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Micro Machines im Test: Kleine Flitzer, bunt und teuer

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Test zu Micro Machines | Arcade-Rennspiel | iOS  

Kleine Flitzer, bunt und teuer

03.08.2016, 17:32 Uhr | (jr / ams), Richard Löwenstein

Micro Machines im Test: Kleine Flitzer, bunt und teuer. Die iOS-Version von Micro Machines bewahrt den visuellen Charme des Originalgames von 1991. (Quelle: EA Chillingo)

Die iOS-Version von Micro Machines bewahrt den visuellen Charme des Originalgames von 1991 (Quelle: EA Chillingo)

Daumen hoch für die Idee, eines der charmantesten Mehrspieler-Games aus den 90er-Jahren auf Smartphones wiederzubeleben. "Micro Machines" von Codemasters war das Mario Kart für Amiga- und Mega-Drive-Piloten. Ein putziger Draufsicht-Arcaderacer, bei dem bis zu vier Spieler den Controller zur Hand nahmen und um Siege kämpften. Ob sie das auch bei der Neuauflage für iOS tun? Eher nicht, denn das Free-to-Play-Konzept tritt mächtig auf die Spaßbremse. 

Klassisches Gameplay 

Vier putzige Miniatur-Autos im Matchbox-Format flitzen über den Schreibtisch, driften im Badezimmer Richtung Waschbecken und hüpfen in der Küche von der Arbeitsplatte rüber zum Geschirrschrank. Nebenbei sammeln sie Geschenk-Symbole auf und bringen die darin untergebrachten Extras zum Einsatz: Sie katapultieren sich per Turboschub an die Spitze des Feldes oder legen den Verfolgern Minen in den Weg.

Der Micro- Machines-Positionskampf war Anfang der 90er-Jahre ein fetziger, ausgewogener, fairer Spaß und genau deshalb so erfolgreich. Die Neuauflage für iPod, iPhone und iPad bringt auf den ersten Blick alles mit, damit sich für den Originalhersteller Codemasters und den Mobile-Partner EA Chillingo vergleichbare Erfolge einstellen. Die Draufsicht-Grafik wurde um einen leicht angeschrägt wirkenden 3D-Effekt ergänzt und mit Fingerspitzengefühl modernisiert. Sie strahlt immer noch diesen kunterbunten Charme der Leichtigkeit aus. 

Unzuverlässige Steuerung 

Ein erstes Stirnrunzeln stellt sich schon bei der Steuerung ein. Das Auto durch Antippen des Touchscreen nach links rechts steuern und so durch den sich windenden Parcours lotsen, während automatisch Gas gegeben wird - das sollten auch Einsteiger hinkriegen. Leider grätscht die technische Umsetzung dazwischen. Die berührungssensiblen Flächen sind allzu klein geraten und folgen einer Veränderung der Fingerposition nicht automatisch. Wenn die Hand verrutscht, löst also unter Umständen die Steuerung nicht aus - und das Auto lenkt nicht dorthin, wohin es soll.

In kritischen Situation bedeutet das: Man fabriziert einen unbeabsichtigten Rammstoß in die Leitplanke, meist inklusive Dreher - und findet übernimmt vor allem in den späteren der insgesamt zehn Rennstrecken die rote Laterne im Rennen. Man lässt also zwangsläufig eher Vorsicht walten, um nicht auf den letzten Platz im Rennen zurückzufallen. Genau deshalb fehlt unterm Strich der Kick. Kurvenfahrten, im Originalspiel stets im lustvollen Drift genommen, fühlen sich hier eher nach mühseligem Um-die-Kurve-tragen an. So betrachtet, begleitet die belang- und geistlose Synthesizer-Musik das Geschehen akkurat. 

Aufdringliches Free-to-Play-Konzept 

Micro Machines für iOS ist alles in allem eines der schlechteren Beispiele für die Umsetzung der Free-to-Play-Idee: Der Download und das erste Schnupperrennen sind kostenlos. So weit so gut, das lädt zum Ausprobieren ein. Aber muss einem das Game tatsächlich schon nach wenigen Minuten den ersten Verkauf aufdrängen: Drei Überraschungstüten mit neuen Mini-Autos oder Skins - alles für 2,99 Euro? Man wird zwar nicht zum Kauf gezwungen, bekommt im Fall des Verzichts aber weitere Autos und Inhalte nur äußerst behäbig freigeschaltet. Danach stören immer wieder Aufforderungen zum Geldausgeben den Spielfluss. 

Was uns gefällt 

Die iOS-Version von Micro Machines bewahrt den visuellen Charme des Originalgame von 1991, auch den für einen so flotten Arcaderacer wichtigen Bildaufbau mit 60 geschmeidigen Frames. Das Game bringt reichlich Ausstattung mit. Geduldige Piloten können im Spielverlauf die zehn Rennstrecken, rund 60 Miniaturautos und ebenso viele Waffenerweiterungen freispielen und zum Einsatz bringen. Prima: Micro Machines heißt Einzelspieler willkommen und lässt Online-Wettrennen zwischen vier verschiedenen Mitspielern zu. 

Was uns nicht gefällt 

Vor jedem Rennen laden mehrere Bildschirme zum Surfen ein: Man kann zwischen Rundrennen und Arena-Kämpfen wählen, Ranglisten betrachten oder neue Auto-Angebote einsehen, Tuning-Discounts bewundern, sich zwischen Rennstrecken entscheiden und vieles mehr. Das Kern-Gameplay verliert sich zwischen all den Möglichkeiten.

Tatsächlich dauert ein Rennen oft kürzer als die Wechsel zwischen den Bildschirmen und die Ladepause, die auf das Startkommando folgt. Das bisschen Hitze, das bei den kurzen Positionskämpfen entflammt, kühlt direkt danach schnell wieder ab. Der Aufbau der Spielwährung - Edelsteine und Münzen - dauert bei eigenhändigem Spielen viel zu lange. Das und die weit verzweigte Spielstruktur zielen offensichtlich nur auf eines: Der Spieler soll Fortschritte nicht erspielen und dabei Spaß haben, sondern ihn sich erkaufen. 

Fazit 

Das Original-Micro Machines ist ein sehr einfaches Game: Vier Piloten versammeln sich um eine Konsole, fahren Wettrennen, rammen sich von der Strecke und haben Spaß dabei. Die iOS-Neuauflage fährt sich unterhaltsam, verliert aber an Reiz durch zu viel Komplexität und allzu aufdringliche In-App-Angebote. Die Aufforderungen zum Geldausgeben versprechen schnelle Fortschritte, aber tatsächlich bremsen sie durch stete Wiederholung den Spielfluss. 

Infos zum Spiel 

Titel: Micro Machines 
Genre: Arcade-Rennspiel 
Hersteller: Codemasters 
Publisher: EA Chillingo 
System: iOS 
Preis: Free to Play (finanziert durch In-App-Käufe) 
USK-Freigabe: Ab 0 Jahren 
Wertung: Befriedigend  

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