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Pokémon Go: Israelische Marine wird auf hoher See fündig

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Pokémons im Nahen Osten: Israelische Marine wird fündig - Angst vor Spionage

18.07.2016, 15:48 Uhr | (jr / tz), AFP

Pokémon Go: Israelische Marine wird auf hoher See fündig. Es gibt Orte, an denen ist Spielen unangebracht - dazu zählt auch eine Holocaust-Gedenkstätte. (Quelle: dpa/Picture Alliance Abaca )

Es gibt Orte, an denen ist Spielen unangebracht - dazu zählt auch eine Holocaust-Gedenkstätte. (Quelle: Picture Alliance Abaca /dpa)

Auch Israelis und Palästinenser werden von der Pokémon Go-Welle mitgerissen, die gegenwärtig rund um den Globus schwappt. Aber wie immer in dieser Konfliktregion bekommt auch die Jagd mit dem Mobiltelefon auf die virtuellen Comicfiguren sofort eine hochpolitische Note. Staatspräsident und Militär nutzen sie als PR-Mittel, Palästinenser illustrieren ihre eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Befürchtet wird zudem, dass Diplomaten und Soldaten unfreiwillig zu Spionen werden. 

Israelische Marine spürt Pokémon auf hoher See auf 

Die israelische Kriegsmarine verbreitete vergangene Woche ein Foto, auf dem ihre Einsatzkräfte auf hoher See eines der putzigen Monster aufspüren. Darunter stand als unverhohlener Rekrutierungsspruch: "Es gibt einige Pokémons, an die kommen nur wir heran."

Die kostenlose Spiele-App Pokémon Go animiert die Nutzer, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der "echten Welt" versteckte Pokémon-Figuren einzufangen. Dabei werden die GPS-Funktion, das Kartenmaterial und die Kamera des Smartphones genutzt. Seit der Veröffentlichung der App vor knapp zwei Wochen wurde sie bereits millionenfach heruntergeladen, um die Wahrnehmung der reellen Umgebung spielerisch anzureichern.

Mit einem Augenzwinkern nutzte den Hype auch Israels Staatspräsident Reuven Rivlin zum Popularitätsgewinn. Er veröffentlichte die Aufnahme eines katzenähnlichen Pokémons im Empfangssalon, in dem er gewöhnlich die Führer dieser Welt begrüßt. Die Bildunterschrift lautete: "Hole rasch jemand den Sicherheitsdienst!" 

Schnell haben auch palästinensische Aktivisten erkannt, wie die Aufmerksamkeitswelle für ihre Sache genutzt werden kann. Auf Twitter breit geteilt wurde das Bild von Pikachu, dem bekanntesten Pokémon, der aus den Trümmern eines Hauses hervortritt, das im Gazakrieg vor zwei Jahren zerbombt wurde.

Ein junger Mann aus Hebron macht auf die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Palästinenser im besetzten Westjordanland aufmerksam: Er zeigt das Bild einer israelischen Siedlung, No-Go-Zone für alle Palästinenser, und schreibt dazu: "Hier die Straße herunter ist ein Pokémon ... wie zum Teufel kann ich es aufspüren?"

Pokémon-Jagd weckt Sorgen vor Spionage 

Ganz andere Sorgen bereitet die neue Smartphone-Anwendung der israelischen Spionageabwehr. Die Abteilung "Informationssicherheit" im Außenministerium hat Mitarbeitern im diplomatischen Dienst verboten, Pokémon Go in den Botschaften und Konsulaten sowie in den Räumen des Ministeriums selbst zu spielen, berichtete die Tageszeitung "Jediot Ahronot".

Der Grund ist, dass der genaue Standort des Spielers ständig übermittelt und die eingebaute Kamera genutzt wird. So könnten Räumlichkeiten im Vorfeld von Einbrüchen ausspioniert werden und Geheimdokumente ins Bild geraten. Aus diesem Grunde sollen Diplomaten auch keine Verschlusssachen zu Hause aufbewahren, wenn sie dort die App anwenden. 

Die Zeitung Haaretz meldete, dass aus den gleichen Gründen inzwischen streikt verboten wurde, Pokémon Go auf Militärbasen oder während Armee-Operationen zu benutzen. "Das Spiel ist eine Quelle der Informationsbeschaffung", warnte der Abschirmdienst der Streitkräfte.

Und auch eine weitere Gefahr haben die besorgten Spielverderber ausgemacht: Israelische Diplomaten könnten in Fallen gelockt und Opfer von Angriffen oder Entführungen werden. "Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, unvertraute Orte aufzusuchen", warnt das Außenministerium die eigenen Bediensteten.

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