Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Preview zu Deus Ex: Mankind Divided - Science-Fiction-Thriller

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Hands-on-Preview zu Deus Ex: Mankind Divided | Action-Rollenspiel | PC, PS4, Xbox One  

Bewegender Sci-Fi-Thriller

09.08.2016, 16:48 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams) , Medienagentur plassma

Preview zu Deus Ex: Mankind Divided - Science-Fiction-Thriller. Die große Stärke von Deus Ex: Mankind Divided ist die überall durchschimmernde Handlungsfreiheit. (Quelle: Square Enix)

Die große Stärke von Deus Ex: Mankind Divided ist die überall durchschimmernde Handlungsfreiheit. (Quelle: Square Enix)

Am 23. August erscheint mit "Deus Ex: Mankind Divided" eines der am meisten erwarteten Action-Rollenspiele dieses Jahres für PC, PS4 und Xbox One. Doch ist der neue Cyberpunk-Thriller von Entwickler Eidos Montreal wirklich so gut, wie es das gelungene Vorgängerspiel, zahlreiche Messepräsentationen sowie einige kurze Hands-on-Eindrücke vermuten lassen? 

Im Rahmen einer mehr als vierstündigen Anspielrunde auf Basis einer fast fertigen Version konnte die Redaktion genau das endlich herausfinden. 

Nachhilfe auf Knopfdruck 

Schon der Einstieg zeigt, dass Deus Ex: Mankind Divided eine breite Zielgruppe ansprechen und weit mehr sein will als ein Sequel für Fans. Denn bevor das eigentliche Abenteuer durchstartet, steht eine kurze Geschichtsstunde auf der Agenda. Ein zirka zehnminütiger, clever geschnittener Videoclip fasst die Ereignisse aus "Deux Ex: Human Revolution" verständlich und anschaulich zusammen. Sie kennen das Vorgängerspiel bereits wie Ihre Westentasche? Beziehungsweise wollen lieber ohne "Was bisher geschah"-Crashkurs loslegen? Die Entscheidung liegt - wie so vieles in Mankind Divided - ganz bei Ihnen. Gleichzeitig versichern die Macher, dass Vorkenntnisse zu "Human Revolution" zwar hilfreich, aber nicht zwingend notwendig sind, um voll in das hier gebotene Cyberpunk-Universum abzutauchen.

Dubai - ein Schatten seiner selbst

Die erste Mission des Anspiel-Marathons entführt uns nach Dubai, eine Stadt, die seit den Vorfällen aus Human Revolution gezeichnet ist von Chaos und Verwüstung. In der Bucht vor dem glitzernden Sandstrand liegt ein Leck geschlagener Containerfrachter, im Hintergrund steigen Rauchwolken aus einigen der gigantischen Wolkenkratzer empor. Man spürt förmlich, dass die Wüstenmetropole gebrochen ist. Die Spuren des in Human Revolution skizzierten Panchaea-Vorfalls - einer weltumspannenden Katastrophe mit mehr als 50 Millionen Toten - sind unverkennbar. Gleichzeitig zieht im Hintergrund ein peitschender Sandsturm auf. Kurzum: Schon die ersten Minuten vermitteln grandioses "Deus Ex"-Feeling.

Ein Held, doppelte Agenda

Was Jensen in Dubai will? Nun, nach dem Panchaea-Vorfall und der damit einhergehenden Spaltung der Gesellschaft in Menschen mit und ohne Hightech-Implantate (sogenannten Augmentierungen) verfolgt der 36-jährige Ex-Sicherheitschef einer Biotech-Firma streng genommen zwei Ziele. Einerseits will er seinen neuen Job als Mitglied der von Interpol ins Leben gerufenen "Task Force 29" nach bestem Wissen und Gewissen ausführen und die Drahtzieher der immer häufiger stattfindenden Terroranschläge dingfest machen. Andererseits sucht er – fast schon zwanghaft - nach den dicken Fischen im Hintergrund. Also denjenigen Personen, die die eingangs genannte Katastrophe überhaupt erst ins Rollen gebracht haben.

Der Spieler entscheidet

Bereits in der Einführungsmission wird klar: Einen optimalen Weg durch einzelne Levels gibt es nicht. Vielmehr geht es serientypisch darum, seinen ganz eigenen Spielstil zu finden und je nach Gusto auf Herausforderungen zu reagieren. Unterstützt wird dieser sehr zu befürwortende Gamedesign-Ansatz durch viele neue Augmentierungen, spannende neue Gadgets sowie ein noch mehr auf Vertikalität und vielfältige Zugangspunkte getrimmtes Leveldesign.

Besonders motivierend: Bekennende Pazifisten können die Story komplett ohne Blutvergießen durchspielen - das betrifft sogar die Bossgegner. Beispielsweise, indem sie Feinde stets nur betäuben und in wichtigen Gesprächssituationen mit viel Feingefühl auf ihr Gegenüber eingehen.

Willkommen in Prag

Während der Dubai-Abschnitt eher neue Spielmechaniken erklärt und als eine Art Steuerungs-Tutorial zu verstehen ist, nimmt der Plot gleich im Anschluss so richtig Fahrt auf. Denn kaum in der tschechischen Hauptstadt Prag angekommen, wird Jensen Zeuge eines verheerenden Bombenanschlags. Die primäre Aufgabe ab diesem Zeitpunkt? Herausfinden, wer dahintersteckt. Bis es allerdings soweit ist, verstricken die Story-Autoren Jensen in eine Vielzahl von Missionen, die immer neue Handlungsstränge in Gang setzen und nach und nach die gewaltige Tragweite des Gesamtkonstrukts Mankind Divided erahnen lassen.

Unglaublich viel zu tun

Beispielsweise trifft Jensen auf seinem Weg zu einer Kontaktperson auf eine versteckt in der Kanalisation hausende Untergrund-Sekte. Deren Anführer scheint dutzende Anhänger einer Gehirnwäsche unterzogen zu haben und lässt Besucher erst passieren, wenn man sich auf eine Unterredung mit ihm einlässt. Wer aufmerksam spielt, wird außerdem recht bald einige korrupte Cops kennenlernen. Sie blockieren eine wichtige Zugangsstraße und scheinen alle Menschen mit Augmentierungen zu drangsalieren, die keinen gültigen Passierschein vorweisen.

Wie so oft in Mankind Divided gilt in beiden Beispielen: Jensen kann sich mit diesen Problemen auseinandersetzen, er muss es aber nicht. Ganz einfach, weil so unglaubliche viele Pfade die Story vorantreiben. Welcher der richtige ist, muss letztendlich jeder für sich herausfinden. Das Spiel gibt lediglich Hilfestellung, indem es in einem übersichtlichen Quest-Logbuch zwischen Haupt- und Nebenmissionen unterscheidet.

Viele Wege führen nach Rom

Das Beeindruckende an Mankind Divided: Sie dürfen nicht nur regelmäßig zwischen verschiedenen Story-Pfaden wählen, sondern obendrein jeden auf völlig unterschiedliche Art und Weise angehen. Schleich-Enthusiasten etwa knipsen ihr Glass-Shield-Tarn-Modul sowie die Geräuschunterdrücker-Augmentierung an und schleichen elegant an Wachposten, Kameras und Überwachungsdrohnen vorbei. Oder man bleibt im Schutz der Schatten, sucht die Umgebung mit Smartvision nach porösen Wänden ab, zerschlägt diese mit dem Hydraulikarm und bahnt sich so einen Weg zum Ziel. Defekte Hebebühnen, rostige Leitern, enge Lüftungsschächte und dergleichen sind natürlich ebenfalls in rauen Mengen vorhanden und warten nur darauf, sinnvoll genutzt zu werden.

Jensen, die Ein-Mann-Armee 

Freunde gepflegter Shooter-Action bestücken derweil das Sturmgewehr mit panzerbrechender Munition und aktivieren die brandneue "Titan Shield"-Augmentierung. Sie bewirkt, dass sich ein futuristischer Stachelschild um Jensens ganzen Körper legt und ihn für kurze Zeit praktisch unbesiegbar macht. Im späteren Spielverlauf kann Jensen zudem Gebrauch von vielen weiteren praktischen Augmentierungen machen. Der Ikarus-Dash etwa katapultiert ihn in Bruchteilen einer Sekunde an speziell markierte Punkte im Sichtfeld - perfekt für schnelle Ortswechsel in hektischen Gefechten oder die Flucht vor aufdringlichen Wachposten.

Oder nehmen wir den Gun-Arm. Letztendlich steht er für eine ganze Reihe von neuen Augmentierungen. Den Anfang macht das Tesla-Modul in der Faust des Helden. Es dient zum Aussenden von Starkstrom-Stößen und eignet sich hervorragend als nicht-tödliches Angriffswerkzeug, um bis zu vier Gegner gleichzeitig unschädlich zu machen. Weiter geht’s mit der Nanoblade. In Human Revolution konnte man damit Feinde lediglich im Nahkampf ausknipsen, jetzt fungiert die Klinge auch als Projektilwaffe - in der verbesserten Variante sogar mit Sprengstoff-Upgrade. Doch Obacht: Der Einsatz jeder Augmentierung benötigt Strom. Sind Jensens Akkuzellen leer, muss man eine kurze "Ladepause" einlegen oder Energie mit sogenannten Biozellen nachschießen.

In vielen Situationen ist es zudem möglich, verhandelnd auf einen Gesprächspartner einzuwirken. Auch hierbei unterstützen einige Augmentierungen. Die Entwickler gehen sogar so weit, dass sich zahlreiche Bosskämpfe allein durch geschicktes Diskutieren lösen lassen - brillant. 

Was uns gefällt 

Die große Stärke des Spiels ist die überall durchschimmernde Handlungsfreiheit. Man kann tun und lassen was man möchte und die Konsequenzen hautnah erleben - letztendlich sogar in Form unzähliger Spielenden, deren Ausgang von einer Vielzahl von Entscheidungen im Spielverlauf abhängt. Dass Jensen unterm Strich mit knapp 60 verschiedenen Upgrades hantieren darf, bringt weitere Pluspunkte, ebenso wie die fantastisch geschrieben Dialoge und die wirklich grandiose Vertonung. 

Aber auch technisch kann Mankind Divided punkten, speziell auf PC. Die Licht- und Schatteneffekte überzeugen, und der Detailgrad der Figuren und Robotereinheiten ist dem des Vorgängerspiels klar überlegen. Eindruck schinden ferner die atmosphärischen Unschärfefilter, die coolen Nachlade- und Augmentierungs-Animationen sowie der am Ende des Dubai-Levels tobende Sandsturm. Außerdem werden sämtliche Audio-Daten anders als in Human Revolution nicht mehr nur in Stereo, sondern endlich komplett in 5.1-Ton ausgegeben. 

Was uns nicht gefällt

Die Xbox-One-Fassung wirkte im Vergleich zur PC- und PS4-Version grafisch noch nicht ganz am Puls der Zeit. Es fehlten Details, und auch die Bildrate war nicht optimal. Bis zur Veröffentlichung dürften sich diese Probleme aber hoffentlich in Luft auflösen. Abzuwarten bleibt außerdem, wie viel Liebe in die deutsche Synchronisation gesteckt wird. Letztere war leider noch nicht Teil des anspielbaren Programmcodes. Wirft man einen Blick auf aktuelles Trailer-Material von Publisher Square Enix, ist jedoch Optimismus angebracht. 

Fazit 

Man merkt, dass sich Eidos Montreal die Kritik der Fans zu Human Revolution zu Herzen genommen hat, speziell was Technik, Steuerung, Deckungssystem und die Balance von Schleich- und Shooter-Gameplay anbelangt. Aber auch das generelle Design der Spielwelt zieht voll in seinen Bann - egal, ob nun visuell, akustisch oder inhaltlich. Überall kann man Geheimgänge finden, mit Umgebungsobjekten interagieren, E-Mails lesen, sich interessante Bewegtbild-Videos reinziehen, Nicht-Spieler-Charaktere in Gespräche verwickeln und, und, und. Ein ganz heißer Kandidat für das Spiel des Monats im August 2016 - und mehr. 

Infos zum Spiel

Titel: Deus Ex Mankind Divided 
Genre: Action-Rollenspiel  
Hersteller: Eidos Montreal
Publisher: Square Enix   
Release-Termin: 23. August 2016   
Preis: zirka 60 Euro (Collectors Edition ab zirka 130 Euro) 
System: PC, PS4, Xbox One 
USK-Freigabe: Ab 18 Jahren  
Eindruck: Sehr gut 

News, Tests & Previews, Onlinegames und mehr auf Facebook: Werden Sie Fan von t-online.de/spiele!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige


Anzeige
shopping-portal