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Hands-on-Preview zu World of Warcraft: Legion | Online-Rollenspiel | Mac, PC  

Auf Dämonenjagd

08.07.2016, 13:57 Uhr | Benedikt Plass-Fleßenkämper / jr, Medienagentur plassma

Auf Dämonenjagd. World of Warcraft: Legion - Blizzard hat die sechste Erweiterung für sein Online-Rollenspiel veröffentlicht (Quelle: Blizzard Entertainment)

World of Warcraft: Legion - Blizzard hat die sechste Erweiterung für sein Online-Rollenspiel veröffentlicht (Quelle: Blizzard Entertainment)

Mit der sechsten Erweiterung für den MMORPG-Dauerbrenner "World of Warcraft" (kurz: WoW) für PC und Mac steht Entwickler Blizzard am Scheideweg. Der Vorgänger "Warlords of Draenor" hat bei den Fans viele Sympathiepunkte gekostet - wegen der seltenen und wenig gehaltvollen Inhalts-Updates, aber auch, weil das Finale in der Höllenfeuer-Zitadelle enttäuschte. Das Ergebnis: Die Zahl der Abonnenten erreichte Ende 2015 den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das neue Kapitel "Legion" kommt also wie gerufen, um neu anzufangen und ein Stück weit Wiedergutmachung zu leisten. Wir haben die Beta-Version angespielt - und sind zuversichtlich, dass das Online-Rollenspiel wieder an alte Glanzzeiten anknüpfen kann. 

Die Welt steht am Abgrund 

Die Handlung von Legion knüpft genau dort an, wo Warlords of Draenor aufgehört hat. Nach dem Sieg über Archimonde entkommt der Orc-Hexenmeister Gul'dan in den Wirbelnden Nether, eine Astralebene zwischen den Welten. Von dort aus erreicht er die Verheerten Inseln, wo er unzählige Portale öffnet, durch die Dämonen zu Tausenden in Azeroth einfallen.

Doch ist der Krieg gegen die Höllenbrut nicht die einzige Herausforderung, die in Legion gemeistert werden will. Auch der ewige Konflikt zwischen den Fraktionen Horde und Allianz eskaliert erneut. Nach einer katastrophalen Niederlage in der ersten Schlacht setzen sich mit der Bansheekönigin Sylvanas und Genn Graumähne, dem Oberhaupt der Worgen, zwei neue Fraktionsanführer durch, die eine deutlich aggressivere Gangart an den Tag legen als ihre Vorgänger.

Besagte Niederlage ist gleich das erste spielerische Highlight des Add-ons. Während der Invasion der Verheerten Inseln bekommen es die Kämpfer beider Fraktionen am schwer bewachten Strand mit unzähligen Dämonen zu tun. Überall kracht und rummst es, während sich eine Handvoll Spieler in dem instanzierten Szenario an der Seite bekannter Figuren wie Thrall und Khadgar durch die Reihen der gegnerischen Armee prügelt. Wie schon in Warlords of Draenor muss sich die Qualität der Story-Inszenierung dank des hohen Tempos und den kinoreifen Sequenzen in Spielegrafik auch in Legion nicht hinter neueren Online-Rollenspielen à la "The Elder Scrolls Online" verstecken. 

Mit Artefakten auf Dämonenjagd 

Nach dem Rückschlag auf den Verheerten Inseln steht fest: Besiegen lässt sich die Brennende Legion nur mit Hilfe der mächtigsten Waffen des "Warcraft"-Universums. Doch müssen diese erst einmal im Zuge einer Questreihe gefunden werden. Dabei erhält jede der vorhandenen Klassenspezialisierungen ihren eigenen legendären Prügel. Der Wildheits-Druide nimmt etwa die Dolche "Fänge von Ashamane" in seine Tatzen, der Wächter-Druide zieht mit den Faustwaffen "Ursocs Klauen" in den Kampf. Heilende Wiederherstellungs-Druiden setzen wiederum auf den Stab "G'Hanir", der aus dem Mutterbaum geschnitzt wurde, und die zaubernden Mondkins freuen sich über die "Sichel von Elune".

Sobald sich ein Held sein Artefakt erspielt hat, wird er die Waffe bis zum Ende der Erweiterung nicht mehr aus der Hand legen. Warum auch, schließlich besitzt diese einen eigenen Talentbaum, in dem sukzessive aktive Fähigkeiten und passive Verbesserungen freigeschaltet werden. Die legendären Waffen steigen zudem im Level auf, wodurch sie ihrem Besitzer noch mehr Stärke, Ausdauer und Co. liefern. Und damit nicht jeder Frost-Magier mit demselben Stab herumläuft, lassen sich für alle Artefakte zahlreiche Skins freischalten, die sich teils stark voneinander unterscheiden. Alternativ darf der Spieler das schon bekannte Transmogrifikations-Feature nutzen, um das Aussehen der Gegenstände zu verändern. 

Das dreckige Dutzend 

Eine große Hilfe im Kampf gegen die Brennende Legion sind die Dämonenjäger. Die mittlerweile zwölfte spielbare Klasse von WoW setzt im Kampf neben Dämonen- und Chaosmagie auch schicke Kriegsgleven - Nahkampfwaffen mit Doppelklingen - ein, verwandelt sich bei Bedarf in eine höllische Form und freut sich über akrobatische Manöver wie den Doppelsprung. Schön: Wer mit Legion die taufrische Spielweise ausprobieren will, braucht nicht bei null anzufangen - los geht das Abenteuer bereits auf Stufe 98. Damit ist der Dämonenjäger nach dem Todesritter die zweite echte Heldenklasse im Spiel. 

Anders als Priestern, Kriegern und Konsorten stehen dem dämonischen Waidmann nur zwei Spezialisierungen zur Verfügung. Während Verwüstungs-Dämonenjäger direkt an der Front Schaden verursachen, halten ihre Rachsucht-Pendants als Tanks den Kopf für das Team hin. Der Neue ist also ein reiner Nahkämpfer - was noch zum Problem werden könnte. Denn schon jetzt tummeln sich zu viele Soldaten in Schlagreichweite der Bosse. Hinzu kommt, dass Überlebens-Jäger dem Fernkampf abschwören und zur Stangenwaffe greifen werden. 

Die Verheerten Inseln 

Ein weiteres Highlight von WoW: Legion sind die Verheerten Inseln, die alle Charaktere auf dem Weg zur neuen Maximalstufe 110 unsicher machen werden. Die sechs hübsch designten Gebiete könnten dabei nicht unterschiedlicher ausfallen. Während die zerklüftete, wilde Landschaft des Hochbergs einigen Tauren-Stämmen eine Heimat bietet, finden sich im malerischen Aszuna neben den obligatorischen Dämonen auch Überreste des Blauen Drachenschwarms sowie beeindruckende Meeresriesen wieder. Der Clou dabei: Spieler dürfen selbst entscheiden, in welcher Reihenfolge sie die ersten Regionen angehen wollen - die Stärke der dort lebenden Feinde skaliert automatisch mit der Stufe des Streiters mit.

Die neuen Quests spielen sich recht abwechslungsreich, erweitern das Genre aber nicht um neue Facetten. Mal müssen NPCs durch ein feindliches Gebiet eskortiert, mal ein paar Verbündete gerettet oder ein kranker Drache geheilt werden. Einfache "Töte X Dämonen"- Ziele werden in Bonusaufgaben ausgelagert, die automatisch auftauchen und mit Gold sowie Erfahrungspunkten belohnen.

Die aus Warlords of Draenor bekannte Garnison zieht übrigens nicht auf die Inseln um, ihren Platz nehmen die Ordenshallen der Klassen ein. In Val'Sharah treffen sich etwa alle Druiden, um Artefaktwaffen zu verbessern, klassenspezifische Aufgaben anzunehmen oder NPC-Champions auf Missionen zu schicken. Letzteres funktioniert genauso wie die Anhänger-Missionen der Garnison. Was jedoch nicht möglich ist: Die Ordenshalle nach eigenem Gusto mit Gebäuden zu erweitern - das Housing-Thema ist nach einer Generation also wieder vom Tisch. 

Größerer Fokus auf Dungeons 

Mit Legion will Blizzard einen größeren Fokus auf die 5-Spieler-Instanzen setzen und wirft zum Release gleich zehn Stück ins Rennen. Die Einteilung in die Schwierigkeitsgrade "Normal" und "Heroisch" kennen WoW-Veteranen bereits aus dem Effeff.

Interessanter ist die überarbeitete mythische Variante, die in Sachen Langzeitmotivation den gestrichenen Herausforderungsmodus ersetzen soll. Diese besitzt verschiedene Ränge, wobei der erste etwas schwerer als eine heroische Instanz ausfallen soll. Wer den ersten Rang innerhalb der geforderten Zeit meistert, erhält eine Belohnung und darf die nächste Stufe angehen, die etwas schwerer ausfällt. Meistert das Team auch diese, winkt bessere Belohnung und die Freischaltung des dritten Rangs – und so weiter und so fort.

Natürlich wird es in Legion auch wieder Herausforderungen für Schlachtzugsgruppen geben. Im "Smaragdgrünen Alptraum" und der "Nachtfestung" warten insgesamt 17 Raid-Bosse auf gut ausgerüstete Helden. Weitere elf namhafte Gegner machen die Verheerten Inseln unsicher.

Die ersten Beta-Tests zeigen, dass sich die Kämpfe gewohnt abwechslungsreich und auf den höheren der vier Schwierigkeitsgrade knifflig spielen werden. Im Gefecht gegen Il'gynoth gilt es zum Beispiel, das dämonische Auge im Stamm eines verderbten Baumes mit Hilfe von Schleimen zu zerstören. Das ist schwierig, weil die Blobs direkt zum Auge gebracht werden müssen, bei ihrem Ableben jedoch hohen Explosionsschaden verursachen. Zu allem Überfluss legen Spieler auf ihrer Position schädliche Flächen ab, während überall Tentakel aus dem Boden sprießen. 

Was uns gefällt 

Der neue Dämonenjäger macht Laune, die Jagd nach immer neuen Verbesserungen und Skins für die Artefaktwaffe motiviert, und die frischen Quests spielen sich abwechslungsreich und erzählen unterhaltsame Geschichten. Im Mittelpunkt steht aber ganz klar der Kampf gegen die Legion - und der findet bereits in der beeindruckenden Invasion zu Beginn der Erweiterung einen ersten Höhepunkt.

Dazu kommen kluge Neuerungen wie die Stufenskalierung in den Zonen oder der überarbeitete mythische Dungeon-Modus. Kurzum: Die "Was uns gefällt"-Liste von WoW: Legion ist erfreulich lang.

Was uns nicht gefällt

Grund zum Meckern gibt es nur im Detail. Warum etwa musste das Glyphen-Fenster komplett gestrichen werden, obwohl es weiterhin Glyphen gibt? Die Nutzung aus dem Zauberbuch heraus ist unnötig umständlich. Zudem ist es schade, dass Housing in Legion wieder zu den Akten gelegt statt weiter ausgebaut wird. Am wichtigsten wird es jedoch sein, dass Blizzard aus WoD lernt und schneller Inhaltsupdates nachschiebt, die diesen Namen auch verdienen. Denn auch das letzte Add-on startete stark, ließ dann jedoch genauso stark wieder nach. 

Fazit

WoW: Legion hinterlässt in der Beta sowohl spielerisch als auch technisch einen sehr guten Eindruck. Daher steht bereits jetzt fest: Wer der "World of Warcraft" nicht ganz abgeneigt ist, muss den Verheerten Inseln ab dem 30. August einen Besuch abstatten. Ob die zahlreichen Wiederkehrer über einen längeren Zeitraum auf Dämonenjagd gehen, hängt dann stark davon ab, ob Blizzard in regelmäßigen Abständen Nachschub liefert. Der Konkurrent Square Enix zeigt aktuell mit "Final Fantasy 14: A Realm Reborn", wie guter Fan-Service auszusehen hat. 

Infos zum Spiel 

Titel: World of Warcraft - Legion
Genre: Online-Rollenspiel (Add-on)
Publisher / Hersteller: Blizzard Entertainment
Release-Termin: 30. August 2016
Preis: zirka 45 Euro (plus zirka 13 Euro Abo-Gebühr pro Monat)
System: PC, Mac
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Sehr gut 

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