Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Stellaris im Test: Als Sternenkapitän die Galaxie besiedeln

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Test zu Stellaris | Strategiespiel | Windows-PC, Mac  

Als Sternenkapitän die Galaxie besiedeln

29.07.2016, 15:54 Uhr | Olaf Bleich (jr / ams), Medienagentur plassma

Stellaris im Test: Als Sternenkapitän die Galaxie besiedeln. Wer Stellaris startet, merkt gar nicht, wie die Zeit verfliegt: Mit jeder Stunde gewinnt das Spiel an Fahrt und an Optionen hinzu. (Quelle: Paradox Interactive)

Wer Stellaris startet, merkt gar nicht, wie die Zeit verfliegt: Mit jeder Stunde gewinnt das Spiel an Fahrt und an Optionen hinzu. (Quelle: Paradox Interactive)

Paradox Interactive hat ein Herz für zeitfressende Strategiespiele. "Hearts of Iron 4" oder "Europa Universalis 4" beschränkten sich allerdings auf die Erde. In "Stellaris" erforschen und erobern PC-und Mac-Spieler nun gleich die gesamte Galaxie. Das Entwicklerstudio betritt also fremde Welten, liefert aber dennoch ein gelungenes, wenn auch nicht komplett fehlerfreies Spiel ab. 

Aufbruch in eine neue Welt

Stellaris ist schon seit einiger Zeit auf Valves Download-Plattform Steam erhältlich. Doch anfängliche Programmfehler und eine konsequente Verschiebung der Boxed-Version sorgten für einen holprigen Start. Inzwischen hat Paradox aber nicht nur die Vollpreis-Version in den Handel gebracht, sondern schiebt auch regelmäßig Patches nach, die besagte Macken Stück für Stück ausmerzen. Zeit also für eine ausführlichen Rundflug. 

Jede Partie beginnt mit der Auswahl des eigenen Volks. Entweder entscheidet man sich an dieser Stelle für eine der vorgefertigten Rassen, lässt eine neue auswürfeln oder baut sich gar selbst eine mit dem Editor. Dabei geht es nicht nur um Namen und Erscheinungsbild, auch Herkunft, Ideologie und Ethik wollen mit Hilfe von Eigenschaftspunkten bestimmt werden. Diese Auswahl mag bedeutungslos wirken, ist aber für den späteren Verlauf von entscheidender Wichtigkeit und beschert Ihnen Produktions- und Volksboni. 

Erkunden, erforschen, erobern! 

Stellaris ist ein ausgesprochen komplexes Spiel, gibt sich aber gerade in der Anfangsphase sehr handzahm. Statt den Spieler gleich mit ungeahnten Möglichkeiten zu überfordern, hilft der Roboter-Assistent weiter und führt Sie linear von einer kleineren Trainingsquest zur nächsten. Action-Fans sollten dabei keine technischen Wunder erwarten: Die Entwickler inszenieren ihr Spiel eher nüchtern als spektakulär. Die frei dreh- und zoombare Sternenkarte besitzt zwar mit Planeten und Raumschiffen durchaus hübsche Ansätze, die Quests allerdings werden lediglich mit Standbildern und Texten dargestellt.

Stellaris ist eben kein "Total War: Warhammer 40.000". In diesem ersten Teil fühlt sich das Weltraumabenteuer eher an wie eine Mischung aus "Star Trek" und "Die Siedler". Als Flottenkapitän entsendet man Forschungsschiffe, untersucht fremde Planeten und entscheidet, wo man neue Kolonien aufbauen oder Ressourcen abtragen möchte. Diese Erkundungsphase erweist sich als enorm spaßig. Man macht schnell Fortschritte, findet immer wieder neue Areale und Rohstoffe. Stück für Stück arbeitet man sich damit auch in die erweiterten Forschungsfunktionen ein und erschließt neue Technologie wie beispielsweise Fracking-Methoden zum Fördern zusätzlicher Mineralien oder versierte Generäle, die die Truppe clever anführen.

Kampf der Kulturen

Mit den Stunden wächst das eigene Reich, und schon bald stößt man an die Grenzen anderer Systeme. Ab diesem Punkt schlägt Stellaris eine andere Richtung ein – und verwandelt sich von einem reinen Erkundungsspiel zur Strategiesimulation. Leider krankt das Spiel derzeit noch an Schwächen im Diplomatie- und vor allem im Kampfsystem. Die Weltraumschlachten sehen zwar hübsch aus, sind aber absolut chaotisch und unübersichtlich. Hier gewinnt zumeist der, der über die größere und stärkere Armee verfügt. Taktische Winkelzüge braucht es nicht. Immerhin kann man später seine Raumschiffe selbst zusammensetzen und mit Waffensystemen versehen. 

Darüber hinaus lässt Stellaris trotz des aktuellen "Asimov"-Patches weiter diplomatische Möglichkeiten vermissen. Botschaften wurden inzwischen aus dem Spiel entfernt und durch den Faktor Vertrauen ersetzt. Trotzdem fehlen dem Strategietitel noch immer Funktionen. Spione und Superwaffen sollen in den kommenden Monaten als Erweiterungen nachgeliefert werden. Interessant dagegen fällt in diesem Fall die Interaktion mit fremden Alienrassen auf. Diese verfügen nämlich über bestimmte Eigenschaften und können so als Siedler für bestimmte Planetentypen eingesetzt werden.

Immer mehr Möglichkeiten

Sobald der Spieler mehr als fünf Planeten besetzt hat, muss er einzelne Hoheitsgebiete in Sektoren unterteilen. Dann übernehmen Gouverneure die Kontrolle. Das erleichtert den Spielalltag ungemein, da man so weiterhin Ressourcen geliefert bekommt und sich nicht mehr um jeden Planeten einzeln kümmern muss. Diese Funktion weiß durchaus zu gefallen. Auch an den in der ursprünglichen Fassung enthaltenen Monotonie in der Schlussphase einer Partie wurde inzwischen gearbeitet: Zusätzliche Quests und Events lockern den Spielverlauf auf. 

Selbst die Benutzerführung wurde ausgebessert. Einige Menüs wurden spürbar entschlackt, wodurch die Navigation einen Tick intuitiver abläuft als noch zuvor. Die von vielen Kritikern und Spielern der ersten Stunde bemängelten Technikschwächen gehören ebenfalls der Vergangenheit an - Stellaris läuft auf Mittelklassesystemen absolut flüssig.

Der Multiplayer-Modus mit bis 32 Spielern erwies sich im Test zudem als ein riesiger Zeitfresser. Hier fühlt man sich wie bei einer Partie "Risiko" im Weltall. Plötzlich spielen nämlich die KI-Schwächen keine Rolle mehr, und so entwickeln sich spannende Strategieduelle, die sich allerdings arg ziehen können. 

Was uns gefällt

Speziell in den ersten zehn Stunden einer neuen Partie entfaltet Stellaris feinste Science-Fiction-Atmosphäre und weckt den Entdecker im Spieler. Die einfach gehaltenen Quests manövrieren einen durch die komplexen Möglichkeiten und lockern den Spielablauf spürbar auf. Mit jeder Stunde gewinnt Stellaris an Fahrt und an Optionen hinzu. Und auch wenn manche Möglichkeiten im Vergleich zu anderen Strategiespielen noch fehlen, so gibt es doch mehr als genug zu tun. Gerade die Kommunikation und das Miteinbeziehen fremder Alien-Spezies macht enorm Spaß und gibt dem Spiel nochmal das gewisse Extra. 

Was uns nicht gefällt

Tatsächlich fühlt sich Stellaris hin und wieder nach Baustelle an. Paradox' Enthusiasmus für das Projekt in allen Ehren, aber die ständigen Umwälzungen passen dann doch nicht so recht zu einem Vollpreisspiel. Darüber hinaus spart man sich scheinbar viele Funktionen auf, um das Spiel länger am Leben zu halten - beispielsweise Spione oder Superwaffen.

Aktuell jedenfalls stören kleinere Computer-Aussetzer und das durchwachsene Kampfsystem den Spielablauf. An der Monotonie im Endgame wird ebenfalls gearbeitet, aber auch hier muss noch mehr kommen. 

Fazit

Noch nicht perfekt, aber dem besten Wege dahin: Wer Stellaris startet, merkt gar nicht, wie die Stunden verfliegen. Trotz kleinerer Schwächen überzeugt das Strategiespiel mit seinem gewaltigen Umfang und der Freude am Entdecken einer neuen Welt. 

Infos zum Spiel

Titel: Stellaris
Genre: Strategie
Hersteller: Paradox Development
Publisher: Paradox Interactive
Release-Termin: Im Handel
Preis: zirka 40 Euro 
System: PC, Mac
USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
Wertung: Gut

News, Tests & Previews, Onlinegames und mehr auf Facebook: Werden Sie Fan von t-online.de/spiele!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal