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Preview zu Civilization 6 | Runden-Strategiespiel | PC  

Es war einmal der Mensch

06.07.2016, 14:22 Uhr | Olaf Bleich (jr), Medienagentur plassma

Es war einmal der Mensch. Civilization 6 bedeutet keinen Umbruch für die Serie, allerdings wagen Sid Meier und seine Kollegen durchaus einige lohnenswerte Veränderungen. (Quelle: 2K Games)

Civilization 6 bedeutet keinen Umbruch für die Serie, allerdings wagen Sid Meier und seine Kollegen durchaus einige lohnenswerte Veränderungen (Quelle: 2K Games)

"Civilization" ist einer der wenigen echten Klassiker der Computerspiel-Geschichte. Den Kontakt mit dem 1991 unter der Federführung von Sid Meier entstandenen Strategiespiel haben viele Fans mit unzähligen Stunden am PC bezahlt. Bis heute ist das Konzept der inzwischen 25 Jahre alten Runden-Strategiespiel-Reihe unangetastet geblieben: Spieler führen ihr Volk durch die Zeit und erforschen neue Staatsformen, Technologien und gesellschaftliche Errungenschaften. Das im Oktober 2016 erscheinende "Civilization 6" bleibt seinen Wurzeln treu, bringt aber auch frischen Wind in die Serie.

Bunt, übersichtlich, schön 

Entwickler Firaxis sorgte bereits beider Ankündigung des sechsten Teils bei Traditionalisten für eine wahre Woge der Entrüstung. Denn mit Civilization 6 kommt eine vollständige Modernisierung der Präsentation. Die einstmals realistisch anmutende Weltkarte wurde nun durch farbenfrohe Comic-Grafik ersetzt. Dadurch wirkt das Spiel weit weniger ernst, aber zugleich auch deutlich übersichtlicher und liebevoller gestaltet. 

Vor allem bei den Animationen macht sich die neue Technik bemerkbar: Die Einheiten staksen jetzt nicht mehr hüftsteif durch die Landschaft, sondern besitzen eigene Bewegungsabläufe und Angriffe, die sie von anderen Truppen unterscheidet. Speerwerfer beispielsweise spießen ihre Widersacher im Zweikampf gekonnt auf, berittene Truppen drehen noch mal eine Ehrenrunde. 

Die Weltkarte selbst lässt sich frei drehen und zoomen. Unentdeckte Gebiete präsentiert das Spiel als hübsches Pergament, was den geschichtlichen Aspekt von Civilization gekonnt aufgreift. Dadurch entsteht sowohl ein Eindruck der Weite der Landschaften, als auch für die Grundthematik des gesamten Spiels. 

Der Aufbau einer neuen Welt 

Wie schon das Original aus dem Jahr 1991 geht es auch im sechsten Ableger der Serie darum, den Globus mit seinem zum Start ausgewählten Volk zu entdecken und zu erobern. Trotz technischer Runderneuerung baut der sechste Teil aber weiterhin auf den Eckpfeilern seiner Vorgänger auf. Kenner der Reihe fühlen sich also schnell heimisch, müssen sich aber dennoch beim Bau neuer Siedlungen umgewöhnen. 

Neue Städte nehmen nicht nur einen Bauplatz auf der Karte ein, sondern wachsen mit der Zeit um zusätzliche Bezirke an. Abhängig davon, welche Art von Viertel Sie bauen möchten, benötigen Sie wiederum besondere Voraussetzungen. Ein Handelsdistrikt etwa erhält zusätzliche Boni, wenn er am Meer oder am Fluss gelegen ist. Weltwunder erfordern zwingend spezielle Felder, ansonsten kann man sie erst gar nicht erschaffen. Die Pyramiden müssen auf einem Wüstenareal platziert werden, Stonehenge dagegen erfordert ein Steinvorkommen. 

Neue Möglichkeiten für Freizeit-Napoleons 

Bautrupps fördern nun Bezirke temporär und verschwinden, nachdem sie ein paar Mal im Einsatz waren. Dadurch soll ihre Nutzung begrenzt werden. Angesprochene Armeen können Spieler jetzt zusammenlegen. Dadurch entstehen sogenannte "Corps" - also Truppenverbände. Auf diese Weise sorgt Firaxis dafür, dass gerade in der Endphase einer Partie nicht zu viele Einheiten über die Spielwelt wuseln. Gleichzeitig kann man seinen Siedlern dadurch aber auch Unterstützertruppen zur Seite stellen. Damit wären sie dann vor feindlichen Attacken geschützt. 

Offensive Spieler können aber ebenfalls enorm starke Truppenverbände erschaffen und gezielt durch die gegnerische Verteidigung brechen. Wichtig dabei: Ein "Corps" benötigt weiterhin lediglich ein Feld auf der Weltkarte. So ist es manchmal allein aus Platzgründen klüger, Einheiten zusammen zu legen. 

Kleinere Veränderungen in der Spielmechanik beeinflussen besonders die Offensive: Verteidigungsbauten wie beispielsweise Burgmauern haben mehr Einfluss auf die Kampfkraft der Angreifer. Darüber hinaus können Landungsboote längst nicht mehr überall anlegen. Das erleichtert die Verteidigung und sorgt für die traditionelle Belagerung von Knotenpunkten. 

Generäle mit großen Plänen 

Wie gewohnt besiedelt der Spieler nicht alleine die Welt. Erneut mischen allerlei andere Nationen mit ebenso prominenten Herrschern mit. Im Vergleich zu früheren Ablegern der Serie sollen die Generäle diesmal über eine eigene Persönlichkeit verfügen. Theodore Roosevelt - US-Präsident von 1901 bis 1909  beispielsweise achtet stark auf seine eigenen Grenzen. Sobald es kriegerische Auseinandersetzungen in der Nähe seines Hoheitsgebiets gibt, greift er ein. Die ägyptische Königin Kleopatra dagegen sucht historisch korrekt die Verbindung zum aktuell stärksten Volk und pflegt intensive, diplomatische Verbindungen. 

Auf der anderen Seite aber folgen die Feldherren nun verstärkt einer eigenen Agenda. Vor Beginn jeder Partie lost das Spiel ihnen also einen Auftrag zu, den sie nach Möglichkeiten verfolgen werden. Wie das in der Praxis aussehen wird und wie gezielt die Computer-Kommandeure agieren, bleibt allerdings noch abzuwarten. 

Das Glück der Einwohner 

Firaxis entschlackt obendrein den Forschungssektor. So trennt man in Civilization 6 technische Entwicklungen wie Schießpulver von gesellschaftlichen Errungenschaften wie beispielsweise Schrift oder auch bestimmten Regierungsformen. Diese wiederum verbinden die Macher des Spiels mit dem aus dem Vorgänger bekannten Sozialpolitiksystem. 

Für den Spieler bedeutet das: Mehr Freiheit und mehr Boni. Man muss sich überlegen, in welche Richtung man sein Volk heranzüchten will und ob man beispielsweise auf einen diplomatischen, wirtschaftlichen oder militärischen Sieg abzielt. 

Was uns gefällt 

Schon bei der Ankündigung des neuen Strategie-Epos’ bekommt man sofort Lust, sein eigenes Volk zum Sieg zu führen. Firaxis legt den Fokus beim sechsten Teil ein wenig anders und zieht an einigen Stellschrauben, die Einsteigern den Anfang ein bisschen erleichtern. Allein die frischere Optik sorgt für mehr Übersicht und ein etwas liebenswerteres Drumherum. 

Erweiterungen wie Truppenverbände, wachsende Städte und zusätzliche Möglichkeiten beim Aufbau des eigenen Reiches fügen sich gut in den Zusammenhang ein. Auch die Trennung der Technik-Bäumchen und die hoffentlich anpassungsfähigeren Generäle klingen auf dem Papier mehr als vielversprechend. 

Was uns nicht gefällt

Civilization gehört seit jeher zu den Spielen, die erst bei längeren Sessions ihre Schwächen offenbaren. Der sechste Teil dürfte da keine Ausnahmen sein. Entsprechend muss man abwarten, wie die Neuerungen sich in das Gesamtkonzept einfügen und welche Veränderungen vor allem die Computergegner durchmachen. Firaxis versprach bereits in der Vergangenheit sehr oft, dass die KI-Generäle eine eigene Persönlichkeit haben werden - doch gehalten wurde das bislang noch nie. 

Fazit

Civilization 6 bedeutet keinen Umbruch für die Serie, allerdings wagen Sid Meier und seine Kollegen durchaus einige lohnenswerte Veränderungen. Man versucht, das Spielgeschehen übersichtlicher zu gestalten, ohne dabei die Komplexität zu zerstören. Das bislang präsentierte Material jedenfalls lässt auf eine umsichtige und vor allem qualitativ hochwertige Weiterentwicklung der Aufbau-Strategiespiel-Reihe hoffen. 

Infos zum Spiel

Titel: Civilization 6 
Genre: Strategiespiel 
Hersteller: Firaxis  
Publisher: 2K Games 
Release-Termin: 21. Oktober 2016 
Preis: Noch nicht bekannt 
System: PC 
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt 
Einschätzung: Sehr gut 

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