dieser Ausnahmetitel und bietet einen gewagten Mix - irgendwo zwischen Zombie-Apokalypse und Bastelstunde. Entwickler The Fun Pimps und Publisher Telltale Games bringen den Überlebenstrip der PC-Probierversion aus dem Steam Early-Access-Vorwaschgang nun auf PS4 und Xbox One - allerdings in einer arg unfertig wirkenden Umsetzung. 

Überleben unter Zombies

7 Days to Die wandelt auf den Spuren von TV-Serien wie "The Walking Dead" oder dem Kino-Blockbuster "World War Z": Zombies ziehen stöhnend umher, Ruinen zieren die Landschaft. Als einsamer Überlebender beginnt der Spieler das Abenteuer mit einer Grundausrüstung und muss die nächsten Tage irgendwie überstehen. Das Survival-Abenteuer hält sich nicht mit einer opulenten Hintergrundgeschichte auf, stattdessen bestimmen die Unwägbarkeiten der Welt und die Aktionen des Spielers das Geschehen.

Glücklicherweise bietet das Spiel eine kurze Einführung und erklärt grundlegende Gameplay-Elemente wie die Crafting-Optionen. Ähnlich wie in Minecraft baut man auch in 7 Days to Die Rohstoffe wie Holz, Pflanzenfaser oder später Eisen ab und bastelt mit diesen Zutaten weiterführende Werkzeuge oder Technologien. Der Einsatz der passenden Hilfsmittel steigert dabei die Effektivität. Wer also mit einer Steinaxt statt mit bloßen Händen arbeitet, füllt rasch den Vorratsspeicher wieder auf. Für den Beginn baut man sich so einen Schlafsack als Wiedereinstiegspunkt oder einen Holzbogen für die Jagd.

Das eigene Heim

Allerdings merkt man 7 Days to Die seinen PC-Ursprung an: Die Navigation innerhalb der Menüs ist auf Konsole umständlich, das Tauschen von Gegenständen per Controller strengt an. Nichtsdestotrotz zieht einen der Titel schnell in seine Spielwelt hinein: Mit jeder Minute entdeckt man neue Möglichkeiten und entwickelt die eigene Spielfigur weiter.

Baumeister ziehen zum Beispiel eine eigene Festung samt Verteidigungsanlage und Burggraben hoch, geruhsamere Naturen beziehen hingegen in einer der Ruinen Stellung und passen sie nach ihren Wünschen an. Löblich: 7 Days to Die erlaubt Einzelspielern die Modifizierung der grundlegenden Variablen. Beispielsweise legt man fest, wie aggressiv die Zombies agieren sollen, wie oft Nachschublieferungen vom Himmel fallen oder wie lang die Tage sind. Denn sobald die Sonne untergeht, tauchen wilde Hunde und Horden auf.

Schlurfen die Untoten tagsüber noch langsam durch die Gegend, sprinten sie nachts genauso schnell wie die Spielfigur. Daher lohnt es sich, vor Spielbeginn einen Blick in die Optionen zu werfen. Ansonsten kommt nämlich schnell Frust auf: Beim Bildschirmtod verlieren Sie je nach ausgewählten Optionen  im schlimmsten Fall alle gesammelten Gegenstände im Inventar. Deshalb sollte man sich auch möglichst schnell einen sicheren Unterschlupf suchen und dort Beute in Ausrüstungskisten in Sicherheit bringen.

Krankenschwester gesucht

7 Days to Die nimmt den Survival-Aspekt durchaus ernst. Die eigene Spielfigur lernt mit der Zeit dazu und erforscht so neue Bauoptionen oder Fertigkeiten. Zugleich aber ist sie auch sehr fragil und muss zwischendurch gepflegt werden. Nahrung und Getränke sind ebenso wichtig wie das Behandeln von Krankheiten. Mutet man seinem Avatar schwere Arbeiten bei großer Hitze zu, droht ein Sonnenstich. Legt man sich mit Zombies an, kommt man mitunter mit gebrochenem Bein davon und bewegt sich fortan nur noch im Schneckentempo.

Die beste Spielerfahrung bietet 7 Days to Die indes mit Freunden. Auf Tastendruck kann ein zweiter Teilnehmer via geteiltem Bildschirm einsteigen, Online-Kameraden überstehen die Zombie-Apokalypse gar zu viert. Das gemeinsame Er- und Überleben macht gerade wegen der umfangreichen Bauoptionen eine Menge Freude und tröstet über die zahlreichen kleinen Schwächen des Spiels hinweg.

Zu viele Fehler 

Dummerweise merkt man, dass 7 Days to Die auf PS4 und Xbox One noch auf der Early-Access-Version vom PC basiert. Bei dem 40 Euro teuren Spiel lösen sich daher Fehler mit Logik-Lücken und anderen Patzern ab. Das Bug-Sortiment reicht von schwebenden und plötzlich verschwindenden Gegenständen bis hin zu einer absolut unberechenbaren Kollisionsabfrage.

Ebenfalls nervig: Das Kampfsystem spielt sich chaotisch und gibt viel zu wenig Feedback darüber, welche Konsequenzen bestimmte Angriffe besitzen. Dazu werden Hindernisse wie beispielsweise Zäune nicht korrekt in den Spielverlauf eingebunden.

Aus diesen unzähligen Unwägbarkeiten resultieren schließlich immer wieder unfreiwillige Neustarts, was gerade bei Einzelspielern für ordentlich Frust sorgt. 7 Days to Die ist ohnehin kein technisches Meisterwerk, hätte aber für den stattlichen Preis noch deutlich mehr Feinschliff vertragen können. 

Was uns gefällt

Die Grundidee hinter 7 Days to Die ist klasse und erzeugt von der ersten Minute an eine intensive Atmosphäre. Die Mischung aus Minecraft und DayZ bietet viele Freiheiten und lädt zu waghalsigen Erkundungstouren ein. Speziell im Mehrspielermodus entsteht so schnell eine Sogwirkung, da man sich zu zweit oder zu viert gegenseitig unterstützen und aushelfen kann. Gerade der Aufbau einer eigenen, Zombie-sicheren Basis motiviert enorm, und die allgegenwärtige Bedrohung durch Untote, Krankheiten oder wilde Tiere erzeugt reichlich Spannung. 

Was uns nicht gefällt

Die guten Ansätze des Spiels werden durch die vielen Programmfehler und die störrische Steuerung immer wieder zunichte gemacht. Das Kampfsystem verfügt über keinerlei kalkulierbares Treffer-Feedback, die Kollisionsabfrage ist ebenfalls unberechenbar. Dazu gesellen sich unzählige Grafikfehler: Mal ragen Objekte ineinander, mal verschwinden sie einfach oder schweben in der Luft. Die Konsolenversion von 7 Days to Day mutet wie eine unfertige Vorschaufassung an, was angesichts des hohen Preises von 40 Euro nicht zu entschuldigen ist. 

Fazit

The Fun Pimps und Telltale Games verschenken mit der voreiligen Veröffentlichung von 7 Days to Die eine riesige Chance. Hier hätte etwas Großes erwachsen können, doch in der aktuellen Form wirkt das Survival-Abenteuer unfertig und wie eine Abzocke zum Vollpreis. Womöglich schieben die Entwickler in den kommenden Wochen und Monaten noch weitere Updates nach, in der aktuellen Verfassung sollten PS4- und Xbox-One-Spieler aber die Finger von 7 Days to Die lassen. Die clevere PC-Alternative ist die günstigere Early-Access-Version, die mit Sicherheit noch weiter unterstützt wird. 

Infos zum Spiel

Titel: 7 Days to Die
Genre: Survival-Abenteuer
Hersteller: The Fun Pimps 
Publisher: Telltale Games 
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro (Konsole) / zirka 20 Euro (PC, Early-Access-Version) 
System: PC, PS4, Xbox One
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren 
Wertung: Ausreichend

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